Die Entstehung einer Blockhütte durch reine Muskelkraft

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    • Die Entstehung einer Blockhütte durch reine Muskelkraft

      Shawn James hat sich eigenhändig eine traumhafte kleine Blockhütte in Canadas Wäldern gebaut, und jeden Arbeitsschritt dokumentiert.
      Dieses Video ist eine toll gefilmte und sehr schön geschnittene Zusammenfassung der Entstehung, und kommt ganz ohne Stress und Hektik aus.
      Mittlerweile habe ich es mehrfach gesehen, zum einen weil so ein Häuschen in der Wildniss mein eigener Traum ist, zum anderen weil die Atmosphäre so schön rüberkommt.....
      (Englischkenntnisse sind nicht nötig, nur ganz zu Beginn und zum Schluss spricht er kurz über sich und sein Projekt)



      Sämtliche Details des Baus in einzelnen Videos aus den vergangenen Monaten gibt es auf seinem Kanal:

      youtube.com/channel/UCIMXKin1fXXCeq2UJePJEog/videos
      Light travels faster than sound.
      This is why some people appear bright
      until they speak.
    • Ich verfolge den Kanal von "My Self Reliance" schon etwas länger. Zufälligerweise ist "Buddy Shawn" mit "Joe Robinet" befreundet und die beiden haben mehrere Videos miteinander gedreht. Shawn James ist ein sehr unaufgeregter Typ, dem man auch ohne gute Englischkenntnisse gut folgen kann. Und er hat durchaus einiges an Wissen. Kein blabla, sondern fundiertes Wissen.

      Er hat auch ein Video gemacht, "burning down the cabin" - oder so. Darin erklärt er, wie man Holz durch verbrennen härten und widerstandsfähig machen kann. Die Methode nennt sich Shou Sugi Ban. Dass das geht, war mir bekannt, dass das eine japaische Technik ist, war mir neu.

      Ich hab den Bau auch über mehrere Videos verfolgt und war tatsächlich sehr erstaunt über die Leichtigkeit, mit der das ganze von Statten ging.
      Auch gibt er Tipps, wie man günstig an gutes Land mit allen nötigen Erlaubnissen kommt - natürlich nur in Kanada, aber wer will nicht dort leben? ... ;)
      I came into this world kicking and screaming, while being covered in someone else's blood.
      Why shouldn't I leave the world the same way?
    • Ich verfolge die Reihe auch schon ne Weile, wirklich sehr schön von Inhalt und Stil her. Da ich mittlerweile ja gewissermaßen auch ein wenig vom Fach bin, sind mir aber auch hin und wieder kleine Fehlerchen aufgefallen. So hat er beispielsweise die Feldsparren an der Fußpfette vernagelt, was man eigtl. vermeiden sollte, da sich die Gesamtkonstruktion noch setzt (und der First setzt sich mehr als die Traufwand, da im Giebel logischerweise mehr Holz verbaut ist...) und somit auch die Dachneigung mit der Zeit (bzw. in den ersten Jahren) flacher wird. Vielleicht hat er aber auch Gleiteisen (beim Bretterdach unwahrscheinlich), Langlöcher oder so eingebaut, ohne dass man es erkennen kann. Oder traditionell wie hier, Minute 11:54...:

      Der Kanal ist auf jeden Fall eine volle Empfehlung! :thumbsup:

      Edit: Wobei die Hütte ja nicht allzu groß ist und Nägel ja etwas Bewegung zulassen. Seine Dachkonstruktion ist ohnehin recht interessant, da er keine Deckenbalken nutzt, sondern quasi eine aufgedoppelte Boden-Deckelschalung. Wenn man hier auf die korrekte Ausrichtung der Maserung achtet, könnte das tatsächlich recht dicht sein. Sorgen würde mir dann aber die Aufdopplung machen, da ja normalerweise die Deckel mit zwei Schrauben/Nägeln zw. den Bodenbrettern befestigt werden, die Bodenbretter aber nur an einer Seite - da muss man, dreilagig gearbeitet, schon aufpassen, dass sich das nachher alles noch schadlos ausdehnen kann. Insgesamt hat er konstruktiven Wetterschutz aber wirklich ernst genommen.
    • Ich verfolge seine Videos auch und bin immer fasziniert.
      Leider haben wir in Deutschland kaum die Möglichkeit soetwas zu realisieren.
      Selbst als Grundstücksbesitzer kommen wieder die bösen Auflagen mit der Größe usw.
      Ich hätte sehr große Lust so ein Blockhaus im Wald mal zu bauen.
      Gruß
      Andy :hut:
      Brennholz Verleih :campfire:

      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. ;) :thumbup:
    • musher schrieb:

      @trapperandy auch in Deutschland geht Blockhaus als Wohnhaus. Erst Recht als Gartenhütte.
      Allerdings seitens im Wald.

      Kann aber passieren, daß in Deutschland keine Rundhölzer genommen werden dürfen. Oder daß die Ecken verkleidet werden sollten.
      Auch als Gartenhaus / Hütte ist es hier bei uns mit Auflagen verbunden und Genehmigungspflichtig.
      Alles über eine bestimmte Quadratmeterzahl ist halt Genehmigungspflichtig.
      Beim einen Blockwohnhaus ist klar was da alles benötigt wird um eins bauen zu dürfen.
      Es geht aber darum mal eins zu bauen, ohne gleich Ärger zu bekommen, mal so ganz Unbürokratische.
      Und das geht hier nicht.
      Gruß
      Andy :hut:
      Brennholz Verleih :campfire:

      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. ;) :thumbup:
    • Ich finde den Typen echt gut.
      Hat einige Kardinalsfehler gemacht, aber so ist das halt bei Selbstschraubern.

