in2 Camp Cookware: Trangia Sturmkocher 27-1 HA & Brenneroptionen

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    • in2 Camp Cookware: Trangia Sturmkocher 27-1 HA & Brenneroptionen

      Vor kurzem hab ich einen Testrun von einem Trangia Gasbrenner mit Flüssigeinspeisung hier im Forum eingestellt. Obwohl die Sturmkocher des schwedischen Herstellers wohl bis dato zu den 'all time best sellern' am Campingkocher-Markt gehören und dementsprechend bekannt sind mögen ein paar zusätzliche Detailinfos eventuell dennoch nicht schaden. Der Sturmkocher ist ein komplettes Kocherset und wird von Trangia bereits über Jahrzehnte gebaut und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Über die Zeit wurde zwar Produktpflege betrieben, prinzipiell sind sie aber noch so aufgebaut wie zu ihrer Einführung in den 1950ern. Herzstück ist ein simpler Spiritusbrenner der in einem 2-teiligen Windschutz untergebracht ist, welcher zugleich als Topfstand dient. Sämtliche Teile sind aufeinander abgestimmt und für kleines Packmaß leicht stapelbar - man hat mit einem Set alles dabei und zusätzliches Zubehör sorgt für sinnvolle Ergänzung.



      Trangia bietet 2 verschiedene Baureihen dieser Campingkocher an. Einmal die Serie 25, das ist der 'große' Sturmkocher welcher für 2 Personen oder kleinere Gruppen konzipiert ist. Die Serie 27 ist die miniaturisierte Version und verdient die Bezeichnung 'kleiner' Sturmkocher zurecht, da für Solotrekker oder max. 2 Personen geeignet. Mein Set hat die Modellbezeichnung 27-1 HA, wobei das HA für hartanodisiertes Aluminium steht, aus welchem die meisten Einzelteile inkl. dem Windschutz dieses Sturmkochers bestehen. Dabei handelt es sich um Aluminium mit einer eloxierten Oberfläche, d.h. es hat eine Oxidschicht zur Verbesserung der Temperatur- u. Korrosionsbeständigkeit, der Härte uvm. gegenüber herkömmlichem Alu. Da diese Schicht lediglich aus chem. verändertem Grundmaterial besteht ist sie fest mit diesem verbunden, es kann weder was abblättern noch abplatzen wie man es z.B. von Lack oder Beschichtungen her kennt. Ein weiterer Vorteil ist die beinahe schon edel wirkende dezente graue Farbe, was dementsprechend unauffällig ist - zumindest gegenüber der sehr hellen Oberfläche vom normalen Alu. Die Hartanodisierung ist rundherum eine Aufwertung und der Mehrpreis hierfür ist sicherlich gerechtfertigt wie ich finde.



      Der 27-1 HA Sturmkocher besteht aus 2 Töpfen m. jeweils ca. 1,0L Volumen, 1 Pfanne mit ca. 18cm Durchmesser welche auch als Deckel dient, 1 Griffzange, 1 Packriemen, 1 Spiritusbrenner m. Plastikbeutel und einem 2-teiligen Windschutz. Dieser ist zugleich Brennerstand (Unterteil) und Topfaufnahme (Oberteil) für Töpfe/Pfanne mittels dreier klappbarer Halterungen aus Edelstahl. Da alle Teile ineinander steckbar sind, ist das gesamte Set auch sehr klein verpackbar. Der Dosenbrenner f. Spiritus passt mit hinein und es ist sogar noch etwas Platz f. weitere Küchenutensilien, etc. Verpackt mißt er ca. 18,5 cm im Durchmesser bei ca. 10cm Höhe und wiegt ca. 710 g (ohne optionales Zubehör).





      Für den Betrieb wird einfach der Brenner in die kreisrunde Öffnung im Windschutzunterteil gesteckt, mit Spiritus befüllt und entzündet. Das Oberteil/die Topfaufnahme lässt sich einfach durch verdrehen auf das Unterteil geben und mit den 3 Aussparungen im Falz haben diese 2 Windschutzteile eine vernünftig stabile Verbindung. Der Windschutz hat eine große Grundfläche und gewährleistet wohl eine der besten Standsicherheiten unter den aktuell auf dem Markt befindlichen Campingkochern.







