Microadventures - Sammelfaden für das kleine Abenteuer

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    • In den Südvogesen war ich vorletzten Sommer auch. Und mir als Mittelhesse kam es fast wie

      Seemann schrieb:

      Hochgebirge
      vor 8o



      Ist zwar in dem Sinn kein solch großes Microabenteuer mit Bushcraftbezug wie die andern hier im Faden vorgestellten. Aber ich bin von der dortigen Landschaft nachhaltig beeindruckt. Mit meinen Sandkastenfreunden war ich dort zu nem Tagesausflug beim Nationaldenkmal Hartmannswillerkopf (957m). Hier ein kleiner Auszug















      Weniger ist oft mehr
    • Vereiteltes Microadventure: Nix zu sehen beim Birdwatching

      Wollte dieses verlängerte 1te Maiwochenende fürs Birdwatching der besonderen Art verwenden, ich hatte mir vorgenommen Birkhähne bei der Balz zu beobachten. Ein Arbeitskollege riet mir ich soll dies auf 2 Tage aufteilen. Am 1ten Tag einen der Balzplätze auskundschaften und dort ein Beobachtungsversteck einrichten. Dieses Versteck dann möglichst noch während der Nachtstunden beziehen damit die Tiere nicht gestört werden und event. vorzeitig abziehen - die Tiere beginnen mit der Balz teilweise schon um 04:00 früh, sobald es dämmert. Ich hatte neben meinem Zelt auch ein 2tes Set-Up für diesen Beobachtungsposten mit leichtem Tarp, Biwaksack, 2te Iso, etc. um micht demenstprechend vor den kleinen hühnerartigen Vögeln verbergen zu können sowie eine Reservekamera. Mein Ruck hatte daher auch satte 28kg inkl. 1L Wasser und ich bin damit wohl unbewußt der Gruppe 'Gib UL keine Chance' von @karlson beigetreten. Ein Problem mit meiner Spüle in der Küche beschärte mir kurzfristig eine Planänderung und der Samstag war dahin, die Motivation dementsprechend. Naja, den Rucki hab ich trotzdem nicht mehr umgepackt und ich bin dann erst am So zu meinem potentiellen Zielgebiet aufgebrochen. Dort hatte ich gleich 3 Zufahrtstrassen mit geschlossenem Schranken vorgefunden und ich mußte kurzfristig umplanen. Ich hatte mich dann für ein alternatives Gebiet ca. 10-15km nördlich entschieden. Hört sich jetzt nicht großartig weit an, da es dort aber nur 1 Zufahrtsstrasse gab musste ich einen gewaltigen Umweg in Kauf nehmen. Im Gebiet angekommen lag überall noch mehr als 10cm Schnee, womit ich aber gerechnet hatte und ich stapfte daher gehörig durch den Schnee. Für die Birkhahnbalz war es schon relativ spät im Jahr und ich entschloss mich daher höher gelegenes Gelände anzusteuern, vielleicht war sie dort ja etwas verzögert. Je höher ich stieg, desto tiefer wurde der Schnee und ich kam eher schlecht voran, Schneeschuhe wären hier wohl ganz hilfreich gewesen.



      An einem Aussichtsfelsen beschloss ich dann mein Camp aufzubauen. Ein paar Spuren und ein Vogel der hinter mir aufflog verriet dass ich wohl in der richtigen Gegend war ...



      Glücklicherweise fand ich auch einen klasse Biwakplatz. Hier hatte jemand vor mir einen Gapahuk gebaut, dass ist eine skandinavische Form eines Lean-To Shelters. Ich beschloß nur im Biwaksack zu übernachten und das Zelt erst gar nicht aufzustellen, Niederschläge waren ohnehin keine zu erwarten.



      Da wolkenloser Himmel war die Nacht etwas frostig und das Thermometer sank unter die Nullgrad-Marke - aber kein Problem für mein Equipment. In der Abenddämmerung hörte ich die typischen Balzlaute der Birkhahne mit dem langgezogenen Zischlauten und den gluckernden Geräuschen zwischendurch. Es war wohl mehr als ein einzelner Vogel und ich konnte die exakte Richtung woher die Laute kamen nicht richtig ausmachen. Ein Blick auf die Karte verriet mir aber dass in der Nähe mehrere kleine Sumpfgebiete lagen, wohl die perfekt Arena für die Birkhahne, welche offene Flächen für die Balz bevorzugen.



