Wie bekämpft man Herkulesstauden?

    • Du das hab ich doch schon mehrfach in diesem Thread gemacht :)
      Mein Wissen beruht auf Erfahrung durch Landwirtschaft im Ausland.
      Zudem war z.B. Dein Link doch selber gut, und ergänzt das was ich eh schon geschrieben habe.Ebenso die Erfahrungen des TS mit dem Salz,usw.
      Es gibt dabei kein Geheimrezept, aber all diese Dinge funktionieren, wenn denn richtig ausgeführt.
      Gerade deswegen finde ich es so strange, dass sich danach hier immernoch Experten melden, die halt darauf pochen dass das eben nicht so ist ;)
      So ist ein Streitgespräch vorprogrammiert, und jede Seite beharrt auf Ihren Standpunkten.
      Und genau deswegen bringt das alles nix da weiter rumzureden.
      Mir war es wichtig, dass Leute die das hier lesen eben die Auswahl haben, und dass man auch andere, natürliche Wege der Bekämpfung aufzeigt.
    • Grisumat schrieb:

      Das Problem ist nicht die Substanz an sich, sondern die Menge!
      Ja, das sehe ich vor allem im Privatgebrauch genau so. Da ist der Umgang mit dem Teufelszeug oft sehr Gedankan/hirnlos. Da wird überdosiert, und wenn die Pflanze nicht innerhalb 2 Stund tot ist...gleich nochmal drüber. Anstatt sich mal zu informieren, wie was und wo X/ . Aber das wäre zuviel verlangt.
      Nein, ich will nicht sagen: Harmlos, das Zeug. Aber genau weil es nicht harmlos ist, muss mit Bedacht damit umgegangen werden. Wenn man sich für diesen Weg denn entscheidet, oder dazu gezwungen ist. Und nein ich mag es nicht, verwende es nicht.
      No ned hudla.....
    • Desertstorm schrieb:

      Auf meiner Testfläche scheint die Salzmethode übrigens zu funktionieren, allerdings sieht man nicht mehr viel davon, drei Wochen nicht da gewesen und es sind so viele andere Pflanzen drum herum gewachsen, das man fast meint ich habe nix gemacht.
      Das wird jedenfalls eine langwierige Angelegenheit.
      Ich denke, da musst Du auf jeden Fall dran bleiben, zumindest möglichst häufig kontrollieren. Eine Chance hat es vor allem, wenn andere Pflanzen schnell genug kommen, so dass die Sprossen im Schatten bleiben.
      Eine Alternativmöglichkeit wäre noch Gibberellin, ist natürlich und wirkt glaube ich nur auf Dikots wirken. Mit Wattebäuschchen appliziert haben wir früher im Botaniklabor mit verschiedenen Pflanzen rumgespielt.
      Die Pflanzen wachsen sich tot - vor allem nach dem ersten Schnitt sinnvolle Möglichkeit, die Wurzelreste abbauen zu lassen.
      Weiß aber nicht, ob das auf dem zivilen Markt verfügbar ist. Da kann Dir @Hagbard wahrscheinlich Auskunft geben.
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      leicht sarkastisch im Unterton, dabei völlig spaßbefreit
      Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)
    • Joe schrieb:

      Eine Alternativmöglichkeit wäre noch Gibberellin, ist natürlich und wirkt glaube ich nur auf Dikots wirken. [...] Weiß aber nicht, ob das auf dem zivilen Markt verfügbar ist.
      Im chemischen Pflanzenschutz kann man ja an mehreren Stellen in den Hormonhaushalt eingreifen, vornehmlich geschieht dies natürlich über sog. Wachstumsregler zur Stabilisierung der Feldfrüchte oder eben als Herbizid in Form von sog. Wuchsstoffen. Die Wuchsstoffe, die ich aus der Praxis kenne (2,4-D, MCPA) basieren allerdings nicht auf Gibberellinen, sondern auf Auxinen. Diese Mittel wirken tatsächlich v.a. auf Dikotyle.

      Die Gibberelline sind ja ne recht große Gruppe, es gibt aber auf dem Markt die Gibberellinsäure oder GA3 - kenne ich auch nur noch aus dem Studium, da müsste ich mal in den Unterlagen zum agrokulturchemischen Praktikum nachschauen. Wäre sogar ohne Sachkundenachweis zu beziehen. Das Zeug ist aber auch wirklich teuer (allerdings auch hochdosiert) und scheidet denke ich als Maßnahme gegen Bärenklau aus. Dann lieber weiter mit der kombinierten Abstech- und Salzmethode arbeiten.
      Hier mal als Beispiel (und besonders teuer): smile.amazon.de/Asklepios-seed…1&%2Aentries%2A=0&ie=UTF8
    • Hagbard schrieb:

      Die Gibberelline sind ja ne recht große Gruppe, es gibt aber auf dem Markt die Gibberellinsäure oder GA3 - kenne ich auch nur noch aus dem Studium, da müsste ich mal in den Unterlagen zum agrokulturchemischen Praktikum nachschauen. Wäre sogar ohne Sachkundenachweis zu beziehen. Das Zeug ist aber auch wirklich teuer (allerdings auch hochdosiert) und scheidet denke ich als Maßnahme gegen Bärenklau aus. Dann lieber weiter mit der kombinierten Abstech- und Salzmethode arbeiten.
      Hier mal als Beispiel (und besonders teuer): smile.amazon.de/Asklepios-seed…1&%2Aentries%2A=0&ie=UTF8
      Ja, wir haben mit GA3 gearbeitet. Die 2 meter lange Erbse war echt beeindruckend :)

