Speerschleuder, Atlatl

    • Speerschleuder, Atlatl

      Die Speerschleuder funktioniert im Grunde recht einfach durch eine Verlängerung des eigenen Armes mit dem Wurfarm, was Reichweite und Durchschlag erhöht. Bestehen tut das ganze aus eben diesen Wurfarm, der von sehr einfach bis recht kunstvoll sein kann aber immer eine Nocke haben und 50-70cm lang sein sollte. Es gibt auch Modelle bei denen es am Griff ende eine Speer-Auflage gibt. Und natürlich aus dem Speer oder auch Dart. Dieser sollte zwischen 160 und 200cm lang sein und mindestens 12mm Durchmesser haben. Die Spitze kann alles Mögliche sein, Horn, Knochen, Metal, Hartholz oder der Speer selbst gehärtet und an geschliffen am vorderen Ende. Es kann aber auch eine Aussparung vorne angebracht werden wo man im Stecksystem die Spitzen einsetzt damit nur diese im Wild stecken bleibt und der Speerschaft wieder aufgelesen werden kann da dieser zum Teil recht langwierig gebaut wurde. Hier ist aber nur eine kurze Version gezeigt um die Arbeitsschritte zu demonstrieren, und weil ich die Maße nicht bedacht habe :D

      1: Ast aus suchen. Am besten einen der eine leichte Wölbung aufweist und aus Hartholz besteht. Man möchte das der Speer sich biegt, nicht aber der Wurfarm! Hier benutzt ist Eiche.

      Wickelung aus Naturfasern und Nocke aus Rehgeweihstück. Man kann diese aber auch direkt aus dem Holz arbeiten oder etwaiges anderes Holz nehmen. Was zur Hand ist oder gefällt. Alles Optional.


      Der Speer selber sollte zwischen 160 und 200cm lang sein und mindestens 12mm Durchmesser haben. Die Wahl fiel hier aus Hasel da diese in meiner Umgebung das gradlinigste ist was zu finden ist. Die Spitze war hier aus Kamelknochen. Ist aber in Material und Form ebenfalls Optional zu sehen genau wie die Befiederung. Bei letzterer sollte man allerdings eine leichte Schraube einbauen um den Speer zu stabilisieren und ausreichend lange Federn nutzen.


      Zum befestigen der Losen Teile kann man ebenfalls nehmen was zur Hand ist oder leicht zu beschaffen. Birkenpech, Harzkleber und Naturfasern oder wie hier, Tiersehnen.


      Hinten am Speer muss noch eine Wölbung gebohrt werden wo die Nocke einrasten kann und die Kraftübertragung statt findet. Von Bowdrillbohren, über heraus schnitzen bis zu Glutbrennen ist da auch alles Möglich was dies bewerkstelligen kann.


      Dann kann man auch los legen ;)


      Die Wurftechnik habe ich selbst leider noch nicht drauf weshalb man sich das auf YT oder hier anschauen sollte. Speerschleudern ;)

      Viel Spaß beim nach machen :D
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    • Hi, schöne Sache, gefällt mir sehr gut!
      Zwei, drei Dinge, die mir aufgefallen sind:
      Den Haken in der Schleuder würde ich kleiner machen, also leichter. Bei der Beschleunigung ist er eine extrem hohe Trägheitsmasse.
      Den Speer (schlecht zu sehen, wie lang im Verhältnis) länger machen. Er wird sonst sehr drehfreudig. Je kürzer, desto besser muss die Befiederung sein. Sehr lange fliegen auch ohne Federn (2-3 Meter Speere).
      Bei dieser Speerlänge und Dicke solltest Du unbedingt eine dreier-Befiederung machen. Ansonsten kippt der Speer im Flug über die befiederte Seite.
      Das sieht man sehr gut auf dem letzten Bild. Da fällt das Heck nach unten. Bei längerem Speer und guter Befiederung fliegt der Speer in gestreckter Bahn.
      Außerdem sieht es so aus, als ob der Speer zu früh losgelassen worden ist und zu spät von der Schleuder wegfliegt.
      Versuch mal zu werfen wie einen Dart und erst in letztem Moment lässt Du los.
      Hier siehst Du die Wurftechnik in Zeitlupe. Der Speer im Film ist allerdings nur für kurze Entfernungen gedacht und kann deshalb ungefiedert und kurz sein.
      dmax.de/programme/survive-mit-…eerschleuder/180125125006
      LG Joe
      ____________
      leicht sarkastisch im Unterton, dabei völlig spaßbefreit
      Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)
    • Joe schrieb:

      Den Haken in der Schleuder würde ich kleiner machen, also leichter. Bei der Beschleunigung ist er eine extrem hohe Trägheitsmasse.
      Ich habe bei diesem Wurfarm sogar extra ein Gewicht am oberen Ende belassen. Habe Designs gesehen die da Steine dran gebunden hatten und habe mir gedacht das dass evtl was hilft.

      Joe schrieb:

      Bei dieser Speerlänge und Dicke solltest Du unbedingt eine dreier-Befiederung machen. Ansonsten kippt der Speer im Flug über die befiederte Seite.
      Dreier-befiederung war dran, aber der ganze Dart zu kurz/Schwer im Verhältnis. Plus das die Federn sogar eher sehr viel Widerstand gegeben haben und gebremst anstatt stabilisiert haben. Der Speer flog eigentlich Senkrecht, dafür aber in einer graden Linie :D Werde mal versuchen Zeitnah einen längeren Speer und andere Federn zu nutzen.Hier habe ich doch irgendwie sehr weiche Pfauenfedern benutzt. Denke da beimnächsten mal an Möwenfedern, die scheinen recht steif zu sein. Wurfarm war denke ich auch etwas zu kurz, vielleicht 30cm?

      Joe schrieb:

      Versuch mal zu werfen wie einen Dart und erst in letztem Moment lässt Du los.
      Jap, Übung ist da auch nötig :D Wie gesagt ich werde da Zeitnah nochmal bei gehen. Mit konischer Spitze, längeren Speer, längeren Wurfarm und stabileren Federn. Dein Video zum Atlatl habe ich vor Jahren schon mal gesehen ;)
      Edit: Uh neues Video, kannte nur das alte von Vivalranger
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