Batoning - Pro und Contra

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    • Batoning - Pro und Contra

      batoning / das Batonen / er batoned oder er batont?????? "Batonieren" habe ich auch schon gelesen 8o
      Wie geht man um mit dem eingedeutschten Begriff, den wir aus dem englischen übernommen haben, der jedoch eigentlich aus dem französischen kommt?
      Egal - Schluss mit der Haarspalterei! Wir wollen hier keine Schnecken oder Froschschenkel! Tut man es seinem Messer nun an, oder nicht? Und wenn ja: Wie macht man es korrekt? Ich denke, unter einem der folgenden drei Punkte ist die Wahrheit zu finden.......

      1. Manche Fachleute sagen, wer zum Holz Hacken und Spalten sein Messer nimmt, anstelle von Axt oder Beil, der handelt unklug! Messer sind nur zum Schneiden da, und nicht dafür geeignet, um sie mit einem Knüppel (Baton) durch ein Stück Holz zu treiben. Messerklingen können brechen, wenn das Holz verdreht oder zu hart ist und mit dem Baton zu viel Kraft auf die Messerspitze übertragen wird.

      2. Oder ist Batoning eine Messertechnik für den Notfall? Denn nur im Notfall -also ungeplant- habe ich meine Axt nicht dabei, wenn ich z.B. trockenes Feuerholz brauche. In meinem Bericht " Feuer bei Nässe " habe ich es auch getan, denn es hätte ebenso ein Notfallszenario sein können.

      3. Vielleicht ist Batoning ja auch völlig legitim, wenn der Messerrücken breit genug ist, und der Stahl full-tang durch den Griff verläuft? Wenn man nur Holzstücke bis zu einem Durchmesser von etwa 8cm auswählt? Wenn man die Klinge immer nur abseits der Mitte ansetzt und von Anfang an versucht, möglichst kleine Stücke abzuspalten, anstatt die Hölzer zu halbieren? Wenn man möglichst nur weiche Hölzer verwendet und Eiche sowie Buche auslässt?

      Klar ist, dass jedes Messer gut festgehalten und sehr gerade aufgesetzt werden sollte, wenn man vorsichtig (und mit Gefühl! :love: ) den Klingenrücken bearbeitet, denn sonst leidet die Schneidkante unnötig.
      Auch der Sicherheitsaspekt ist zu beachten. Ich war mal auf einem Treffen, wo jemand beim batonen abgerutscht ist und sich sein Messer bis auf den Beinknochen gestossen hat. Wie ärgerlich! Ausserdem hatte dann die Hose ein Loch :shock:

      Also - wie mache ich es denn nun richtig?
    • Das ist eine Gute Frage.
      Mir blutet immer das Herz, wenn ich mein Messer zum Batonen "missbrauche".
      Dennoch denke ich, dass es bei vorsichtiger Anwendung nicht all zu schlimm ist.
      Wenn ich das richtig beobachtet habe, hat die Schneide ja nur im ersten moment kontakt zum Holz. Danach sollte doch der breite Klingenrücken (falls vorhanden :thumbsup: ) das Holz so weit auseinanderdrücken, dass die Schneide entlastet ist oder?
    • Hallo,

      in Weener im Basecamp habe ich das das erste Mal gemacht und dabei @Pero auf die Finger geschaut.
      Ich dachte immer, ein kleines Beil wäre besser - das mag stimmen, aber wenn man kleinere Stücke Holz zum Schnitzen vorbereiten möchte....das geht schon gut. Würde ich aber immer nur mit einem Fulltang machen. Mit dem Messer war das schon sehr präzise. Vielleicht bin ich auch nur ungeschickt mit dem Beil.