      Die 3 klappbaren Topfhalterungen fixieren die Töpfe bombig, hier kann absolut nix wegrutschen oder gar runter fallen. Selbst das Umrühren von vollen Töpfen ist problemlos und man wird selten die Griffzange zu Hilfe nehmen müssen. Die eingesetzten Töpfe verschwinden bis etwa 2/3 ihrer Höhe im Windschutzoberteil. So wirkt die Hitze vom Brenner nicht nur auf den Topfboden sondern wird seitlich hoch geführt was zu einer effizienteren Energieausnutzung beiträgt. Das Prinzip ist ähnlich den heutigen Systemkochern, selbst wenn hier kein spezieller Wärmtauscher zur Anwendung kommt.



      Die gute Abschirmung vermindert die seitliche Angriffsfläche bei Wind und die Flamme kann ohne diese lästige Beeinträchtigung brennen. Das Windschutzunterteil hat seitlich eine größere gelochte Fläche die für Luftzufuhr zum Brenner sorgt. Wird der Kocher allerdings bei windigen Verhältnissen ungünstig platziert fungiert dieser Lufteinlass als Durchzugskamin was nur zu einem höheren Brennstoffverbrauch und zu einer Verlängerung der Kochzeit führt, also direkt konterproduktiv ist. Auf die Windrichtung bzw. Platzierung zur windabgewandten Seite hin ist deshalb zu achten. Der 2teilige Windschutz bietet noch weitere Vorteile. Der Brenner ist leicht erreichbar und dies erspart so manche Fummelei z.B. beim Anzünden, Treibstoffnachfüllen, etc. Die Brennerflamme wird durch das Oberteil auch komplett verdeckt und somit ist 100%iger Sichtschutz gewährleistet, für alle die im Camp mit eingeschaltetem 'Stealthmodus' ein Augenmerk auf absolute Tarnwirkung legen ...



      Fürs aufsetzen der Pfanne sind die 3 Topfauflagen einfach rauszuklappen und die Pfanne wird oberhalb des Windschutzes platziert. Dies mag auf den ersten Blick etwas verwundern denn dadurch vergrößert sich der Abstand vom Brenner zum Pfannenboden recht deutlich. Das ist gewollt und vermindert das Überhitzen oder Anbrennen des Kochgutes in der Pfanne. Die Flamme wirkt nicht mehr mit voller Hitze am Pfannenboden und beugt so auch ein Stück weit Schäden vor, da es die dünnwandigen Pfannen doch sehr leicht wirft wenn sie zu viel an Hitze abbekommen.



      Der Hersteller bietet gleich 4 verschiedene Brenneroptionen an und da dürfte man immer gerüstet sein, egal welcher Brennstoff gerade verfügbar ist. Obwohl ich selbst nur 3 davon besitze, trotzdem eine kurze Einführungsübersicht von mir:



      Spiritusbrenner für Bioethanol (Trangia Nr. 602500): Sicherlich der bekannteste Vertreter unter den Spiritusbrennern und seit Jahrzehnten aus Messingblech unverändert gefertigt. Er hat eine einheitliche Größe und passt somit auf sämtliche Sturmkocher und viele weitere Brennerhalterungen und Hobos. Es gibt auch zahlreiche baugleiche und angelehnte Modelle von Drittanbietern. Der Trangia ist ein genial simples dosenähnliches Design, bestehend aus 3 Einzelteilen: Dem eigentlichen Brenner welcher zugleich Treibstofftank ist, einem Regulierring sowie einem Deckel mit O-Ring. Der Spiritusbrenner arbeitet drucklos und hat lediglich ein paar Bohrungen am oberen Rand an denen sich die 'Jets' bilden, sobald der Brennspiritus auf Temperatur ist. Man sollte beachten dass die Flamme manchmal beinahe farblos brennt, vor allem direkt nach dem entzünden. Der Betrieb ist beinahe geräuschlos und schon aus wenigen Metern Entfernung ist der Brenner nicht mehr zu hören! Also ein 'must have' für alle Freaks die gerne unentdeckt im 'Paranoiamodus' campen wollen. Mit Hilfe des Regulierrings läßt sich die Flamme drosseln. Die Handhabung ist gewöhnungsbedürftig - man verstellt eine Metallplatte und platziert den Ring anschließend direkt auf dem Brenner. Eine Flammenregulierung während des Betriebes so wie man es z.B. von Gasbrennern kennt, ist damit nicht möglich, die Handhabung zugegeben etwas umständlich. Der Schraubdeckel hat einen fetten O-Ring der den Brenner dicht verschließt und man kann den Spiritus problemlos im Brenner belassen zwecks Transport. Auf diesem Deckel sind einige Sicherheitshinweise eingeprägt. Man sollte den Brenner immer komplett auskühlen lassen bevor man ihn zuschraubt - wäre nicht das 1te Mal dass man einen Deckel nicht wieder abbekommt.

