Lobby fürs Hobby oder der schmale Grad bis zur kritischen Masse

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    • Lobby fürs Hobby oder der schmale Grad bis zur kritischen Masse

      Jedes Hobby braucht eine gewisse Lobby, um zumindest ansatzweise gesellschaftlich akzeptiert zu sein. Daher ist es nötig und auch sinnvoll, in gewisser Weise und zu gewissen Zeiten Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und eine gewisse Popularität zu erreichen. In letzter Zeit kommt mir bezüglich Bushcraft und dem "Draußensein" allgemein aber immer öfter der Gedanke, dass da irgendwie eine kritische Masse erreicht oder teilweise sogar schon überschritten ist.

      Was will ich sagen? Bushcraft - oder zumindest rudimentäre Formen davon - und allgemeines "Draußensein" sorgen für eine Populationsdichte im Wald, die teils solche Ausmaße annimmt, dass ich da manchmal gar keinen Urlaub mehr vom Menschen machen kann. Man begegnet "draußen" ja teilweise mehr Leuten, die einen anquatschen, als in der Stadt - und die, die draußen sind, sind auch alle viel interessierter daran, was man so treibt, weil man sich ja noch was abschauen könnte...

      Während ich dem früher echt positiv gegenüber stand, sehe ich das nun zunehmend kritisch. Eigentlich wärs mir doch lieber, die blieben alle in der Stadt und ich hätte draußen meine Ruhe...

      Ein gutes Beispiel für die Entwicklung, die das Ganze durchgemacht hat, sind die sogenannten "Bushcraft Basecamps"... Ich meine hier nicht die bushcraftigen Werkstätten, die man sich um des Ausprobierens willen auf Privatgeländen zurechtschustert, sondern die, die einem in der freien Landschaft ins Auge springen... Während früher durch den Grundsatz "leav no trace" geprägte Sonderlinge möglichst darauf bedacht waren, niemandem zu begegnen und dem, sollten sie doch einen treffen, wenigstens nicht aufzufallen, unter gar keinen Umständen jedoch Zeugnisse ihrer heimlichen Liebe zum "Draußen" zu hinterlassen, sondern ihr Treiben im Stillen genossen, scheint der Trend im Zuge des Heranwachsens der Generation Selbstdarstellung immer mehr zum Gegenteil zu schwenken und mit irgendwelchen Hüttchen, Lägerchen, festen "wilden" Feuerstellen und dergleichen gerade Aufmerksamkeit erregen zu wollen.

      Anders gesagt: In meinen Augen steppt im Walde langsam der Bär. Überall sind Läufer, Geher, Hundehalter, Bushcrafter, Kinder, größer Kinder mit kleineren Kindern, die zuhause für einen Nachmittag rausgeflogen sind, weil sie Tante Elfriede genervt haben, Bauern, Waldbauern, Jäger, absichtlich und unabsichtlich verfahrene Auto- und Motorradfahrer, Radler und solche, die das nur dank E-Bike können... 8| 8| 8|

      Ich glaube, ich brauche entweder mehr Wald oder weniger Leute drin... Sieht das wer ähnlich? Dann machen wir ne Selbsthilfegruppe auf... :D :D
      Nemm dai Schaufl ed z'voll, sooschd kriagsch se ed hoch... :kuh:

      Beitrag von Dachs ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Kann ich nicht ganz nachvollziehen.
      Ich wohne in einem kleinen Dorf im Steigerwald, das sehr stark touristisch geprägt ist. An Wochenenden sieht da auch schon mal mehrere Tausende unterwegs (das ist wirklich nicht übertrieben).
      Dennoch seh ich hier keine Überflutung des Waldes.
      Jäger kommen noch immer auf ihre Kosten, keiner von ihnen hat sich je über zu viel Trubel im Wald beschwert. Basecamps hab ich in all den Jahren (mittlerweile 43) erst eins gefunden, und das sah so aus, als hätten es Kinder errichtet, was ich selbst regelmäßig in der entsprechenden Altersklasse erledigt hab.
      Wo sind denn die Wälder so überrannt bzw. wo findet man Basecamp neben Basecamp ohne Ende? Ist das wirklich in manchen Gegenden so ein Problem (Stadtnähe ? ) ?
    • Mit welchem Recht beanspruche ich den Wald und alle anderen sollen doch zu Hause bleiben?

