Gas im Winter

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Im BCP habe ich vor ein paar Tagen einen Beitrag gepostet der auch hier her passen würde. Mal schauen wie das hier mit dem Bilder hochladen funktioniert.... (hey, das geht ja einfach)


      Hallo,
      immer mal wieder kommt die Diskusion auf wie gut Gas im Winter funktioniert.
      Ich habe da mal was vorbereitet:

      Zu sehen ist eine billiger Butan-Bunsenbrenner von Biltema (ein günstiger .... nennen wir es gnädigerweise Baumarkt, kein Vergleich zum OBI).
      Es hat -30Grad Celsius, das Ventil ist voll aufgedreht, kein Gas tritt aus.


      )


      Seht ihr den dünnen weissen Strahl der aus der Brennerdüse herausspritzt? Evtl. müsst ihr euch das Bild grösser anschauen. Das ist flüssiges Butan.
      Ich habe die Gasflasche auf den Kopf gedreht und mit einer Hand gewärmt damit sich im inneren etwas Druck aufbaut der das flüssige Butan herausspritzt.
      Wenn man genau hingehört hat, hat man das Butan im inneren kochen hören.




      Auf diesem Bild verbrennt flüssiges Butan bei -30Grad.




      -30Grad sind schon extrem, aber bei reinem Butangas geht das Theater schon bei -4 Grad los. Kurzversion: Gas im Winter....Nix gut.
      Selbst wenn man "Wintergas" (entweder ist dann Isobutan oder Propan usw. zugemischt) benutzt kann es passieren das das Propan oder Isobutan ausgasst und das Butan zurückbleibt. Bei den Brennern wird die Wärme nach oben hin abgegeben. Bei richtig kalten Temperaturen kommt an der Gasflasche recht wenig Wärme an sodass sie sehr kalt bleibt.....
      Noch zu erwähnen wäre das manche Gaskocher bei tiefen Temperaturen anfangen zu "spucken". Flüssiges Gas wird durch das gasförmige Gas (mein alter Chemieleherer würde mir was erzählnen für diese Formulierung) mit gerissen und verbrennt dann in der Flamme. Das sind dann gelbliche Stichflammen. Nicht wirklich angenehm wenn da plötzlich ein halber Meter Feuer rauskommt.


      Dieses Bild hat mit dem Thema Gas im Winter eigentlich nichts zu tun, nur so zur Betrachtung.
      -30Grad, der Motor läuft im Leerlauf vor einem Supermarkt. Darf man nicht? Schei...egal, manchmal ist man froh wenn der Motor läuft, besonders wenn die Baterie etwas älter ist, dann lässt man den Motor eben laufen bevor man auf dem Parkplatz strandet. Ich fand die Eiskristalle und den Eiszapfen am Auspuf bemerkenswert. Das ist kondensiertes Wasser aus den Abgasen. In der Luft ist bei -30Grad nicht mehr viel Feuchtigkeit.




      Hier grille ich bei -30Grad....ok evtl. waren es auch -32Grad... bei einer Veranstaltung des Eiskunstlauf-Vereins meiner Tochter mit einem Gasgrill Würstchen. In der Flasche ist nur Butangas, kein Gemisch, sprich, aus der Flasche kommt keinen Hauch Gas.
      Links unter dem Plastiksack (ich habe aus einem Müllsack und einem Karton eine Art Zelt improvisiert) ist die Gasflasche, die ich mit einem Warmluftgebläse (hat hier jeder im Auto zur Beheizung des Innenraums) zumindest etwas temperiere. Dadurch hatte ich dann Gas zum Grillen. Frei Zitiert nach Asterix und Obelix: "Die spinnen die Fin....".
      In 6h habe ich gerade mal 8 Würstchen oder so verkauft, war eine riessen Gaudie und bei der Organisatorin habe ich auf immer und ewig Narrenfreiheit.



      Es gibt natürlich Tricks, wie man mit Butangas bei diesen Temperaturen arbeiten kann, aber dafür würde einem die Berufsgenossenschaft in D das Fell abziehen weshalb ich das hier nicht erwähnen möchte. Das kann ins Auge gehen.

      Gruss
    • Tja Konrad,.... das ist der Moment wo der Frosch ins Wasser rennt.

      Theoretisch müsste das funktionieren, ob es dann aber praktisch funktioniert steht auf einem anderen Blatt.

      Ab grob -4 Grad ist die Butangas-Flasche druckfrei (bei "Wintergas" ist das unterschiedlich wann und ob es druckfrei wird, kommt auf die Mischung/Inhalt an). Auf meinem 2.Bild oben, da wo das flüssige Gas herausspritzt, steht der Brenner von Bild 1 auf dem Kopf. Da kommt nur etwas heraus weil ich mit der blossen Hand die Flasche erwärme um im inneren einen minimalen Druck aufzubauen. Ohne diese Erwärmung käme da nichts raus, oder evtl. nur ganz kurz etwas bis im Inneren ein Unterdruck herrscht. Woher soll der Druckausgleich herkommen bei einem geschlossenen Behälter wenn im Inneren ein Unterdruck herrscht, ...?
      Jetzt kommt das Problem:
      Vom Brenner selbst soll Wärme in Form von Wärmestrahlung oder Wärmekonvektion die Gasflasche erreichen, diese minimal erwärmen und somit Druck aufbauen!?
      Wenn ich im Winter Abfallholz oder Reissig verbrenne, das ist oft genug ein halbes Höllenfeuer, schmilzt der Schnee 20cm neben dem Feuer nicht. Ich habe jetzt leider kein Bild zur Hand um diese Aussage zu untermauern, aber es ist so. Die Flamme des Brenners ist ein Witz im Vergleich zu meinem Feuer....