      Spiritus ist vor allem in Skandinavien überall verfügbar, in Mitteleuropa bekommt man ihn z.B. in Drogerien, die Versorgung ist aber zugegeben schlechter als in Nordeuropa. Die Energiedichte von Spiritus ist geringer als z.B. bei Benzin oder Campinggas, die Kochzeit deshalb gegenüber diesen 2 Brennstoffen verlängert. Er verbrennt nicht ganz rückstandsfrei und rußt gelegentlich etwas, weshalb sich gerne Rückstände an Töpfen und Pfannen ablagern.







      Gelbrenner für Brennpaste (Trangia Nr. 602400): Der M71 Notkocher der Schweizer Armee ist sicherlich der bekannteste Vertreter eines Brennpastenkochers. Der Trangia Gelbrenner ist ähnlich, halt eine einfache Dose aus Alublech mit Deckel für übliche Brennpasten auf Enthanolbasis. Hatte vor Jahren mal ein Malheur im Zelt als mein Kamerad an den Sturmkocher stieß so dass der Spiritus überschwappte und anschließend gleich das halbe Vorzelt in Flammen stand. So was kann mit diesem Gelbrenner nicht passieren denn die brennbare Paste ist derart dickflüssig dass sie kaum ausfließt, selbst wenn man den Brenner mal kurz 90° aufstellt. Dieser Gelbrenner hat den selben Durchmesser wie der orig. Spiritusbrenner und passt somit in die gleichen Brennerhalterungen. Er ist mit nur 18g vergleichsweise leichtgewichtig und darüber hinaus auch preisgünstig. Ein Regulierring fehlt, der Deckel ist nur aufgesteckt und nicht geschraubt, was für die meisten Gels ausreichend sein sollte. Der Betrieb ist ebenfalls so geräuschlos wie mit Brennspiritus auch und die Töpfe verschmutzen ebenfalls auf der Unterseite.

      Bei den üblichen Brennpasten handelt es sich um Brennspiritus der mit Calciumacetat eingedickt und so zu einer zähflüssigen, geleartigen Masse wird. Der Vorteil liegt in der gegenüber dem Flüssigspiritus sichereren Handhabung. Die Brennleistung ist durchaus vergleichbar mit Spiritus, das Verdickungsmittel verbrennt allerdings nicht mit und bleibt im Brenner zurück. Dieser Rückstand sollte deshalb gesondert entsorgt werden. Brennpasten bekommt man beinahe in jedem gut sortierten Baumarkt als auch im Gastrobedarf. Ein Video das einen Trangia Pastenbrenner zeigt gibt's hier:







      Video zum Sturmkocherbetrieb mit Gelbrenner gibt's hier:



      Die 4te Brenneroption ist ein Mutlifuel (Trangia Nr. 750001), welchen ich aber nicht besitze. Es handelt sich dabei um einen modifizierten Optimus Nova der mittels Adapter direkt in die Trangia Sturmkocher eingebaut werden kann. 2 Ausnehmungen zur Durchführung von Treibstoffschlauch und Reguliersange zum Ventil sind bereits vorhanden.



      Mit dabei sind neben Pumpe, 0.6l Treibststoffflasche auch 2 Wechseldüsen: 1x für Benzin und 1x für Kerosin/Dieselbetrieb. Da der Brenner vom Typ Vortex ist gehe ich mal davon aus dass er ordentlich Betriebsgeräusch entwickelt und mit über 500g ist er nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Dafür ist er dank Drucktank u. Vorheizschleife auch für tiefe Temperaturen geeignet. Dieser Mehrstoffbrenner ist wegen der fehlenden Standfüße bzw. Topfauflagen nicht stand-alone zu betreiben. Falls man sich für den orig. Trangia Zubehörbrenner entscheidet ist man also auf die Kombi Sturmkocher-Multifuel zwingend angewiesen. Kauft man sich hingegen den normalen Nova mitsamt dem Umrüstset direkt von Optiums hat man einen vollwertigen Mehrstoffbrenner inkl. Standfüße welchen man auch mal mit anderem Kochgeschirr benutzen bzw. nach Demontage der Füße/Topfhalter im Sturmkocher einsetzen könnte. Diese Variante ist aber zugegeben etwas teurer. Wie für Multifuels üblich sind ein paar Ersatzteile einzupacken und die üblichen Sicherheitsthemen zu berücksichtigen damit einem die Teile nicht um die Ohren fliegen. Auf Youtube existieren ein paar Videos wo Bastler auch andere Mehrstoffbrenner für den Sturmkocherbetrieb adaptiert haben, der Omnifuel von Primus ist z.B. ein beliebter Kandidat hierfür.
      Die Verfügbarkeit der Treibstoffe Benzin und Diesel ist beinahe grenzenlos. Man bekommt sie weltweit und die Heizleistung ist ausgezeichnet ;)