      Mich nervt der volle Wald nicht.
      Alles mehr als zwei Kilometer vom Parkplatz entfernt , ist oft einsam. MTBler etc bleiben auf Wegen, weil die nicht ins Unterholz können.

      Und ich wohne in einem sehr touristisch geprägtem Gebiet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Emil_Strauss ()

    • Die meisten Leute, die bei mir in der Gegend den Wald nutzen, tun dies schon immer und ohne Bushcraft-Absicht. Ich kann leider nicht sagen, ob sich Jogger, Radfahrer, Spaziergänger, Reiter, Autofahrer, Motorradfahrer, illegale Lager und Feuerstellen, Pilzsammler etc. im Wald tatsächlich vermehrt haben, oder ob das nur ein subjektiver Eindruck ist. Abgesehen davon bin auch ich einer von ihnen.

      Leave no trace hat noch nie wirklich viele Leute interessiert.
      Draußen sein sein ist.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.


      BC-Frauen-Treff 2019: Weitersagen! :Squirrel:
    • Allgemein werden Themen wie Bushcraft, Survival, Outdoor zurzeit schon sehr gehypt.
      Und sicherlich praktizieren das momentan mehr Leute als vor 10 Jahren. Ich denke aber auch, dass durch die (sozialen) Medien diese Themen auch einfach nur mehr öffentlich präsentiert werden. Vor 13 Jahren war nur das "Machen", nicht aber das "Berichten" möglich (YT, Facebook, Instagram etc.).

      Die Frequentierung von Outdoor-Begeisterten im Feld wird sicherlich auch regional sehr unterschiedlich sein. Im Osten, habe ich das Gefühl, man merkt nicht sooo einen großen Unterschied. Hier gibt es aber auch mehr Wälder als bspw. in NRW oder Schleswig-Holstein.

      Was die "Bushcraft-Basecamps" angeht - das haben wir als Kinder auch früher gemacht - Hütten und Höhlen im Wald bauen, auf Bäume klettern, mit Pfeil und Bogen durch den Wald rennen. Das ist halt ein evolutionspsycholgisches Ding. Und am nächsten Tag war immer alles von den Wildschweinen verwüstet und zugesch****en.

      Sonst wird sich auch immer aufgeregt, dass die Kids nur vor der Glotze hängen oder am Rechner Ballerspiele spielen. Jetzt gehts raus in die Natur - auch wieder falsch.


      Auch wenn ich eine Zunahme von Outdooranhängern sehe, als kritisch würde ich es (noch) nicht bezeichnen. Ich denke, dass das Thema sowieso wieder retardiert. Und unter den Verbleibenden sollten Schlagworte wie "Leave no trace" nicht nur leere Worthülsen sein, sondern auch normativ etabliert und praktiziert werden.
      (Da muss ich gerade an Fritz Meinecke denken, der seine Leave-no-Trace-Patches für viel Geld verschachert und Videos über Bushcraft-Camps dreht :S )



      Lieben Gruß

      Olli :)
      "Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr." Albert Einstein
    • Dann hast du einfach Glück das bei euch noch keine Youtuber im Wald Buden bauen. @AmWald

      Mir fallen als negativ Beispiel immer gleich die mittlerweile recht großen Kanäle von einigen Berlinern ein.
      Ich glaube an einen dieser Kanäle hat auch @Kraai gedacht und drauf angespielt. :)
      Zumindest waren die das mit dem riesigen Loch und Dach drüber. Hat noch der Baukran neben der Grube gefehlt!
      Ich habe unter dem Video meine Meinung gesagt. Eine Antwort habe ich leider nie bekommen!
      So ist das idR immer wenn man solchen Leuten mal sagt das das Mist ist.


      Sowas geht gar nicht, aber in der Community werden leider genau diese Leute gefeiert und ihre Kanäle immer größer, auch wenn das ganze offensichtlich illegal ist/war. Nein hier spricht nicht der Neid aus mir, eher die pure Abneigung!

