Ist Bier Totgebraut?

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    • Ist Bier Totgebraut?

      Ich hab mich vor einiger Zeit mit einem Brauer einer Kleinbrauerei unterhalten die unfiltierte Biere verkaufen, hauptsächlich Craft Biere und Hopfengestopfte Helle.
      Er hat mir dann auch gesagt, dass die Großbrauereien welche auf Masse produzieren eigentlich nur Tote Biere verkaufen, in denen alles rausgefiltert wird
      was eigentlich "gesund" am Bier gilt, selbst bei alkoholfreien. Darüber hinaus kaufen diese oft den Hopfen aus dem Ausland (oft China) jetzt frage ich mich ob
      das dann noch so wirklich deutsches Bier ist?

      Nach viel ausprobieren und eigenen Recherchen komme ich nun zu der Erkenntnis das es Stimmt was er gesagt hat.
      Mittlerweile schmeckt mir der Einheitsbrei der Großbrauereien nicht mehr weil alles gleich schmeckt und auch gleich aussieht.

      Der Nachteil von den Craft Bieren und Hopfengestopften sind, das der Liter leicht mal 5€ kostet bzw. der Kasten im Schnitt 24€ kostet.

      Welche Erfahrungen habt ihr bzw. was denkt ihr darüber?
      Was denkt ihr über das Reinheitsgebot, hat es eurer Meinung nach ausgedient?
      stefan-dreer.com | Bushcraft, Natur, Reisen & Kochen |

      Diese Nachricht ist 100% biologisch abbaubar. :thumbsup:
    • Ich bin da ganz bei dir.
      Von den "Industriebieren" bin ich nur noch bedingt zu überzeugen. Also gern mal nen Pilsener Urquell oder Budweiser, aber nicht mehr so die Bit,Veltins, Krombacher Schiene.
      Alle Namen nur beispielsweise gebraucht.
      Gern probiere ich , wenn ich an einer kleinen Brauerei vorbeikomme , deren Hausbiere.
      So z.B. in Franken, oder in Sachsen und natürlich immer wieder gern die belgischen Abteibrauereien.
      Aber das die Industrie ganz anders produziert, ist angesichts der Mengen, nicht wirklich erstaunlich, oder?

      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Karwendelpark schrieb:


      Darüber hinaus kaufen diese oft den Hopfen aus dem Ausland (oft China) jetzt frage ich mich ob
      das dann noch so wirklich deutsches Bier ist?
      Eine ähnliche Frage beschäftigt mich schon seit bestimmt 20 Jahren, sind es noch deutsche Autos wenn die meisten Teile davon im Ausland gefertigt wurden?
      Im Prinzip das allerselbe.. ich hab mal bei einem Textil Hersteller als Lagerist gearbeitet.
      Die haben ihre Stoffe in China gekauft und teilweiße auch in China nähen lassen, die Stoffe, Garne, Knöpfe etc.. aus China haben wir dann mit Schnittmuster und Musterstück nach Weißrussland geschickt, die Klamotten kamen zurück, in Deutschland hat die Endkontrolle statt gefunden und das hat ausgereicht, um ein Made in Germany einnähen zulassen.
      Wenn 90% des Endproduktes im Ausland gefertig und verarbeitet wird, dann wäre ein Branding "Made in Germany" unangebracht.
      Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. ;)

      Gruß
    • Also bei dem Bier vom Onkel Erdinger ist das aber bestimmt nicht so, das klingt in der Werbung immer so nach Handarbeit und ausgesuchten , frischen Zutaten. Auch andere Webungen für alkoholfreie Biere bekunden doch angeblich nachweislich mit hohen isotonischen Werten, also nur für den Körper gesunden Inhaltstoffen.

      Jetzt ist eine Welt für mich zusammen gebrochen...... :(

      Das Leben ist ein Spiegel: wenn du hineinlächelst, lächelt es zurück
      George B. Shaw
    • Im Grunde kann man dies wohl auf die gesamte Nahrungsmittel-Industrie ausweiten.

