Microadventures - Sammelfaden für das kleine Abenteuer

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    • Wintercamping im Böhmerwald

      Wir waren dieses Wochenende unterwegs um das milde Winterwetter auszukosten, eine Wohltat nach den arktischen Temperaturen der vorangegangenen Tage. Ziel war der Böhmerwald im Grenzgebiet A-CZ-D. Sind am Samstag erst spät am Parkplatz angekommen und es ging gleich mal den Wanderweg hoch der von zahlreichen Schneeschuhgehern bestens ausgetreten war. Der Pfad schlängelt sich in Falllinie den Berg hinauf und hier kam ich gleich mal gehörig ins schwitzen. Für BC-Langlaufski m. schwerer Pulka und Zuggestänge ist das schon ziemlich an der Grenze was machbar ist. Nach ca. 100 Höhenmetern haben wir dann auf die Forstwege gewechselt, was weniger beschwerlich ist - ich kam aber trotzdem erneut aus der Puste. Anfang Februar lag ich gleich 2 Wochen mit einer heftigen Grippe flach und ich fürchte das ich nach wie vor nicht 100%ig fit bin. Die Bäume wurden mit der Höhe zusehends weniger und im gleichen Maß schwand leider auch meine Kraft. Wir haben uns dann nach einen Platz für die Nacht umgesehen und ein paar Tourengeher hatten uns geraten noch ein Stück hoch zu steigen wegen der besseren Aussicht. Es hat sich gelohnt würde ich meinen ...



      Mit fortschreitender Dämmerung zogen Nebelschwaden den Berg hoch und die Stimmung war schon beinahe mystisch, was von der Kamera schlecht einzufangen ist.



      Unser Zelt haben wir direkt auf einem Forstweg aufgebaut der von hohem Schnee überwächtet war.



      Der nächste Morgen empfing uns mit eher mäßigem Wetter und dichter Nebel verdeckte die Sicht auf die Umgebung. Zum Glück war es mit lediglich -2°C und nicht wirklich kalt.



      Wie schon am Abend zuvor hatten wir direkt im Zelt Schnee geschmolzen und gekocht und haben uns dabei ein echtes Kondensationsproblem eingehandelt. Es begann sogleich von der Decke zu tropfen und die Nässe drang sogar durchs Innenzelt hindurch, was ich bis dato noch nicht kannte.





      Nach unserem Aufbruch gings zuerst moderat und dann wieder relativ steil hoch und ich hatte mit dem schweren Lastschlitten im Schlepp erneut mit meiner schwächelnden Kondition zu kämpfen. Nach kurzer Strecke erreichten wir die Dreieckmark, wo Deutschland, Österreich und Tschechien zusammenstoßen. Wie auf Bestellung hat sich der Nebel gelichtet und die Sonne brach langsam durch.



      Der markante Grenzstein ist noch gut eingeschneit, man sieht zwar die Wappen des jeweiligen Staates aber die Wappen der 3 Provinzen sind nach wie vor unter dem Schnee verborgen. Dieses Jahr ist ein schneereicher Winter, was leider nicht immer der Fall ist und selbst in einem als 'Schneeloch' bekanntem Gebiet wie dem Böhmerwald ist die Schneelage durchaus nicht immer zufriedenstellend.



      Wir sind dann rüber Richtung Plöckenstein und kamen auch relativ zügig voran, da das Gelände eher flach ist oben auf dem Kamm. Vom mächtigen Hochwald ist hier leider nicht mehr viel übrig und Stürme wie Kyril und das Waldsterben haben einen bizarren Stämmchenwald hinterlassen. Wind und Schnee betätigten sich hier als Künstler und schufen herliche Schneeskulpturen.





      Ein Blick Richtung Plöckenstein (1379m) läßt das Gipfelkreuz aus der Ferne lediglich erahnen, da an der Wetterseite ebenfalls komplett vom Schnee eingehüllt und so gut getarnt.





      Überall waren viele Tagestouristen unterwegs, einige zu Fuß, viele mit Schneeschuhen und zahlreiche mit alpinen Tourenskiern. Ich habe mit meiner Pulka für Aufsehen gesorgt und ich denke dass viele einen solchen Schlitten noch nie aus der Nähe gesehen haben. Beim Gipfelkreuz ergaben sich auch ein paar Gespräche und ich mußte ein paar Bergfexen Fragen zu meinen unüblichen Skiern und zu meiner Pulka beantworten. Der Ausblick über das Plateau war dank strahlendem Wetter und frischer Schneedecke einfach nur herrlich und lud zum verweilen ein.



