3D Drucker: Outdoorausrüstung selber bauen

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    • 3D Drucker: Outdoorausrüstung selber bauen

      Was ist ein 3D Drucker?
      Um ein Objekt herzustellen, wird Kunststoff geschmolzen und Schicht für Schicht mit einer Düse aufgetragen. Filament gibt es in verschiedenen Farben und Materialien.



      Anfangs ist man ja immer sehr von Sachen überzeugt, die man sich gekauft hat. Deshalb wollte ich zumindest eine Woche warten, bevor ich einen ersten Eindruck darüber schreibe. Gedruckt wurde dabei wirklich täglich. 3D Drucker sind nicht mehr solche Hobbybastlergeräte, wie sie noch vor ein paar Jahren waren. Inzwischen ist das eine recht ausgereifte Technik. Bisher finde ich den 3D Druck überragend.

      Vergleich mit gegossenem Kunststoff

      Nachteile:
      Ohne Nachbearbeitung mit Schleifpapier ist es nicht so sauber wie ein gegossenes Teil.
      Das ist zumindest für mich so unwichtig, dass ich praktisch alles im normalen Modus drucke. Es muss im Vergleich zu einem gegossenen Teil aber natürlich erwähnt werden.


      Stellt man von Standard auf High, oder Hyper wird die Druckgeschwindigkeit reduziert und die einzelnen Schichten sind feiner abgestuft. Der Druck dauert dann natürlich länger. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe glaube ich selbst ein Gewinde auf Standard gedruckt. Kann es jetzt aber nicht mehr 100 Prozentig sagen.


      Die Vorlage ist von CartouxJ thingiverse.com/thing:1646967

      Manche Leute lassen Acetondämpfe auf das fertige Teil einwirken um eine glattere und glänzende Oberfläche zu erhalten. Mir gefällt aber diese matte Oberfläche.
      Das Teil kann sich verziehen (wird weiter unten genauer erklärt). Also man muss sich schon etwas mit der Materie beschäftigen. Ist aber, alles in allem, kein Hexenwerk.
      Je nach Größe, kann so ein Druck schon etwas dauern. Ich habe mal hier, als Beispiel, einen Karabiner von Charlie1982 thingiverse.com/thing:1008943 ausgesucht.



      Die beiden Teile dauerten mit einem Infill von 15% 21min und 55min. Der Materialpreis lag unter 30Cent (ABS Glow in the Dark). Den Verschleiß müsste man noch dazurechnen. Dazu kann ich natürlich noch nichts sagen. Ersatzteile kann man übrigens einzeln kaufen. Es ist also kein Wegwerfprodukt.
      Eigentlich kein richtiger Nachteil, aber zumindest ein Umstand. Es kann natürlich nicht frei in der Luft gedruckt werden. Man kann sich aber schon vor dem Druck Gedanken machen, ob es sinnvoll ist, sein Werkstück entsprechend zu drehen. Ein Paradebeispiel wäre ein Tisch. Den stellt man einfach auf den Kopf. Wenn das nicht möglich ist, wird Stützmaterial benötigt. Das wird von der Drucksoftware automatisch berechnet und sieht dann so aus:



      Man sieht schon, dass die Auflagepunkte möglichst klein gewählt werden, um es dann einfacher entfernen zu können.

      Vorteile:
      Der allergrößte Vorteil ist das konstruieren von eigenen Produkten. Ein paar Stunden Einarbeitung in einem 3D CAD Programm (Ich benutze FreeCAD), braucht man natürlich schon. Da hatte ich z.B. eine Filterscheibe übrig, aber keinen Halter dafür.





      Meine Lichtschrankenhalterung kam auch sehr gut an. Zieht man die Schraube an, verstellt sich dabei schon mal nicht die Schranke. Abgesehen davon, dass sie bombenfest hält.





      Ein Sicherungsclip für das BIC Mini


      Trotz allem Spaß am Selbermachen, lohnt es sich auf Seiten wie thingiverse.com zu stöbern. Da werden täglich neue interessante Ideen zum Download angeboten.
      Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, leichte, aber trotzdem stabile Teile herzustellen. Ich habe ja oben etwas von 15% Infill erzählt. Der Karabiner wird dann im Inneren Netzförmig aufgebaut.



      Anfangs habe ich noch mit 40% und mehr gedruckt. Inzwischen ist 15% mein persönlicher Standard. Das Material in der Mitte nimmt auch einen geringeren Stellenwert ein, als die äußere Hülle.
      Das soll euch aber der Armin, von der Sendung mit der Maus genauer erklären




      Das waren 10kg



      Mit dem Kollegen hier:




      Vorbereitung:
      Bei meinem Gerät musste ich nur überprüfen, ob die Versorgungsspannung auf dem Netzteil richtig eingestellt ist (geht ohne etwas zu zerlegen). Der Druckkopf und der Lüfter mussten noch montiert werden. Eine Sache von ein paar Minuten. Der Druckkopfabstand muss, mit einem Blatt Papier, zur Grundplatte eingestellt werden. Also fast auspacken und loslegen.


