Wann und wo haben künstliche Feuerstarter ihre Berechtigung?

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    • Wann und wo haben künstliche Feuerstarter ihre Berechtigung?

      Hallo zusammen,

      ich habe heute ein wenig mit Feuerstein, Stahl und Flusen aus dem Auffangsieb eines Trockners experimentiert. Die Trocknerflusen lassen sich sehr leicht entzünden.

      Dabei habe ich darüber nachgedacht wann künstliche Hilfsmittel zum Feuer anmachen ihre Berechtigung haben.

      Mir kommt dabei so manche Zunderdose in den Sinn in der sich Feuerstein, Stahl, Vergrößerungslinsen usw. befinden. Wozu soll so eine Dose gut sein? Für den Notfall? Für erlebnisreiche Nachmittage in der Natur?

      Wäre es für den Notfall nicht viel sinnvoller an verschiedenen Stellen des Körpers (wir wollen darauf nicht näher eingehen ;o) und der Kleidung einige Mischmetallstäbe in verschiedener Zusammensetzung und wasserdicht verpackte Feuerzeuge und Spezialstreichölzer mitzunehmen?

      Muss man nicht viel mehr zwischen künstlichen und natürlichen Arten der Feuerstarter unterscheiden? Natürlich wäre z.B. sich ein KOMPLETTES Set zum Feuerbohren aus der Natur zu sammeln.

      Wie seht ihr das?

      VG Eric.
    • Wozu soll so eine Dose gut sein?
      Genau dafür:

      Für den Notfall
      Für erlebnisreiche Nachmittage in der Natur
      Weil alles außer der Dose in Eigenarbeit hergestellt wurde.
      Und es ist der Spassfaktor.

      Zitatausschnitt
      " Wäre es für den Notfall nicht viel sinnvoller an verschiedenen Stellen des Körpers (wir wollen darauf nicht näher eingehen ;o) "

      Mal eine Frage:

      Wo versteckst Du Deine Feuerstarter am Körper ?

      Noch ein Zitatausschnitt
      Muss man nicht viel mehr zwischen künstlichen und natürlichen Arten der Feuerstarter unterscheiden? Natürlich wäre z.B. sich ein KOMPLETTES Set zum Feuerbohren aus der Natur zu sammeln.


      Und was ist an Schlageisen Flint und Naturzunder nicht Natürlich?
      Gruß
      Andy
      hateful fiveteen :hut:


      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. :danke:
    • trapperandy schrieb:




      Noch ein Zitatausschnitt
      Muss man nicht viel mehr zwischen künstlichen und natürlichen Arten der Feuerstarter unterscheiden? Natürlich wäre z.B. sich ein KOMPLETTES Set zum Feuerbohren aus der Natur zu sammeln.


      Und was ist an Schlageisen Flint und Naturzunder nicht Natürlich?
      Orome unterscheidet zwischen der geplanten Situation und der ungeplanten. Das Schlageisen wurde extra hergestellt für den Zweck des Funkenschlagens und muss mitgeführt werden. Und dann könnte man, so die Alternative, genauso gut oder gar praktischer ein Feuerzeug mitnehmen.
      Demgegenüber unterscheidet Orome die unvorhergesehene Situation, in der man unvorbereitet Feuer machen muss. Und damit hatte ich mal @fjellstorm herausgefordert. Und die Wette verloren. Ihm gelang es, auf Abruf mit spontan gesuchten Naturmaterialien ein Feuer zu entfachen. Wie ein Gestrandeter auf der einsamen Palmeninsel. Sehr, sehr beeindruckend. :thumbsup:
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • Für mich ist Feuerbohren die Kür. Allerdings erfordert Feuerbohren Übung und Erfahrung - und beides habe ich bislang nicht in ausreichendem Maße ansammeln können.