      Wir haben dann einen kurzen Abstecher zum Stifterdenkmal gemacht. Dies ist ein Steinobelisk welcher auf tschechischer Seite zum Gedenken an den Dichter Adalbert Stifter errichtet wurde. Dieser ist nicht nur im Böhmerwald geboren sondern hat auch hier gelebt und gewirkt.



      Das Denkmal steht an einem steilen Abhang mit direktem Tiefblick auf den Plöckensteinersee. Hier sieht man über den Moldaustausee weit in das böhmische Land nach Tschechien hinein. Direkt hinter der Grenze beginnt auch der Nationalpark Šumava, wo nicht nur das campieren verboten, sondern auch das verlassen der markierten Wege mit empfindlichen Geldstrafen belegt ist.



      Zurück am Plöckenstein konnten wir nochmals die herrliche Fernsicht genießen, da sich das diesige Wetter gut verzogen hatte. Man konnte über dem Nebel im Donautal die Gipfel der Alpen erahnen.



      Da der Tag bereits fortgeschritten war hieß es Abschied nehmen von dieser zauberhaften Landschaft und es ging mit unseren Langlaufskiern zügig die ganzen 5km im Pflug runter bis zum Parkplatz. Der Schnee war von der Sonneneinstrahlung stellenweise sulzig weich und schwer beherrschbar, an schattigen Stellen aber noch eisig glatt. In Kombination mit dem teils steilen Gelände eine echte Herausforderung für unsere Langlaufskier noch dazu mit Pulka im Schlepptau die kräftig anschob im welligen Terrain. Ich flog ein paar Mal unsanft auf die Nase - ausgerechnet an flachen, meist ungefährlich anmutenden Stellen. Tourenski mit Rucksack wären hier die bessere Wahl, wir habens aber trotzdem gepackt. Möchte hier meine Begleiterin loben, sie hat sowohl das zelten im Schnee als auch die Abfahrt ohne murren mitgemacht was durchaus nicht selbstverständlich ist. Als wir unser Camp abgebaut haben kam nämlich ein junges Pärchen vorbei und die Dame hat gemeint dass sie fürs campieren im Schnee nicht zu haben wäre ...
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • @bugikraxn
      Sehr schöne Bilder und netter Bericht :danke:

      Ich kann leider bei weitem nicht mit so schönen Bildern aufwarten :( aber ich habe auch die Gegend unsicher gemacht ^^





      Schöne Grüße

      Hans
      „Ich werde Ihre Meinung bis an mein Lebensende bekämpfen, aber ich werde mich mit allen Kräften dafür einsetzen, dass Sie sie haben und aussprechen dürfen.“

      Voltaire

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    • Das Moor bei Vechta

      Heute das Mittagessen ausfallen lassen und später nachgeholt - nach dieser Köstlichkeit draußen bei frischer Luft das Moor erkundet.

      Am liebsten hätte ich ja noch den Teller restlos verzehrt, aber meine Zähne scheitern einfach am Metall.
      Auf geht's - die Anfahrt war bereits recht stürmisch, den Wind im Moor bremst fast nichts, hier flattert eine riesige Plane wie ein Ungeheuer über den Weg.

      Tja, losgelaufen - wo man halt gehen kann.

      Manchmal wirkt das Moor eher leblos, wenn man von den Vögeln mal absieht, aber das ist es nicht. Hier kommen die ersten zarten Blütenknospen.
      Möchte man was sehen, sollte man sich irgendwo hinsetzen und warten bis die Natur die Unruhe durch den Wanderer geschluckt hat.

      Spuren von Mensch und Tier - offene und verdeckte. Vereinzelt herumliegenden Plastikmüll, den es leider gibt, habe ich nun nicht fotographiert - aber ich erwähne ihn.

      Der Wind ganz schön am Pfeifen - keine Menschenseele in Sicht.

      Wildwechsel, Fußspuren (und Müll :( ) - ich glaube sogar, dass ich wohl Gewölle fand - mit Knochenteilen drin, mal sehen, von wem die kommen.
      Erkennbar sind Fell und Knochenreste, das muss ich hier mal näher untersuchen und schauen...könnte auch Kot sein, ich bin nicht sicher.

      Pause - Kaffee kochen mal nicht, ich hatte fertigen Kaffee dabei (Moor + Feuer = keine gute Idee) - und zur Wolfsabwehr eine besonders lange Klinge, die ich mit Klebeband blitzschnell an mein kleines aber feines Cullman-Stativ kleben kann (hahaha...).

