Mein Hornissentagebuch

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    • Mein Hornissentagebuch

      Anfang Mai entdeckte ich an einem Meisenkasten, den ich nur zu Aufbewahrungszwecken an einer Weide in unmittelbarer Nähe zu meiner Terrasse aufgehängt hatte, eine Hornissenkönigin. Anfangs dachte ich auch dass sie darin nur überwintert hatte und nun ausfliegt um einen Staat zu gründen. Da die Behausung eigentlich viel zu klein ist. Als sich dann herausstellte, dass die Königin den Nistkasten als Domizil auserkoren hatte machte sich bei mir etwas Unwohlsein breit. Da sich der Nistkasten nur einen halben Meter von meiner Terrasse entfernt befindet und man ja allerhand Ammenmärchen über diese Tiere im Laufe seines Lebens gehört hatte. Außerdem hat man ja auch noch Verantwortung für andere Familienmitglieder, die im Garten spielen.
      Also habe ich mich erstmal in der Literatur schlau gemacht und mit dem Imker meines Vertrauens unterhalten.
      de.m.wikipedia.org/wiki/Hornisse
      Hornissen stehen unter besonderem Schutz und ihre Nester dürfen nicht einfach umgesiedelt oder entfernt werden. Hierzu bedarf es einer Sondergenehmigung der unteren Naturschutzbehörde, in meinem Wohnort hat auch die Berufsfeuerwehr die Genehmigung zum entfernen von Hornissennestern wenn von einer unmittelbaren Gefahr auszugehen ist. Da Hornissen zu meinen lieblings Insekten gehören, ich aber bis jetzt reichlich wenig über sie und ihr Verhalten wusste, Hornissen in der Literatur aber als über aus entspannt gelten im Vergleich zu Wespen habe ich mich entschieden, nicht die Feuerwehr zu kontaktieren, sondern lieber das Nest und mein Zusammenleben mit den Hornissen zu dokumentieren und euch darüber zu berichten. Mich selbst tangieren diese Tiere eigentlich nicht und machen mir auch keine Angst. Da ich auf Grund eines früheren Hobbys schon mit wesentlich giftigeren und gefährlicheren Tieren zu tun hatte.
      In unregelmäßigen Abständen möchte ich Euch nun gern an meinen Beobachtungen Teil haben lassen.

      Auf dem Bild ist der Nistkasten zu sehen und eine Wächterin, die die Umgebung beobachtet.

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    • Nun ist es Anfang Juni und es hat sich mittlerweile ein kleiner Staat entwickelt. Ein gemächlicher Flugverkehr hat sich auch eingestellt. Das Zusammenleben mit den Hornissen gestaltet sich sehr entspannt, da das Einflugloch von der Terrasse abgewandt sich in etwa 2,20m Höhe befindet. Bis jetzt kann man im Garten in 0,5 - 1m Entfernung um das Nest sich bewegen und hantieren. In der Literatur hatte ich gelesen dass man sich nur nicht direkt in der Einflugschneise in unmittelbarer Nähe zum Einflugloch aufhalten soll, da dies die Tiere stören bzw. zu einem Angriff veranlassen könnte. Wenn man sich derzeit dem Nest nähert, schaut eine Wächterin heraus, sondiert die Umgebung und krabbelt dann wieder zurück in den Nistkasten. Heute konnte ich auch beobachten, wie sich eine Wespe dem Hornissennest bis auf wenige Zentimeter näherte, daraufhin wurde von der Wächterin ein kleiner Verwarnangriff geflogen und die Wespe in die Flucht geschlagen.

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    • Sehr schöne Aktion! Meine bisherigen Erfahrungen mit Hornissen sind ähnlich. An das Nest kommt man erstaunlicherweise zum Beobachten recht nahe ran, ohne dass aggressive Reaktionen erfolgen. Weiter weg vom Nest sind einzelne Hornissen (im Vergleich zu anderen "Wespenartigen") unglaublich entspannt. Vielleicht weil sie die "Panzerkreuzer" unter den "Jollen" sind. ^^ Ich mag dieses dumpfe Brummen beim Flug und freue mich über weitere Berichte der neuen Untermieter!
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
    • @Bushdoctor
      Sehr interessant, gerade dieses Jahr dieses Thema hier zu lesen. Finde Hornissen auch sehr spannend, gerade weil man doch bisher recht wenig Kontakt mit ihnen hatte und es eine wirklich große Anzahl an Geschichten über sie gibt.
      Gerade dieses Jahr habe ich so viele Hornissen in meinem Garten beobachtet , wie noch nie zuvor. Wundere mich, das ich sie jetzt erst bei mir antreffe. Angenehm ist für mich der Nebeneffekt, das sie auch Wespen futtern, obwohl ich mich da eigentlich noch nie beklagen konnte. Bienen sind immer so reichlich in meinem Garten, aber Wepen ..... habe ich echt gaaanz selten gehabt.
      Denke , das ich auch in der Nähe ein Nest haben muss, habe aber noch keine Hinweise wo .
      Bin mal auf weitere Berichte über deine Hornissen gespannt.
      Grüße :)

      Das Leben ist ein Spiegel: wenn du hineinlächelst, lächelt es zurück
      George B. Shaw
    • Sehr schöner Bericht, ich bin gespannt, wie es weiter geht.

