Der "ich will leiser im Wald sein" Faden

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    • Hm. Fürs Wild ist es so ziemlich das Schlechteste, wenn man arg leise durch den Wald geht. Da lohnt es sich durchaus, einmal über die Anforderung und den Sinn der "spurlauten" Hunde nachzuforschen.
      Wild überrumpeln ist ein absolutes Nogo. Macht lieber ganz normale Laufgeräusche, unterhaltet euch gerne in Zimmerlautstärke.
      Richtig pirschen kann sowieso kaum jemand. Das lernt man in D. am besten von erfahrenen Sauenjägern.
      Und zum Schluss: Die Selbsteinschätzung bezüglich der eigenen Lautstärkeentwicklung ist meistens trügerisch.
      Conclusio: Ich halte nichts von einer zu geringen Lautstärke im Wald. Fürs Wild ist es eher nachteilig.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • @Friese

      Wie möchte man selbst wohl agieren können, wenn Flucht auf dem Tagesplan steht?

      Mir wäre es auch lieber, eine Überraschung frühzeitig wahrzunehmen, anstatt von ihr prompt überrascht zu werden. Für Tierbeobachtungen mag es sinnvoll sein, um sich möglichst genauso lautlos wieder zurückziehen zu können. Für normale Touren (auch querfeldein) ist das Pirschen m.E. wohl eher nicht erforderlich. Denke ich zumindest. Ich denke weiterhin auch, dass es einen Unterschied macht, ein Tier aufzuschrecken oder es durch den Wald zu hetzen. Meine Beobachtungen - wenn ich versehentlich ein Reh o.d. aufgescheucht habe - sagen mir, dass sich die Tiere wenige hundert Meter (wenn überhaupt) zurückziehen, von dort aus aber erstmal die Lage checken, ehe sie weiterziehen bzw. zurückkehren. Gerade hier im Wald kann man gut beobachten, dass sich die Tiere nicht allzu weit entfernen. Sie haben sich durch den alltäglichen Tourismus aber ohnehin schon einigermaßen an die ganzen Bekloppten* im Wald gewöhnt.

      * Das ist bitte nicht falsch oder persönlich zu verstehen. ;)
    • Überwiegend bin ich alleine mit Zuckerschnute unterwegs, womit reden weitgehend entfällt. Ich arbeite mit ihr outdoors zumeist über Sichtzeichen oder "fiepen". Lautes rufen oder die Hundepfeife ist nicht so meins.

      Da die meisten Beutetiere über ein sehr grosses Sehfeld und viele mit Ausnahme der Vögel über einen hervorragenden Geruchssinn verfügen (Rehe beispielsweise), dürfte die Lautstärke gar keinen so grossen Einfluss haben.

      Meiner Erfahrung nach spielt die individuelle Fluchtdistanz eine grössere Rolle als meine Lautstärke. Mir ist es beispielsweise schon passiert, dass sich Rehe auf grössere Entfernung mit Rufen oder Pfeifen nicht vertreiben liessen.

      Vögel flüchten oft erst, wenn ich stehen bleibe, nachdem sie mich gehend relativ lange tolerierten - ebenfalls unabhängig von der Lautstärke.

      Ausserdem bin ich der Meinung, dass Wildtiere einschätzen können, ob Mensch für sie eine Gefahr darstellt. Sich normal bewegende/unterhaltende "Wanderer" gehören nicht in die Kategorie. Als gefährlich werden eher aussergewöhnliche Verhaltensweisen oder Umstände betrachtet, wozu schleichen gehören könnte.

      Eine Anekdote:

      Aus dem noch nicht gesicherten Gehege der Burg Landskron entwichen damals etliche Makaken. Sie nahmen Futter teilweise aus der Hand von Neugierigen. Kam aber der Tierarzt mit dem Betäubungsgewehr, waren alle weg. Das hatten die in einem Tag gelernt.

      Also schliesse ich mich der Aussage von @Friese an.
    • Schnake schrieb:

      Ausserdem bin ich der Meinung, dass Wildtiere einschätzen können, ob Mensch für sie eine Gefahr darstellt. Sich normal bewegende/unterhaltende "Wanderer" gehören nicht in die Kategorie. Als gefährlich werden eher aussergewöhnliche Verhaltensweisen oder Umstände betrachtet, wozu schleichen gehören könnte.
      So ähnlich sagte ich es am Samstag auch dem @Friese
    • Nicht falsch verstehen...ich schleich ja ned ständig überall rum ;)
      Aber wenn ich zu meinem Sitzplatz gehe, dann mach ich das leise und langsam. Und da scheint es mir, als wäre ich zumindest da den Tieren schnubbe. Klar lassen sich die Rehe nicht streicheln, will ich auch gar nicht, aber wenn dann trollen die sich ganz gelassen, keine Spur von Flucht. Das mag natürlich daran liegen dass mich die Rehe bei mir schon ewig kennen und wissen: Der tut nix ;)
      Dann muss man auch sagen: Das ist schon anstrengend, man wird von vornherein nicht eine wirklich mächtige Strecke so zurücklegen.
      Natürlich soll man nicht durch jede Dickung oder Schonung schleichen, das ist klar. Aber auf den ollen Trampelpfaden seh ich da kein Problem.