      Der Apfelsaft ist ja z.B. auch in der Regel gefiltert und der naturtrübe sogar noch hochpreisiger was völlig unverständlich ist, da man dabei doch einen Arbeitsschritt einsparen kann.

      Vieles ist durch die Art und Weise der Gewinnung oder Verarbeitung so denaturiert dass sich die Frage stellt, ob das am Ende dann noch wirklich ein "Nahrungs"-Mittel ist oder nur noch ein Magenfüller.

      Und bei Fleischprodukten kommt noch der ganze Stress hinzu dem die Tiere in der Massenhaltung ausgesetzt sind, sowie die Antibiotika mit denen sie vollgepumpt werden.

      Manchmal frage ich mich ernsthaft was ich eigentlich noch ruhigen Gewissens essen kann.

      Bleiben im Grunde nur Bio-Produkte - falls es sich dabei auch tatsächlich um Bio handelt - was man sich aber nicht so ohne weiteres leisten kann.
      Ich selbst konnte es jedenfalls bislang nicht.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • Naja, ist ja eigentlich logisch, dass die Großbrauereien die Hefe abtöten und für Geschmackskonstanz sorgen. Es muss gewährleistet sein, dass ein Bier der Marke x im Zeitraum der angegebenen Haltbarkeit absolut gleichbleibend schmeckt. Und wenn der Kunde im nächsten Jahr wieder einen Kasten der der Marke x kauft, so erwartet er den Geschmack des Vorjahres. Er würde es durch Boykott strafen, wenn sich der erwartete/erhoffte Geschmack nicht wieder einstellt. Was bleibt also den Brauereien übrig, als auf strikte Geschmackskontinuität zu achten. Das spricht aber per se erst einmal nicht für eine schlechtere Qualität des Bieres.
      Zur Abtötung der Hefe: Wir haben einige Dörfer weiter eine Brauerei, die "Craft-Bier" (blödes und unzutreffendes Wort!) herstellt. Die Hefe lebt noch in den Flaschen. An manchen Tagen schmeckt es geradezu paradiesisch. Wenn du jedoch den falschen Zeitpunkt erwischt, dann kannst du besser ein Billig-Exportbier aus der Dose trinken. Der Geschmack ändert sich durch die lebende Hefe sehr, sehr schnell. Du hast quasi zu jedem Zeitpunkt ein anderes Bier, je nachdem, wie lange es sich in der Flasche befindet.
      Ob das gut ist? Nach einigen guten, aber auch schlechten Erlebnissen mit diesem Bier bin ich wieder zu den "verlässlichen" Bieren der Großbrauereien umgestiegen. Da weiß ich, was mir schmeckt.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • Friese schrieb:

      Lederstrumpf schrieb:

      ... sowie die Antibiotika mit denen sie vollgepumpt werden.
      Dafür hätte ich gerne einen aktuellen und seriösen Beleg. Gerne per PN, da OT.
      Mh den Beleg hätte ich von meinem Onkel der vor ein paar Jahren wieder auf Bioland umgestellt hat,
      weil diese Abhängigkeit durch Medikamentenzugabe ihm auf den Sa** ging - sowie die ganzen EU Regelungen.

      Meine Schwester arbeitet in der Biotechnologie und hat das 8 Jahre begleitet und dabei kam heraus,
      das nicht nur die Fleischqualität besser geworden ist. Sondern auch die Tiere durch eine Umstellung lebhafter geworden sind.
      Allein aus Ethik gründen würde ich auf konventionelle Lebensmittel gänzlich verzichten,
      das ich dabei rund 250€ - 300€ im Monat mehr ausgeben muss macht mir dabei nix aus, weil das Leben eben nicht nur aus Zahlen besteht.