      Gruss,
      Silas
      Semper fidelis

      dgmea.de

      mueckenatlas.de
    • ich wüsste jetzt auf die schnelle keinen Grund warum ich überhaupt batonen sollte. Trockenes Material gibt es auch bei Regen genug, ich denke Batonen ist so ein Szenemytos, wie Fichtennadeltee. :D . Und wenn ich wirklich Holz spalten muss hab ich ein kleines Beil.
      "Haha irgentwie bin ich der "will haben, jetzt!" Strategie lange genug gefolgt, die ja im Grunde genommen äußerst konträr zum Bushcraft Grundgedanken ist. Deshalb versuche ich erstmal alles mit vorhandenen Mitteln zulösen, da freut sich der Geldbeutel."
      -Pat Rainerson
    • Pat Rainerson schrieb:

      ich wüsste jetzt auf die schnelle keinen Grund warum ich überhaupt batonen sollte.
      Zunächst ist festzuhalten dass das auch mit Axt/Beil wunderbar geht (sozusagen das Beil als Spaltkeil, reimt sich sogar und was sich reimt ist gut! :love: ).
      Es ist eine sichere Technik zum spalten von kleineren Holzstücken, je nach Beil/Messer.

      Und da liegt in meinen Augen der Knackpunkt:
      WAS wird batoniert?

      Der 30cm+ dicke Baumstamm? Vielleicht lieber sein lassen.
      Der 5-10cm dicke Ast, weil kleinere Stücke z.B. als Anzündmaterial oder für einen kleinen Hobo (mein Solo zB frisst am liebsten schön kleine Stücke!) gebraucht werden? Das geht durchaus auch mit einem stabilen Messer! Kienspanstäbe weiter zerkleinern -> ebenso

      Ich mach das gern zwischendurch, mit kleinem Ausgangsmaterial kein Problem. Dafür muss man kein Beil mitschleppen.

      Ich denke es ist selbstverständlich dass man ein stabiles Messer benutzt und nicht wie Bolli auf das Messer draufhämmert sondern nur mit Gefühl das Holz durchklopft- bei kleinen, gut gewachsenen Stücken mit nicht zu hartem Holz kann man das Messer ja teilweise sogar durchdrücken.
    • Pat Rainerson schrieb:

      ich wüsste jetzt auf die schnelle keinen Grund warum ich überhaupt batonen sollte. Trockenes Material gibt es auch bei Regen genug, ich denke Batonen ist so ein Szenemytos, wie Fichtennadeltee. :D . Und wenn ich wirklich Holz spalten muss hab ich ein kleines Beil.
      Mit Batonieren kann man nicht nur Feuerholz spalten. Dafür würde ich diese Technik so ziemlich als letztes verwenden. Ich brauche sie aber oft bei Holzverbindungen von Grünholzstangen, z.B. beim Butterfly-Notch. Einen Butterfly-Notch zu batonieren und auszustemmen dauert 30 Sekunden. Wenn man das schnitzt, braucht man drei bis zehn mal so lange - und es ist bei weitem nicht so sauber. (Gilt für alle Notches wie dem Pothanger etc.) Hier ist das Batonieren mit dem Messer eindeutig der Axt überlegen.
    • Kurz OT an

      Batonieren ist ja eigentlich richtig. Wir flanieren, parieren und panieren ja schließlich auch. Unsere österreichischen Nachbarn sind da noch konsequenter, die parkieren auch immer noch ;) :D

      OT aus

      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das vor zwei Jahren das erste Mal ausprobiert habe. Das ging auch mit nem Messer mit Erl, also ohne Full Tang, weil ich nicht mit Gewalt am Griff gegen gehalten habe ^^

      Das ein Messer nicht zum "Holzhacken" gedacht ist, erklärt sich eigentlich aus der Form und der Menge des verwendeten Materials - sieht nur auf Youtube etwas anders aus. Wäre ich schon in der misslichen Lage, batonieren zu müssen - dann entweder mit Holz in kleinen Durchmessern oder ich würde immer nur dicht am Rand kleine Stücke abspalten.

      @ Serdo

      Lass mich bitte nicht dumm sterben - was ist ein Butterfly Notch?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Oostfrees ()

    • Ein angemessenes Messer mal vorrausgesetzt, so ist Batoning prinzipiell sicherer als der Umgang mit Beil Axt. Letztere erfordern ein höheres Maß an Können und bergen ein größeres Potential von schweren Verletzungen. Wenn ich manche Leute mit soetwas hantieren sehe dreht sich mir der Magen um. Abgesehen davon ist so ein Ding sehr schwer und muss in meinen Augen viel Arbeit leisten um das Mehrgewicht zu rechtfertigen. "Du brauchst eine Axt" ist auch so'n Bushcraftmythos.