      Die Augen rastlos wandernd nah und fern, Kaffee geschmacklich ...so lala...so ehrlich bin ich. :kuh:



      Fuchsbau -ja - vermutlich Fuchsbau..Die Metallteile, Rohre und andere "Rückstände" des Torfabbaus und anderer Aktivitäten sind neben der allgemein präsenten Gefahr ("Einsacken") ein Grund, weshalb annähernd jeder Schritt und in jedem Fall jeder Sprung über Gräben genau überlegt sein will.
      Zu blöd, wenn man abrutscht, sich unter Wasser an so einem Teil verletzt und im Graben gefangen wäre...

      Dadurch, dass es so windig und einsam ist, fühlt man sich wie der einzige Mensch auf Erden (Netzabdeckung bzw. fehlende Netzabdeckung trägt dazu bei).

      Einige Ecken sahen insgesamt zwar begehbar aus, aber manche davon lagen ganz klar im Vogelschutzareal, welches ich auf gar keinen Fall betreten werde. Hier sind auch eindeutig Schilder positioniert.
      Andere wiederum sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Ecken, in denen Rehwild ruht bzw. Wildschweine sein dürften.
      Muss ich nicht hin, sollte man gerade in dieser Jahreszeit auch vermeiden (April/Mai-Setzzeit des Wildes...)
      Außerdem gibt es wohl tatsächlich Wölfe dort, die ich aber noch nie gehört habe.
      So manch große Spur könnte durchaus von einem Leonberger stammen, das ist eine relativ große Hunderasse.
      Ich glaube, ich muss die Wölfe wirklich erst mal sehen, bevor ich's wirklich glaube.
      Allerdings wurde mir das von mehreren Menschen dort bestätigt, u.a. wurde er von denen auch gesehen, die dort arbeiten bzw. sehr oft sind.

      Naja, das war es dann auch schon - ein "Microadventure" - vielen Dank, dass Ihr mit rausgekommen seid!

      Lieber Gruß,
      Silas
      Semper fidelis

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    • Silas schrieb:

      So manch große Spur könnte durchaus von einem Leonberger stammen, das ist eine relativ große Hunderasse.
      Laut "Grashalmprobe" ist das Bild oben vermutlich wirklich eher Hund. Die haarige Hinterlassenschaft könnte grössentechnisch auch gut zum Fuchs passen, aber ich ich hab so absolut null Wissen in diesen Bereichen und fänd es toll wenn nochmal kurz jemand mit Ahnung Rückmeldung gibt.
      Auf jeden Fall danke für den Mooreinblick. :)
    • Storyline – wie Silas zu seinem Namen kam

      Arbeitstitel- besondere Erlebnisse im Moor


      Hi, das Moor lässt nicht locker, vielleicht zieht es so an, weil recht einfach Spuren zu finden sind – oder weil halt wenige wirklich dort unterwegs sind. Wie auch immer, gegen einen Overnaita konnte ich mich nicht wehren… Samstag, früher Abend. Die Sonne scheint, perfekter Halt – 3 Wetter-Taft.


      Meine geliebte Bedroll, blöde schwer, aber sind ja nur wenige hundert Meter. Da es plötzlich warm wurde, waren bereits überall Mücken zugange, aber noch keine in Stechlaune. In meinen LK35 stopfte ich sehr genervt meinen Schlafsack Allg…Nummer xyz, nicht mal ein richtiger Defence 4. Ich sehne mich nach Daune, seit ich sah, wie klein man so einen machen kann.

      Birken als vorherrschende Baumart, einfach sympathisch, so’n Rudel Birken. *g*

      Hier wird’s feucht und nass und dort wo trocken, etliche Wechsel. Naja, die Tiere mögen auch nicht unbedingt nasse Füße. Sie sind uns ähnlicher als wir glauben.

      Eine Anhäufung von Totholz, dort gehe ich nicht hin. Einfach zu gefährlich.

      Der Abend naht. Im Westen geht die Sonne unter.

      Nahe des Weges, einigermaßen farblich angepasst dem Gras dort, mein Lager.

      Blick ins Naturschutzgebiet, huch, es wird rasch dunkel – und Fledermäuse rasen durch die Luft auf der Suche nach den ersten fliegenden Insekten.

      Mothersoulalone, oder etwa doch nicht? Sind da Geräusche? Später sollte ich einige Füchse hören, dieses heisere Bellen, was meistens in Krimis eingespielt wird. So Fernsehkrimis im ländlichen Bereich, kurz zuvor schreckt Rehwild. Die haben Wind gekriegt von mir.

