Solo unterwegs - sichert Ihr Euch ab?

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    • @Desertstorm
      Für Touren, bei denen eine Absicherung benötigt wird, halte ich den Spot für die falsche Lösung. Wenn Passivaktivierung (Rettung, wenn ich mich zwei Tage nicht melde) geplant ist. Der Spot hat zu oft Ausfälle.
      Mittlerweile gibt es ein System, das meilenweit besser ist und dennoch recht preiswert:
      explore.garmin.com/en-US/inreach/

      Mit dem Inreach nutzt du das Iridiumnetzwerk, dessen Abdeckung und Zuverlässigkeit erheblich besser ist. Vor allem: Du kannst Meldungen erhalten.
      LG Joe

      P.S. Zur Absicherung auf In-Mitteleuropa-Touren ohne Risikofaktor (Bergsteigen, Chronische Vorerkrankung) gar nicht erst versuchen, das normale Lebensrisiko auszutricksen. Bei denen Fällen, bei denen in ME eine Rettung von Außen unmittelbar notwendig ist (Absturz, Witwenmacher auf den Kopf), ist auch Touren außerhalb Europas auch zappenduster. Etwaige Wegstrecke kommunizieren und gutes Risikomanagement sind wichtig. Also: Langsam fahren und Altholzbestände meiden - wie es seit Jahrzehnten auch ohne Spot und Satphone gängig war.
      ____________
      leicht sarkastisch im Unterton, dabei völlig spaßbefreit
      Ich liebe Fachfragen, Smalltalk nur f2f ;)
    • Schnake schrieb:

      Ich auch nicht.
      Ich denke, dass es einerseits um das Kokettieren mit dem Abenteuer und der Gefahr geht, andererseits darum, dass man dennoch abgesichert sein möchte und Halli-Galli stattfindet, wenn etwas unvorhergesehenes passiert.
      Ich denke, wir müssen uns alle im Klaren darüber sein, dass wir unterscheiden zwischen "Öwenaiter", wo das normale Lebensrisiko vorhanden ist und reduziert werden sollte (keinen Alk, kein Feuer, kein Batoning ;) ) und Expeditionen oder Außergewöhnliches (Bellyboating über die Ostsee), das erheblich höhere Risiken erzeugt und entsprechende Absicherung erfordert.
      LG Joe
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    • Mein Arbeitsweg ist gefährlicher als eine mehrtägige Tour durch die Pampa. Der Arbeitsweg führt durch belebte Gebiete, wo ich im Falle eines Unfalls schnell gefunden werde und meine Angehörigen benachrichtigt werden.

      Absicherung hat nichts mit Risikovermeidung zu tun, sondern um Minimierung des Suchaufwands. Einen Unfall wird sich durch GPS-Ortung etc. nicht verhindern lassen. Aber wenn etwas passiert ist, wird man schneller gerettet - oder geborgen. Letzteres ist für mich dann vielleicht egal, aber nicht für meine Angehörigen.
      Draußen sein sein ist.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.


      BC-Frauen-Treff 2019: Weitersagen! :Squirrel:
    • Joe schrieb:

      @Desertstorm
      Für Touren, bei denen eine Absicherung benötigt wird, halte ich den Spot für die falsche Lösung. Wenn Passivaktivierung (Rettung, wenn ich mich zwei Tage nicht melde) geplant ist. Der Spot hat zu oft Ausfälle.
      Mittlerweile gibt es ein System, das meilenweit besser ist und dennoch recht preiswert:
      explore.garmin.com/en-US/inreach/

      Mit dem Inreach nutzt du das Iridiumnetzwerk, dessen Abdeckung und Zuverlässigkeit erheblich besser ist. Vor allem: Du kannst Meldungen erhalten.
      LG Joe

      P.S. Zur Absicherung auf In-Mitteleuropa-Touren ohne Risikofaktor (Bergsteigen, Chronische Vorerkrankung) gar nicht erst versuchen, das normale Lebensrisiko auszutricksen. Bei denen Fällen, bei denen in ME eine Rettung von Außen unmittelbar notwendig ist (Absturz, Witwenmacher auf den Kopf), ist auch Touren außerhalb Europas auch zappenduster. Etwaige Wegstrecke kommunizieren und gutes Risikomanagement sind wichtig. Also: Langsam fahren und Altholzbestände meiden - wie es seit Jahrzehnten auch ohne Spot und Satphone gängig war.