      Ich will gar nicht groß den Zeigefinger heben, ich schlaf ja auch mal auf Tour draußen und zelten ohne Genehmigung ist eigentlich nicht erlaubt. ( bei uns in Niedersachsen zb)
      Daher habe ich mich auch mit Offiziellen zusammen getan und rufe einfach bei einer netten Bürgermeisterin an und sag bescheid das ich mal wieder bei ihr am Fluss penne. Vor einer Woche habe ich beim trampen einen netten Menschen aus dem Agrarbereich kennengelernt. Da muss ich mich die Tage mal melden, denn auch dort darf ich dann in Zukunft legal zelten und evtl sogar Feuer machen. Diese ganzen Typen die getriggert von Dmax Survival Dokus und Youtube Pappnasen in den nächsten Wald rennen, Buden bauen und rumkokeln gehen mir persönlich ziemlich gegen den Strich. Jeder der bei YT was auf sich hält bau sich so einen Scheiß! Ist ja cool und bringt Klicks.

      Eins meiner persönlichen Highlights der letzten Jahre waren die Buben im Habichtswald die für ihr "Basecamp" 200 junge Buchen gefällt hatten. hna.de/lokales/wolfhagen/habic…llten-buchen-6247223.html
      Bei sowas kriegste doch strahlkotzen.

      Aktuell schüttele ich den Kopf über einen Alvo Hilbeck, ein Youtuber mit knapp über 3k Abos, der es für ganz normal und ok hält im NSG Feuer zu machen. Für die Stimmung und so sagt er und weil es bei ihm ja keine anderen Möglichkeiten gibt. Es geht immer anders, zur Not eben ohne Feuer!
      Leider antwortet auch er nicht auf meine Kommentare, er antwortet wie so viele nur den Speichelleckern. Pappnase halt.
      Jedes 2te Video heißt bei ihm irgendwas mit "survival", doch in seinem letzten Livestream gab er öffentlich zu das er davon gar keine Ahnung hat. Hauptsache Klicks mit Schlagworten generieren, nech! Hier das Video wo er mal wieder im NSG kokelt.


      Tja, was soll man von solchen Menschen halten?
      Wieder einer der versucht ein weiterer Stern am BC-Himmel zu werden, wieder so einer der seine Authentizität auf dem Klickbait-Altar opfert.
      Und auch ihm wird der Ar*ch von den Fanboys geleckt.

      Gut das ich nur wandern gehe und kein Bushcrafter bin, denn dann müsste ich mich für viele "Kollegen" fremdschämen. Bei mir im Stadtwald stehen einige solcher Konstrukte, wobei die glaub ich wirklich von Kindern gebaut wurden. (oder von ziemlich schlechten Bushcraftern :P )

      Du kannst froh sein das ihr im Steigerwald scheinbar noch vernünftig denkende Menschen zu Gast habt und die Einheimischen ihre Natur so lieben wie sie ist und sie daher auch in Ruhe lassen!


      Gruß,
      Tipple


      PS: Wann und wo trifft sich denn die Selbsthilfegruppe, @Auerochse? :wanne:


      Die Gesellschaft braucht eine Ansicht, das Volk braucht eine Religion, gäbe es Gott nicht, müßte man ihn erfinden.
      <Voltaire>

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Tipple ()

    • Sehr schön zusammengefasst, vielen Dank!

      Mir geht es da ähnlich. Hat sich die ganze Sache mit dem "Outdoor" meiner Meinung nach nun zu einem Lifestyle etabliert, ist es meiner Meinung nach nicht nur der Wald alleine, sondern die gesamte "Szene". Ob nun die Speerspitze der Waldfürsichpostulierer, die Bushcrafter (aufgeteilt in "Realos" und "Fundis" ;) ), oder eben auch die von Dir genannten anderen Gruppen, es bezieht sich nicht nur mehr auf den Wald. Auch im urbanen, im Internet, und letztlich im Konsumangebot ist meiner Meinung auch ein Sättigungspunkt erreicht. Es gibt mehr als eine facebook-Gruppe, auch dort greift die Spezialisierung um sich und man versucht sich krampfhaft abzugrenzen und durch eine Selbstdefinition selbst zu legalisieren, die wahre und berechtigte Gruppe mit Anspruch zu sein.

      Mich erinnert das zuweilen an Auswüchse von Jugendkulturen, deren Selbstdefinition ebenfalls starkes Moment ist, parallel der stete Wunsch sich durch Merkmale alleinzustellen und/oder von anderen abzugrenzen.