      Vor einigen Jahren hatte ich unter dem Balkon (Erdgeschoss) Wespennester. Anfangs hatte ich natürlich Angst und wollte sie auch weg haben. Aber im Laufe der Jahre haben wir, die Wespen ebenso wie ich, gelernt, miteinander auszukommen. Interessant war dabei, dass mein Fahrrad direkt über ihrem Einflugloch stand. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass sie mich und mein Fahrrad kannten. In all den Jahren des Zusammenwohnens ist nie was passiert. Ich habe sie nicht gejagt, allenfalls mit eiinem Stück Papier hinaus geleitet, wenn sie rein gekommen waren, und sie haben sie bei mir regelmäßig was zu Essen abgeholt. Wenn's Kuchen gab, hiess das natürlich, immer zwei Mal gucken, ob da nicht 'ne Wespe gerade dran knabbert. Ich fand es schön, sie zu beobachten, wie sie ihren Geschäften nachgingen...
      Draußen sein sein ist.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.


      BC-Frauen-Treff 2019: Weitersagen! :Squirrel:
    • Ja, so ist es: Die Hornissen und Wespen bauen ihre Nester aus Altholz. Wenn man spätnachmittags bei uns auf dem Hochsitz sitzt, hört man die Tierchen die ganze Zeit arbeiten und nagen. Ist im Übrigen sehr interessant zu beobachten, auch wie sie sich über Duftspuren etc. orientieren. Ich hatte gestern abend meine Tasche auf der Kanzel in den Wespenweg gehängt, das arme Tierchen war völlig verwirrt, da der 1000x gelaufene Weg nicht mehr zum Ziel führte... Sie ist dann 20-30x zum Ausgangspunkt zurück und hat einen erneuten Versuch unternommen. Ich hab dann die Tasche irgendwann weggehängt... ;)

      Hornissen sind dieses Jahr wirklich sehr reichlich. Ob das mit der Trockenheit zu tun hat? Gestern haben wir mehrere Flächen, die gemäht werden sollten, nach Kitzen abgesucht und diverse Hornissen in Erdlöchern aufgescheucht. Hornissen leben ja räuberisch, vielleicht haben sie es dieses Jahr auch nur einfacher als sonst, weil mehr Hummeln etc. da sind? Ich finde übrigens auch, dass dieses Jahr weniger Bremsen unterwegs sind. O die auch von den Hornissen (und Wespen) gejagt werden? Egal, ich mag sie auch, obwohl sie auch Bienen fressen...

      Schöne Idee mit dem Hornissentagebuch! :thumbsup: bee

      Nachtrag: Man kann sich mit Wespen und Hornissen auch durchaus auf einem Hochsitz arrangieren, wenn sie nicht an einer allzu doofen Stelle nisten und das Nest nicht zu groß ist (dann fliegen nämlich ständig Tiere ein und aus). Ich lasse dann die Tür auf, um ihnen einen großräumigen Fluchtweg zu belassen. Wespen lassen sich, wenn sie aus dem Nest kommen, oftmals erstmal frei fallen, begrappeln sich und fliegen dann raus. Diesen Bereich muss man eben möglichst frei halten. Dann kann man sie schön beobachten, auch wie sie Schicht für Schicht ihres Nestes auftragen. Ich sag immer: Nix gesehen gibt es auf der Jagd nicht... 8o
      Ruhe bewahren.
    • @Bushdoctor
      Da hast du dich ja schon ordentlich informiert.
      Das ist alles richtig.
      Hornissen sind sehr friedliche Tiere. Sie greifen "eigentlich" nur an, wenn das Nest in Gefahr ist. Also den Nistkasten nicht erschüttern (z.B. Ball der Kinder). Das Einflugloch sollte auch frei gehalten werden.
      Bevor ein Angriff der Hornissen erfolgt, fliegen sie Warnanflüge. D.h. sie klatschen dir an den Kopf und verschwinden gleich wieder, ohne zu stechen. Ist dann aber die letzte Warnung!

