Welches Buch zum Thema lest ihr gerade?

    • Joe schrieb:

      Kennst Du "Die Entdeckung der Langsamkeit" schon?
      Das Buch ist auch schon durchgelesen, wobei ich mich ein wenig schwer damit getan habe. Neben den historischen Fakten steht hier ja in erster Linie die "etwas besondere" Persönlichkeitsstruktur des Franklin im Vordergrund. Trotzdem ein reizvolles Buch.
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
    • Ich kämpfe mich gerade durch eine riesen Schwarte in Englisch / Spanisch, wo es zwar nicht um BC, aber um Reisen geht. Dieses Buch ist von einem Freund der diese Reisen und Orte , sowie das Leben des Protagonisten, jahrelang in Südamerika recherchiert und selber auf dem Mopped nachgefahren hat.
      Es heißt etwa: "Der Mann der 1 Million Kilometer auf dem Motorrad fuhr" und handelt vom Leben des Enrique Pontolillo.
      Enrique und sein Harley-Gespann
      Mein Kumpel "Lucky" und Autor des Buches, beim Furten eines Flusses in den Ardennen mit seinem Big Chief Indian-Gespann bei einem unsere regelmäßigen Treffen. Er war Jahre mit dem Teil und auch ner alten Shovelhead in Südamerika (Peru, Chile, Argentinien usw.) unterwegs.
      Bei meinen Reisen war das nicht so spektakulär, dafür aber auch immer gern mal mit sportlichen Einlagen, wie z.B. einer Rally um den Grand Canyon du Verdon.
      Man beachte die damals gültige Schutzkleidung aus Blue Jeans und Jeansjacke :evil:
      Das Buch kann man übrigens von "Lucky" käuflich erwerben, wenn er noch welche hat und die Auflage nicht vergriffen ist. Bei Interesse sagt bald Bescheid, denn ich werde ihn dieses Jahr auf einem Indian Treffen an Vatertag ziemlich wahrscheinlich wiedersehen.
      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Bei mir ist es natürlich mal wieder ein "kaltes" Buch:



      In dem Buch beschreibt der "Profi-Abenteurer" Mike Horn seine 2-jährige Solo-Expedition entlang des
      nördlichen Polarkreises. Die Beschreibung seiner Reise ist wirklich gut gelungen und Langeweile kommt wirklich nicht auf. Was dieser Mann sich selber abverlangt, was er leisten und leiden kann, ist schon beeindruckend. An vielen Stellen kann man den Eindruck erlangen, dass er den Versuch der Überwindung des eigentlich menschlich Unmöglichen noch deutlich vor sein eigenes Überleben stellt. Einige der beschriebenen Situationen sind wirklich grenzwertig. Wobei ich mir nicht anmaßen möchte, darüber zu urteilen. Mike Horn ist nun mal ein Mann der Extreme!
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835


    • Henry David Thoreau
      Walden - Ein Leben mit der Natur

      Nun ja, @schwyzi, ich hatte mir von diesem Kultbuch der "Aussteiger-Generation" etwas mehr versprochen. Natürlich darf man nicht vergessen, dass die Handlung in der Mitte des 19. Jahrhunderts stattfindet, wessen ich mich etwa in Höhe der 50. Seite erstmal vergewissern musste. Es sind sehr viele interessante Aspekte darin enthalten, vor allem aber haben mich die damaligen Preise (z.B. ein Kürbis für 0,06 Dollar) im Hinblick auf die Steigerung innerhalb der letzten knapp 160 Jahre verwundert. Thoreau ist - weiß Gott - kein Dummer. Was mir persönlich aber mit den Zeilen ein wenig auf den Pinsel ging, war seine unentwegte philosophische Reflexion und Gesellschaftskritik. Seine Poesie hinsichtlich seiner Naturbeobachtungen und Erfahrungen liest sich sehr schön. Dennoch kann einem dieser pausenlose Vergleich zwischen gesellschaftlicher Askese und eben der übrigen Menschheit schon ein wenig auf den Zeiger gehen. Jedenfalls ist dies m.E. keine Angelegenheit, die man rund 360 Seiten in die Länge ziehen muss. Interessant war wiederum, dass er sich als Tagelöhner (6 Wochen im Jahr!) und Selbstversorger gut über Wasser halten konnte. Vorausgesetzt natürlich, man ist gewillt, einen Schritt zu wagen, der weit jenseits der gesellschaftlichen Moderne (Industrialisierung) liegt. Wer ein interessantes Bushcraft-/Survivalbuch erhofft, wird mit "Walden - Ein Leben in der Natur" nicht glücklich werden. Man ist schon versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, aber dort finden sich nicht allzu viele Details, die nachahmungswürdig sind. Wer sich jedoch mal mit der Perspektive eines studierten Aussteigers befassen möchte, wird in dieser literarischen Mischung sicherlich fündig werden.