      Ich kenne In Reach und habe mir zwischenzeitlich sogar überlegt mir eins zuzulegen.
      Aber ist mir dann am Ende doch zu viel des guten.

      SPOT war schon ein Kompromiss. Wenn ich keine jammernde Familie hätte, dann hätt ichs mir sicher nicht zugelegt.

      Und ich glaube auch nicht, dass in irgendwelchen Drittweltländern noch überhaupt irgendwer kommt um einen zu retten.
      Niemand

      Beitrag von Dachs ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Desertstorm schrieb:

      Und ich glaube auch nicht, dass in irgendwelchen Drittweltländern noch überhaupt irgendwer kommt um einen zu retten.
      Hey Mark, da unterschätzt Du das AA. In Risikoländern lohnt sich zudem das Eintragen in das ELEFAND.
      Im Falle eines Notfalls werden alle diplomatischen Hebel in Bewegung gesetzt. Ich hab da sehr gute Erfahrungen gemacht und habe auch von anderen gehört, die da wirklich große Unterstützung erfahren haben.
      Die Jungs (und Mädels) von GEOS haben auch einen recht hohen Anspruch. Wenn da jemand in der Marrokanischen Wüste im Fels hängt und nicht mehr raus kommt, schaffen die das. Wichtig ist eine anständige Evakuierugsversicherung, die teilweise mit SPOT oder InReach mitgebucht werde kann.
      LG Joe
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    • Ich wäre ja schon glücklich, wenn man seine Aktivitäten (unabhängig von Bushcraft) ein bisschen mehr mit Verstand planen/durchführen würde. Wie oft ich schon zu irgendwelchen „Dummdödel-Aktionen“ und „Heldentaten“ musste... <X Mitunter riskieren dann Rettungskräfte ihr Leib und Wohl, nur um den Spaß anderer auszubaden. Aber das ist ja nicht das Thema.

      Wie kann man sich denn eigentlich gegen Herzinfarkt oder Schlaganfall absichern? Ich meine nicht die medizinische Vorsorge, sondern rechtzeitige Unterstützung/Hilfe ohne selbst zu telefonieren? Geht das überhaupt?
      Ich denke, ein solcher Fall ist tatsächlich Schicksal und eine Absicherung der Familie ist demnach -als Vorsorge- wichtiger als „die Aspirin in der Hosentasche“.
      @Friese, wenn du auf Jagd bist, teilst du jemandem mit, welche Kanzel du nutzen willst? Wie gesagt, ich habe mal einen Satz gemacht und habe mir glücklicherweise nur eine blaue Popacke zugezogen. Wenn ich mit gebrochenem Bein darauf warten müsste, bis einer mich sucht... och nö X/
      Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein sollst, wähle die Freundlichkeit.
      Wonder - R. J. Palacio
    • Kraai schrieb:

      Find ich ja mal rein Objektiv betrachtet recht doll was man hier im Sub-text so an Fuck off Aussagen raus liest. Erinnere mich dann aber immer gerne an die Ellenlangen Beileidsfäden zu Menschen die beim Geocachen in einen gefrorenen See ertrunken sind oä und muss dann ein wenig Schmunzeln ;)
      Tja, der Wiederspruch von:

      Nach mir die Sintflut (beim eigenen Handeln) - zu - Oh Gott, oh Gott wie furchtbar traurig (wenn etwas passiert ist)

      gut erkannt @Kraai , allerdings.....