      Trangia bietet neben den zahlreichen Brennern noch weiteres Zubehör welches die Sturmkocher sinnvoll ergänzen. Erwähnt werden sollte z.B.:
      - Packsack aus orangem KuFa-Gewebe m. Zugband. Schützt einerseits den Rucksackinhalt von schmutzigem/fettigem Kochgeschirr sowie den Sturmkocher selbst vor Verschmutzung im Camp wenn er mal am Boden abgestellt wird.
      - Multi-Disc Platte aus robustem PP-Kunststoff m. Abseihlöchern. Nicht nur als Siebdeckel oder Unterlage im Schnee zu verwenden, sie schützt z.B. den empfindlichen Pfannenboden vor Beschädigungen beim Transport. Kann einfach außen drauf gegeben und mit dem Packband gesichert werden bzw. wird sie bei beschichteten Pfannen innen eingelegt und so können die 3 Topfhalterungen die Nonstick Beschichtung auch nicht zerkratzen.
      - Teekanne - der Name ist Programm fürs rasche Wasserkochen. Fasst beim kleinen Sturmkocher lediglich 0,6l, sorgt aber dafür dass Tee oder Kaffee nicht nach Beutelsuppe und Reisgericht schmecken ;)
      Ich habe mir zusätzlich ein paar dünne Microfasertücher besorgt und lege diese zwischen die Einzelteile beim einpacken. So klappert und scheppert nix im Rucksack und die Oberflächen sind bestens geschützt so dass auch nichts scheuern oder verschleißen kann auf Tour. Beim HA Geschirr ist dies zwar nicht so tragisch, bei der normalen Aluausführung (UL Variante) hat man aber sofort grauen Aluabrieb in den Töpfen, sollte man auf die Zwischenlagen verzichten.





      Für manche mag ein Trangia Sturmkocherset bereits zu üppig/opulent bzw. schwergewichtig oder zu wenig minimalistisch erscheinen. Sicherlich wird mit so einem Komplettset der Komfortfaktor auf Tour gefördert, gar keine Frage. Zum Glück kann man problemlos Einzelteile weglassen wenn man sie nicht benötigt und ich bin schon oft mit nur 1 einzigen Topf losgezogen oder habe sogar die Pfanne weggelassen und dafür einen leichten Aluteller drangeklatscht.
      Das Highlight am Sturmkocher ist sicherlich seine Einfachheit und Kompaktheit kombiniert mit einem durchdachten Modularkonzept. Soviel Erfolg schafft natürlich auch Nachahmer oder Sturmkocher-Kopierer auf den Plan. Nachbauten für Spiritusbetrieb existieren unter anderem von Esbit, SIGG, Tatonka, usw. und sehr ähnliche Konzepte z.B. mit Gasbrennern gab's/gibt's auch von Primus, Optimus, Markill/vauDe bzw. sollte der Meta 50 f. den M71 Notkocher erwähnt werden - wobei einige Produkte bereits wieder vom Markt verschwunden sind.

      Der guten Ordnung halber möchte ich erwähnen dass ich nicht für diesen Hersteller oder den Vertrieb seiner Produkte arbeite und ich für den Artikel keinerlei Abgeltung bekomme. Ich betreibe diese Schleichwerbung weil mich das Produkt an sich reizt, ich es schlicht genial finde und deshalb gern benutze. Ich bin selbstverständlich auch keinem böse wenn er zu etwas anderem greift, sollte eine Anschaffung anstehen ;)
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • Was mich daran stoert: Das viele tote Gewicht bei dem Topfstaender. Toll integriert, standfest, ja sicher, aber soviel Material... Abgesehen davon aber DAS Kochset schlechthin.
    • @bugikraxn
      Das ist mal ein Review und eine Produktbeschreibung! Klasse! :danke:
      Ich habe es konzentriert gelesen, habe ich mich doch gerade für einen Systemmix aus Trangia und Optimus Nova ( hier im Marktplatz von @Baumkraxler zu sehr fairen Konditionen erworben ) entschieden, um beim kommenden Paddelurlaub eine praktikable "Feldküche" dabei zu haben.

      Eine Frage hätte ich an der Stelle: Muß man die 3 Beine vom Nova unbedingt entfernen , um ihn in dem Trangia ( 25er) Windschutz einzubauen?