      PLA oder ABS?
      Es gibt zwar noch andere Materialien, wie z. B. PLA-flex, aber im Wesentlichen unterscheidet man zwischen diesen beiden Werkstoffen.

      PLA:
      PLA ist ein biologisch abbaubarer Kunststoff, welcher aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Zuckerrohr, oder Maisstärke hergestellt wird.
      Kurz und knapp: Beim Druck von PLA gibt es eigentlich keine nennenswerten Probleme.
      Wenn es keine speziellen Anforderungen an das zu druckende Objekt gibt, wie z. B. extrem hohe Festigkeit, hohe Umgebungstemperatur, oder hohe Witterungsbeständigkeit für Draußen, ist PLA die erste Wahl.

      ABS:
      ABS hat eine deutlich höhere Schmelztemperatur. Ist beim Verarbeiten reizend (also für gute Belüftung sorgen). Höhere Festigkeit. ABS ist weniger spröde als PLA. ABS wird entgegen zu PLA als brennbar eingestuft.
      Probleme und Lösungen beim Drucken mit ABS:
      Bei ABS tritt der Warp Effekt stärker auf, als bei PLA. Das Teil wölbt sich auf, da die verschiedenen Schichten sich unterschiedlich schnell abkühlen. Die Haftung auf der Arbeitsplatte ist wesentlich schlechter, als bei PLA Diesen Problemen kann man durch verschiedene Maßnahmen entgegenwirken.
      Ich benutze eine beheizte Grundplatte (bei ABS unverzichtbar), womit die Spannung durch das Abkühlen minimiert wird.
      Um eine gute Haftung zu garantieren, drucke ich einfach eine kleine Grundplatte aus PLA mit dem zweiten Druckkopf. Das lässt sich hinterher ganz leicht voneinander trennen.
      Edit: Anstatt einen Untergrund aus PLA, habe ich jetzt einfach die Grundplattentemperatur erhöht und lasse einen Rand mitdrucken. Das sieht bisher ganz gut aus.



      Ein niedrigeres Infill, bedeutet weniger Probleme mit verzogenen Bauteilen. Das Teil hochkant zu Drucken, kann auch sinnvoll sein. Also mit wenig Auflage auf dem Boden. Diesen GPS Halter von Basti13 thingiverse.com/thing:505961 habe ich z.B. hochkant gedruckt.



      Eine tolle Sache, wie ich finde. MYOG vom Desktop aus.


      Ein paar Projektbeispiele aus dem Internet (Leider habe ich nur glow in the dark und schwarz):


      thingiverse.com/thing:1846695 von bfince


      thingiverse.com/thing:1887021 von jdhorvat


      thingiverse.com/thing:1176074 von ttttttbbbbbb





      thingiverse.com/thing:958151 von BENtheTEN


      thingiverse.com/thing:1939029
      thingiverse.com/thing:2002148
      thingiverse.com/thing:2518370
      instructables.com/id/3D-Printe…mm-Swiss-Army-Knife-SAK-/

      Hier ist noch eine schöne Videoreihe für FreeCAD
      "Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der unbegabten und Faulen."
      – Charles Baudelaire –

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von coyote ()

    • Da ich hier eine ganze Reihe Taschen, aus früheren Zeiten, herumliegen habe, habe ich mir einen kleinen Adapter gebastelt. An einen Rucksack kommen die wohl ohnehin nie mehr. So kann man sie wenigstens am Gürtel tragen. Ohne Clip sitzt die Tasche einfach zu hoch.





      "Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der unbegabten und Faulen."
      – Charles Baudelaire –
    • So pauschal kann man das nicht beantworten friese. Was möchtest Du denn gescannt und gedruckt haben?
      Beim 3d Druck hängt der Preis von der Größe des Objekts und des verwendeten Filaments ab. Je größer,
      desto mehr Material und um so mehr Zeit braucht es auch, sprich es wird teurer.
      Die Scanner sind auch recht teuer.
      Wer glaubt gut zu sein, hat aufgehört besser zu werden!
    • Friese schrieb:

      Gibt es eine preisgünstige Möglichkeit, einen real existierenden Gegenstand "einzuscannen" und dann per 3D-Drucker zu reproduzieren? Bei einem Händler vor Ort (Telepoint) war so etwas möglich, kostete aber mehrere hundert Euro.
      Generell genügt eine Digitalkamera und die richtige Software.
      trinckle.com/blog/eigene-3d-objekte-scannen-und-drucken/


      Die Frage ist immer, ob man überhaupt einen richtigen 3D Scan braucht.
      Ein Übungsobjekt vom mir, war ein Bartschlüssel. Den habe ich von vorne mit dem Smartphone fotografiert und importiert. Dann habe ich den Maßstab umgerechnet und die Form nachgezeichnet. Die Bildvorlage hatte leider eine etwas verzerrte Perspektive. Was letztendlich dazu geführt hat, dass Er nicht 100% genau war und nicht funktioniert hat. Ohne mit dem Messschieber nachzumessen, sahen die beiden Schlüssel aber identisch aus.
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      – Charles Baudelaire –
    • Friese schrieb:

      Gibt es eine preisgünstige Möglichkeit, einen real existierenden Gegenstand "einzuscannen" und dann per 3D-Drucker zu reproduzieren? Bei einem Händler vor Ort (Telepoint) war so etwas möglich, kostete aber mehrere hundert Euro.
      Bei uns in Paderborn gibt es einen 3D Drucker in der Stadtbücherei. Wenn du die Datei mir zu kommen lässt würde ich da mal vorbei schauen und dir was ausdrucken. Die wollen da nur die Materialkosten. Nen Scanner haben sie leider nicht.