      Hier in diesem Forum schwingt vergleichsweise wenig "Testosteron" in den Posts mit. Die wenigsten haben es nötig auf "dicke Eier" zu machen um es mal etwas deutlicher auszudrücken. Natürlich gibt es solche und solche, aber in den meissten Fällen denke ich das du da etwas falsches zwischen den Zeilen herausliesst.

      -> Ich sehe gerade Joe´s obenstehenden Post mit der Bezeichnung "normales Lebensrisiko"... eine passende Umschreibung, damit kann man mein untenstehendes Restrisiko ersetzen wenn gewünscht.

      Egal was man macht, es gibt immer ein Restrisiko das man nicht ausschliessen kann. Man kann es soweit möglich minimieren, aber auf 0-Risiko wird man es nicht reduzieren können.
      Als Bsp., wenn jetzt bei mir das Telefon klingelt und einer sagt ich soll kommen und am Gewächshaus Dachscheiben auswechseln, bedeutet das, dass ich den Rest des Tages in 8-12m Höhe auf Aluprofilen und verzinkten, evtl. feuchten Dachrinnen herumhample, und das natürlich ungesichert. Ich bin mir der Gefahr bewusst und verringere diese soweit möglich. Das fängt beim Schuhwerk an und hört im Kopf auf. Am klügsten wäre es zu sagen das er sich einen anderen Deppen suchen soll, aber so verdiene ich mein Geld und einer muss es machen.

      Ich denke die meisten hier sind sich dieses Restrisikos sehr bewusst, und tun ihr möglichstes dieses Restrisiko zu minimieren. Man könnte sogar von der Couch fallen und sich das Genik brechen....
      Dieses Restrisiko muss man akzeptieren und damit umgehen.
      - Angst ist ein guter Warnhinweis, aber ein schlechter Ratgeber -
      - Lieber 5 Minuten ein Angsthase, als ein ganzes Leben Tot -
      Das sind 2 von meinen Sprüchlein wenn es kitzlig wird und ich mich , nennen wir es, booten muss um eine unaufgeregte Risikoabwägung zu treffen.

      Ob etwas passiert ist nicht die Frage, die Frage ist wann und was. Darauf hat man einen gewissen Einfluss den man ausschöpfen sollte. Ob ich über die Bordsteinkante falle und mir das Genik breche oder über eine Wurzel, das Resultat ist das gleiche. Gefunden wird man immer, nur wann, das ist steht auf einem anderen Blatt. Selbst wenn ich einen GPS-Spot dabei haben sollte, wenn der erst 2 Tage später automatisch auslösst ist es schon zu spät, und wie ein Zugführer alle halbe Minute auf einen Knopf drücken zu müssen macht auch keinen Sinn.

      Meine Frau kennt die etwaige Richtung oder den Bereich in dem ich unterwegs bin sowie den etwaigen Zeitrahmen, das genügt. 2 Tage durch den Regen latschen nur um einen Checkpoint zu erreichen ist riskanter als sich 2 Tage zu verspäten weil man sich ein relativ trockenes Plätzchen gesucht hat.
    • @Desertstorm ich glaube, wenn jemand verschollen ist, ist das schlimmer als die Gewissheit, dass er irgendwo in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist.

      Im ersten Fall bleibt alles auf Abruf, im zweiten Fall gibt's Trauer, aber danach kann das Leben neu organisiert werden.
      Draußen sein sein ist.
      Nicht lamentieren, sondern fakturieren.


      BC-Frauen-Treff 2019: Weitersagen! :Squirrel:
    • Ich denke mit den Begriffen „Restrisiko“, „Vollkasko-Mentalität“ und co wird aneinander vorbei diskutiert, solange nicht klar ist was damit gemeint ist.