      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Hallo Franz, mal wieder super erklärt und gezeigt :danke:

      Ich finde die 2 Windschutzteile überflüssig, ist halt meine persönliche Meinung.
      Für mich macht es auch mehr Sinn 2 unterschiedlich große Töpfe zu haben.
      Deshalb habe ich mir den 1 und 2 Liter Topf, und die große Pfanne geholt.

      Das komplette System wie du es gezeigt hast ist natürlich auch super.
      Ein tolles Sorglospaket, welches total durchdacht ist.
      Und deine HA Version gefällt mir optisch super. Sieht richtig edel aus!

      Gut Pfad, Micha
      Für mich ein echter Held:
      Lord Robert Stephenson Smyth Baden-Powell of Gilwell
      Kurz Bi-Pi genannt.
      Der Gründer der Weltpfadfinder Bewegung
      scout-o-wiki.de/index.php?title=Datei:Baden-powell1.jpg
    • Ich habe schon seit den 80ern die große Variante in Gebrauch die sehr oft auf Touren zu zweit gute Dienste geleistet hat.
      Zwischendurch habe ich den Spritusbrenner mit dem Trangia Gaseinsatz ersetzt, womit die Benutzung richtig Laune macht da sauber und stufenlos regulierbar.
      Beim Spritusbrenner gibt's halt wenn er warm gelaufen ist nur volle Pulle und die Regulierung mit dem Reduzierring ist in der Praxis eher ein Krampf.

      Habe zwischendurch mehrere andere Systeme ausprobiert, vor allem um Volumen und Gewicht einzusparen, denn insbesondere die große Variante trägt als Gesamtpaket schon sowohl vom Gewicht als als Packvolumen merklich auf.

      Aber es ist und bleibt dennoch für mich insgesamt DAS durchdachteste und praktischste Komplettsystem!

      Neben der Standfestigkeit und dem Windschutz habe ich auch die Sicherheit zu schätzen gelernt, eben dass durch die gute Abschirmung z.B. im hohen Gras nichts ansengen kann.

      Und weil mir der Trangia nach wie vor so gut gefällt, und es wieder Duossal gibt, habe ich mir gerade alle notwendigen Teile einzeln zugelegt um mir aus dem was ich schon habe die kleine Variante zusammen stellen zu können, weil ich nun eher allein unterwegs bin.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lederstrumpf ()

    • @bugikraxn sehr toller Bericht und umfassend beschrieben. Danke dafür.
      Es ist mit Sicherheit ein gutes Kochsystem, mir persönlich wäre es für den Rucksack zu schwer.
      Ich habe oft im Laden davor gestanden und konnte fast nicht wiederstehen.
      Angedacht fürs Radwandern oder mit dem Auto zum Campingplatz.
      Wenn natürlich mehrere Leute mitwandern und man nur ein Kochset mit nehmen möchte dann könnte man es auch aufteilen so das jeder etwas davon im Rucksack hat.

      Nochmals Super Bericht.
      Manche sagen, ich sei bekloppt ich find mich verhaltensoriginell.
    • Der Trangia ist auch mein universeller Lieblingskocher. Ob bei Kanutouren, beim Camping oder auch beim Trekking wo man sich das Gepäck aufteilen kann, ein geiles Gerät.
      Ich habe meinen 1993 in Schweden gekauft und jede Delle hat ihre Geschichte.
      Den Gasbrenner hab ich mir 2004 dazu geleistet natürlich auch in Schweden gekauft ;)
      Aktuell bin ich grad dabei die Alutöpfe gegen Duossal auszutauschen.
      Da ich den in der Regel eh nicht mehr wirklich durch die Gegend trage ist mir das zusätzliche Gewicht egal und ich finde die Kombination von Alu und Edelstahl ziemlich gelungen.
      Leider ist das nicht unbedingt ein billiger Spaß aber hey, andere kaufen dicke Messer, ich hab halt einen Fetisch für Kochzubehör :D
      "...ich will´s ein Bisschen schöner machen, reines Überleben turnt mich ab!"
      Cody Lundin, Survival Duo 1. Staffel
    • Tolle Vorstellung.

      Wir nutzen auch am liebsten den Trangia. Auch auf Trekkingtouren. Das wenige Mehrgewicht ist uns das Kochen wert. Es geht nicht nur um Nahrungsaufnahme sondern auch um Genuß.
      Man muss auch keine Angst haben, dass mal was umfällt. Zum Regulieren nehme ich einfach die Zange und hebe den Topf oder die Pfanne kurz an.
      Wir haben unseren damals in Nonstick gekauft. Haben uns von Tatonka noch die Edelstahl Töpfe und Pfanne gekauft. Je nach Ziel nehmen wir immer eine Mischung aus beiden mit.
      Aus einer alten Isomatte haben wir uns eine Topfisolierung genäht. Echt top zum warmhalten und auch um den Topf im Zelt festzuhalten. Wir essen nicht gerne direkt aus der Tüte.