      Ich werde es bei Zeiten sicherlich nochmal lesen. Die letzten 3 Abende/Nächte muss ich nun erstmal sacken lassen. Aber ... sehr viele Dinge ermutigen zum Nachdenken. In vielerlei Hinsicht.

      Fazit:

      Nichts für den ungeduldigen Faktennarr, aber durchaus ein interessanter Lückenfüller in einem erlesenen Bücherregal. ;)
      ...Offline
    • Ich hatte ja im Verschenktfaden geschrieben, dass es nicht so meins ist ^^
      Scheint dir jetzt auch so zu gehen...

      08/15 schrieb:

      kann einem dieser pausenlose Vergleich zwischen gesellschaftlicher Askese und eben der übrigen Menschheit schon ein wenig auf den Zeiger gehen.
      genauso ging's mir auch.
      Mir erscheint das etwas wie "Selbsterhöhung", so ein Herausragen(wollen) aus der tumben Masse..
      Erinnerte mich ehemalige Raucher, die dann zu militanten Nichtrauchern wurden.
      ( Ich meine die: "Kau bitte deinen Nikotinkaugummi auf dem Balkon!"- Typen) ;)
      One man's trash is another man's treasure!
      Tough enough to wear pink.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von schwyzi ()

    • Noch ein kleiner Nachtrag zu Mike Horn "Abenteuer Polarkreis". Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen.

      So mache ich das immer mit Büchern, die mir nicht so richtig zusagen. Einfach die letzten Seiten oder das letzte Kapitel auslassen.

      Damit möchte ich nicht zum Ausdruck bringen, dass ich seine Leistung nicht respektiere oder mir gar anmaßen möchte, seinen Lebensweg in Frage zu stellen.

      Gleichwohl fehlt mir in dem Buch ein wenig der literarische Aspekt und in jedem Kapitel zu lesen, dass er Dinge tut, die andere aus guten Gründen nicht tun, wird auf Dauer etwas ermüdend. Das ist aber natürlich Geschmackssache.
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
    • Da kann ich mich einreihen...... Ich fand das erste Drittel von WALDEN damals sehr gut, und das zweite so schlecht, dass ich das letzte Drittel nicht mehr gelesen habe. Find ich eigentlich total blöd, ein Buch abzubrechen... aber Lebenszeit an eine Geschichte zu verschwenden die einen nicht interessiert ist bekanntlich auch nicht schlau. Nech? :bart:
      Do not go gentle into that good night, old age should burn and rave at close of day;
      Rage, rage against the dying of the light
      Though wise men at their end know dark is right, because their words had forked no lightning, they do not go gentle into that good night.

    • smeagolvomloh schrieb:

      So mache ich das immer mit Büchern, die mir nicht so richtig zusagen. Einfach die letzten Seiten oder das letzte Kapitel auslassen.
      Ich lasse sie aber so lange auf dem Nachttisch liegen, bis ich mich durch gerungen habe, sie doch noch hinterher zu schieben. Droht der Turm einzustürzen, muss man eben umdisponieren. :whistling:

      Mit die meisten Nerven hat mich Hemmingway's "Über den Fluss und in die Wälder" gekostet. Ich hatte mir erhofft, interessante Details über seinen Einsatz im Hürtgenwald (2. Weltkrieg) zu erfahren, welche er "angeblich" dort verarbeitet und niedergeschrieben haben soll, aber stattdessen ging es Seite um Seite lediglich um die (damals fast schon) unmoralische Liaison zwischen Colonel Richard Cantwell und der venezianischen Contessa Renata. Hätte ich die letzten Seiten vergebener Lesensmüh ad acta gelegt, wären mir die wenigen Zeilen, die für mich wirklich interessant waren, tatsächlich durch die Lappen gegangen. Und man muss Hemmingway m.E. schon ziemlich mögen, um sich durch seine schier endlosen Satzbauten zu arbeiten. Nicht wenige Absätze, die aus einem einzelnen Satz bestanden, ließen zum Schluss schon fast wieder vergessen, worum es zu Anfang noch ging. Nein, ich war mächtig enttäuscht, wenn ich auch zugeben muss, dass seine wenigen Darstellungen beim Leser äußerst authentisch ankommen.

      Mal noch ein anderer Buchtipp:

      Paul Brunton - Geheimnisvolles Ägypten (Eine Mischung aus Reisebericht und altägyptischer Mysterienkultur)

      Also ein ganz anderes Genre... ;)
      ...Offline