      Aussagen wie „ich bin nur für mich selbst verantwortlich“ kommen schnell an die Grenze, wenn es um Familie geht oder Ehrenamtliche die im Notfall ihre Freizeit opfern, weil irgendwer leichtsinnigen Unfug treibt.
      Eine Lebensversicherung und ein Testament sind schön und gut, aber das deckt nur die wirtschaftlichen Aspekte ab. Das ist ausreichend, solange die Angehörigen einen nur nach dem wirtschaftlichen Wert bemessen.

      Das einem beim Waldspaziergang ein Ast auf den Kopf fällt ist Restrisiko, ein Helm beim Waldspaziergang zu viel des guten. Wenn ich meine bei Windstärke 10 noch einen Waldspaziergang machen zu müssen ist das Leichtsinn. Wenn ich beim Klettern im Fels keinen Helm trage ist das ebenfalls Leichtsinn.Wenn ich Denke die Bergwacht trägt mich nach Hause, wenn ich meinen Flip-Flops umknicke ist das einfach nur asozial.

      Ich finde man muss differenzieren zwischen „Absichern, damit nichts passiert“ und eine „Option oder einen Plan haben falls etwas passiert“.
      Solange nicht klar ist wer welche Art von Touren macht sind die Antworten hier schwer einzuordnen.

      Anders rum denke ich, dass alle die hier im Forum sind schon einen Vorsprung gegenüber dem Otto-Normal-Spaziergänger haben, weil sie sich überhaupt erst einmal mit der Thematik befassen und Risiken realistisch einschätzen können.

      Gerade Bushcraft und Survival lebt ja vom Improvisieren und für mich persönlich würde Bushcraft und Survival keinen Sinn mehr machen, wenn man für alles eine fertige Lösung im Rucksack hat. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, das ich auf Basics zur Absicherung verzichte.
    • Wurzelgnom schrieb:

      @Friese, wenn du auf Jagd bist, teilst du jemandem mit, welche Kanzel du nutzen willst? Wie gesagt, ich habe mal einen Satz gemacht und habe mir glücklicherweise nur eine blaue Popacke zugezogen. Wenn ich mit gebrochenem Bein darauf warten müsste, bis einer mich sucht... och nö X/
      @Wurzelgnom Bei 3.000ha Revier besteht bei unserer Jagdgemeinschaft für jede/n Jäger/in die Pflicht, sich vorher beim Jagdleiter zu melden. Ganz einfach damit er weiß, was im Revier vor sich geht. Nicht wegen meiner Sicherheit.

      Eine Ergänzung zum Thema: Ich habe meiner jetzigen Frau vor ziemlich genau 25 Jahren (nächsten Monat ist Silberhochzeit 8o ) in aller Deutlichkeit gesagt, was sie von mir zu erwarten hat: Wochenlange Solotouren ohne Kontakt, Auslandsaufenthalte in vorher kaum/nicht/nur ungenau festgelegten Gebieten, Hochgebirge ohne mitgeführter Nahrung etc. Sie hätte Nein sagen können. Hat sie aber nicht! :thumbsup:
      Nun muss sie damit leben. Aber die wilden Sachen mache ich ja schon Jahre nicht mehr. Manchmal hat sie sich Sorgen gemacht, sicherlich. Aber sie war vor unserem Eheversprechen informiert über meinen Freiheitsdrang und meine "Abenteuerlust".
      Ich denke, dass faire Ansagen beziehungstechnisch in dem gerade diskutierten Bereich unbedingt nötig sind.
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • Stimmt @Friese, ich gucke auch ungern in nen fremden Lauf :D
      Falls ich vergesse, dir zur Silberhochzeit, zu gratulieren, dann sag Bescheid :saint: Deine Frau ist aber auch hart im nehmen und dabei noch sooo lieb ;) :P .