      Ich würde es immer wieder kaufen.
    • Danke Franz, für die Vorstellung.
      War schon bei dem Video über den Gaseunsatz begeistert.
      Da kam schon der Wunsch, haben wollen.

      Etwas stöbern zeigte mir, daß es momentan drei Materialvarianten gibt. Da muß ich mich noch weiter schlau machen.

      Wegen der Größe werde ich mich wohl eher für die 25er Reihe entscheiden.

      Der Wasserkessel ist nicht in den Setz enthalten?
      Gibt es für die Setz auch Packbeutel?
    • @Seemann

      die meisten Multifuel-Schlauchkocher lassen sich einfach in den Trangia einbauen.
      Für Optimus gibt es einen Adapter oder man biegt sich ein U-Profil selber.
      es wird nur die Kocherglocke egenommen.
      Optimus: Bodenschraube am Kochergestell lösen ,Schlauch abschrauben und Kocherglocke aus dem Gestell nehmen.
      Bei Schlauchkochern mit Ventil an der Kocherglocke (Optimus/Primus) muß man das kleine Loch am Trangia Gestell vergrößern damit damit man den Schlauch nicht immer abschrauben muß.
      z.B.

      Primus Omnilite im 27er Trangia
    • couchcamper schrieb:

      Was mich daran stoert: Das viele tote Gewicht bei dem Topfstaender.
      Das ist wohl mit einer der Hauptgrund weshalb viele vor dem Trangia zurückschrecken @couchcamper, Packmaß und Gewicht sind nicht rekordverdächtig niedrig ;-).

      Micha1207 schrieb:

      Angedacht fürs Radwandern oder mit dem Auto zum Campingplatz.
      Wenn Du nicht soo limitiert bist wie beim Rucksacktrekking und Du mit Boot/4WD/Motorrad/Schlitten unterwegs bist, dann spricht nicht wirklich viel gegen einen Trangia ...

      musher schrieb:

      Der Wasserkessel ist nicht in den Setz enthalten?
      Der Hersteller hat da unterschiedliche Sets im Programm und bei einigen sind die Wasserkessel fix mit dabei. Man muss halt vergleichen was kostengünstiger ist, event. schießt man ein Set-Sonderangebot und kauft sich den Kessel separat dazu.

      Seemann schrieb:

      Eine Frage hätte ich an der Stelle: Muß man die 3 Beine vom Nova unbedingt entfernen
      Danke @Seemann, ich fürchte Du musst das gesamte Gestell bei einem Multifuel demontieren denn meistens sind die Standfüße zugleich Topfauflage. Hier gibts auch 2 unterschiedliche Zubehörteile: 1x eine glockenähnliche Schale (glaub das ist das Oriiginal von Trangia für den X2) und 1x ein U-förmiger Bügel mit zusätzl. Scheibe. Ich hab mich da noch nicht dran gewagt, owohl sich mein Whisperlite z.B. für sowas durchaus anbieten würde denn dort sind die Standfüße wirklich leicht zu demontieren.


      Lederstrumpf schrieb:

      Und weil mir der Trangia nach wie vor so gut gefällt, und es wieder Duossal gibt,
      ;) @Lederstrumpf, mein erster richtiger Campingkocher war einer aus der Serie 25 in Alu und gekauft Ende der 80er. Ich hab ihn erst vor ca. 1-2 Jahren verkauft und ihn davor schon länger nicht mehr verwendet. Für Solotrips ist er einfach zu groß. Ich hatte zwischendurch mal einen kleinen Sturmkocher (war im Konvolut bei einem Geartausch enthalten) und dort war ein Duosal-Topf mit enthalten. Ist wohl eine der tauglichsten Materialkombinationen für die Sturmkocher. Ich bin vor 5 Jahren umgezogen und seit dem ist der nicht wieder auffindbar ;-(. Die HA Variante hab ich mir erst vor ca. 1.5 Jahren besorgt und bin überaus zufrieden damit.


      lutz-berlin schrieb:

      Primus Omnilite im 27er Trangia
      Herzeigbare Umrüstungaktion @lutz-berlin, ich hadere noch mit einer ähnlichen Adaptierung ...
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • Trangia hat da 2 Wasserkessel die extra auf die Sturmkocher abgestimmt sind und deren Höhe ist etwas niedriger. Man bekommt die selbstverständlich auch einzeln bzw. als Ersatzteil. Der mit 0.9L Volumen (Modellnr.200324) passt in den großen Sturmkocher der Serie 25, jener mit 0.6L (Modellnr. 200325) passt in das kleine Sturmkocher Set aus der Serie 27. Da kann man nicht wirklich viel falsch machen @musher ;)
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • Esbit Wasserkessel sind aus ha-Alu und passen.