      Kurz nach 4:00 wurde ich von Vogelgezwitscher aufgeweckt, komischerweise war auch das Geschnatter von einem Entenpaar dabei was mir eher seltsam vorkam. Natürlich waren auch die typischen Lauter der Birkhahne klar hörbar und ich beschloss dass mich in deren Richtung aufzumachen, vielleicht würden mir ja ein paar gute Fotos gelingen.



      Der tags zuvor weiche Schnee war allerdings jetzt gefroren an der Oberfläche und verursachte bei jedem Schritt ein sehr lautes knirschendes Geräusch welches wohl sehr weit hörbar war. Je näher ich dem kleinen Sumpfgebiet kam, desto leiser wurde es dann auch und als ich an der Freifläche angekommen war waren sie dann auch komplett verstummt. Ich musste erstmal abwarten.



      Ich konnte dann Balzlaute vernehmen die wohl nicht allzuweit weg sein könnten. Ich habe mich sogleich sehr behutsam in die Richtung aufgemacht. Ich sah dann auch einen prächtigen Birkhahn anfliegen. Er landete auf einer Föhre vielleicht 30m von meinem Standpunkt entfernt und hat sofort mit seinem Balzgesang begonnen. Ich verharrte mehrere Minuten regungslos und hab dann vorsichtig versucht an meine Kamera zu kommen und in die Hocke zu gehen um besser fotografieren zu können. Leider hatte mich das Tier entdeckt und ist sofort abgeflogen. Ich war in dem Moment ziemlich verärgert. Ich hatte eigentlich angenommen dass sich die Balz am Boden abspielt und die Hähne eher mit sich selbst beschäftig sein würden mit verminderter Aufmerksamkeit mir gegenüber. Stattdessen saß zumindest der eine in einem Baumwipfel und hatte so perfekte Rundumsicht ;( Mir blieb nix anderes übrig als dort zu bleiben wo ich grad war und mich möglichst ruhig zu verhalten - wenn schon nicht möglich dass ich mich zu den Vögeln pirsche dann kommen diese vielleicht zu mir. Das morgentliche Licht zuberte ein paar tolle Lichtstimmungen die mich etwas entschädigt haben. Es gab auch ein paar weitere Aktivitäten, ich konnte aber die Vögel nicht ausmachen da ich mein Fernglas leider im Camp vergessen hatte.



      Am anderen Ende des Sumpfgebietes flogen 2 Mal Weibchen vorbei. Sie waren aber jeweils nur kurz für ein paar Sekunden zu sehen, keine Chance zum fotografieren. Ich konnte auf die Entfernung auch nicht erkennen ob es Birk- oder vielleicht doch Auerhahndamen waren. Trotze langer Wollunterhose, dünner Daunenjacke + Wollpullover und Handschuhen wurde es irgendwann kalt und ich beschloss dann zum Camp zurückzugehen da die Balzaktivitäten sowieso im abflauen waren.



      Mein Biviy hatte etwas Eis angesetzt, das Wasser in meinem Wassersack hatte eine Eisschicht, ansonsten war nix besonderes was erwähnt werden müsste. Ich hab mir einen Tee gemacht und alles zusammengepackt. Bevor ich den Rückweg angetreten hab, hatte ich nochmal den Aussichtspunkt besucht. Der Blick auf ein paar zugeforene Seen ist super von da oben.



      Zurück zum Auto kam ich gut vorran, es ging auch durch eine typisch norwegische Feriensiedlung wo alle 150m ein Blockhaus steht.