      Aber ich will noch einmal auf das Konsumangebot eingehen, gerade das und auch sein Einfluss auf die Betroffenen haben meiner Meinung nach eine ganze Menge verändert. Diese Inhalte sind zentraler Punkt vieler, wenn nicht aller Zusammenkünfte Gleichinteressierter. Welches Messer, Hose, Rucksack, aber im Sinne von Konsum natürlich auch "wo am besten", "wo maximal am schönsten/ungestörtesten". Wer ist der beste Survival- und Bushcrafttrainer, wer der beste Youtuber, mittlerweile redet man von Influencern oder Opinionleadern? Die Spur des Geldes ist allgegenwärtig und mittlerweile ist die Bewegung gleichsam kommerzialisiert, wie heutzutage der "Punk", der Modellbausport, die Schachliga oder aber profanes Angeln, folgt man dieser Spur, findet man mittlerweile große Firmen und ein florierendes Geschäft.


      Ich bin für meinen Teil leider noch nicht dahinter gekommen, ob und wie ich das gut oder schlecht finden soll. Was ich jedenfalls als wahrlich schlecht empfinde ist der Stil im Miteinander, der sich sehr gewandelt hat und dessen negative Auswüchse mich zuweilen sogar direkt betreffen. Legt man als tiefstes psychologisches Moment eines Konfliktes den Neid zugrunde, erkennt man einige Hintergründe. Aber mir ist aufgefallen, dass einige innerhalb der Gemeischaft versuchen, mit sehr einfachen und uransprechenden Momenten, Aufmerksamkeit zu bekommen. Ist es also momentan Stilmittel mit einem Skandal krampfhaft Klicks und Zuwendung zu bekommen, geht das aber immer zu Lasten anderer. Ein Stil, der immer mehr um sich greift. Auch ich war da schon oft Zielscheibe unsachlicher und infamer Kampagne, konnte aber - im Gegensatz zu anderen - beweisen, dass meine Nerven nicht blank liegen und bestach nicht durch unsachliche Egomanie. Aber genau das ist es meiner Meinung. Da kreiert man selten noch als Konsumangebot sachlich interessante Zusammenhänge, meist sowieso Ausrüstung, und das ganze offensichtlich an eine Zielgruppe, der man Skandale und Polarisieren, Spalten und Lügen liefert. Erwischt man solche selbsternannten "Opinionleader", kommen meist nur Argumente aus der Autorität heraus und die nächsten Beleidigungen geben dem popcornfressenden Publikum das ersehnte Gebashe. Das Verreißen eines Produktes ist nun fester Bestandteil und offensichtlich anerkannter Teil einer Medienkultur - besonders auf Youtube. Argumente aus reiner Autorität sprechen Themen in einem Stil an, der in Vokabular und Beleidigung seines Gleichen sucht - entgegnet man diesem Feuer ebenfalls mit Feuer, offenbart sich in der Regeln dünnhäutiger Whataboutism und erneute Tiraden.

      Was erwartet man also von einer Szene, deren großer Bestandteil der Konflikt und Geprolle ist? Wo sich wenige über andere mit ihrer Meinung erheben müssen? Wo beleidigender und lapidarer Altherrensprech als salonfähig gilt? Ich habe meiner Enttäuschung da freie Entwicklung eingeräumt und für mich klar den eigenen Spaß in den Vordergrund gestellt. Müssen es manche anderen Recht machen und ein Angebot erstellen, tuen wir das hier ja auch, mit diesem Forum. Und da fängt es bereits an, was mich bereits vor Jahren genervt hat. Der beschriebenen Entwicklung entgegenzuwirken war tatsächlich der Anspruch dieses Forums. Die in sich recht einfach aufgestellten Regeln sind eine Hürde, die mancher nicht zu überwinden vermag, und das ist auch gut so, gibt es ja genügend andere Bühnen. Dennoch ist es sehr interessant zu sehen, mit welchem Selbstverständnis auch hier Grenzen gezogen und Schüzengräben gepflegt werden. Ich habe kein Problem damit mich irgendwo anzumelden oder zu registrieren, ist schließlich nur nen Forum. Aber genau so wie ich oben von den "Waldfürsichpostulierern" schrieb, gibt es auch die "Forumfürsichpostulierer", "Alleinhoheit über Gearbewertung" und so weiter.