      Den Adapter fuer den Wisperlight bekommt man nicht mehr,der Wisperlight bekommt im Trangia etwas zu wenig Luft

      Der Primus x2 hat nur noch einen Regler am Schraubanschluss, dann lieber gleich den Omnifuel nehmen!

      Gelbrenner:
      Catfoodbuechse oder vegetarischer Brotaufstrich vom Discounter nehmen,die passen genau in die Brenneraufnahme

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von lutz-berlin ()

    • @bugikraxn : Vielen Dank für die ausführliche und tolle Vorstellung des Trangia-Kochers!

      Ich bin erst vor 1,5 Jahren auf den Trangia gekommen, weil ich ihn auf einem Treffen günstig erwerben konnte. Ich hätte ihn mir schon viel früher holen sollen. Für mich ist dieses System eines der besten Kochersysteme. Einfach sehr gut durchdacht und vor allen Dingen kann man toll drauf kochen. Für mich kommt das Teil immer mit, wenn es nicht so sehr auf das Gewicht ankommt (Kurztouren mit Schwerpunkt auf Nahrungszubereitung, die über das Erhitzen von Wasser und Fertigprodukten hinaus geht, Camp-Geschichten und beim Paddeln.

      Zum Thema Wasserkessel:

      Der Wasserkessel (bei mir der große für das große Set) passt perfekt ins System.






      Im zusammengeklappten Zustand kann man in den Kessel auch noch den Brenner, Plastikklapptasse, Zange, Besteck, Schwamm und Putztuch stopfen.



      Zum Thema Erweiterung zum Multifuel-Kocher:

      Ein ebenfalls sehr durchdachtes System ist die Erweiterung des Trangia mit einem Edelrid Hexon Multifuel.



      Beine werkzeugfrei abnehmen, Brenner von unten im Stand des Trangia einführen und mit der Trangia-Adapterplatte festklemmen.



      Wenn man sich alle hier genannten Teile neu kaufen würde, ist das natürlich keine ganz so preiswerte Sache. Ich habe alle hier gezeigten Teile gebraucht erworben. Dann relativiert sich das Thema Preis wieder etwas.

      Gruß Guido

      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
    • @bugikraxn

      Mein erster Sturmkocher war auch aus Alu, ich glaube damals in den 80ern gab es auch noch gar nichts anderes zur Auswahl.

      Irgendwann habe ich den großen Topf (1,75 Liter) durch einen aus Non-Stick ersetzt.
      Jetzt wo ich die zwei 1-Liter-Töpfe aus Duossal für das kleine Set habe, juckt es mich schon auch bei dem großen Set auf Duossal umzurüsten.
      Ich finde, dass das die ideale Material-Kombination für Camping-Töpfe darstellt.
      Echt genial, dass sie das nochmal aufgelegt haben!!

      ---

      Tja, und was das "tote Gewicht bei dem Topfstaender" angeht, so "tot" ist das ja gar nicht in Wirklichkeit, denn man bekommt dafür schließlich:

      - einen stabilen Stand

      - einen verlässlichen Windschutz rundum

      - diesen Kamin-Effekt und dadurch eine gute Effizienz

      Für all diese Vorteile nehme ich das Gewicht gerne in Kauf!
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • ja nix is mit verlaesslicher Windschutz rundherum, erstens ist der Windschutz nicht der Topfhalter, das wuerde ja eventuell wieder etwas Gewicht sparen, sondern es sind zwei Teile, und zwar die Teile mit dem meisten Material/Gewicht - und zweitens ist da NULL Windschutz sobald man die Pfanne nutzt, die steht naemlich drauf, nicht drin. Sogar beim "einteiligen" Trangia Mini Set koennte man locker noch Materaial und damit Gewicht sparen. Auch einen Kamineffekt kann ich da bei bestem Willen nicht reininterpretieren, die Flamme schlaegt im System genau so hoch aus dem Brenner wie ohne Alles, kein Zug.
      Diese beiden Teile koenn(t)en getrost weggelassen werden, nur hat man dann nicht mehr das voll und toll -integrierte, stabil stehende und kompakte Kochsystem, sondern eine heimische Bastelloesung. Dann kann man's gleich lassen. Darum, als Fussgaenger, bastle ich. Als Bikepacker wuerde ich das vermutlich nicht so eng sehen ... Die bei Trangia wissen schon, warum sie nicht noch irgendwo Gewicht sparen - das Ergebnis waere etwas, das weniger Vertrauen einfloesst und vermutlich nur ein Jahr haelt.
      Einen Tod muss man sterben. ;)