      Mit dem Fernglas ist nichts zu sehen, aber ich bin ja auch gerade erst angekommen. An dieser Stelle könnten nun Dutzende Bilder kommen, aber sie alle werden dem Moor auch in der Summe nicht gerecht.
      Ein Flieger. Und ein Stern.


      Immer dunkler und etwas nebelig.

      Die Flugdichte an Fledermäusen nimmt erheblich zu – etwas gespenstisch.

      Gegen die aufkeimende Furcht vor dem, was in der Dunkelheit lauern mag – ein paar Pfefferbeißer, etwas leckeren Käse und zwei Dosen köstliches Haake Beck – letztere haben neben der beruhigenden Wirkung noch die Option zur Lagermarkierung *g*, damit nicht versehentlich Wild über meine Bedroll stapft und strauchelt.
      *drool*

      Geiler Käse mit Kräuterrinde zum Mitmampfen. Mein Geschmatze ist sicher weit zu hören. Ein Vogelkonzert begleitet mich später beim Zubettgehen.

      So, zwei Messer, ein Tomahawk - gegen echte Trolle hilft das nicht viel, aber alles andere kann erstmal einpacken.

      The night is dark and full of terrors – ganz so schlimm ist es nicht, aber ich wache irgendwann auf, als ich ein hundeartiges Heulen (aber nur ein sehr kurzes!) höre und lausche intensiv. Wage es nicht zu atmen. All die Geschichten von Moorhexen, Wurzelhexen und Trollen holen mich ein, ich denke an Sumpf- und Irrlichter...
      Semper fidelis

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    • Teil 2

      Wachgeworden – aufatmend, frische Luft –Sonnenaufgang steht bevor.Und die ersten Menschen am Himmel, nech?

      Zeit, etwas zu prüfen, was ich immer schon mal prüfen wollte.

      Tatsächlich – im Osten geht die Sonne auf. *g* Wer hätte das gedacht?



      Das Frühstück und mein Kuddelmuddel-Lager, durch Kondens ist der obere Bereich des Schlafsacks in der Bedroll feucht geworden, aber die Bedroll im offenen Verdeck habe ich mich schon allein wegen der Mücken nicht getraut. Aber da war noch etwas anderes…

      1 – 2 – 3 – Hier kommt die SONNE!!

      Der Nebel weicht, Schemen und Schatten schwinden wie der Mond es tut.

      Hier zu sehen, dass Dunkle ist da integrierte Moskitonetz, sehr schön.

      Leave no trace, they say…

      Aber – Spuren sind das, hier Rehwild und etwas anderes, vielleicht ein größerer Fuchs…ich bin nicht sicher.
      Später dann, auf dem Weg zum Auto…Spuren, frische, direkt auch beim Auto.
      Semper fidelis

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    • Teil 3

      Moment mal.

      Dummerweise kein Maßband dabei oder gar Gips oder sowas….hätte ohne Kaffee auch zu nix geführt, das wäre nichts geworden.

      Die hätte ich gestern Abend nicht übersehen können, selbst wenn ich gewollt hätte.



      Sie ist der schönste Stern von allen!

      Ein Behelf aus dem Auto, das misst ca. 9 x 14 cm.

      Die Schrittlänge habe ich nicht bestimmt, die Spuren liefen zum Teil kreuz und quer. Ich muss annehmen, es waren mehrere Tiere.

      Was mag solche Spuren hinterlassen haben? Gestern Abend gab es keine Spaziergänger mehr – und schon keine mit so einem großen Hund.


      Einen Verdacht habe ich – aber kann das sein?
      In der Woche, wenige Tage zuvor – fand ich das eine oder andere von Interesse. Das wollte ich zuhause noch mal untersuchen.

      In der Nähe vom Auto, im unteren Fünftel des Bildes mit dem Reifen.

      Die hier waren das nicht.


      Aufarbeitung daheim:
      this is for you, @corinn

      Da ich meinen Kindern das Konzept von „Gewölle“ von Eulen nahe bringen wollte, war ich happy, neulich etwas gefunden zu haben.
      Man sieht nur das, was man sehen will. So oder so ähnlich Jon Young/Dingens, wie het de noch…der mit dem Indianer, da. Damit hätten sie dann wohl recht.

      Das gefundene „Gewölle“ – makroskopische Untersuchung und Dokumentation:


      Man sieht nur das richtig, was man auch zeichnet.