      Ich würde aber gerne auf das Thema Bier zurück kommen und nicht bei allgemeinen Lebensmitteln hängen bleiben
      dafür könnte man einen anderen Faden eröffnen.
      Edit Friese: Ich bat um PN und seriöse(!) Belege(!), danke!
      stefan-dreer.com | Bushcraft, Natur, Reisen & Kochen |

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    • Karwendelpark schrieb:

      Mittlerweile schmeckt mir der Einheitsbrei der Großbrauereien nicht mehr weil alles gleich schmeckt und auch gleich aussieht.
      Die Frage ist, ob Dir das Bier jetzt nicht mehr schmeckt, seit Du das weißt oder seit Du anderes (besseres) Bier kennengelernt hast.
      Es gibt ja bei den großen Brauereien große Geschmacksunterschiede. Wer Warsteiner und Krombacher, Becks und Jever mag, hat sein verlässliches Bier. Ich trinke gerne lokales Bier aus einer kleinen Brauerei hier in Münster. Ich trinke auch gerne Altbier (das darf man als Münsteraner). Aber das Altbier unser lokalen Brauerei schmeckt mir überhaupt nicht. Da muss ich Pinkus-Special nehmen. Das schmeckt mir.
      Diese Biere der Pinkus-Brauerei gab es schon lange vor der Craft-Bier-Welle. Da mir kein Hipsterbart wachsen will, trinke ich grundsätzlich dieses modische Zeug nicht.

      Das deutsche Reinheitsgebot: Diente das nicht dazu, halluzinogene Stoffe aus dem Bier herauszuhalten? Damit die Leute sich nicht in irgendwelche Traumwelten reinsaufen und weiter arbeitsfähig blieben? Ich meine, mal sowas gelesen zu haben. Mir schmeckt in den Niederlanden jedenfalls auch niederländisches Bier ohne Reinheitsgebot.
      Jeder hat das Recht zu schweigen! Auch, wenn er nichts gefragt wurde!
    • So ist das mit dem Einheitsgeschmack. Whisky , Wein , Yoghurt mit Obstgeschmack, alles gibt es als Einheitsbrei. Also auch natürlich beim Bier . Friese hat es schon richtig geschrieben, der Endverbraucher mag das so haben, immer den gleichen Geschmack. Wer es anders mag , muss die Nieschen suchen , die solche Produkte zB mit "Saisonalen" Geschmacksschwankungen anbieten. Siehe Singel Malt Whisky , oder sortenreine Weine usw.

      Das Leben ist ein Spiegel: wenn du hineinlächelst, lächelt es zurück
      George B. Shaw
    • Das Reinheitsgebot ist ein Marketing Gag, mehr nicht. IMO hat das in der deutschen Bierkultur eher geschadet als genützt weil es Vielfalt einschränkt.

      Ich braue gelegentlich selbst. Der Unterschied zu Industriebier ist riesig. Allerdings nicht bei Pils. Das soll klar und nach wenig Hefe etc schmecken, das ist eine Eigenschaft dieses Typs. Daher das perfekte Bier für industrielle Herstellung.

      Ansonsten sehe ich das auch so, dass Bier tot gebraut wurde. Die Vor- u Nachteile wurden bereits genannt. Bei den 'Craft' Bieren sehe ich den Vorteil eher bei der Vielfalt (leckere neue Sorten!) und bei den Premium Zutaten. Man vergleiche zb ein gutes Craft-IPA mit dem von Becks, die stellen ja auch eins her. Das von Becks ist zu teuer für die Zutaten, aber zu billig für ein gutes IPA (welches guten Hopfen braucht, der teuer ist). Industriebier wird auf Masse produziert und entsprechend über die Zutaten relativ billig gehalten. Von Trickserei wie Hopfen Extrakt und Würzekonzentrat mal abgesehen, die sind übrigens beide nach Reinheitsgebot 'erlaubt'. Ein Craft Brauer kann mit seiner kleinen Stückzahl Luxus-Zutaten nutzen und dann eben 5€/Flasche verlangen. Und das schmeckt man.

      Es ist also nicht zwingend nur die Konservierung, sondern auch die Herstellung/der Preis, die ein Bier 'tot' schmecken lassen.
    • Um einen Brauer zu zitieren mit dem ich vor Ewigkeiten befreundet war:

      "Vor dem Reinheitsgebot haben die sogar ihre Füsse ins Bier gehalten um dem Geschmack eine eigene Note zu geben."