      Um die Eingangsfrage beantworten zu können:
      - Definiere erst mal "Notfall"
      - Definieren "künstliche Feuerstarter"

      Ich habe normalerweise einen kleinen Feuerstahl von Light my Fire dabei, und als Fall-Back-Lösung ein Feuerzeug. Mehr habe ich auf Tour nie gebraucht.

      Das Baumkind
      Draußen sein sein ist.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.


      BC-Frauen-Treff 2019: Weitersagen! :Squirrel:
    • Es kommt auch darauf an was man draußen macht!
      Auf Trekking, Wandern, Radfahren usw brauch ich auch nur mein Zippo.

      Aber gehe ich in den Wald und möchte mit Premetive Ausrüstung wie das Schlageisen spielen sieht es anders aus.
      Ich möchte draußen Holzhacken, Hobo nutzen, Fleisch über offene Flamme halten, schnitzen usw.
      Ich z.B. versuche wenn ich draußen bin fast nur noch mit den Schlageisen Feuer zu machen.

      Das Feuerbohren versuch ich bei mir im Garten mit unterschiedlichen Holzarten auch und mir ist es bis jetzt nur einmal gelungen von dem Glutnest ein Heubausch zum brennen zu bringen. ;(
      Von ca. Unzähligen versuchen ist einer gelungen. ;(
      Hut ab für die es auf Anhieb können.
      Daher bleib ich lieber beim Schlageisen / Flinte, denn Feuerstarter kann jeder. ;)
      Gruß
      Andy
      hateful fiveteen :hut:


      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. :danke:
    • Brauchen künstliche Feuerstarter denn eine "Berechtigung"? Und wozu, um bushcraftig-authentisch zu sein?

      Künstliche Feuerstarter gehören doch zu den frühsten Entwicklungen des Menschen überhaupt. Natürlich kann einer, der das kann, aus allem eine Feuer zaubern. Ich kann's nicht. Übe sowas nur gerne zum Vergnügen. Aber was machst du, wenn deine Hände schon halb erfrohren sind? Wie bastelst du dir ein Feuerbohrset ohne Werkzeuge? Würde sich da nicht jeder vernünftige Mensch etwas wünschen, womit das Feuerentfachen richtig schnell geht?

      Zu den künstlichen Feuerstartern gehört m. A. n. alles, selbst ein Feuerbohrset. Denn auch das schnitzt sich nicht von alleine, sondern wird von Menschenhand gemacht. Ich sehe da im Prinzip keinen Unterschied zwischen einem geschmiedeten Schlageisen und zurechtgeschnitzten Hölzern für Reibungsfeuer.

      In diesem Sinne würde ein natürliches Feuer nur verursacht durch Blitzschlag, Vulkanausbruch u. ä.
    • Kälte ist auch ein Wichtiges Thema beim Feuer machen, da hat @Quasar Recht.
      Was macht ein BIC Feuerzeug oder Zippo bei Kälte!
      Kleine Funken schlagen weil der Zündstoff kalt ist, auch wenn das Feuerzeug warm gehalten wurde, es kühlt schnell aus oder ab.
      Da hat ein Feuerstarter oder Schlageisen plus Flint mit dem richtigen Zunder ein vorteil.
      Schon allein die Vorbereitung für ein Feuer bei Kälte ist das A und O.
      Gruß
      Andy
      hateful fiveteen :hut:


      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. :danke:
    • Mit „primitiven“ Methoden Feuer zu machen und das in jedweder Situation, unabhängig von Wetter und Umgebung, hat vor allem den Sinn, ein theoretisches und handwerkliches Fundament zu legen. Wer dies so meistert, der wird mit allem was er „mehr“ mit nimmt ja gerade erfolgreich ein Feuer entzünden.
      Sicherlich wirkt das auf manche Overkill weil wer macht so oft Feuer? ABER es geht ja darum es sich im Training so schwer zu machen wie möglich um dann bei der Wildnis-Tour in Schweden oder Canada nachdem man Stunden lang gepaddelt hat bei schlechtem Wetter mühelos ein Feuer machen zu können. Denn da hat dann das Feuer eine weitaus größere Prio. Als bei Tageswanderungen logischerweise.
      Cliche - train hard fight easy .. ist halt im Leben oft so
    • Friese schrieb:

      trapperandy schrieb:

      Noch ein Zitatausschnitt
      Muss man nicht viel mehr zwischen künstlichen und natürlichen Arten der Feuerstarter unterscheiden? Natürlich wäre z.B. sich ein KOMPLETTES Set zum Feuerbohren aus der Natur zu sammeln.