      Was man in der Hand hat. Ich lerne auch anhand von Fehlern.
      Ich hatte ignoriert, dass ich das Gewölle fernab jeglicher erhöhten Position gefunden hatte (Nachtgreife sitzen auf Bäumen etc. und würgen das dann aus), ich schob es auf den starken Wind zuvor

      Auch hatte ich die Größe der Knochenstücke ignoriert – es ist sicher ca. 3 Jahrzehnte her, dass ich Gewölle von Eulen in der Hand hatte. Das ist aber keine Entschuldigung.

      Insektenlöcher – und Fraßspuren, vermutlich von Cousins der Speckkäfer, die mögen auch Haare und so.

      Wie ein Überaschungs-Ei auseinander gepflückt mit der Pinzette und vorsichtig durchwühlt.

      Eine Krallenspitze nebst weiterer, teils massiver Knochenstücke wie sie für Nager wie Ratten und Feldmäuse etc. viel zu groß sind.

      Kralle in Nahaufnahme

      Größenvergleich

      Was zum Geier ist das, soviel Fell? Hund scheidet aus, denke ich.

      Die Lösung?

      So eine Scheisse. *g*


      ...wieso ich das jetzt nicht drehen kann, keine Ahnung.


      Der Kaffee danach….

      Wie ich zum meinem Nick kam:

      Als ich damals – gefühlt vor Zeiten des Internets – auf den Namen Silas stieß, wurde in einer Geschichte Ende der 80er bis Mitte der 90er des letzten Jahrtausends ein die Grenze überquerender Fremder betitelt, der – ohne Papiere – in der BRD einreiste. Heimlich, still und leise. Ich kann mich erinnern, dass da zu lesen war, „der Einfachheit halber nennen wir ihn Silas“. Es handelte sich um einen Wolf, der schlussendlich totgefahren wurde. Ende der Geschichte – so far.

      Naja, diese olle Kinderserie sah ich nie. Irgendwie habe ich den Namen angenommen. Bemerkenswerterweise gestand mir Muttern, dass sie mich so nennen wollte, aber mein Vater nicht. Zu ungewöhnlich zu der Zeit.

      Immer schon habe ich mich Wölfen verbunden gefühlt, bin ich deswegen der Ansicht, er gehöre hier her?

      Haben NABU, andere Naturschutzverbände, Umwelt-freundliche Parteien oder Jäger das alleinige Recht der Deutungshoheit?

      Haben Nutztierhalter hier was zu sagen?

      Wie viele von ihnen verbringen ihre Nächte als Naturliebhaber wirklich draußen?

      Habe ich mich bedroht gefühlt durch die Anwesenheit des Spurenverursachers?

      Werde ich den Overnaita wiederholen?

      Würde ich es meinen Kindern erlauben?

      Würde ich eins mitnehmen?

      Wäre das verantwortungsbewusst?

      Mag sich nun jeder alles selbst fragen und das für sich beantworten.

      Der Mensch unterwirft sich die Natur wie es ihm beliebt, rein Alibi-mäßig werden der Natur Ausgleichs- und Schutzareale zugestanden.
      Und es wird entschieden, dass der Wolf auf Gedeih und Verderb hier mit der Natur hier und der Spezies Mensch zurechtkommen muss.
      Und das in einer Gesellschaft, in der diskutiert wird, ob Messer verboten werden sollten und in der jedes subjektiv nervige Insekt totgesprüht wird.

      "Für den Menschen [….] gibt es die Gefahr zweier Trugschlüsse: zum einen könnte er annehmen, daß das Frühstück aus dem Lebensmittelgeschäft, zum anderen, daß die Wärme aus dem Ofen kommt.“ (A. Leopold, „Sand County Almanac“)

      So far, liebe Leute - das war Silas in Gefahr ;)

      Bilder
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      Semper fidelis

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    • Hi,

      PatrickP schrieb:

      @Silas' Top Bericht!! Warum ist es denn gefährlich zu diesem Totholzhaufen zu gehen? Können sich da Wölfe aufhalten bzw. halten diese sich dort mit Vorliebe auf? Und diese Spuren waren ebenfalls von Wölfen?

      Sorry für OT: Kann jemand ein Buch zu a) Spurenbestimmung und b) Vogelbestimmung empfehlen?

      Gruß
      Patrick
      Zum Totholzhaufen - dahinter ist so ein alter Haustierfriedhof, der eine seltsame Ausstrahlung hat 8|
      Scherz - auf dem Weg dahin wird es a) immer sumpfiger, b) Wild braucht Deckung, c) der Haufen wurde da mit schweren Baggern hingemacht, geht gar nicht anders. Auf der anderen Seite müsste ein Graben sein - die erwähnten Metallteile halt vom Torfabbau. In meiner Phantasie sind sie scharf und gefährlich...irgendwie bin ich doch ein Angsthase.