      Ich trinke kein Bier im Sinne von Bier trinken. Ich habe aber schon öfters Bier selbst gebraut, und das habe ich selbstverständlich probiert und auch andere kommerzielle Biere getestet.
      Bier unterliegt wie alles einer ständigen Veränderung und Biere die sich durchsetzen werden dann standardiesiert in grossen Mengen produziert.
      Warum? Weil es den Leuten genau so schmeckt und sie nicht jeden 2. Tag einen anderen Geschmack wünschen. Wie kann man da von totgebraut sprechen?
      Des einen Plörre ist des anderen Premiumbier, die Geschmäcker sind verschieden.
      Weshalb werden diese Craft-Biere und/oder vergleichbares gebraut....? Die Brauereien und besonders die kleinen suchen Nieschen und Vertriebsmöglichkeiten. Sie suchen ein Alleinstellungsmerkmal.
      Im Endeffekt....: Marketing

      Ob sich das dann durchsetzt bleibt abzuwarten.
    • Ich kaufe einfach mein Bier regional. Damit verhindere ich auch, dass ich Interbrew und Co unterstütze.
      Dankenswerterweise haben wir eine gute Brauerei.
      Zum Reinheitsgebot, darauf möchte ich nicht verzichten, weil ich nicht irgendwas in meinem Bier haben möchte. Da wird sicherlich auch nichts eingeschränkt, weil Brauen darf ich was ich will, evtl. kann es dann nicht Bier heißen.
    • letztes Jahr im Urlaub gab es "Flying Fish" - das war Bier mit Zitronengeschmack.
      Dort war dies ein Renner, in Deutschland und auch dort im Nachbarland verboten, da es nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht.
      Aber körperlich gesünder wie manches Radler bei uns.
      Auch wenn es dort das deutsche Reinheitsgebot für Bier nicht gibt, gibt es an sich strengere Lebensmittelgesetze als hier bei uns in Deutschland.
    • Aha, der neue Trend der kein Trend sein will :D
      Glücklich ist der Hipster von Heute erst mit Webergrill, Kasten Craft-Beer und der gesamten Gransförskollektion an der Wand aufgereiht.

      Manche von diesen Handwerksbieren fand ich ganz lecker, aber ich find die Wissenschaft die da drum gemacht wird irgendwie lächerlich und Fanboygehabe.

      Ich halt es eher mit dem Motto "Bier und Gut".

      Einfach genießen was einem schmeckt und sich nix einreden und wenns das Plastikflaschenbier aus dem ALDI (süd natürlich) ist.
      Niemand
    • Ohhh, beim Bier gibt es geschmacklich schon gravierende Unterschiede. Also jede Plörre kippe ich mir nicht hinter die Binde.

      Den üblichen Angeboten hierzulande (Reissdorf, Gaffel, Früh & Co.) kann ich mich mehr als gut verweigern. Hingegen ist ein Eifeler Landbier bei Hermann ebenso Pflicht wie das obligatorische Schnitzel/Steak.

      Mit das beste Bier fand ich in Portugal - "Super Bock". Solange es süffig ist, gut läuft und keinen Brummschädel verursacht, ist mir das Reinheitsgebot relativ latte. Schmecken muss es aber, und die Qualität sollte gleichbleibend sein.

      PS: Das Bier vom ALDI ließ sich aber eine Zeitlang relativ gut trinken. Aber nur gut gekühlt. :whistling: ;)
    • musher schrieb:

      Wie könnte Ihr das Bier vom ALDI nur gut finden.
      Nach mehreren Stunden Gartenarbeit jenseits der 30°-Marke freut man sich über fast jedes kühle Labsal. :saint:

      Beim Grillen, Feiern oder während einer EM/WM würde ich wiederum nicht darauf zurückgreifen. :D
    • Nur um das mal klarzustellen, das Reinheitsgebot gilt schon lange auch in Deutschland nicht mehr.
      Genauer seit 1987, mit Reform 1993 und 2005.

      Es ist also äußerst unwahrscheinlich, dass ein Bier in DE wg "Reinheitsgebot" nicht verkauft werden darf.
      Etwas anderes ist der Werbespruch "gebraut nach Reinheitsgebot XY von XY".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von azmo ()