Vorstellung Haggy-Swag Bettrolle

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    • Vorstellung Haggy-Swag Bettrolle

      Hallo liebe Leute,

      hier möchte ich Euch einmal ein Selbstnäh-Projekt vorstellen, welches eher im Bereich "historisches Waldläufertum" anzusiedeln ist, also alles andere als UL (aus heutiger Sicht):

      Die Haggy-Swag Bedroll

      Genaugenommen handelt es sich um einen variablen Ausrüstungsgegenstand, der sowohl als Tarp, als auch als Bettrolle genutzt werden kann. Ich habe das Teil schon vor ner ganzen Weile genäht (einige Eingeweihte kennen es bereits von Fotos) und nun noch einige Erweiterungen vorgenommen. Entstanden ist es eigtl. aus den Überlegungen in der Konversation zum Waldläufertreffen bei @Friese: Ich wollte dort eigtl. ein noch zu bauendes Whelen-Lean-To nutzen. Col. Townsend Whelen (@'08/15': DAS wäre eigtl. noch ne eigene Kategorie im Wiki wert... ;) ) hat ja mehrere interessante Entwürfe für "Lagerplanen" entworfen, in unterschiedlichen Größen - die größte und bekannsteste Version hat bspw. @Randriedi nachgebaut und in Benutzung: Der Whelen-Lean-To Shelter

      Ich dachte mir dann, dass es eigtl. sinnvoll wäre, wenn man ein solches Tarp auch als Bedroll benutzen kann - dazu müsste man ja lediglich einige weitere Schlaufen anbringen. Da mir die Grundkonstruktionen aber alle noch zu groß waren und somit mit hohen Gewicht und großem Packmaß gerechnet werden müsste, habe ich mir selbst einen Schnitt entworfen:


      Als Stoff habe ich mich für schweren Baumwoll-Canvas entschieden, in einer schönen erdigen Farbe.

      Technische Daten:
      Gewicht 1,6 kg
      Maße ca. 4,4 x 1,8m
      Material 300g/m² Bauwoll-Canvas

      Die Größe ist so gewählt, dass man allein sinnvoll mit Gepäck darin liegen kann.


      Andererseits erlaubt sie ein großzügiges Umfalten der Ecken und Seiten bei Nutzung als Bedroll. Bei der Nutzung als Tarp hat man den dreieckigen Latz auf der einen Seite als Wetterschutz, bei der Nutzung als Bedroll ist er notwendig, um genügend Breite/Überlappung im Brustbereich zu erzielen. In Zukunft würde ich den Latz an der Stelle sogar noch etwas breiter machen.

      Als Isolationsschicht ist die gute alte französische CM-Wolldecke im Einsatz, größte Größe. Die kann man dann schön umklappen und sehr warm ist sie auch noch. Ich nutze die auch so als Schlafdecke. Die Decke wird dann auf die ausgebreitete Bettrolle gelegt, so dass an der Latz-Seite noch etwa 40cm Platz bleiben und auf der anderen Seite überlappt wird. Dann legt man sich hinein und faltet auf folgende Weise: Zunächst die Fußbox hochklappen und an der Ecke verschnüren, dann die Seite ohne Latz umklappen und zuletzt den Latz überwefen, diesen dann mit den Schlaufen an der anderen Seite verschnüren. Ich habe die Schlaufen versetzt angeordnet, um noch etwas Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Gegenständige Konstruktion wäre dafür stabiler.

      Hier mal anhand einiger Bilder erklärt:



      Gut zu erkennen der Latz, sowie das Kopfteildreieck. Latzfreie Seite ist bereit eingeschlagen. Der Raum innerhalb der Kuscheldecke ist übrigens mit Decken und Kissen ausgepolstert...


      Das Fußende, hier habe ich mehrere Schlaufen, um gute Wetterdichtigkeit zu erzielen. Man erkennt auch eine der beiden Schlaufen, die auf die Tarpfläche genäht wurden (etwa 30cm vom Rand), um die Schnur vom Latz aufzunehmen.


      Hier jetzt mit Bushcraft-Buddy drin, der Schichtaufbau mit Decke und Zeltstoff ist gut zu erkennen.


      Volle Ausdehnung - sieht das nicht gemütlich aus?



      Nochmal die übergeschlagene Latzseite im Detail.