      Es ist also schon lange nicht mehr "nur der Wald". Es ist schon lange ein Trend der - wie es Trends nun so sind - der einen Peak erreicht und auch wieder an Ausmaß verliert. Schaut man sich aktuelle Trends an, wächst der Sektor "Urbex" und "Lostplace" gerade sehr. Bisher eigentlich Surwaiwälistän und Bushcrafter erweitern ihr mediales Portfolio um diesen Trend. Der hat ja den Vorteil, dass e nahezu gar ohne Wald auskommt, aber von den Voraussetzungen her dennoch eine Nachfrage an Gear beinhaltet, Taschenlampe, Messer, Rucksack... Damit bewaffnet werden verlassene Ruinen unsicher gemacht und eine ebenfalls schon lange existierende Szene von Realos und Fundies regt sich über den dadurch entstandenen Mainstream auf. So wie die Bushcrafter, Sondler, Goldsucher, Yoyospieler oder Veganer... Trends eben.

      Was heißt das für mich persönlich? Ich habe mich vor einigen Jahren schon damit geplagt, den Gedanken eines offenen Forums zu verfolgen, eins, das ohne große Werbebanner unabhängig und frei von Gewerbeabsichten sein soll. Und dank einiger Mitstreiter, die sich derart prägend miteinbrachten, funktioniert das ganze sogar bis jetzt. Auch wir haben hier erkannt, dass das reine "Draußensein" der zentrale Mittelpunkt einer Gemeinschaft sein kann. Sei es eine Lostplacetour, Bunker, Pfaditreffen oder aber Bushcraft. Schaue ich mir die hiesigen Besucherzahlen an, ist es kein Anstieg in Form einer Exponentiale, sondern hat sich auf eine feste Größe eingependelt. Der Trend hier steigt also nicht stetig, aber er fällt auch nicht. Ich deute das als positiv. Haben wir doch bisher keinerlei "Werbung" gemacht.

      Aber noch persönlicher gesprochen, und nicht nur auf das Vorhaben hier beschränkt, ist die Erkenntnis, Dinge aus Spaß zu machen, und im gleichen Moment Dinge sein zu lassen, die einem keinen Spaß bereiten. Verspüre ich bei einer Aktivität, zB im Wald einfach keinen Spaß mehr, lasse ich es sein. Verspüre ich an einem Teil oder Anteil meiner Interessen keinen Spaß mehr, lasse ich das auch sein. Und andersherum, macht mir etwas Spaß, mache ich es weiter. Ich will zum Beispiel wieder ein wenig Youtuben. Doch habe ich bei meinen Youtubeversuchen vor ein paar jahren gemerkt, dass es mir irgendwann keinen Spaß mehr macht, also will ich es nun so aufziehen, dass es mir Spaß macht. So ist es auch mit Treffen, Touren, Orten, Themen in Foren, Themen in facebookgruppe, etc.. Mir kann einfach keiner erzählen, dass er Spaß an Konflikten hat? Aber warum gibt es dann so viele? Warum sind es stets die gleichen, die an ihnen teilnehmen? Gibt es gar Menschen die sogar Spaß an Konflikten haben? Oder daraus sogar Profit generieren? Ich weiß es nicht, uns es ist mir zuweilen latte, denn ich verfolge als Ziel eigener Befriedigung die Dinge, die mir Spaß bereiten.

      Mensch, doch ne ganze Menge dazu geschrieben. Sorry.

      Viele Grüße,

      Stefan
      'Keine Angst, das ist nur Internet...'
    • Moin,
      ich sehe das ganz entspannt, finde auch nicht das sich im Wald zu viele Menschen aufhalten.
      Jeder hat das Recht sich frei zu entfalten, und seinem Hobby nachzugehen, soweit man sich an gewisse Regeln hält. Es gibt immer noch jede Menge einsame Ecken in der Natur, sicher ist es in Deutschland begrenzt, weil dicht besiedelt, aber es gibt schlimmeres. ;)
      Manche von uns meinen es werde das Hobby Bushcraft zu viel gehypt und haben Angst das ihre Einsamkeit und Ruhe im Wald gefährdet ist, oder sich negativ auf die Szene auswirkt. Denke mal eher das es nur gefühlt so ist., weil man selbst ja auch evtl. viel darüber liest, YT Videos, Sendungen im TV schaut, oder wie hier im Forum viele sich austauschen, und es dadurch nur so wahr nimmt.
      Natur ist toll und stimmt uns froh, jeder soll sich daran erfreuen und sie Respektieren. :thumbup: bee
      :campfire: :reh:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Naturboy64 ()