      Wenn ich nochmal sowas ins Auge fasse würde ich auf alle Fälle auf die 2te Biwakausrüstung verzichten. Wenn für 2 Tage geplant kann man getrost sein ganzes Camp übersiedeln und braucht so kein extra Beobachtungsversteck direkt am Balzplatz einrichten. Irgendwie ein vereiteltes Microadventure, obwohl mein Ziel die Birkhahne (in A heißen die Spielhahne) bei der Balz zu beobachten gründlich mißlang hatte ich doch eine schöne Tour ;)
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      Fragt mich nicht welches Gear ich benutze sondern was man damit machen kann ;-)
    • 1.Mai Runde in 3 Annen Hohne und Umgebung

      Die Familien von @Tonnenfeuer und muemmelmann entflohen dem alljährlichen Wahnsinn in den Harz.
      Allein die Fahrt entlang der Stauseen und der herrlichen Wälder war schon sehenswert. Am liebsten hätte ich mich mit dem Rucksack an der Sösetalsperre aussetzen lassen. :love:
      Nun denn wir fuhren nach 3 Annen Hohne. Grad angekommen wurde man auch schon erwartet von den Eltern von @Tonnenfeuer und Zeitgleich fuhr die Brockenbahn in den Bahnhof ein.


      Wie immer wenn die Kids mit dabei sind, war zu viel Gepäck und Proviant dabei. :rolleyes:


      Auf der Agenda stand zuerst der Löwenzahn-Entdeckerpfad. Ein Rätsel wurde im Vorfeld ausgedruckt und so konnten die Kids gleich die Erkundung der Trittsiegel und diversen Erklärungen über Bäume, Wurzelarten und die Tiere beginnen. Der Pfad wurde zum 25 jährigen Jubiläum der TV Sendung Löwenzahn angelegt.



      Ein Memory, Weitsprunggrube und die Archimedische Schraube waren die Renner unter den Angeboten.
      An der Stempelstelle für die Harzer Wandernadel machte eine freundliche Parkrangerin Feuer und versorgte uns mit Stöcken und Stockbrotteig. Ein Spendenbox wurde aufgestellt und der Hinweis: "Wenn Sie möchten dann können Sie ja etwas reintun". Ehrensache bei so einer Geste.

      War lecker.

      Auf dem Rückweg zum Parkplatz enddeckte ich dann noch dieses in dem Bach:


      Der @schwyzi hätte den wohl gleich aus den Fluten gerettet....obwohl ist ja vieeeel zu schwer. :D
      Da so 2 Brocken Stockbrot nicht alle satt gemacht hatten, fiel die hungrige Meute noch bei Kuki´s ein. Die berühmte Erbsensuppe ist echt nicht schlecht und satt wurde auch jeder für "kleines" Geld.


      Anschließend fuhren wir nach Wernigerode um uns noch den Wildpark Christianental anzuschauen. War ganz nett und für 1 Euro Eintritt macht man da auch nix verkehrt. ;)
      Der Kletterspielplatz wurde von den Kindern ausgiebig genutzt und war das Highlight im Park. Wieder ein Stempel mehr im Heft. :thumbup:
      Lauftechnisch war es insgesamt nicht viel mehr wie ca 8 km. :/ aber mit Kind und Kegel macht man doch Abstriche. Das nächste Mal Harz nur mit Übernachtung.
      :Squirrel: :campfire: :racoon:


      VG
      MM
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    • Auch eine Art von Micro-Adventure. Indoor, Heimatstadt, kein Bushcraft. Aber doch irgendwie Survival. Die Begebenheit ist genau so erlebt worden. Ihr dürft den Bericht gerne doof finden, albern oder überflüssig. Vielleicht aber gibt es auch Personen unter uns, die der Bericht nachdenklich macht. Für diese Personen habe ich ihn geschrieben.