      Edit: Hab vorhin bei einem großen Baumarkt mit "oo" gesehen das man dort jetzt auch mittels 3D-Druck eigene Ideen umsetzen kann. Vielleicht ist das auch eine Option für Einzelanfertigungen.


      Beste Grüße.

      Mono.
      "Of all the paths you take in life, make sure a few of them are dirt."
      John Muir

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Monoxilus () aus folgendem Grund: Da musste noch was mit rein.

    • Manche Veränderungen gehen auch ohne CAD Kenntnisse. Die Orginaldatei von nearadyn thingiverse.com/thing:690488 gefiel mir recht gut.
      Vor allem da als Kappe eine einfache PET Kappe verwendet wird und man dadurch auf Dichtungen verzichten kann.
      Ich wollte nur verschiedene Größen.
      Das habe ich einfach mit der Druckersoftware zurecht geschnitten, um die gewollte Höhe zu bekommen.



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    • Ich gebe es gerne zu. Komplett Freihand schleifen ist nicht so mein Steckenpferd. Zuhause benutze ich ein Lansky Set, bei dem man die Schleifstäbe in 20°, oder 25° einsteckt und sein Messer einfach nur 90° zum Tisch halten muss. Das ist für mich einfach nur genial. Heute auf der Arbeit kam mir eine Idee, sowas für meine Messerscheide umzusetzen (damit ich halt auch unterwegs anständig schärfen kann).
      Normal sieht das bei mir so aus:



      Das ist jetzt die erste Version von meinem FS Halter


      Meine Idee war noch einen Schlitz einzubauen, in den mein Schleifstein passt. Ich brauche nur 25°


      Das sieht dann so aus




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    • Als Adapterclip fiel mir zwar noch etwas Besseres ein, aber da wurde schon gedruckt.
      Egal. Sie sägt jedenfalls. Trägt natürlich schon etwas auf. Für das ein, oder andere Tool aber vielleicht eine Überlegung wert.





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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von coyote ()

    • Obwohl es recht leicht ist, habe ich das nicht für den Rucksack, sondern für meinen Werkzeugwagen gebaut. Draußen muss ich ehr selten schleifen. Wenn doch, tut es auch ein Stein. Aber Rasierschärfe bekomme ich nur mit diesen Keramikstäben hin





      Den Winkel habe ich auch hier auf 25° gemacht


      Für die andere Messerseite wechselt man entweder die Hand, oder man dreht den Halter einfach um 180°




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      Der Moment, wenn einem die Taschenmesser ausgehen :whistling:
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    • Sagt mal ihr 3D Drucker. Könntet ihr mir eine passende Form fürs Kerzengiessen drucken?

      Die UCO Kerzenlaterne hat ja relativ einfache Kerzen und da dachte ich warum nicht einfach selber machen. Bienenwachs könnte ist über den örtlichen Händler günstig bekommen und ist bestimmt besser als das Zeug von UCO.

      Über eine Antwort würde ich mich freuen.
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      John Muir
    • Monoxilus schrieb:

      Sagt mal ihr 3D Drucker. Könntet ihr mir eine passende Form fürs Kerzengiessen drucken?

      Die UCO Kerzenlaterne hat ja relativ einfache Kerzen und da dachte ich warum nicht einfach selber machen. Bienenwachs könnte ist über den örtlichen Händler günstig bekommen und ist bestimmt besser als das Zeug von UCO.

      Über eine Antwort würde ich mich freuen.
      Das wird wohl zu heiß sein
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    • Das ist ja genial. Alles was man sonst kauft, ist eben nicht genau so wie man es selbst möchte, sondern nur ein Kompromiss. So kannst du dir einen Gegenstand genau nach deinen Bedürfnissen herstellen.
      Die Idee mit dem Schleifsteinhalter am Messer gefällt mir besonders.
      Sind die Vorlagen die du gezeigt hast fix fertig zum drucken, oder musst du noch etwas programmieren?
    • Marvin14 schrieb:

      ...Sind die Vorlagen die du gezeigt hast fix fertig zum drucken, oder musst du noch etwas programmieren?
      Die Vorlagen auf thingiverse.com sind natürlich fertig zum Drucken.
      Also es muss in der Druckersoftware nur noch Position, Temperatur, Unterstützungsmaterial usw. eingestellt werden. Viele Sachen, wie den Schleifhalter, mache ich aber selbst mit FreeCAD
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von coyote ()