      Gruss,
      Silas
      Semper fidelis

      dgmea.de

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    • Glamping im Wiglo mit Spiritusheizung

      Nachdem Ostern mehr oder weniger 'ins Wasser gefallen' war, konnte ich das letzte WE zumindest gut nutzen. Wetter war am Samstag fair mit wolkenlosem Himmel und angenehm milden Temperaturen - lediglich der kräftige Wind passte nicht ganz dazu - aber was ist schon perfekt? Ich hab also mein Wiglo 4LT von Bergans eingepackt, das ist ein Hybrid zwischen Lavvo und Kuppelzelt und bietet normalerweise Platz für 3 Personen. Da ich solo unterwegs war hatte ich also eine richtig große Hütte für mich alleine und um das Glamping perfekt zu machen war auch eine Zeltheizung, ein Klappstuhl, usw. mit am Start ;)





      Als Koch- und Heizgerät kam diesmal der sogenannte Origo 5100 Heat Pal von Dometic mit raus, welcher mit Spiritus betrieben wird. Abends wurde Tee zubereitet und mit einem Schuß Rum und gaaanz viel Zucker verfeinert, was für entsprechende 'Bettschwere' sorgte. Ich hab den Heat Pal dann mitsamt Abdeckhaube ins Zelt verfrachtet, entzündet und auf kleine Flamme eingestellt. Dies sorgte für angenehme 17-18°C, also schon beinahe zu warm meinen 3-Jahreszeitenschlafsack. Durch die großen Schlitze am Heat Pal ist die Flamme sichtbar und dies sorgt für ein klasses Ambiente, auch wenn es ein richtiges Holzfeuer nicht ersetzen kann.



      Ich bin dann um ca. 5:00 mal wach geworden, weil ein Reh in unmittelbarer Nähe schreckte. Die Flamme brannte immer noch und mit der einen Kartusche bin ich ca. satte 9 Stunden durchgekommen. Ich bin nochmals eingeschlafen und beim erneuten aufwachen war der Spiritus dann verbraucht und der Heat Pal erloschen. Es hatte frische 4°C, also nicht wirklich angnehm. Ich hab mich dann aufgerafft um die Kartusche zu wechseln und die Zeltheizung lief dann auf halber Flamme was das Innenzelt schon nach etwa 25-30 Minuten auf ca. 18-20°C aufwärmte - also fast wie im heimischen Wohnzimmer ;)



      Draußen vor dem Zelt war die Tierwelt ebenfalls schon längst erwacht und das Getschwitschere nicht zu überhören. Ich hab den Heat Pal dann als Kochgerät genutzt um mir ein üppiges Männerfrühstück zuzubereitet mit Speck, Eiern und Baked Beans, dazu türkisches Pide sowie Kaffee.





      Diese Ladung hielt dann auch bis zum halben Nachmittag und ich verspürte keinerlei Hunger. Ich hab die Zeit z.B. mit Chillen, Schnitzen und Naturbeobachten verbracht. Vor dem Zeltplatz lieferten sich ein paar Schwarzspechte Verfolgungsjagden, was witzig anzusehen war. Die Sonne stieg rasch hoch und mein Zelt wurde aufgeheizt so dass ich sowohl Lüfter als auch 2 von den Eingängen öffnen musste um für etwas Durchzug zu sorgen.





      Ich hatte noch ein paar kulinarische Leckerlies eingepackt und die wurden nun geschniebelt, präpariert und gleichzeitig Reis als Beilage gekocht. Dannach die 1te Ladung Lungenbraten im Speckmantel scharf angeschwitzt und sogleich mit Gemüse und Rindersud geküchelt - jammy!









      Ich ließ mir eine gute Portion schmecken und hab auch schön brav aufgegessen - ich wollte ja dass das gute Wetter weiter anhielt, hehehe



      Dannach wurde nochmal eine üppige Ladung zubereitet um auch dem ein oder anderen Überraschungsgast was anbieten zu können! Die Gäste trafen zwar ein, hatten aber leider nur den kleinen Hunger eingepackt und so ging eine große Voratsdose gefüllt mit feinem Essen wieder mit nach Hause. Sie wurde erst heute, 2 Tage nach meiner Glampingaktion vollständig geleert ;)



      Nach dem unbeliebten Abwasch hab ich den restlichen Nachmittag wiederum mit chillen verbracht und wollte eigentlich am Sonntag Abend gar nicht mehr weg aus dem Wald. Der Abschied fiel zugegeben schwer ...