      „Trinkst du einen Tee mit?“ – Erlebnis aus meiner Diakonenzeit
      Wieder einmal war ich unterwegs, zu den Baracken der Gescheiterten, direkt am Rand meiner Heimatstadt. Und diesmal wollte ich nicht nur alte Bekannte besuchen, sondern auch einmal an eine neue Tür klopfen. Und, wie schön, es stand tatsächlich ein uraltes, verrostetes Hollandrad vor der seit Jahren nicht mehr gestrichenen Tür.
      Mein Herz klopfte. Ich dann auch. Schritte. Die Tür öffnete sich. Ich weiß nicht mehr, was den größeren Eindruck machte: Der Geruch, das Aussehen des Mannes oder – der Fußboden. Präziser formuliert: Das, was auf dem Fußboden lag, denn der eigentliche Bodenbelag war nicht zu sehen.
      Der Mann hatte ein zerfurchtes Gesicht. Die Not, das Leiden, die Einsamkeit hatte tiefe Spuren hinterlassen. Seine langen, zotteligen Haare kannten wohl weder Kamm noch Shampoo.
      Nach kurzer Begrüßung bat er mich in seine Wohnküche. Jeder Schritt musste geplant werden, denn es lag eine fast faustdicke Schicht von Unrat, Kleidung und anderen Dingen auf dem Boden. Weder wollte ich etwas zerstören noch in das Erbrochene treten.
      Der Mann machte einen Stuhl frei und bot ihn mir an. Ich setzte mich, meine Blicke schweiften umher. Sie fielen auf ein kleines Wandregal, auf dem einige Becher standen. Becher, die es in sich hatten. Oder besser gesagt an sich, denn sie waren mit einem Belag aus langer Zeit bedeckt. Und da, wo man als Rechtshänder die Tasse an den Mund hält, sah man sehr genau die Schmutzlücke, die die Lippen verursacht hatten. Wie gemalt.
      Wir kamen ins Gespräch, er erzählte von seinem Alltag, von seinem Werdegang, seiner gescheiterten Familie. Warmherzig, scheu, bewegend. Auch ein wenig verworren. Seine Augen bewegten sich unruhig, fast wie gehetzt. Man spürte seine Sensibilität, seine Enttäuschung, sein Unvermögen, den Härten unserer Ellbogengesellschaft etwas entgegensetzen zu können. Er war gescheitert.
      Zwischendurch ging er zum Herd und setzte das in Ostfriesland obligatorische Teewasser auf. Dann nahm er zwei Becher. Ganz genau die Becher! Jetzt fragte er: „Trinkst du einen Tee mit?“ Meine Blicke fixierten den Rand des Bechers, die Augen des Mannes. Der Geruch von Erbrochenem bildete die Begleitmusik in diesem Horrorszenario. Mein Hirn suchte verzweifelt nach einem Ausweg. Der Ekel war einfach zu stark. Und so antwortete ich: „Nein danke, ich habe vorhin erst Tee getrunken.“
      Der Mann wusste sofort, dass ich ihn belogen hatte. Und es bedurfte keiner Worte um zu erkennen, wie verletzt er war. Seine Augen werde ich nicht vergessen.
      Wenn ich drei Entscheidungen meines Lebens rückgängig machen könnte – diese wäre eine davon.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
    • Friese schrieb:

      Wenn ich drei Entscheidungen meines Lebens rückgängig machen könnte – diese wäre eine davon.
      Ich hätte aus Rücksicht zu meiner Gesundheit nicht anders gehandelt :(

      Das Geschriebene sind auch Dinge die mein Herz in der Realität erweichen!
      Bei mir bekommt auch jeder Gefallene immer und jederzeit Speis und Trank!!!
      Das sind Kleinigkeiten für mich der Glück hatte niemals arbeitslos zu werden und stark genug war mit dem größten Mist im Leben ohne Alk und Sucht klarzukommen.
    • Mit der Hängematte zum chillen an die felsige Fjordküste

      Der Wetterbericht sah vielversprechend aus für das vergangene Wochenende darum wollte ich zum chillen an die Küste. Schon ein paar Kilometer vor der Küstenlinie sah ich erste Nebelschwade reinziehen und mir kamen Zweifel auf, hatte es doch zu Hause über 20°C und es war der vorläufig wärmste Tag des Jahres angekündig. Überraschenderweise wars an der felsig-sandigen Fjordküste aber bedeckt, windig und kühl. Ich bin vom Parkplatz einem Wanderweg auf eine kleine Landzunge gefolgt und auf deren Spitze wehte eine gute Briese die Wellen vor sich her trieb.