      Kontrolliertes Batoning finde ich in verschiedenen Situationen angenehm und praktisch. Wie erwäht z.B. als Vorarbeit zum Schnitzen von Brettern, Küchenutensilien, etc. Da ich beim Bowdrill Brett und Spindel meist aus dem Selben Stück Holz mache finde ich es dort ebenfalls viel effizienter das Holzstück schnell dreimal durchzuklöppeln. Aber in dem Moment wo man viel Kraft und schweres Geschütz auffahren muss ist das imho nicht mehr die Methode der Wahl...
      Skal hilse fra fjellet – det evige land,
      hvor moskus og jerven har bolig.
      Min lengsel dit inn er blitt som en brann.
      Kun der får jeg fred og blir rolig...

      Jon Ø. Hov
    • Es gibt immer Situationen, wo man einen kleineren Stück Holz ganz gezielt an einer gewünschten Stelle spalten möchte. Hierzu nehme ich einen Messer und einen Stück Holz zum klopfen. Bisher ist bei mir noch kein Messer beim Batoning beschädigt worden und ich habe auch wirklich alles genommen, auch mein Victorinox und sogar das dünne Opinel. Wenn der Widerstand zu groß war, habe ich aufgehört und meistens mit einem kleinen Holzkeil oder einen Stück Stein als Spaltkeil weitergemacht.

      Nur weil es Batoning heißt, heißt es nicht, dass man wie einen Orang-Utan wild auf die Klinge dreschen muss. In der Ruhe liegt die Kraft.

      Leider sieht man immer wieder "Messertester" die genau sowas bei YouTube Reviews machen und hinterher jammern, dass das Messer schlecht sei, weils ausbricht oder sich verbiegt. Finde ich echt total absurd und für jeden Messermacher eine Beleidigung.

      In der Regel habe ich jedoch meistens ein Beil dabei, wenn's um Bushcraft geht. Auch ein Beil kann man vorsichtig batonen.

      Cheers Mike
      If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit. 8o

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von MacGyver () aus folgendem Grund: Ergänzung Beil, Typos.

    • Oostfrees schrieb:

      @ Serdo


      Lass mich bitte nicht dumm sterben - was ist ein Butterfly Notch?
      Ein Butterfly-notch besteht aus zwei Dreiecken, die mit den Spitzen zueinander, aus einem Stab ausgestemmt werden. Er heißt halt so, weil die beiden Dreiecke so ausschauen wie ein stilisierter Schmetterling. Man kennt ihn auch als Cross Notch oder Lashing Cross, was eher auf die Verwendung als auf das Aussehen abzielt: Zwei solcher Butterfly-notches übereinander ergeben eine stabile 90°-Verbindung von zwei Stäben, die an sich schon sehr gut hält und nur noch mit etwas Bindematerial gesichert werden sollte. Damit kriegt man schnell Holzrahmen gebastelt, die überraschend stabil sind.

      Schau mal hier: bushcraftusa.com/forum/threads/try-stick-pic-heavy.8659/
      Leider habe ich da keine Rechte an den Bildern, sonst würde ich sie direkt hier einbinden.
      Der Butterfly-notch ist groß im 8. Bild auf der Seite dargestellt.

      In diesem Video wird die Herstellung zweier Butterfly Notches, sowie ihrer Verwendung gezeigt:

      Hoffe geholfen zu haben.
    • Batonieren macht mir Spaß.Punkt.
      Ich benutze dafür nur Messer mit min 5 mm Rückenstärke und Fulltang. Seit ein Hukari den Weg zu mir fand, hat mein FKMD Dauerurlaub wenn es ums Spalten geht. ;)
      Mit dem Condor Moonshiner geht das auch super, jedoch nicht auf Gedeih und Verderb.Hatte schon einige kleinere Ausbrüche und es dauert bis die rausgeschliffen sind.
      Zum Sinn und Zweck für mich:

      Wenn die Axt/Beil zu grob oder ungenau ist oder um beim Schnitzen schnellere Ergebnisse zu bekommen nutze ich diese Technik. Z.B. Wenn ich einen Klüpfel bauen möchte dann säge ich das Stück Holz ringsum ein und Batone den Griff Stück für Stück heraus.