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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • Diese Art von Spiritus Koch- und Heizgeräten wird z.B. auch auf Booten verwendet und da darf selbstverständlich auch nix auslaufen oder überschwappen - auch nicht bei sehr strkem Wellengang. Die Kartusche, also der Spiritustank ist mit einer Art Steinwolle bzw. Flies ausgestattet welches den Spiritus aufsaugt und da passt ca. etwas mehr als 1L rein.



      Auch wenn man die Kartusche komplett auf den Kopf stellt tropft/läuft da nix raus, ist also eine sehr sichere Sache @Konradsky. Ein anderes Thema ist die Abhitze, welche im Heizmodus oben aus der Abdeckhaube raus kommt. Diese ist selbst bei kleiner Flamme wirklich heiß und der Heizer darf keinesfalls abgedeckt werden! Wenn z.B. anderes herum das Zelt zusammenfällt fürchte ich dass der Zeltstoff rasch Schaden nimmt bzw. sogar schmilzt/verbrennt und man muss da sofort reagieren.
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • Mea culpa, aber das wird hier jetzt eine etwas umfangreichere Abhandlung. Man möge mir aber verzeihen, denn ich gelobe in Zukunft wieder Besserung...

      Heute trafen sich 4 Gleichgesinnte, die teils schon miteinander unterwegs waren, sich teils aber auch noch nicht kannten. Grund genug, direkt in die Vollen zu gehen, um zu gucken, wie man miteinander parat kommt. Quintessenz: Es hat vorzüglich gepasst, wenn @Walter auch unheimlich gefehlt hat. Nun ja, ich bin leider oftmals sehr spontan (Schicht bedingt), daher passte es dieses Mal so kurzfristig nicht. Beim nächsten Mal aber wieder.

      So, let's go on...



      Als Treff- bzw. Startpunkt hatte ich Burg Satzvey auserkoren. Direkt an einer Abfahrt der A1 gelegen konnte man sich von hier aus schön gen Süden arbeiten, um letztlich bei unserem Hermann einkehren zu können.



      1. Ziel des Tages - Die Katzensteine in Katzvey. Immer wieder einen kleinen Abstecher wert, wenn man sich vor Ort auch nicht allzu sehr austoben kann. Zumindest, wenn man auf Strecke aus ist. Obwohl sich Rundwege durchaus finden.



      Hätte heute Bushcraft angestanden, hätte ich mich an den zahlreichen Kiefern ausreichend bedienen können. Schön trocken, aber dennoch als Zunder prädestiniert.



      Teils finden sich sehr interessante Wurzelstrukturen, die sich über und durch den Sandstein ziehen.



      Extra für @Walter, wenn ich auch weiß, dass sich andere auch für derartige Funde interessieren - eine Metallschüssel.



      Na ja, wir hatten uns von Katzvey entfernt und waren eigentlich auf der Suche nach römischen Überresten. Etwas verwundert waren wir, als wir plötzlich vor einem Friedhof standen...



      "In Gedenken an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs". Oftmals in direktem Zusammenhang zu Soldaten, die in unmittelbarer Nähe wohnten.



      Ein Mahnmal zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkriegs. Erbaut aus den "Überresten" der römischen Wasserleitung. Auch eine Möglichkeit, wie ich finde.



      Bäume werden mir auf Dauer einfach zu eintönig. Entsprechend bin ich mal auf Steine umgestiegen. Doch klappt auch!



      Das römische Aquädukt in Vussum. Immer wieder einen kurzen Abstecher wert, wenn es sonst auch nicht viel zu sehen gibt. Hieran lässt sich aber schön erkennen, wie weit die Römer vor gut 2.000 Jahren architektonisch schon fortgeschritten waren.



      Ein Abschnitt der alten römischen Aquäduktbrücke, die nach Köln führt. Insgesamt erstreckt sich die Leitung über 100 Kilometer.



      ... mit schön erhaltenem Rundbogen.



      Kalksinterblock an Sammelbecken - Ablauf nach Köln mit 2 Zuläufen



      Hier nochmals aus anderer Perspektive...



      Die Inschrift am Zugang zur Kakushöhle (Dreimühlen)



      Die Hauptkammer der Kakushöhle - war schön frisch da drin.



      Perspektive auf den Ausgang, nachdem man hindurch gekrochen ist. Heilige Sch***e, waren die Steine durch die Jahrtausende der Abnutzung glatt zum Teil. Mit bedingt funktionierender Quante hieß es "Uffpasse!"



