Die Entstehung einer Blockhütte durch reine Muskelkraft

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    • Konradsky schrieb:

      Lehmzement mit der Holzasche
      Wie der Zufall es will und wie Du ja weißt, beschäftige ich mich derzeit auch viel mit dem Thema Lehm - zumal wir davon reichlich vor Ort haben... 8o Der Lehmputz soll mit Asche fester werden, es gibt ja diverse Zuschlagsstoffe für Lehm. Die meisten Lehmputze (zumindest Unterputze) enthalten ja pflanzliche Zuschlagsstoffe wie etwa Strohhäcksel. Nach Aussage eines Herstellers tlw. sogar durchaus geeignet zum Verputzen von Öfen. Jedenfalls hat man das ja auch schon vor hunderten von Jahren gemacht, um der Rissbildung vorzubeugen. Risse sind allerdings im Lehm vergleichsweise unproblematisch, da ja der Lehm nur trocknet und nicht chemisch abbindet - somit kann ein Riss befeuchtet und wieder dichtgestrichen werden.
      Um richtig festen Putz oder gar Estrich zu erhalten, wurde früher tlw. Rinderblut sowie Asche hinzugefügt. Ich hätte jetzt für einen Putz zwischen den Balkenlagen allerdings auch keinen allzu harten Putz verwendet, aber da er ja noch pflanzliche Zuschlagsstoffe drin hat, wird es wohl trotzdem funktionieren - ich denke, die Intention war, dass es weniger bröckeln soll.
    • Die Römer haben ja ihren Kalkbeton mit Tuff, also Vulkanasche hergestellt.

      Man ist heute noch überrascht, wie stabil dieser "Beton" ist. Habe meine Werkstatt
      mal in einem Betonwerk für Pflastersteine gehabt. Die haben, um Zement zu sparen,
      Flugasche aus den Kraftwerken dem Zement beigemischt. Die Festigkeit war dieselbe als
      wenn man zement genommen hätte.

      Ich vermute die Asche eher als Bindemittel und das Moos für die Bewehrung.

      Gruss
      Konrad
      Ach das wiegt nix!
    • Konradsky schrieb:

      Ich vermute die Asche eher als Bindemittel und das Moos für die Bewehrung.
      Ja, quasi die Ökovariante von Stahlbeton inkl. gewissen wärmedämmenden Eigenschaften. Zement ist zwar eigtl. OT, aber es fasziniert mich auch, wie weit die Römer oder auch die Chinesen damit schon waren - und zudem extrem haltbaren Beton als Verbundwerkstoff herzustellen wussten! Bei den Römern war es die Vulkanasche (so wie auch heute noch Schamottemehl dem Innenputz von Backöfen o.ä. beigemengt wird), bei den Chinesen Reismehl (weshalb natürlich hunderte Bauernfamilien verhungert sind, für den Preis einer noch heute stehenden, wenngleich auch zu Verteidigungszwecken mittlerweile eher geringwertigen, Mauer... Ursächlich beteiligt ist das Amylopektin - da damals Amylase nicht in industriellem Maßstab hergestellt wurde, war die Mauer nahezu unüberwindlich :D ). In beiden Fällen wurde allerdings Kalk hinzugegeben. Hm, ich befürchte, ich muss mal Versuchsreihen anstellen zu Lehmkeramik mit Weizenmehl... 8o

      Faszinierend, dass es Holzbauten gibt, die so manchen Betonbau überlebten, wie etwa einige Stabkirchen (die noch nicht Opfer der Flammen wurden...).