      Für mich als Landei war das Wellenspiel zwischen den Felsen durchaus schon impossant, denke aber einem alten Seebären würde das nicht vom Hocker reißen ;-).
      Entlang des Wandersteiges hab ich dann was entdeckt, vielleicht erkennt ihr die Pflanze - es ist zumindest nicht das wonach es auf den ersten Blick aussieht.



      Hab dann die Küstenlinie nach einem feinen Platz zum chillen abgesucht, der Himmel war nach wie vor bedeckt obwohl es stellenweise schon aufgeklart hatte.





      Hier gibts auch durchlöcherte Bäume, erinnert mich an die Filmszene 'Die Stunde des Jägers' wo die Komilitonen einen Baum inspizieren in dem zuvor ein Messer gesteckt hatte ...



      Gegen Abend hatte sich der Nebel und der Wind komplett verzogen und es wurde noch ein prächtiger Tagesausklang. Hab diese Stunden mit chillen und beobachten der Vögel, des Meeres, etc. verbracht.





      Ich hab zwischendurch auch versucht etwas zu fischen, hatte aber nur Hänger an dem felsigen und mit Seetang bewachsenen Grund und hab das schnell wieder gelassen. Selbstverständlich wurde auch die übliche Beutelsuppe zubereitet und auf Grund der Geräuschkullise war der ansonsten laute Gaskocher nicht zu hören, was witzig war.



      Spät am Abend hab ich dann die Felsen direkt am Fjord nach einem guten Platz für die Hängematte abgesucht. Die Stelle sollte möglichst nahe an der Kante sein damit der leichte Wind die Stechmücken vertreiben kann.



      Die Hängematte war schnell aufgebaut und ich hatte auch die ganze Nacht über eine Seite zurückgeklappt zwecks besserer Aussicht auf die kleine Bucht unter mir. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: In der Dämmerung wurde es komplett windstill und ich wurde von kleinen stechenden Plagegeistern heimgesucht. Insektenschutzmittel war gefühlt wirklungslos und ich hatte auch kein Moskitonetz etc. dabei ...



      Hatte dementsprechend eine harte Nacht und leider kaum geschlafen. Am Morgen darauf hab ich so bei mir überlegt wie schnell ich mein Camp abbrechen könnte und justament in dem Moment fängt es an zu regnen, hehehe. War eigentlich kein Problem, denn das Tarp war soweit vorbereitet dass ichs einfach wieder normal abspannen konnte und es wurde auch nix nass darunter. Nach 1-2 weiteren kurzen Regengüssen hab ich beschlossen das chillen für den Tag sein zu lassen und das Camp wurde abgebaut. Auf dem Rückweg bin ich dann den kleinen Rundweg entlang der Landzunge gefolgt, welcher teilweise direkt am Wasser entang führt. Für mich als Landei und Waldschrat gabs jede Menge zu entdecken, was mich mehr als entschädigt hat ;)



      Der kurze Trip war eine nette Abwechslung zu den üblichen Touren in die umliegenden Hügel meiner Wahlheimat!
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      Fragt mich nicht welches Gear ich benutze sondern was man damit machen kann ;-)
    • Zelttour zu einem Aussichtspunkt mit 2x Overnighter bei regnerischen Verhältnissen

      Obwohl der Wetterbericht fürs gesamte verlängerte Pfingstwochenende nur trübe Aussichten für all meine Wunschzielgebiete übrig hatte hab ich mich doch durchgerungen und bin Samstag mittags aufgebrochen. Um den Widrigkeiten trotzen zu können hatte ich mich für ein Zelt und für eine schwerere Regengarnitur entschieden. Der vollgepackte Rucksack hatte dann auch ca. 21 kg inkl. Verpflegung f. 3 Tage, 1L Wasser, Gaskocher, Kamerastativ, Nässeschutz, etc. Schon auf der Anfahrt hats ziemlich geregnet und ich hab dann auch einen Schauer abgewartet bevor ich vom Parkplatz losgewandert bin. Die Wanderwege waren in Folge sehr matschig, schlammig und vor allem rutschig. Ich kam aber gut vorran denn das Gelände war mit moderaten Steigungen eher unschwierig.