      Ich genieße -heute mehr als in der Ex-Ehe- meine Freiheit. Das geht nur mit einer/einem toleranten Partnern/in. Für ihr subjektives Sicherheitsgefühl und aber auch für mein eigenes, genieße ich die moderne Technik des Mobiltelefons. Aber das darf ja jeder halten wie er möchte. Überwacht fühle ich mich dadurch überhaupt nicht.
      Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein sollst, wähle die Freundlichkeit.
      Wonder - R. J. Palacio
    • @Kraai, sehe ich nicht so wir Du.
      Ich begleitete meinen Vater beim Sterben.
      Es war eine schlimme Zeit.
      Der schlimmste Tag war der, an dem beschlossen wurde, die Maschinen abzuschalten. Drei Tage später die Todrsnachricht war eine Erlösung.

      Von einem Arbeitskollegen starb vor 14Zagen die Mutter. Er rechnete schon länger damit und hätte sie gerne schon früher von der Qual erlöst gewusst.

      Trotzdem vermisse ich meinen Vater heute noch.
      Trotzdem vermisst er seine Mutter.

      Aber uns ist trotzdem klar, daß Leben hat mal ein Ende. Man macht sich Gedanken über Testamente und über die eigene Beerdigung.
      Und man hofft, daß es bei sich selbst schnell geht und keine ewige Qual wird.
      Und ein langes dahin vegetieren ist nicht nur für den Patienten eine Qual, sondern auch für die Angehörigen.

      Ich entscheide spontan, wo und in welchen Wald ich gehe. Im Wald gehe ich nach Lust und Laune, wie es mir gerade im Moment in den Sinn kommt.
      Auch wie lange ich unterwegs bin ist unterschiedlich.
      Aus einer kleinen Hunderunde wurden auch schonmal 6Stunden. War halt so. (Bescheid könnte ich nicht mal geben, da es keinen Handy Empfang gab).

      Passieren kann immer was, egal ob ich alleine im Wald rumlaufe, oder alleine (nachts) im Straßenverkehr unterwegs bin.

      Frau macht sich auch keine Sorgen wenn ich in der Natur unterwegs bin, egal ob es nur ne halbe Stunde ist, oder mehrere Stunden werden.
      Frau macht sich Sorgen, wenn ich nach der Arbeit ne Viertel Stunde später wie normal noch nicht zurück bin.


      Auch, wenn wir in Namibia als Familie auf Tour unterwegs sind weiß Niemand so genau, wo genau wir wann sind.
      Maximal wann wir ungefähr zurück sein wollen und die Vamos wissen den Tag, wann wir dort sein wollen.
      Bis jetzt hatten wir auch noch nie ein zweites Fahrzeug dabei.
    • Wir driften hier glaube ich etwas ab.
      Jeder hat schon mal einen Menschen verloren den er gerne hatte. Da sollte man vielleicht ( wenn es überhaupt hier ins Forum gehört einen eigenen Faden aufmachen ).

      Hier soll es darum gehen , ob wir jemanden bescheid geben wo wir sind oder wo wir hin wollen und wenn wir das tun, wie machen wir das oder welchen Ausrüstungsgegenstand nutzen wir dafür.

      Vor allem was will ich machen ? Oder wo ist der Bedarf, dass man sagt ( schreibt oder wie auch immer ) wo und wie lange man wo ist. Da ist schon ein Unterschied ob ich kurz zum Bäcker gehe oder drei Wochen nicht da bin.
      Manche sagen, ich sei bekloppt ich find mich verhaltensoriginell.
    • Im Jahr 2002 war ich auf einer zweiwöchigen Tour in Tunesien unterwegs. Das war das Jahr, in dem der Anschlag auf die Synagoge auf Djerba erfolgte. Wir waren zeitgleich im Landesinneren unterwegs und hatten von dem ganzen nichts mitbekommen. Endlich wieder in der Zivilisation zurück, hatte das Mobiltelefon mehrere Minuten nicht mehr aufgehört, eine SMS nach der anderen zu empfangen. Da zu Hause niemand wusste, wo genau wir unterwegs waren war man in großer Sorge. Ich hatte dann sofort versucht meinen Vater telefonisch zu kontaktieren und deshalb bei ihm in der Firma angerufen. Dort war man mir dann sehr erstaunt, weil ich es nicht wusste, dass mein Vater im Krankenhaus eingeliefert wurde. Es hatte dann noch einige Telefonate gebraucht, um beide Seiten zu beruhigen und klar zu stellen, dass nichts Schlimmes passiert ist. Hier hätte ich mir die Möglichkeit gewünscht, auch fernab jeglicher Zivilisation mit meinen Leuten in Kontakt zu bleiben.