    • Ja , manchmal ist es im Wald voll und ja mir geht das auch auf den Senkel. Aber da ich auch ständig im Wald unterwegs bin, habe ich nicht das Recht genau dieses Anderen abzusprechen. Es ist halt in unserem dicht besiedelten Land schwierig alleine in unserer Kulturlandschaft unterwegs zu sein. Aber um ehrlich zu sein , besonders schlimm ist es zumindest hier im Siegerland nur an bestimmten Orten und zumeist an Wochenenden bei schönem Wetter. Geht man ein paar Meter abseits , hat man eigentlich Ruhe.
      Viel schlimmer als das Leute im Wald unterwegs sind , finde ich den Egoismus und die Rücksichtslosigkeit mancher , die die Natur als Erholungsraum nutzen wollen ( siehe auch die oben genannten YouTuber ).
      Ich weiß schon nicht mehr wie viel Müll ich schon von Rothaarsteig mitgebracht habe!
      Zum Thema Bushcraft/Draussen sein als Trend kann ich nur sagen : Trends kommen und gehen, mal schauen wer sich in 10 Jahren noch dafür interessiert.
      Gruß, Christian ( der seine Jeans solange trägt , bis sie kaputt sind und nicht schon kaputt kauft !!). :D

      Beitrag von Dachs ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Ich habe quasi keinen der deutschen "Szene Helden" abonniert. Die meisten sind wie ne Kaffeefahrt. Ständig versucht dir einer was anzudrehen.
      Da guck ich lieber Kanäle wo es mehr um Touren, Berge und Winter geht. Survival Russia zb, oder den verrückten Salzburger aka Franz Althuber, Künzi, DF und so Thru Hiker Channels.
      Im BC-Bereich dann Leute wie Dave oder Primitiv Technology, Townsends, Rewilduniversity und son Zeug.

      Die Berliner fand ich schon immer daneben und ihr Erfolg gibt mir recht. :D
      Wie du sagst, ist alles nix neues, aber wie Franz mit Skiern den Watzmann runter ballert, das war neu für mich. ;)

      LG

      EDIT: Achja, und @bugikraxn guck ich auch immer gern. :love:


      Die Gesellschaft braucht eine Ansicht, das Volk braucht eine Religion, gäbe es Gott nicht, müßte man ihn erfinden.
      <Voltaire>

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tipple ()

    • Die deutsche Youtube-Szene im Bushcraft ist glaub ich nahezu komplett vernachlässigbar - zumindest aus meiner Sicht.
      Das Meiste ist gestellt, hart am Rand der Legalität oder vordergründig Werbung für mehr oder weniger gutes Zeug.
      Oder so qualitativ hochwertige Tipps wie mit nem Stock einen 200kg Keiler zu "yolo'en".

      Das meiner Meinung nach qualitativ wertvollste (deutsche) Youtube-Angebot, das man wohl ohne schlechtes Gewissen empfehlen könnte, wäre der Kanal von Sacki.
      International gibt's einige... Mir fallen spontan Joe Robinet, TA Outdoors, Primitive Technology (ist das noch BC?) und - festhalten: "Soul of Sibera" ein.
      Letzterer hat bisher noch kaum Content, fängt aber qualitativ gut an und hat Potential.

      Zurück zum eigentlichen Thema:
      Ich denke aber, dass sich für "Bushcraft" keine Lobby bilden lässt - da man nichteinmal eine feste Definition für "Bushcraft" hat. Jeder sieht unter dem Begriff etwas anders.
      Fängt Bushcraft schon beim Holzhacken für die heimische Feuerschale an, oder doch erst, sobald ich den Wald mit meinem Fjällräven-Gear und dem selbstgeschmiedetem Damaszener-Messer betrete?
      Brauch ich für Bushcraft überhaupt ein Messer? Oder sollte ich lieber 3 mitnehmen? Säge dazu? Axt? Kettensäge oder doch lieber direkt einen Harvester?