      Das Fußende - die Nähte könnte man auch andersherum machen, ich habe sie so, da es dann für die Tarpnutzung sinnvoller ist (da sollte man sich eh ständig während der Herstellung Gedanken machen...).




      Zusammengerollt mit zwei schweizer Packriemen drumherum, damit kann man dann gleich eine schöne Handschlaufe machen.


      Ich hab den ganzen Trumm mal gewogen, aber meine Waage spinnt scheinbar: Sie behauptet 9kg (ohne Flasche)... 8o


      Ansonsten ein schönes Teil für Treffen, Boot oder Auto, so richtig regenfest ist sie aber natürlich nicht. Auch an eine Unterlage (notfalls auch aus Nadelholzzweigen o.ä.) sollte man denken. Beim Aufbau als Tarp sollte man einen recht steilen Winkel wählen. Wer möchte, kann das Gerät auch als einfache Hängematte nutzen, also quasi Dreifachnutzen. Was man auf den Fotos übrigens nicht sehen kann: Am Kopfende sind noch ein paar Schlaufen angebracht, um das Dreick als Wetterschutz nutzen zu können - mit einem Querholz oder ähnlicher Konstruktion klappt man das Dreick dann hoch und bildet so ein "Dach über dem Kopf".


      Ich mag halt einfach solch klassichen Waldläuferkram... :D
      Ruhe bewahren.
    • Hagbard schrieb:

      9kg (ohne Flasche)...
      Hast wohl den Bären mitgewogen, was? 8o

      Nach dem Vorbild rolle ich meine Hängematte samt Isomatte zu einer "Hang Roll" zusammen, manchmal auch incl. Schlafsack. Außen rum habe ich meinen Hängemattenvorleger (ca. 1x1m) mit einer laaaangen Paracord-Schnur, um die Rolle zusammenzuhalten.

      Das Baumkind
      Das nächste Mal wird's noch besser.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.
    • Hey, das ist ja auch ein schickes Teil!
      Handlicher als mein großes Whelen ist es und multiusiger ebenso aber gewichtsmäßig sind da komischerweise keine großen Unterschiede.
      Das sagt mir, du hast ein krasses Material!

      Seeeehr charmant finde übrigens ich die Einsatzmöglichkeit als Bedroll, eine echt gute Größe!
      "...ich will´s ein Bisschen schöner machen, reines Überleben turnt mich ab!"
      Cody Lundin, Survival Duo 1. Staffel
    • Randriedi schrieb:

      aber gewichtsmäßig sind da komischerweise keine großen Unterschiede.
      Da rätsele ich noch, allerdings hat die Bedroll selbst ja nur knappe 2kg... Dazu die Decke mit 2,5kg und zwei schweizer Riemen - rechnerisch darf das Gerät nicht über 5kg kommen... Und ich sag schon die ganze Zeit zu meiner Frau: "Es liegt nicht an mir, die Waage ist kaputt"... 8o
      Ruhe bewahren.
    • Ein sehr schönes "Multitool". Ich bin in dieser Richtung auch gerade am frickeln, was da noch so möglich ist.
      Ich hoffe, ich kann mir die Bedroll noch dieses Jahr mal anschauen.
      "He´s one of them rangers, dangerous folks they are, wandering the wild"
      "Not all who wander, are lost"
      Plan your dive, dive your plan
      Was ihr den Geist der Zeiten nennt, das ist im Grunde nur der Herren eigner Geist
    • Schönes Teil @Hagbard
      Nur Schade, daß ich deine Bettrolle in absehbarer Zeit nicht real bewundern werden kann.

      War auch schon am Überlegen, ob es eine brauchbare Isomatte gibt, die in meinen vorhandenen Biwaksack passt und dann Biwaksack mit Isomatte und Schlafsack zum Transport rollen
      Genau wg diesen Gedanken verfolge ich auch den Thread mit den Kraxen.
      Einen schätzungsweise 50l Rucksack, bei dem der Hüftgurt noch passt habe ich daheim - wird wohl für den Sommer reichen
      Mein größerer Rucksack hat für mich leider einen zu kurzen Hüftgurt, weshalb ich auch mich umsehen und auch wieder auf Außengestellrucksäcke schaue und an eine Schlafrolle (mit vorhandenen Material) dachte.
      Diese Schlafrolle kommt sicherlich nicht an Deine heran
      Aber gerade wg meinen Gedanken macht mich Deine Idee neugierig.