      Allerdings scheint er nicht alle Stämme selber entrindet zu haben.
      Zumindest sieht man bei einigen die spiralförmigen Entrinderspuren der Maschine
      aus dem Sägewerk.
      Wenn man einen Stamm verwertet hat man sehr unterschiedliche Durchmesser.
      Unten dick und oben dünn.
      Das ist bei ihm aber nicht der Fall. Wo ist das dicke Holz geblieben?
      Oder hat er das zu Balken und Brettern aufschneiden lassen?

      Gruss
      Konrad
      Ach das wiegt nix!
    • Konrad das ist mir auch aufgefallen.
      Bei Minute 34 sieht man schön am unteren Stamm die Spuren vom Entrinder.
      Aber das finde ich nicht schlimm.
      Stämme Entrindet und passen auf ein Maß gekauft ist doch in Ordnung.
      Das Haus selber bauen, darauf kommt es doch an.
      Gruß
      Andy :hut:
      Brennholz Verleih :campfire:

      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. ;) :thumbup:
    • Das ist halt die Frage. Viel spannender fände ich es, wenn alle Schritte beschrieben würden. Ich habe mal vor vielleicht 20 Jahren eine Doku gesehen, wo einer das nur mit Kettensäge, Kettenzügen und Handwerkzeug voll durchgezogen hat. Das war aber nicht in einer Saison getan.
      Für unsere hiesigen Verhältnisse bleibt einem aber wohl kaum was anderes übrig, als die Stämme bearbeitet zu kaufen.
    • Ich finde das echt beeindruckend. Das mit den gleichdicken Stämmen ist sogar mir als Laien aufgefallen.
      Aber mal 2 Fragen an die Fachleute:

      1.) Mir ist überhaupt nicht klar, warum er diese Lücken auf beiden Seiten im Dach lässt. Wäre es nicht einfacher von hinten bis zum vorderen Dachüberstand in einem Stück durchzumachen? So wie er das gemacht hat, sind ja zum Schluss Passbretter nötig.

      2.) Wie haben das eigentlich die Siedler im 18ten Jahrhundert gemacht, die irgendwann mit Sack und Pack plus Familie auf ihrem Land ankamen? Ich kann mir vorstellen, dass der Rohbau oft über den Winter offen stehen musste. Hat dazu mal jemand Informationen oder realistische Video-Links?
      Man sollte wenigstens solange Optimist sein, bis die Amis von jeder Tiergattung ein Paar nach Cape Canaveral treiben.
    • Torrfisk schrieb:



      2.) Wie haben das eigentlich die Siedler im 18ten Jahrhundert gemacht, die irgendwann mit Sack und Pack plus Familie auf ihrem Land ankamen? Ich kann mir vorstellen, dass der Rohbau oft über den Winter offen stehen musste. Hat dazu mal jemand Informationen oder realistische Video-Links?
      Im ersten Jahr wurde normalerweise gar kein dichtes Holzdach gebaut, sondern die Plane des Wagens über ein (provisorisches) Dachgerüst gespannt. So hatten die Leute Zeit, sich erst einmal um Rodung und Vieh zu kümmern, dass sie etwas zu beißen hatten. Erst später wurde ein echtes Dach gebaut. Diese Verfahrensweise ist historisch zuverlässig und für viele Gegenden überliefert.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
    • trapperandy schrieb:

      Ich hätte sehr große Lust so ein Blockhaus im Wald mal zu bauen.
      Ich auch. 8o Bleibt wohl nur die Variante Saunawagen oder so... Mal ehrlich: mit 2m oder 2,2m lichter Weite kann man ja schon bissel was anfangen, wie man an div. Bauwagen sehen kann.

      Was oben auch ein recht wesentlicher Baufehler ist: So wie ich das sehe sind die Setzbereiche bei Türen und Fenstern nicht wirklich berücksichtigt. Auch hat er die Verkleidungsbretter an den Fensterrahmen dementsprechend falsch konstruriert, das obere Brett stößt nämlich normalerweise an die Seiten der senkrechten Bretter und wird nicht darüber montiert. Danach kann man es noch mit einem Dächlein abdecken (inkl. Gleitholzkonstruktion), welches am Blockbalken verschraubt wird (der Fensterrahmen wird nämlich nur an T-Rahmen verschraubt, da das Setzverhalten eines Fensters eher dem eines senkrechten Stück Holzes entspricht... ;) ). Dadurch ist einerseits Setzung und andererseits Wetterdichtigkeit gewährleistet, bei der Tür scheint er es auch so ähnlich gemacht zu haben. Vielleicht hat er aber auch eine andere technische Lösung verwendet, die mir in den Videos nicht aufgefallen ist.

      Die "Planungsgrundlagen für Blockhausbau" der finnischen Blockhausindustrie haben mir sehr viel beim Verständnis geholfen:
      finnland-block.com/wp/wp-conte…rlagen-Blockhaeuser_1.pdf
    • Ja, die Sache mit dem Setzen....
      Wir haben vor Jahren ein Blockbohlen-Häusle errichtet. Und natürlich schon gewartet mit "dem Elektrischen". Naja, wie auch immer, nach dem ersten Winter hab ich die Kabelkanäle "aufputz" verlegt. Alles schön waagrecht, senkrecht, rechter Winkel...und jetzt kann ich die Kabelkanäle neu machen. Durchs setzen werden die alten ordentlich gestaucht. Was hat das mit obigem Blockhaus zu tun? Es zeigt mir, dass da nicht nach nem Jahr fertig ist mit setzen.
      Im Gegensatz zu manche Menschen arbeitet sowas wohl sehr lange ;)
      No ned hudla.....