      Eine Lobby ist doch eine Interessensvertretung. Beim Bushcraft sind die Interessen einfach zu unterschiedlich, um sich von jemand anderem vertreten zu lassen.
      Eigentlich müsste jeder sein eigenes Interesse vertreten. Dann haste da 300.000 Leute, die sich gegenseitig über die Definition "Bushcraft" zerfleischen.

      Wär doch ne coole Show. Will jemand etwas Popcorn? (gezuckert oder gesalzen? :whistling: :whistling: )

      edit:
      Ich würde du den deutschsprachigen Youtubern vielleicht noch ein paar hinzufügen - Survival Lily, das Waldhandwerk, etc....
      Das sollte keine vollständige Liste sein, sondern nur ein Anriss dessen. Klar gibt's mehr wertvolle Kanäle. Kann man aber wahrscheinlich an 2 Händen abzählen.
      I came into this world kicking and screaming, while being covered in someone else's blood.
      Why shouldn't I leave the world the same way?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Memento ()

    • Also das Bushcraft gesellschaftlich anerkannt ist würde ich nicht behaupten, Erwachsene die im Wald übernachten und Pfadfinder oder Rüdiger Nehberg spielen wird vielen suspekt sein.

      Bei uns gab es immer Hütten im Wald es sind auch nicht viel mehr geworden, nur der Müll im Wald ist deutlich mehr geworden. Ob mehr Leute im Wald kann ich nicht beurteilen ich bin meistens abseits der Wege unterwegs. Da trifft man selten andere Leute.

      Gruß Stefan
    • Der Outdoorzenit ist denk ich so langsam erreicht.
      Das wird so langsam abnehmen, wenn es niemanden mehr interessiert, dass man eine Alpenüberquerung gemacht hat oder nach Patagonien gejettet ist, weil Facebook und Instagram mitlerweile schwer übersättigt ist damit.
      Mit Bushcraft wird das dann auch so der Fall sein. Übrig bleiben diejenigen, die das wirklich aus purem Interesse machen.
      Ich merks an mir selber, dass ich immer seltener noch Fotos oder Berichte mache, weil es mich in erster Linie interessiert das draussen sein zu Erleben.
      Niemand
    • Desertstorm schrieb:

      ....Ich merks an mir selber, dass ich immer seltener noch Fotos oder Berichte mache, weil es mich in erster Linie interessiert das draussen sein zu Erleben.
      Wir merkten es auch am Wochenende beim Treffen.
      Wir haben die (gemeinsame) Zeit in der Natur genossen, aber kaum noch Lust auf Fotos gehabt.
      Fotos für wenn?
      Für Andere? Warum, die können auch selbst raus (ok, wenn sie nicht gerade krank sind, wg Arbeit verhindert usw)
      Auf der anderen Seite muß ich allerdings auch zugeben, daß ich auch gerne auch Berichte (samt Fotos) von Anderen lese

      Ich glaube auch, daß es schon immer Leute gab, die raus gingen, nur, daß es momentan durch die Medien viel verstärkt rüber kommt.

      Bin ja täglich mit dem Hund draußen, da gibt es Gebiete, da sehe ich selten Andere und andere Gebiete, da ist es selten, niemanden zu begegnen.

      Auf jeden Fall habe cih nicht das Recht, es Anderen zu verbieten oder zu verneiden.
      Wenn man allerdings sieht, daß etwas stark schief läuft (Feuer im Naturschutzgebiet, unbeobachtetes Feuer, Müllablagerungen) dann darf/sollte man schon einschreiten.
    • Ich brauche für meine Tätigkeiten da draußen keine Lobby! Mir ist es auch ziemlich schnuppe, was andere machen, was andere für "tolle" Youtube-Videos präsentieren, ob sie sich wie die Axt im Walde benehmen oder LNT-Prinzipien ihr eigen nennen. Ich gehe "meinen Weg" (wie schon immer). Vollkommen unabhängig von der typischen Szene der "Bushcrafter", "Wanderer", "Overnighter", "Trekker", "Waldoschis" oder was auch immer.

      Manche Sachen der BC-Szene finde ich auch ein wenig irritierend. Ich bin allerdings der Letzte, der ermahnend den Zeigefinger hebt.

      Trends kommen und gehen. Lebensgefühle und Lebenswege bleiben.
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von smeagolvomloh ()