      Und was ist an Schlageisen Flint und Naturzunder nicht Natürlich?
      Orome unterscheidet zwischen der geplanten Situation und der ungeplanten. Das Schlageisen wurde extra hergestellt für den Zweck des Funkenschlagens und muss mitgeführt werden. Und dann könnte man, so die Alternative, genauso gut oder gar praktischer ein Feuerzeug mitnehmen.Demgegenüber unterscheidet Orome die unvorhergesehene Situation, in der man unvorbereitet Feuer machen muss. Und damit hatte ich mal @fjellstorm herausgefordert. Und die Wette verloren. Ihm gelang es, auf Abruf mit spontan gesuchten Naturmaterialien ein Feuer zu entfachen. Wie ein Gestrandeter auf der einsamen Palmeninsel. Sehr, sehr beeindruckend. :thumbsup:
      @Friese Genau, du hast es erfasst. Vor allen würde ich im Notfall nicht solche "altertümlichen" Feuerstarter wie Feuerstein und Eisen sondern modernes Zeug wie Mischmetallstäbe und wasserdicht verpackte Sturmstreichhölzer. Das soll aber keine Abwertung sein. Zum Spaß hantiere ich auch mit Feuerstahl und Eisen oder anderen "alternativen" Feuerstartern.

      @Friese oder @fjellstorm: Könnte einer von schreiben welche Technik fjellstorm genommen hat. Würde mich sehr interessieren?


      Baumkind schrieb:

      Für mich ist Feuerbohren die Kür. Allerdings erfordert Feuerbohren Übung und Erfahrung - und beides habe ich bislang nicht in ausreichendem Maße ansammeln können.

      Um die Eingangsfrage beantworten zu können:
      - Definiere erst mal "Notfall"
      - Definieren "künstliche Feuerstarter"

      Ich habe normalerweise einen kleinen Feuerstahl von Light my Fire dabei, und als Fall-Back-Lösung ein Feuerzeug. Mehr habe ich auf Tour nie gebraucht.

      Das Baumkind
      - Notfall: Du hast Dich irgendwo verlaufen und brauchst ein Feuer weil es kalt, Du durchnässt bist usw. Ich halte das übrigens im deutschen Wald für sehr unwahrscheinlich außer man hat sich verletzt und kommt nicht von der Stelle

      - Künstliche Feuerstarter: Wie Friese schon richtig bemerkt hat meine ich damit solche die ich nicht in der Natur finden kann sondern aus der Zivilisation mitnehmen muss. Stahl wäre das natürlich auch. Beim Stein lasse ich mit reden obwohl auch dort natürlich den passenden finden muss.


      Quasar schrieb:

      Brauchen künstliche Feuerstarter denn eine "Berechtigung"? Und wozu, um bushcraftig-authentisch zu sein?

      Künstliche Feuerstarter gehören doch zu den frühsten Entwicklungen des Menschen überhaupt. Natürlich kann einer, der das kann, aus allem eine Feuer zaubern. Ich kann's nicht. Übe sowas nur gerne zum Vergnügen. Aber was machst du, wenn deine Hände schon halb erfrohren sind? Wie bastelst du dir ein Feuerbohrset ohne Werkzeuge? Würde sich da nicht jeder vernünftige Mensch etwas wünschen, womit das Feuerentfachen richtig schnell geht?