      Bei meinen mehrwöchigen Wanderungen in Großbritannien in den letzen Jahren hatte ich dann immer mein Mobiltelefon dabei und habe mehr oder weniger regelmäßig zu Hause angerufen um übe meine Tour und deren weiteren Verlauf zu berichten.

      Letztes Jahr war ich dann für drei Wochen in den schottischen Highlands unterwegs. Aus den Reiseberichten anderer war klar zu entnehmen, dass es über weite Strecken keine Netzabdeckung beim Mobilfunk geben wird. Ich hatte dann die Wahl zwischen einem Spot und einem Inreach. Die Entscheidung fiel dann zugunsten des Inreach, einfach weil es die zwei Wege-Kommunikation ermöglicht. Das heißt ich kann sowohl Nachrichten senden wie auch empfangen. Einen weiteren Vorteil dieser Systeme war, dass meine Familie und meine Freunde auf einer Internetseite meine Route live verfolgen konnten. Anfänglich noch etwas skeptisch, hat es sich sogar bei meiner Freundin eingebürgert, in der Mittagspause zusammen mit den Arbeitskolleginnen zu schauen, wo ich denn gerade bin. Mein Ausflug in Ullapool mit dem Boot hatte wohl erst zu etwas Verwirrung gesorgt, als ich aber nach ein paar Stunden wieder im Hafen auftauchte, war alles wieder in Ordnung. Es war für mich und meine Lieben ein beruhigendes Gefühl, zu wissen wo ich bin, bzw. jederzeit in Kontakt treten zu können, wenn es erforderlich wird. Unterwegs in den Schutzhütten (aka Bothies) lag i. d. R. das Hüttenbuch, welches ich nur gelegentlich nutze, um etwas über mich und meine Tour einzutragen.

      Jetzt, mit den Erfahrungen um das Verschwinden von Jos, sehe ich die Funktion eines solchen Hüttenbuchs etwas differenzierter. Ich werde jetzt bei meinen weiteren Touren die Möglichkeit einen Eintrag in ein Hüttenbuch zu schreiben immer dazu nutzen, einige „Brotkrummen“ zu streuen. Man muss ja keinen Lebenslauf oder Roman hinterlassen, aber wenn man mich suchen würde, sollte es möglich sein, meinen Eintrag als solchen zu identifizieren (Name oder Trailname), Datum/Uhrzeit, Startort und nächstes Ziel. Im Zweifelsfall dient es nur der Neugierde weiterer Wanderer, die das Buch bei schlechtem Wetter als Lektüre verwenden, aber sollte ich wirklich abhanden kommen, könnte man so meine Route nachvollziehen.
    • Im alpinen Bereich benutzt man immer noch Hüttenbücher. Man sollte sich aber auch schön an un abmelden, sonst startet die Suche.
      Privat informiere ich meine bessere Hälfte wo ich bin.
      Auf dem MTB fahre ich allein entweder Hauptwege oder wirklich bekannte Trails.
      Vor einigen Jahren ist ein Biker im Harz bei Herzberg verschwunden. Er lag nur drei Meter vom Weg, aber in einem Graben mit Bruch der Hüfte. Nach zwei Tagen haben ihn Locals gefunden.
      Jetzt gerade nach meinem Unfall, ist mir klar, Sicherheit gibts nicht. Ich hätte vermutlich nich wirklich weit robben können.