      Haut rein.

      Gruss Markus

      PS.: Für Kienspan ist es auch ok :P
    • Micha1207 schrieb:

      Moin,
      da ich nicht immer ein Beil dabei habe nutze ich mein Messer zur Not.
      Viele Äste für den Hobo lassen sich auch übers Knie brechen.
      Auf Tour habe ich fast nur China Clone mit. Wenn kaputt dann kaputt.
      Hi Micha,

      Dann hast du mehr Vitrinenmesser?? Sammeln verstehe ich, aber nur bei ü300 € Messern wäre mir das Benutzen auf Tour zu schade. Oder bei Einzelstücken....

      Gruss MM
    • Es kommt immer aufs Messer und den Batoningzweck an. Zum Schnitzen eines Löffels mal schnell nen kleinen Ast spalten geht auch mit nem Vic ohne Schaden. Wenn ich Nasse Stämme batonen will brauch ich ein ordentlichen Brecher 5 mm Klingenstärke und 20cm Klingenlänge, dann passiert da auch nichts in der Regel. MMn muss man einfach sein vorhandenes Werkzeug klug einsetze dann nimmt es auch keinen Schaden. Man kann z.B. auch mit dem Vic nen dicken Ast ansägen und dann nen Keil setzen und Spalten. Ein Beil ist nicht zwangsläufig nötig. Allerdings ist auch ein Messer nicht zwangsläufig nötig wenn man ein Beil hat ;) . Hab auch schon mim Beil Löffel geschnitzt.
      Das wichtigste ist, dass man mit seinem Werkzeug umgehen kann, dann geht fast alles.

      MfG Bushdoc

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bushdoctor ()

    • Ich mag meine Baumstämme ehr im Ganzen.


      Ansonsten mache ich mir aber keinen großen Kopf darum. Ich nutze seit Ewigkeiten, außer einem Mora in der Werkstatt, nur ein feststehendes Messer. Das batont auch hin und wieder.
      "Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der unbegabten und Faulen."
      – Charles Baudelaire –

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von coyote ()

    • coyote schrieb:

      Ansonsten mache ich mir aber keinen großen Kopf darum. Ich nutze seit Ewigkeiten, außer einem Mora in der Werkstatt, nur ein feststehendes Messer. Das batont auch hin und wieder.
      Und ich nutze seit Ewigkeiten, außer ein paar andere feststehende Messer in der Schublade, nur ein Mora. Das macht einfach [fast] alles :evil:

      Cheers Mike :thumbup:
      If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit. 8o
    • Ich nenne das "Knüppeln". Das hilft auch dabei, das schön vorsichtig zu machen, wenn es denn mal sein muß.

      Aber üben muß man das ja auch mal.

      Da nimmt man dann vielleicht mal ein nicht so teures Messer, bis man ein bißchen Gefühl dafür entwickelt hat.
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...
    • habe ich es mir doch gedacht.... es läuft alles auf Punkt 3. hinaus ;)
      Freut mich, dass wir hierbei fast alle auf einen Nenner gekommen sind. Wie bereits erwähnt gibt es durchaus passende Gelegenheiten, mit Messer und Baton zu arbeiten - sei es für Notches, wo das Holz nur zum Teil durchtrennt werden soll, oder auch ganz allgemein, um sehr präzise ein Stück abzulängen (beides ist auch sehr hilfreich für den Fallenbau, aber da bin ich kein Fachmann) oder um im Notfall gut an trockenes Feuerholz zu kommen. Auch wenn ich gerne Gear-Heavy unterwegs bin und keine Gelegenheit auslasse, Axt oder kleines Handbeil mitzunehmen - Batoning gehört einfach dazu und ist für manche Arbeitsschritte sogar die erste Wahl! Schön das wir darüber gesprochen haben :D