      Einfach so!



      Eine weitere Höhle, die sich hinter der großen befand. Rundum eine sehr schöne Landschaft. Mit den Neanderthalern fing es hier vor rund 300.000 Jahren an und endete nach dem Einfluss von Kelten und Römern bei neuzeitlichen Bauern.



      Ab und an war Kopf einziehen angesagt. Schlecht, wenn man mit der Linse noch auf etwas ganz anderes fixiert ist und derweil weiter voran läuft. Ging zum Glück gut aus.



      Eiserfey Sign - Ja, auch die Eifler gönnen sich sowas.



      Ein weiteres "Loch" (Insider)



      Der Kaiserbrunnen, dem wir auf dem Weg zum Brauhaus noch begegnet sind. Mussten wir unbedingt noch mitnehmen. Man kam leider nur nicht rein. Wäre sicherlich interessant gewesen, zumal es weiter unten doch noch weiter zu gehen schien. Shit!



      Nochmals aus anderer Perspektive...



      Tja, Tour gelaufen, dann kann man sich heute mal ein Steak statt das obligatorische Schnitzel gönnen. Ich hätte nur die Fritten weglassen sollen.



      "Kinderteller" - Wer's kennt... :whistling:



      Doch, geile Kiste!



      Ich brauchte, dank der Fritten, tatsächlich noch einen kleinen Verdauungsspaziergang. Also auf noch eine Runde durch Vogelsang IP drehen.



      Aber hier war dann auch Schluss für heute. 10 Kilometer zu Fuß, 200 mit dem Auto. Aber hat sich gelohnt und alle Beteiligten waren zufrieden.

      Also: Licht aus!

      Bis demnächst mal wieder!
    • Ich war zum Wochenende wieder mal draussen im Wald für eine Übernachtung. Es war für die Jahreszeit tagsüber eher ungewöhnlich warm, obwohl die Nacht trotzdem noch frisch war. Morgens wurde ich von den Vögeln geweckt bei ca. 8-9°C. Zum Glück hetzte mich nix und ich blieb im Schlafsack bis auch die Umgebung wohl temperiert war. Frühstück war eher bescheiden, es gab nur Tee welcher aber mit einem Schuß Rum und Zucker verfeinert wurde ...



      Dannach gings ans Zutaten präparieren denn eine Hühnersuppe stand am Speiseplan. Ich hab die Hühnerkeule mit Hilfe eines fetten Bowiemessers zerhackt - ein Werkzeug wie geschaffen für solche Tätigkeiten, wenngleich sich das Schälen und Zerkleinern des Suppengemüses wahrscheinlich geeignetere Klingen finden. Dann ging die Suppeneinlage in den Topf und dieser köchelte auf einem simplen Topfstand über dem Spiritusbrenner eine Weile vor sich hin.





      Übernachtet habe ich unter Moskitonetz und Tarp, wobei das Moskitozelt eher zur großzügigeren Variante gehört was das Platzangebot betrifft. Da hier 2 Gestängebögen mit dabei sind muss das Tarp darüber ganz schön hoch abgespannt werden, also nicht die beste Wahl für Stealth Camper.







      Nach einer gefühlten Ewigkeit war denn meine Hühnersuppe soweit fertig gegart. Ist nicht leicht wenn die ganze Umgebung der Kochstelle verführerisch nach gutem Essen riecht. Die Suppe hat zumindest gemundet ;)







      Natürlich gabs auch 2 Missgeschicke meinerseits. Das Warmwasser für den Abwasch hab ich so unglücklich vom Brennerstand genommen dass der Spiritus überschwappte und gleich ein Stück Waldboden angekokkelt wurde. Doch kein Problem wenn man gerade einen Topf mit Wasser in der Hand hält ;) Es ist leider ungewöhnlich trocken in der Gegend so dass ein Lagerfeuer unverantwortlich gewesen wäre. Der Spiritusbrenner ist ein akzeptabler Kompromis da er keinen Funkenflug erzeugt und dennoch ist Vorsicht geboten wie man unterhalb sieht.



      Naja, das Leave-No-Treace Prinzip hab ich ein wenig verletzt sozusagen. Das 2te Missgeschick hab ich erst zu Hause beim Hände waschen bemerkt, denn da kam eine Minizecke zum Vorschein. Sie hatte sich ausgerechnet unter meiner Uhr festgesaugt und so konnte ich sie leider vorher nicht entdecken. Ich werde jetzt den Spot beobachten bez. Symptome auf Borreliose ...
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!