      Ich bin am 1ten Tag lediglich ein paar Kilometer gewandert und hab in der Nähe eines Gewässers mein Zelt aufgebaut. Ich hab befürchtet dass ich erneut in einen Schauer gerate bevor ich einen geeigneten Spot fürs Campieren finde bzw. nichts passendes entdecke im Nebel.



      In den Nachtstunden hats zwischendurch auch immer mal geregnet, ich war aber Dank Zelt bestens geschützt und sowohl ich als auch mein Gear blieben trocken. Die morgentliche Beutelsuppe wurde in der Zeltapsis zubereitet weils vor dem Zelt tröpfelte ...



      Vor dem losmarschieren dann die übliche Prozedur bei Regenwetter: Zeugs in der trockenen Zeltapsis in den Rucksack packen. Außenzelt dann innen (bei allfälligem Kondensat) und außen mit Microfasertuch abwischen und in einer Regenpause rasch verpacken ...





      Am Trail konnte ich einen zuverlässigen Wetterrhytmus beobachten. Nach einer Regenpause kam Wind auf, gefolgt von Nebelfetzen und der Nebel brachte im Anschluss auch den Regen wieder zurück. Dieser Ablauf zauberte teilweise klasse Nebelstimmungen. Regenjacke und wasserdichte Überhose sind zwar etwas bulkig zum wandern, sie haben aber verhindert dass ich bis auf die Knochen nass wurde.





      Ab und an bot sich eingeschränkt auch etwas Fernsicht. Mein Tagesziel bekam ich leider nur kurz zu sehen, es war ein felsiger Aussichtspunkt.



      Die ca. 200 Höhenmeter im Aufstieg gestalteten sich zugegeben schwierig. Es hat gewittert und ein paar Mal kräftigt gedonnert, was tatsächlich selten ist für Norwegen. Ich weiß, man soll auf keinen Berg steigen bei Donnerwetter ... Die wenigen sehr kurzen Kletterpassagen waren etwas happig zu bewältigen mit meinem 20kg Gepäck! Am Aussichtspunkt wurde ich zwar nicht mit impossanter Fernsicht belohnt, das Nebel- und Wolkenspiel zauberte aber ein paar grandiose Stimmungsmomente, seht selbst:







      Ich habs genossen und war vom intensiven Fabenspiel durchaus beeindruckt ;) Für den Abstieg habe ich dann eine Regenpause abgewartet und verblüffenderweise wars bergab dann doch leichter als bergauf im Gewittersturm. Am Hinweg hatte ich einen schönen Zeltplatz an einem See entdeckt, den ich unbedingt erreichen wollte. Zwischendurch wurde ich gleich mit zwei Regenbogen belohnt, ich hoffe man kann das auf dem Foto erkennen.



      Der traumhafte Zeltplatz war zu meinem Leidwesen bereits belegt und da standen ein Zelt mit Tarp (welches der Besitzer dann nächtens abgebaut hat) und im Anschluss daran gleich zwei weitere Zelte. Schade, die Stelle war am Vormittag noch frei und ich habe mich schon sehr drauf gefreut da campieren zu dürfen. Hier ein Bild von diesem Traumspot, das Zelt gehört einem der Angler:



      Naja, wer eben zuerst kommt ... Habe auch versucht einen halbwegs geieigneten Spot in der Nähe aufzutreiben, konnte aber nur was adäquates in Sichtweite der anderen Zelte finden. Das Zelt musste ich in strömenden Regen aufstellen, war schon spät und weiteres Abwarten hätte nix gebracht. Meinen Nudeleintopf hab ich mir wiederum in der Zeltapsis zubereitet. In den Nachtstunden kam dann kräftiger Wind auf, welcher zum Glück die Regenwolken vertrieben hat ;) Mein Zelt wurde gehörig durchgeschüttelt, der Wind half mir aber am letzten Tag meine nassen Sachen zu trocknen.