      5 Gramm für 30 Euro fast reines GA3 finde ich persönlich einen guten Kurs. Damit kann man einige Hektar bearbeitet :D
      Ich meine, wir haben Dosierungen im µg/ml Bereich gearbeitet. Hab grad mal im Protokoll nachgeschaut.
      Allerdings darf das keines Falls während der Blüte angewendet werden, sonst gibt es eine Riesen-Riesendolde...
      Ein paar Tropfen Gibberellin sollte man ggf. für lau vom örtlichen Winzer beziehen können.

      Auxine werden interzellulär transportiert. Also auch bis zur Wurzelspitze. Dürfte also passen.
      Allerdings ist sind die Konzentrationen ziemlich komplex (zumindest bei reinen Auxinen).
      Es gibt ein Konzentrationsoptimum, bei dem Wurzelwachstum gehemmt und Sprosswachstum gefördert wird - bei zu geringer Konzentration wird Wurzelwachstum gefördert, Spross gehemmt. Das ist nicht ideal, wenn man die Pflanze raus haben möchte.

      (OT: Flashback: Intrazelluläre Auxin-Bindeproteine induzieren Ubiquitinilierung über IAA TIR1/AFB, AUX/IAA und ARF. Das ich das mal auswendig konnte verweigert mein Verstand ;) Aber die mit Agrobakter transformiertem und mit Glucuronidase blau gesprenkelten Tabakpflanzen sahen schon cool aus :) )
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    • @Dachs
      :D

      Ein kleines Beispiel für den Unterschied zwischen dem "Profi" und dem gutmeinenden Amatör aus "Hinter dem Busch links".
      Ein guter Amatör kann das auch wissen, aber es steht nicht in der "Standardliteratur" für den Kleingärtner. Ein Gärtnerlehrling aus dem 3. Lehrjahr sollte das aber einigermassen verstehen, ein studierter Gärtner oder Landwirt, und wenn es den sein muss auch ein Biologe.... das ist das kleine ein mal eins.

      Kurzversion:
      Gibbereline, hier als Bsp. GA3, sind eine Gruppe von verwandten Hormonen in der Pflanze die das Wachstum antreiben/beschleunigen/verstärken.
      Auxine sind auch ein Hormon welches sich spez. auf das Streckungswachstum auswirkt. Das Streckungswachstum wird verstärkt, die Pflanze wird länger.

      Beide, Gibbereline und Auxine haben dann auch noch ihre Gegenspieler die das Wachstum allgemein, oder das Längenwachstum im speziellen reduzieren. Das erwähne ich nur am Rande sonst wird es noch komplizierter.
      Der Überbegriff für das alles lautet Phytohormone, wenn du googeln möchtest.

      Warum wurde das nun hier bei der Bekämpfung der Herkulesstaude zum Thema. Verständlich ausgedrückt kann sich eine Pflanze zu tode wachsen. Das Wachstum wird so angetrieben das nicht genug Nährstoffe nachgeliefert werden können und sie "verhungert". Das ist der Hintergrund.


      Als Galileo oder da Bruno erkannten das sich die Erde um die Sonne dreht und die Erde keine Scheibe ist entsprach das nicht der damaligen Lehrmeinung. Recht hatten sie, trotzdem endete der eine auf dem Scheiterhaufen und der andere verbrachte den Rest seines Lebens unter Hausarrest.

      In der Botanik gibt es heute auf diesem Niveau (Erde = Kugel, wenn auch eine etwas verformte) keine neuen Erkenntnisse mehr zu entdecken. Genau auf diesem Niveau würde es es sich aber bewegen wenn diese "neuen Erkenntnisse", auf die the_nature herumreitet zutreffen würden. Das mit dem Vegetationskegel abstechen usw. ist nichts anderes als die völlig stümperhafte Aussage von 3-klassigen möchtegern Profis. Die können den Käse auch studiert haben, ändert aber nichts an der Tatsache das es einfach unzutreffend ist und die Aussagen fachlich falsch sind.

      Ich bin seit 20 Jahren im Gartenbau spez. Zierpflanzenbau, mit der Herkulesstaude und ihrer Bekämpfung beschäftige ich mich noch länger. Ausgraben, abstechen, abspritzen.... das habe ich alles schon gemacht. Ich lerne gerne dazu, jederzeit, aber das sollte Hand und Fuss haben und der Realität entsprechen.
    • Joe schrieb:

      Allerdings darf das keines Falls während der Blüte angewendet werden, sonst gibt es eine Riesen-Riesendolde...
      Du bringst einen ja auf Ideen! :)

      Also mir war der Spass eben 30€ wert ^^
      Weiß nur noch nicht auf welche Pflanze ich das kippe.
      Eine Mega-Pusteplume wäre cool :D
      Oder ein 3kg Rohrkolben (natürlich bei mir im eigenen Garten)!
      "Physik ist wie Sex. Beide können interessante Ergebnisse hervorbringen,aber das ist nicht der Grund, weshalb wir Spaß daran haben."
      Richard Feynman (1918-1988)