      Die Wächter haben es faustdick hinter den Ohren 8| (oder so).
      Sie merken sich dein Gesicht. Und das über Wochen. Nach ca. 4 Stunden ist dann allerdings Wachablösung.

      Mit Hornissen im Garten hast du viel weniger Wespen, Mücken und so.
      Sollte es mal Probleme geben, kannst du dich gerne bei mir melden :thumbup: .

      P.S.: Das Beschädigen oder Zerstören von Hornissennestern kann eine enorme Geldstrafe einbringen (bis zu 50.000 Euro =O ). Aber wer macht den das schon :D .

      heiajo helo wai-on kaju :racoon: Mni Wiconi
      Jedes Leben hat eine Bestimmung.

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    • Die letzten Abende habe ich lang auf der Terrasse verbracht um meine neuen Mitbewohner besser kennenzulernen, Hornissen fliegen die ganze Nacht hindurch und jagen Insekten. Anfangs hatte ich das Licht auf der Terrasse an, dies lenkt die Hornissen allerdings erheblich von ihrer Einflugschneise zum Nest ab, so dass sie dann um das Licht schwirren. Also habe ich das Licht gelöscht und die Brummer nur noch mit dem Lichtschein aus dem inneren der Wohnung beobachtet. Im dunkeln hören sie sich wie kleine Helikopter an. Der An- und Abflug auf das Nest ist auch etwas ganz besonderes, sie verlassen das Einflugloch und fliegen dann immer in einer rechten 90° Kurve davon und genaue so wird auch wieder angeflogen, d.h. ich habe auf meiner Terrasse dank dem abgewandten Einflugloch nie direkt Kontakt mit den Hornissen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt meiner neuen Mitbewohner ist, dass sie meine Erdbeeren bewachen, zu den Füße des Nest stehen die Topferdbeeren, die in den Jahren zu vor immer von den Gartenvögel angepickt oder stibitzt wurden, dieses Jahr nicht. In gebückter Haltung dulden die Hornissen ohne Probleme das Zopfen und gießen der Erdbeeren. Richtet man sich allerdings auf wird ein Scheinangriff der Wächterin geflogen, durch ein schnelles entfernen vom Nest entgeht man diesem aber ohne Probleme und das Tier kehrt unmittelbar zum Nest zurück.

      Das war mal wieder ein kleiner Einblick in das Zusammenleben mit den Hornissen. Bilder habe ich versucht zu machen, das Ergebnis ist eher schlecht als recht. Aber am WE kommt ein Freund der Hobbyphotograph ist und mich mit der nötigen Ausrüstung unterstützen wird.

      Ich hoffe es hat euch gefallen. Bis zum WE.
    • Hej hej.

      Bei mir wohnen auch Hornissen "im Haus" - naja, also unter dem Dach. Ich lasse sie da werkeln. (is' eh zu spät)
      Im nächsten Jahr müssen sie allerdings doch umziehen, da ich beabsichtige, den Platz unter dem Dach
      selbst zu nutzen.
      Was ich allerdings ständig entferne sind (angefangene) Wespennester. Alleine in meiner Werkstatt habe ich bereits
      7 davon entfernt. Nein, Wespen will ich hier nicht haben (meine Freundin ist allergisch) aber Hornissen sind nicht
      aggresiv - naja, das will meine Freundin aber nicht einsehen und ist böse mit mir :D :D :D ("Mach die wääähääck!!!!")

      *winks* Ted
      PS: Ich bin umgezogen. Wer mich sucht, findet mich im Wald ;) .

      "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)
    • Schwede schrieb:

      Hej hej.

      inaja, das will meine Freundin aber nicht einsehen und ist böse mit mir :D :D :D ("Mach die wääähääck!!!!")
      *winks* Ted
      DAS kommt mit irgendwie bekannt vor.

      Wir hatten im Frühling eine Hornissen-königin im Badezimmer. War wohl durch die Belüftung gekrabbelt. Die habe ich dann vorsichtig eingefangen und in den Wald gebracht. Keinen ist etwas passiert. auch wenn ich die Tiere interessant finde, im bewohnten Innenraum mag ich sie nicht haben.
    • Bitte entschuldige, wenn ich deinen Thread "ein bischen" karpere, aber ich habe vor einigen Wochen mal bei YT ein Video über eine Hornissenkönigin und den Nestbau gesehen. Also der Blick, der dir (wahrscheinlich) durch den geschlossenen Nistkasten verwehrt bleibt..
      Ich fand es toll, sowas mal gesehen zu haben..


      Nichtsdestotrotz freue ich mich auf weitere Informationen über "deinen" Brutkasten :)
      I came into this world kicking and screaming, while being covered in someone else's blood.
      Why shouldn't I leave the world the same way?