      Ich hab am Zeltplatz auch einen kleinen Besucher entdeckt, er war so unvorsichtig sich zu bewegen und musste dann eben für ein Foto stillhalten.



      Ich hab den Tag an dem See genoßen. Er war von zahlreichen Anglern gut besucht und am Ufer standen noch ca. 6-8 weitere Zelte. Bin erst spät Richtung Parkplatz aufgebrochen und das Wetter war nun milde und gut. Hab auf den ca. 8km bis zum Auto etwas getrödelt, oft angehalten um Fotos zu machen, etc. Das prächtige Wetter am letzten Tag hat mich sicherlich für die Unannehmlichkeiten der Tage zuvor entschädigt ;)





      War auf alle Fälle eine vernünftige Entscheidung das Zelt mitzunehmen, so blieb ich trocken und geschützt vor den Elementen - lediglich mit einem Tarp wär eine solche Aktion deutlich unbequemer.
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      Fragt mich nicht welches Gear ich benutze sondern was man damit machen kann ;-)
    • Kleine Tour in die 'Alpen' Norwegens

      Um die letzten Wochen die ich in Norwegen verbringe noch auszunutzen wollte ich nochmal eine richtige Tour mit Zeltübernachtung machen. Da ich etwas Bammel wegen meiner jüngsten Rücken- und Knieprobleme hatte wollte ich eher eine Genußtour mit unschwieriger Wegstrecke angehen. Die Wahl viel auf ein Gebiet dass vom örtlichen Tourismusmarketing gerne als die 'Alpen Norwegens' bezeichnet wird, nicht nur weil es hier Berge sondern auch ein großes Wintersportgebiet gibt. Die Anfahrt benötigte über ca. 2,5 Stunden und der Himmel war bewölkt, also nicht das allerbeste Wanderwetter ...



      Nachdem das Auto abgestellt war habe ich rasch an Höhe gewonnen und dies ermöglichte herrliche Tiefblicke ins Haupttal.



      Weiter gings beständig bergan dem ersten Sattel dieser Tour entgegen.



      Nach diesem Sattel gings wieder runter in eine ausladende Ebene mit See. Und da wos in Norwegen eben ist, ist es sehr oft sumpfig wie ich wenig später feststellen mußte.



      Dannach gings wieder den nächsten Sattel hoch und die hereinziehenden tiefen Wolken erzeugten schöne Eindrücke selbst wenn ein Fotohalt immer mit etwas frösteln verbunden war.









      Der Weg ging teilweise über Blockhalden und Geröllfelder was mit meinem 18kg Rucksack nicht unbedingt spaßig war. Dementsprechend langsam war das vorankommen was aber nicht weiter tragisch war, sollte ja eine Genußtour werden.



      Nachdem die Sicht immer eingeschränkter wurde und der Wind immer kälter hab ich dann beschloßen mir etwas früher als geplant einen Zeltplatz zu suchen. Neben einem kleinen Schmelzwassersee fand ich dann ein ebenes Plätzchen auf einer alten Schottermoräne. Zelt stand rasch und es gab ein warmes Süppchen. War auch keine Minute zu früh denn ein kräftiger Regenschauer zog herein und ich war froh im schützenden Zelt zu hocken ;)

      Am nächsten Morgen dann die Überraschung als ich nach dem Wassersack griff den ich abends vor dem Zelteingang platziert hatte. Da waren kleine Eisklümpchen dran und mir wurde bewußt dass in ca. 1500m Seehöhe eher arktisches Klima vorherscht, dass man in den Alpen wohl so erst ab ca. 2500m vorfindet.



      Dafür hatte es aufgeklart und ich konnte die Bergwelt rings herum bestaunen.






      Ich hab mir gleich 2 Nudelgerichte zubereitet und war irgendwie zufrieden. Ich hatte zwar meine lange Unterziehhose daheim vergessen welche ich üblicherweise früh morgens trage, dafür hatte ich aber eine warme Daunenjacke und den Schlafsack mit der 900g Daunenfüllung mit dabei - den hatte ich in letzter Minute zum Glück noch gegen den dünnen Sommerschlafsack getauscht was eine echt gute Entscheidung war!