      Zu den künstlichen Feuerstartern gehört m. A. n. alles, selbst ein Feuerbohrset. Denn auch das schnitzt sich nicht von alleine, sondern wird von Menschenhand gemacht. Ich sehe da im Prinzip keinen Unterschied zwischen einem geschmiedeten Schlageisen und zurechtgeschnitzten Hölzern für Reibungsfeuer.

      In diesem Sinne würde ein natürliches Feuer nur verursacht durch Blitzschlag, Vulkanausbruch u. ä.
      Mit Berechtigung meine ich natürlich nicht das man es zum Spaß macht (was wir ja auch unter Bushcraft verstehen, denke ich)
      Mir geht es wie schon erwähnt darum ob z.B. Stahl und Feuerstein in einem Notfallset was zu suchen haben oder ob man dort nicht modernes Zeug wie Mischmetall reinpacken sollte.
      Mit Feuer aus natürlichen Materialien meinte ich das was Friese angesprochen hatte: Geh in den Wald und komm mit Feuer wieder raus OHNE künstliche Hilfsmittel verwendet zu haben. Man kann natürlich darüber streiten ob man das auch hinbekommt wenn einem kalt ist man nass ist aber auch in Komfortsituationen ist das zu können schon echt ne Hausnummer daher bin ich auf die Antwort von Friese oder fjellstorm gespannt.
    • @Orome
      Bei einem Treffen sagte ich, dass ich bis dato niemanden getroffen hätte, der mit frisch gesammelten Natursachen ein Bowdrill-Feuer entfachen könne. Frisch gefunden, wohlgemerkt, also keine auf der Heizung vorgetrockneten Bohrspindeln und gesägte Bretter. Fjellstorm behauptete, dass ihm das gelänge. Was soll ich sagen - unter großem Publikumsinteresse brannte nach einiger Zeit ein lustiges Feuerchen. Und Fjellstorm hatte eine kurze Zeit später einen Friesenstahl mit Vogelaugenahorngriff, passend zu seinem Messer.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • Friese schrieb:

      @Orome
      Bei einem Treffen sagte ich, dass ich bis dato niemanden getroffen hätte, der mit frisch gesammelten Natursachen ein Bowdrill-Feuer entfachen könne. Frisch gefunden, wohlgemerkt, also keine auf der Heizung vorgetrockneten Bohrspindeln und gesägte Bretter. Fjellstorm behauptete, dass ihm das gelänge. Was soll ich sagen - unter großem Publikumsinteresse brannte nach einiger Zeit ein lustiges Feuerchen. Und Fjellstorm hatte eine kurze Zeit später einen Friesenstahl mit Vogelaugenahorngriff, passend zu seinem Messer.
      @Friese: Danke Dir. Ich will jetzt nicht penibel sein. Reines Interesse: Hat er sich die Schnur auch selbst gebaut?
    • fjellstorm schrieb:

      Hier habe ich mir die selbe Aufgabe in Schweden auf einer Insel gestellt:
      youtu.be/9LqMwc2MSUk
      Schnur war paracord.

      Hier selbe Aufgabe aber mit einer Holunderspindel:
      youtu.be/7PMqnrI2rRg

      Mit selbstgemachter Schnur habe ich bis jetzt Fichtenwurzel und Rohhaut testen können. Ein Stück paracord ist einiges Wert ;)
      Danke Dir, sehr schön!
      Ich glaube ich habe ein Hauptprojekt für dieses Jahr für mich gefunnden: Friction Fire in allen Variationen.
      Und wie sagte mal ein intelligenter Mann:
      “How do you get to Carnegie Hall?” “Practice, practice, practice”
    • Ich weiß. Wer das Training in Frage stellt, der trainiert nur Fragen zu stellen. Aber stellt euch doch selbst die Frage, was ihr im Notfall - unabhängig vom eigenen Können - gerne dabei hättet. Ein Stück Schnur und ein Messer oder einen Flammenwerfer mit garantierem Soforterfolg? Wer ein Messer und Schnur einstecken kann, der kann das auch mit einem guten Feuerzeug.