      Warum bewege ich mich so? Weil es mir gut tut.
      No ned hudla.....
    • Vielleicht sollte man in diesem Faden auch grundsätzlich zwischen zwei Szenarien unterscheiden:

      01 Beim Bewegen und Lagern im Wald von Menschen nicht bemerkt zu werden.

      02 Beim Bewegen und Lagern im Wald von Tieren nicht bemerkt zu werden.

      01 ist aus meiner Sicht ziemlich einfach. Etwas abseits des Weges ruhig und entspannt seine Tour machen. Wenn man meint unbedingt "unsichtbar" werden zu wollen, beim Sehen, Hören oder Riechen von Menschen einfach verharren. Wenn man ein paar Meter abseits des Weges ist, wird man in diesem Falle sowieso nicht bemerkt. Wenn ich mir selber bewusst bin, dass ich "Teil des Ganzen" bin, wird man mich als "komisches Ding" im Wald sowieso nicht wahrnehmen. Lager aufschlagen erst in der Dämmerung, im Idealfall sichtgeschützt. Kein Lärm, kein Feuer, kein Licht. Abendmahl schon vorher an anderer Stelle zubereitet. Ganz früh wieder losziehen. Kaffeekochen auch wieder an anderer Stelle. Ich bin beim "Lagern, in der uns allen bewussten rechtlichen Grauzone" noch nie "erwischt" worden.

      02 ist deutlich schwerer. Da bin ich auch alles andere als ein Fachmann. Die schönsten Erlebnisse diesbezüglich hatte ich eigentlich immer, wenn ich für eine ganze Weile einfach nur still für lange Zeit an einer Stelle verweilt habe. Im Idealfall zeigt sich dann die scheue Tierwelt. Wenn nicht - auch ok. Obwohl ich gerne fotografiere und bestimmte Momente festhalten möchte, sind genau solche Momente, genau die, die man ohne ausreichende Erfahrung eigentlich nicht vernünftig auf Film oder Sensor bannen kann. Ich ärgere mich wegen jeden Augenblicks, den ich verpasst habe, weil ich unbedingt etwas fotografisch festhalten wollte und einen kleinen Moment später flüchtete das Vögelchen, der Fuchs, der Dachs oder das Rotwild wieder im tiefen Tann. In diesen Momenten merke ich, dass ich nicht mehr "Teil des Ganzen" bin.

      Gruß Guido
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
    • @smeagolvomloh , diese Momente kann man nicht festhalten. Wie denn auch...zuviel Action ;)

      Neulich hatte ich es mir tief im Wald bequem gemacht...ne Runde rumlungern halt. Lag so da im Wald...Augen zu, den Vöglein gelauscht, dem Wind... dann hörte ich was anderes... ich war neugierig aber blieb ruhig, schaute ganz langsam um mich...haben da ned zwei junge Füxle gespielt? Den Griff zur Kamera erspare ich mir da...da geniesse ich die Situation.
      No ned hudla.....
    • MacGyver schrieb:


      Bernd Odenwald schrieb:

      In einer Sache bin ich jedoch mit dir einig. Es darf aber auch nicht sein, dass Aufsichtspersonen nebenher tratschen und rauchen, dass ist auf jeden Fall falsch und insbesondere kein Vorbild für den Zwergen.
      Genug OT

      Cheers Mike
      Mike, im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu.
      Nur das die Aufsichtspersonen sich auch mal miteinander unterhalten würde ich jetzt nicht mal bemängeln. (Ok, daß Rauchen müsste nicht sein, da bin ich allerdings auch privat vorbelastet). Aber auch die Aufsichtspersonen (Erzieher/Lehrer) haben einen anstrengenden Job und sehr viel Verantwortung. Da soll so ein Ausflug auch ein klein wenig Erholung für sie sein- Verantwortung müssen sie ja trotzdem tragen.
      Und auch so, die Kinder müssen so oft still und leise sein - aber sie müssen sich doch auch mal ausleben,



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      Mich nervt es auch, wenn ich im Wald Motorsägen höre. Ist halt so, beschwere mich darüber auch nicht, denn das nächste mal bin ich dieser Lärmverursacher.
    • Moin zusammen,
      ich finde es sehr schwer im Wald fast lautlos zu gehen. Ist auch Boden und Schuhwerk abhängig.
      Habe mal gehört das Tiere sich relativ schnell an diese ( Normalen ) Geräusche gewöhnen.
      Auch ich war im Wald schon mal laut. Beim letzten mal als ich einen Fahrradsturz hatte. Mein fluchen über die eigene Blödheit konnte man bestimmt 2-4 Km hören.
      Ich kann den Aspekt von @Bernd Odenwald gut verstehen. Manchmal sind mir auch einige Leute im Wald zu laut. Altersunabhängig. Dann spricht man die Leute kurz an das man hier im Wald ist und nicht auf einem Jahrmarkt oder ähnliches.
      Vielleicht liegt es auch an der eigenen Erwartungshaltung, wenn man einen Wald betritt das dann absulute Stille herrscht. Auch Stille kann in der ein oder anderen Situationen im Wald nervig sein.
      Wenn man sich gnadenlos verlaufen hat es keine Schilder gibt( Karte ist natürlich zu Hause geblieben.Richtige Männer verlaufen oder verfahren sich nicht). Dann freut man sich über jedes Menschliche Geräusch.
      Aber das sind nur meine Meinungen.
      Manche sagen, ich sei bekloppt ich find mich verhaltensoriginell.