      Ich hatte schon mit dem zusammenpacken begonnen da trieb der Wind auf einmal Schneeflocken und Graupeln vor sich her. Ich beschloß das Zelt noch nicht abzubauen und hab den halb gepackten Rucksack wieder ins Vorzelt zurückverfrachtet. Ich war etwas erstaunt als ich einen Blick auf das kleine Rucksackthermometer warf ...



      Der Abmarsch hatte sich dann auch glatt um ca. 1 Stunde verzögert und ich hab mir noch eine volle Ladung Tee zubereitet und diese harsche Wetterstimmung auf meine Art genossen. Dann gings den gleichen Weg retour Richtung Abstellplatz vom Auto. Wetter war durchwachsen, zwar besser als tags zuvor aber weit weg von perfektem Wanderwetter da doch relativ viel Wind herrschte. Trotzdem war die Aussicht stellenweise viel bessser als am Hinweg.



      Das Überqueren der Geröllfelder war wiederum mühsam, ich hab dann noch niedliche 2 Pelzmützen fotografiert:



      Naja, die Strecke Parkplatz-Zelt war lediglich ca. 8km und kummuliert hatte es ca. 600 Meter Höhendifferenz, was zugegeben eher unspektakulär ist. Ich hab aber trotzdem mehr als die doppelte Zeit benötigt welche hierfür veranschlagt ist - scheixx drum. Obwohl ich nach wie vor mit etwas Taubheit im linken Fuß zu kämpfen habe verhielten sich sowohl Rücken als auch Knie unauffällig und das ist die Hauptsache wie ich finde. Denn genießen und unbeschadet wieder heimkehren war eindeutig das Motto dieser Tour ...
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      Fragt mich nicht welches Gear ich benutze sondern was man damit machen kann ;-)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von bugikraxn ()

    • @bugikraxn: Es gibt ja ein paar Leute hier im Forum, die mir mit ihren Touren und Ausflügen immer eine lange Zunge machen. Du gehörst in diesen Kreis! ;) :D

      Wo war denn die Tour?
      Hemsedal?
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von smeagolvomloh ()

    • Mich plagen noch immer die Nachwehen vom Umzug und ich komm daher schlecht raus. Dem zum trotz bin ich Samstag am späten Nachmittag eher spontan mitsamt Zelt aufgebrochen um auf einer Wiese die ich von früher kannte neben einem Bach zu zelten. Das Zelt stand dann auch grade im richtigen Augenblick bevors komplett finster war.



      Ich hab mir dann im kleinen Sturmkocher noch etwas Tee zubereitet. Ich hatte den ganzen Tag über nix gegessen und ungesüßte Sachen getrunken und wollte mal auschecken ob sich etwaiger Energiemangel auf den Schlafkomfort auswirkt.



      Ich mußte dann auch mal raus und es hatte eine prächtige Vollmondstimmung die meine Kamera leider nur schemenhaft ablichten konnte, sorry.



      Der wolkenlose Himmel sorgte auch für zapfige Temperaturen und früh morgens zeigte das Thermometer welches im Vorzelt hing auch nur -6°C an, was eigenlich nix ungewöhnliches für die fortgeschrittene Jahreszeit ist. Demensprechend war Wiese, Abspannleinen und Zelt schön mit Raureif bedeckt ;)









      Morgens gabs dann ein Süpchen und als ich mir ein Nudelgericht zubereiten wollte ist mir aufgefallen dass ich unbedingt eine Wasserflasche mit eingebauten De-Froster benötige ;)



      Naja, das kleine Tal mitsamt Bach waren eine Kältefalle und die Sonne hatte etwas Mühe hier durchzukommen, daher hielt sich die dünne Eisschicht bis in den späten Vormittag hinein.





      Schlußendlich stieg die Sonne so hoch dass sie auch das Zelt erreichte und der Reif war im Nu geschmolzen und selbst die Wassertröpfchen waren rasche verdampft. Ich hab den Ausflug zumindest genossen ;)

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