Scout (-Kurs/e)

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    • Scout (-Kurs/e)

      Hallo,
      ich habe neulich einen Scout-Kurs besucht. Hier möchte ich versuchen, den Interressierten einen kleinen Einblick zu geben, ohne zuviel zu verraten. Es wäre schade für den einzelnen, hier Erfahrungen und Erknentnisse, die man dort sammelt vorweg zu nehmen.

      Scouts waren bei den Natives die Augen und Ohren des Stammes. Sie waren die Kundschafter, und wirkliche Spezialisten. Es war wichtig, dass man sie sowohl wärend ihres Jobs oder Auftrages nicht erkannte, aber ausserhalb der Gruppe sollte auch niemand erkennen, wer nun der Scout war. Sie waren leicht unterwegs, und wenn sie unterwegs waren blieben sie im Verborgenen. Heute sind viele ihrer Techniken von Spezialeinheiten übernommen worden, aber auch wir können davon profitieren.

      Was lernt man nun bei solchen Kursen?
      Tarnen und täuschen ;) , d.h. wie tarne ich mich mit natürlichen Mitteln (Gillie-Suits kamen ja dann doch erst später auf), wie nutze ich Gelände und Vegetation um mich unbemerkt fortzubewegen. Auch Schleichtechniken und Geräuschreduzierung sind wichtig. Und wie kommuniziere ich mit meinem Team lautlos. Wo besteht der Unterschied zwischen Bewegung bei Tag oder bei Nacht? Wie orientiert man sich ohne Karte, und wie findet man den Rest der Gruppe an einem Ort (Die können sich ja nicht mitten auf ne Lichtung setzen) ? Was sind sinnvolle Signale? Und was kann man tun, damit man nicht anhand der Spuren ablesen kann, wieviele Räuber da jetzt rumgeistern?
      Generell Spuren, wie minimiert man die? Wie macht man ein Feuer, das keine sichtbare Spuren hinterlässt, und das möglichst wenig Rauch macht. Wobei Feuer ja eher vermieden werden muss... Wie kann ich etwas vergraben, ohne dass jemand sieht, dass da gebuddelt wurde?
      Fallen sind auch wichtig, zum einen,wie baue ich eine Falle die mich warnt (oder im "Ernstfall" den Gegner aufhält), aber auch die Frage, wie kann ich Fallen erkennen?

      Wir waren jetzt fast 4 Tage unterwegs, ständig bemüht nicht erkannt zu werden, bei Tag und Nacht. Viel Schlaf gab es nicht, dafür viel zu lernen...und ich bin ziemlich platt.

      Was einem sowas persönlich bringt, muss jeder für sich entscheiden, derzeit hängt ja unser Leben nicht davon ab. Spass machen tuts aber allemal.

      So ich hoff ich hab ned zuviel verraten, und den ein oder anderen neugierig gemacht.

      Grüsse von der Alb
      No ned hudla.....
    • Hi @Muemmelmann,
      Scout-Kurse werden unter anderem oft von "Wildnispädagogik"-Schulen Angeboten (Bitte hier jetz keine Diskussion zu "Wildnisspädagogik"), da hab ich meinen im Ramen meiner Fortbildung auch belegt. Falls du meinen Anbieter wissen möchtest, schreib mich einfach an. Kosten waren jetzt bei mir 210+40(Verpflegung). Finde ich durchaus preiswert.
      Wenn ichs richtig weiss, macht auch @Joe sowas in die Richtung, musste mal seine Seite durchstöbern. Bei ihm ist das sicher wissenschaftlicher.
      No ned hudla.....
    • Klingt spassig :)

      War der Kurs den du besucht hast eher traditionell / klassisch (da ist wohl da "schlimmste" was passieren kann ein gut trainierter Hund)?
      Oder wurde auch auf moderne Aspekte wie z.B. Infrarot- und Wärmebildkameras eingegangen?
      "Physik ist wie Sex. Beide können interessante Ergebnisse hervorbringen,aber das ist nicht der Grund, weshalb wir Spaß daran haben."
      Richard Feynman (1918-1988)
    • Ist das nicht ein bissl viel Hollywood Romantik? Nach allem was ich in den USA Mal in Washington gesehen hatte waren die "Scouts" (eigentlich sollte man sie wohl eher Fährtensucher oder Guides nennen) eher
      a. Jungspunde die sich noch Beweisen wollten.
      b. Einzelgänger die in der Gruppe oder Stammes eher ungern gesehene Gäste waren.

      Oder wohl am häufigsten
      c. Profithungrige und skrupellose Söldner (zumindest wenn sie sich von europäischen Einwanderern anheuern ließen, sei es aus militärischen/wissenschaftlichen oder geschäftlichen Gründen, wie sonst erklärt es sich das viele von ihnen z.B. Jagdgegenden und Methoden an die Weissen verrieten).