      Die einzige ehrliche, realistische Antwort kann also heissen: Es kann theoretisch gehen, muss aber praktisch nicht unbedingt. Bei so eine Antwort kann keiner einen Wintereinsatz von Butangas in Erwägung ziehen.


      Bei Primus Wintergas steht drauf das es bis -22Grad funktionieren soll... in wie weit das stimmt und was passiert wenn es kälter wird als -22Grad kann ich nicht 100%-ig beantworten. Ich bitte um einige Monate Geduld, ich werde es im Januar ausprobieren, das interessiert mich jetzt.

      Theorie und Praxis, und ich werde sicher keine Tricks verraten mit denen sich einer, weil er eben nicht an alles denkt, in eine erdnahe Umlaufbahn Sprengen kann.

      Frage beantwortet?

      Gruss
    • Danke für die Ausführungen

      Und was macht man in der Outdoorpraxis? Not macht erfinderisch. Man nimmt die Kartusche nachts mit in den Schlafsack oder stellt sie beim Benutzen in einen Pott mit warmem Wasser (von Edelrid gabs sogar mal Handwärmer im Kartuschenbodenformat). Das mach ich so gelegentlich mit den Kartuschen für die Zeltlaterne (=Heizung & Licht) . Es hilft zumindest im Grenzbereich der Gaskartuschennutzung. Wer bei -30 mit Gaskocher loszieht ist ohnehin Anwärter für den Darwin Award. Bei -30 hat auch Petroleum schon Probleme.
      "The more I learn about people, the more I like my dog." - Mark Twain
    • Zwar nicht Gas, aber Spiritus: Wenn's in der Nacht zu kalt war, stecke ich mir das Spiritus-Fläschchen morgens unter den Pulli, damit es etwas aufwärmt. Falls das nicht geht, habe ich ein Teelicht dabei, mit dem ich ein wenig vorheizen könnte (habe ich aber noch nie gebraucht). Sollte im Prinzip auch mit Gaskartuschen funktionieren.

      Das Baumkind
      Das nächste Mal wird's noch besser.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.
    • Ich habe meinen Jetboil mit der roten Normalkartusche von Primus bei -10 ohne Probleme mit der ersten Zündung starten können.
      Das dürfte aber der Grenzbereich sein. Vom Hersteller werden max. -15 Grad angegeben.

      Gut Pfad, Micha
      Für mich ein echter Held:
      Lord Robert Stephenson Smyth Baden-Powell of Gilwell
      Kurz Bi-Pi genannt.
      Der Gründer der Weltpfadfinder Bewegung
      scout-o-wiki.de/index.php?title=Datei:Baden-powell1.jpg
    • Hallo zusammen,
      ich kann nur negative Erfahrungen bezüglich Gas im Winter vorweisen. :thumbdown:
      Habe auf einigen Wintertreffen versucht mich mit dem ewigen Camping-Gas Bluet Kocher ( im Gebrauch seit ich mit 14 erstmals allein losdurfte ) zu versorgen. Bin ab ca. -4°C kläglich gescheitert. ;(
      Seitdem hatte ich so einen billigen, russischen, qualmenden Benzinkocher. Der geht immer, ist aber vom Packmass und Qualmerei her nicht so optimal.
      Für´s Basislager hab ich nen faltbaren OSZ40 Zeltofen. :thumbsup: Der läuft auf Holz.


      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Ja das mit dem Gas im Winter bei Minustemperaturen ist ja bekannt.
      Deswegen hab ich mir einen Karina ( meine Frau faucht auch manchmal und ein Fauchi gibt es ja schon ) geholt.
      Mit Gas und Benzin funktioniert er super.


      Hier im betrieb mit Benzin, die blauen Flammen sind schlecht zu erkennen.
      Das schöne daran ist, man muß die Düse und den Schlauch mit dem Regeladapter bei Gas und Benzienbetrieb nicht wechseln.
      Gruß
      Andy
      Denk immer daran:
      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat
      :campfire:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von trapperandy ()

    • Meine einzigen Erfahrungen mit Gas bei Minustemperaturen beruhen auf einem Paddelurlaub im Mai 2010 an der Mecklenburger Seenplatte. Wohlgemerkt Mai! Nachts immer etwas unter 0 Grad. Morgens früh war alles in Raureif gebadet und der 3-Jahreszeiten-Schlafsack war auch nicht perfekt. Am Mittag und Nachmittag war die Sonne aber schon so aktiv, dass man problemlos im Thirt rumlaufen konnte und in den Seen baden konnte.



      Ich hatte ganz normales Gas für einen einfachen Campingaz-Brenner mit dabei. Morgens früh habe ich kaum warmes Wasser für einen Kaffee hinbekommen. Und ohne morgendlichen Kaffee geht mir bei gar nichts!

      Seitdem ist für mich Gas bei niedrigen Temperaturen gestorben. Wohlwissend dass es bessere Gaskocher und geeigneteres Gas gibt.

      Im nächsten Jahr war zur gleichen Zeit ein "Ikea-Hobo" mit von der Partie. Das Teil (häufig belächelt) hat seinen Dienst auch morgens unter Null Grad hervorragend verrichtet.

      Viele Wege führen zum Ziel.

      Gruß Guido
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835