      Beitrag von Dachs ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • couchcamper schrieb:

      ja nix is mit verlaesslicher Windschutz rundherum, erstens ist der Windschutz nicht der Topfhalter, das wuerde ja eventuell wieder etwas Gewicht sparen, sondern es sind zwei Teile, und zwar die Teile mit dem meisten Material/Gewicht - und zweitens ist da NULL Windschutz sobald man die Pfanne nutzt, die steht naemlich drauf, nicht drin. Sogar beim "einteiligen" Trangia Mini Set koennte man locker noch Materaial und damit Gewicht sparen. Auch einen Kamineffekt kann ich da bei bestem Willen nicht reininterpretieren, die Flamme schlaegt im System genau so hoch aus dem Brenner wie ohne Alles, kein Zug.
      Diese beiden Teile koenn(t)en getrost weggelassen werden, nur hat man dann nicht mehr das voll und toll -integrierte, stabil stehende und kompakte Kochsystem, sondern eine heimische Bastelloesung. Dann kann man's gleich lassen. Darum, als Fussgaenger, bastle ich. Als Bikepacker wuerde ich das vermutlich nicht so eng sehen ... Die bei Trangia wissen schon, warum sie nicht noch irgendwo Gewicht sparen - das Ergebnis waere etwas, das weniger Vertrauen einfloesst und vermutlich nur ein Jahr haelt.
      Einen Tod muss man sterben. ;)

      Du willst doch jetzt nicht ernsthaft behaupten dass ein Kochersystem das sich seit über 5 Jahrzehnten unzählige Male auch und gerade bei Expeditionen bewährt hat nicht so funktioniert wie beschrieben / angenommen???

      Das System trägt nicht von ungefähr die Bezeichnung "Sturmkocher", eben weil der Windschutz eine massgebliche Rolle spielt.

      Der untere Teil dient nicht nur zur Halterung des Brenners sondern dass auch dieser "Kamineffekt" entstehen kann was letztlich nur bedeutet dass die Luft von unten durch die Löcher am Brenner und am Topf vorbei nach oben zieht und somit die Hitze vom Wind nicht nur weggeblasen wird sondern dem Topf auch seitlich zu Gute kommt.



      Wenn die Pfanne als Deckel benutzt wird hat der Wind keine Chance.
      Wenn der Kessel drin steht oder die Pfanne mit den aufgeklappten Halterungen oben aufgesetzt ist kann schon mal der Wind reinfassen, aber - wie würde es aussehen wenn diese Abschirmung gar nicht vorhanden wäre?
      Dann würde die Hitze vom Brenner ja bei jedem Windstoß zum Großteil verloren gehen.

      (Es sollte schon klar sein dass die Seite mit den Löchern vom Wind abweisend positioniert sein muss!)

      Ich selbst benutze dieses System schon seit 30 Jahren und hatte diesbezüglich nie Probleme.

      Bzw welches Kochersystem bietet denn den besseren Windschutz bei niedrigerem Gewicht kleinerem Packvolumen und gleichem Funktionsumfang ?

      Im übrigen gehöre ich selbst nicht zur UL-Fraktion.
      Ich habe nicht vor einen Streckenrekord aufzustellen sondern möchte Zeit in der Natur verbringen um mich zu erholen, diese geniessen und freue mich wenn ich dabei gute Ausrüstung benutzen kann. Gewicht spielt dabei eine untergeordnete Rolle - im Gegenteil stellt eher Nutzlast im Sinne von Training dar.
      Ich muss auch keinen 30-Kilometer Marsch zurücklegen um mir überhaupt mal etwas zu essen zubereiten zu können.
      Ich für meinen Teil kann diese Grammfuchserei nicht so wirklich nachvollziehen.7
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • wenn es um Grammfuchserei ginge wuerde ich das System nich so allgemein loben, oder gar nur erwaehnen ;) Aber in den Himmel heben, noch mit Argumenten wie Kamineffekt^^ muss dann auch nicht sein. Ist ein gutes System, darum verkauft es sich ja seit Langem, aber perfekt ist es auch nicht.