      Zumindest liess es sich so wenn man Mal ins National Museum of American History geht.
      Hier klingt das ja eher so als wären die angeheuerten Führer sowas wie "Native Ninjas" gewesen...
      Und nach allem was ich so kenne, gab es "die Scouts" nicht bevor die Weissen kamen.
      Da wurde wohl eher nach Geschick/Alter oder sozialer Stellung entschieden wer wann wo den Kopf hinhalten müsste...
    • @Konradsky
      Was soll ich da lesen?
      Es geht da um militärische Aufklärung?

      Im ersten Post geht es, nach meinem Verständnis um die Indian Scouts
      en.m.wikipedia.org/wiki/United_States_Army_Indian_Scouts
      Oder um deren vermutete Vorgänger wie z.B. Jean Baptiste Charbonneau oder George Drouillard um zwei der bekannteren zu nennen. Beide waren Kinder europäischer Väter und Shawnee Mütter. Witziger Weise waren beide Teil der Lewis und Clark Expedition, wenn auch in verschiedenen Lebensabschnitten.

      Häufig verdienten sich diese Scouts, Spurenleser, oder Wildnisführer auch als Trapper. Dabei nahmen sie keinerlei Rücksicht auf die Natur, anders als es so oft in der romantsierten Literatur behauptet wird. Viele Crow Indianer z.B. verdienten sich als Büffeljäger...und standen ihren weissen Arbeitskollegen in Skrupellosigkeit in nichts nach.

      Manuel Lisa z.B. war ein bekannter Indianeragent der diese "Scouts" an zahlende Kunden vermittelte...

      Aber auch das waren keine Übermenschen oder Native Ninjas wie es hier im ersten Post so klingt.
      Ich finde es ja gut wenn Kinder oder Interessierte an das Thema Natur heran geführt werden, aber man sollte doch schon versuchen die historischen Fakten zu vermitteln!
    • Bob schrieb:

      Ich finde es ja gut wenn Kinder oder Interessierte an das Thema Natur heran geführt werden, aber man sollte doch schon versuchen die historischen Fakten zu vermitteln!
      Wozu? Wenn die Romantisierung dazu führt das sich einige anders respektive rücksichtsvoller durch die Natur Bewegen ist es doch ok? Historische Fakten sind was für Historiker. Uns bzw denjenigen die eher Richtung primitiv/Bushcraft gehen wollen, reichen die Techniken vollkommen aus. Mehr als die hälfte der Vorbilder waren entweder Lupenreine Rassisten oder in Kriegen involviert die gelinde gesagt eklig waren, oder aber beiweiten nicht so Naturverbunden wie man es gerne hätte. Oder gibt es irgendeine Änderung an den Techniken die man erlernt nur weil es halt keine Nativ Ninjas waren sondern in Wirklichkeit rücksichtslose A-Löcher?
      Nicht weinen,der Kommentar der dir grade ganz böse die Befindlichkeiten angekratzt hat,ist zu 80% Lustig gemeint gewesen. Alles mit Sinn von diesem Account, hättest du vermutlich eh überlesen ;)
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    • @Kraai

      Ok, kann man so gelten lassen. Problematisch finde ich hier aber nur, dass die vermittelten Techniken eventuell oder vermutlich nichts mit der Realität zu tun haben. Ein Jagdlehrer der nie selber gejagt hat wird nur den Nichtjäger mit seinem theoretischem Wissen beeindrucken, verstehst du?
      Oder würdest du z.B deinen Führerschein bei einem Fahrlehrer machen der nicht selber fährt...

      Wenn mir jemand das Wissen von Naturvölkern vermitteln soll, so soll dieser jemand doch in irgendeiner Weise Kontakt oder Beziehungen zu dieser Kultur haben...sonst kann ja jeder so nen Schmuh mit sowas machen. Und da spielt eben historische Authentizität eine Rolle. Sonst gibt es bald noch Kurse über "Geländeerkundung auf germanisch, Techniken der germanischen Auxiliaries unter der römischen Herrschaft".
    • Es geht primär um die Rolle des Scouts vor der Ankunft der weißen. Der Begriff Scout kommt durch Tom Brown in die Wildnispädagogik. Wer sich da mehr inspizieren lassen will kann einfach mal dessen Buch way of the scout lesen. Dann ist der Kontext klar.

      Das Anteile dieser Scoutfähigkeiten und ebenso gezielt indigene Rekruten immer wieder im Militär benutzt wurden und werden, sowie die Bewertung dieser Tatsache steht auf einem anderen Blatt.

      Wer einen modernen escape & evasion Kurs sucht ist bei diesen Kursen fehl am Platz. Sowas gibt es aber auch, u.a. In Osteuropa ist das gesetzlich weniger dogmatisch. Das hat dann aber wiederum auch nix mit Rambo Romantik zu, sondern viel mit Hightech Equipment.
      "The more I learn about people, the more I like my dog." - Mark Twain
    • Albbaer schrieb:

      Sorry Leute,
      es geht zumindest in dem Kurs den ich besucht habe nicht um die Verehrung einer Gruppe noch um deren sozialen Status. Sondern allein um die Technik. So sollte es auch hier gesehen werden. Vielleicht ist das auch im Eingangspost nicht so rüber gekommen.
      Ist ja auch ok, aber was ist den die Grundlage dieser Wissensvermittlung? Hat der Kursleiter indianische Wurzeln? Oder hat er Kontakte zur fnsa in British Columbia?
      fnsa.ca/
      Die bieten nämlich solche Lehrgänge manchmal an in denen solche "aboriginal techniques" vermittelt werden.
    • karlson schrieb:

      Es geht primär um die Rolle des Scouts vor der Ankunft der weißen. Der Begriff Scout kommt durch Tom Brown in die Wildnispädagogik. Wer sich da mehr inspizieren lassen will kann einfach mal dessen Buch way of the scout lesen. Dann ist der Kontext klar.
      ...
      Wer einen modernen escape & evasion Kurs sucht...
      Und genau das ist ein Problem. ES GIBT KEINE GESCHICHTE DER SCOUTS VOR ANKUNFT DER WEISSEN! Natürlich gab in diesen Kulturen vermutlich Späher...gab es auch bei den Wikingern. Das waren aber keine Übermenschen, sondern entweder der Karl Arsch des Stammes der die Drecksarbeit machen musste, oder eben "unliebsame" Stammesmitglieder die eh keiner da haben wollte. War bei den Griechen so, den Römern, den Germanen, den Wikingern...usw. usf.
      Man sandte eine Anzahl Späher aus...der der wiederkam war natürlich der Hecht im Teich. Die X anderen waren eben ex und hopps und kein Verlust...

      Tom Brown...glaub doch nicht jeden kokolores...Scout ist kein von ihm eingeführter Begriff...er vermartet ihn nur gut.
    • Bob schrieb:



      Tom Brown...glaub doch nicht jeden kokolores...Scout ist kein von ihm eingeführter Begriff...er vermartet ihn nur gut.
      Genau lesen, ich hab nicht gesagt, dass der den Begriff erfunden hat. In die Wildnispädagogik so wie wir sie heute kennen eingebracht hat er den Begriff sehr wohl. ;) Und mir ist auch Latte ob der seinen Kram abgeschrieben oder ausgedacht hat. Ich messe den Kram daran wie er Menschen positiv bereichert. Und in Zeiten, in denen viele natives ihre Wurzeln und skills verloren haben finde ich es durchaus legitim wenn Leute mit anderen Wurzeln anfangen diese Fähigkeiten zu erhalten. Auch ohne offiziellen Minderheiten Stempel. Cultural appropriation kann mich mal. :D

      Jedes kriegerische Volk hatte spezialisierte Späher, diverse native americans gehören dazu. Einfach mal Zeitzeugenberichte wie von Black elk lesen. In dieser Tradition steht das ganze. In Deutschland ist alles mit Wildnispädagogik immer sehr gewaltfrei weichgespült, in Amiland gibt es regen Austausch bzw. Schnittmengen zwischen der Wildnispädagogik (oh gott wie ich den Begriff hasse) bzw. Primitive skills Gemeinde und dem Bereich Law Enforcement / Militär.

      Aber igendwie hab ich das Gefühl, dass der Thread gerade unnötig entgleist. Denn egal woher der Schmuh nun kommt, er ist eine Bereicherung für viele und ich bin @Albbaer dankbar, dass er uns an seiner Freude und seinen Eindrücken teilhaben lässt.
      "The more I learn about people, the more I like my dog." - Mark Twain
    • Albbaer schrieb:

      Der Anbieter selbst hat unter anderem diverse Kurse bei jon young und Tom brown besucht, hat darüber Kontakt zu den natives geknüpft. Hat längere Zeit dort verbracht. Er steht in regelmäßigen Austausch mit den Leuten dort.
      Ok, Jon Young. Kannte ich nicht. Mal schnell geschaut. Hat bei Tom Brown gelernt, was weiss ich nicht. Hat angeblich Anthropologie und Ökologie studiert, konnte aber auf die schnelle nichts bedeutendes finden. Auf der Suchmaschine meiner Alma Mater, IUCAT, findet sich...ein Bachelor of science in Environmental Science, also in Ökologie. Sonst nichts weiter.
      War angeblich an der Entwicklung einer Wildbeobachtungsmethode, der Shikari Methode, beteiligt. Dazu habe ich garnichts gefunden.
      Das alles disqualifiziert ihn nicht in Bezug auf Techniken der Ureinwohner Nordamerikas, ABER ES QUALIFIZIERT ihn auch eben nicht!

      Tom Brown vermittelt Techniken der europäischen Trapper des 18. und 19. Jhd. mit ein bisschen Esoterik Gewürzt...das hat recht wenig mit "aboriginalen" (ist das überhaupt der korrekte deutsche Begriff?) Wissen zu tun. Einsamer Indianer, denn keiner kennt, der nie Wert auf Geld legte oder auf Reichtum unterrichtet weissen Jungen in total mystischen Techniken...und der verdient sich damit sein Butterbrot. Warum glaubt man sowas???

      Komisch das bei sowas "Halbreligiösem" immer der finazielle Profit einiger Selfmademan steht...

      Entschuldigt meine Rechtschreibfehler...Feierabend Drink. :)