Ally Expedition 18 oder Explorer 18.5?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ally Expedition 18 oder Explorer 18.5?

      Hallo zusammen!

      Ich möchte gerne einen Faltcanadier kaufen, kann mich aber (aufgrund mangelnder Erfahrung) nicht für einen Typen entscheiden. Meine Anforderungen sind wie folgt:

      Grundsätzlich soll das Kanu für Familienausflüge und -urlaube genutzt werden. Kleine Tagestouren, Wochenendausflüge, eine Woche auf der Mecklenburgischen Seenplatte oder auf Flüssen wie der Lahn, oder perspektivisch vielleicht auch mal 2 Wochen in Schweden. WW ist nicht geplant. Wir sind 2 Erwachsene (70 kg und 100 kg) sowie 2 Kinder (derzeit 2 und 5 Jahre, zusammen ca. 30 kg). Das Kanu muss also groß sein.

      Soweit ich mich schlau gemacht habe, sollte es bei dieser Besetzung fast egal sein, ob man sich für den Expedition oder den Explorer entscheidet, weil die Unterschiede wohl gering sind und sich durch den Trimm noch einiges anpassen lässt. Die grundsätzliche Unterschiede sind mir bekannt: Expedition mit Kielsprung, dadurch wendiger, Explorer ohne Kielsprung (bei normaler Beladung), dadurch besserer Geradeauslauf. Expedition etwas größere Kippstabilität aber auch etwas größere Windanfälligkeit.

      Nun ist es aber leider so, dass meine Frau zwar gerne auch mal Paddeln geht, aber leider ein nicht ganz so großer Outdoorfan ist wie ich. Ich gehe also davon aus, dass ich das Kanu auch mal alleine oder nur zusammen mit den Kindern nutzen werde. Es muss also auch für mich alleine noch handlebar sein. Das das nicht optimal ist ist mir klar, ein zweites Boot ist aber keine Option.

      Nun meine Frage: welches der beiden genannten lässt sich alleine besser bewegen? Ist es alleine wichtiger, durch einen stärkeren Kielsprung "manövrierfähiger" zu sein? Oder ist es wichtiger, einen besseren Geradeauslauf zu haben? Was unterstützt einen besser, bzw. was ist in der Handhabung einfacher? J-Schlag lernen usw. ist natürlich Voraussetzung. Ist der Explorer vielseitiger, weil man ihn ohne und bei entsprechend mittiger Beladung auch mit Kielsprung fahren kann? Ist die höhere Kippstabilität des Expedition bei 2 kleinen Kindern erforderlich/sinnvoll? Fährt man die Kanus alleine hinten sitzend, oder seitlich in der Mitte kniend mit leicht schrägem Boot?

      Hagbard hatte ja eine sehr schöne Übersicht erstellt, aber irgendwie ist mir halt immer noch nicht klar, welcher Typ denn jetzt besser geeignet ist ;)

      Vielen lieben Dank für Eure Tips!

      Schöne Grüße aus Berlin!
    • Witzig, ich stand vor einigen Jahren vor der selben Überlegung. Ich kann Dir nicht sagen, welcher für Dich besser passt - aber erklären, wieso ich mich für die Bauart des Explorer entschieden habe... ;)

      Also, da er so gut im Geradeauslauf ist, ist der 17er Challenger (kleinerer Explorer) noch alleine gut zu paddeln. Ich hatte mal bei Globi in HH mehrere Allys probegepaddelt, ich fand die Explorer auch nicht wirklich kippeliger. Erst recht nicht, wenn man kniend paddelt, was ich (Knie- und Rückenprobleme) nur noch mache. Ist Gewöhnungssache, da die Beine auch einschlafen können, aber es ist das kippstabilste und dauerhaft für mich auch bequemste.

      Ich paddle den Ally häufiger allein als mit der Familie (auch vierköpfig mit ähnlicher Gewichtssumme - wenn auch etwas zu meinen Ungunsten verteilt...) und hab die Investition in genau dieses Boot nicht bereut. Auch mit nur einem wenig hilfreichen Mitpaddler kommt man so gut weg:



      Beim Explorer hat man ja vorne und hinten noch die Stevendreiecke, da kann dann sogar noch ein kleiner Hund drauf sitzen:



      8o

      Wenn Du also nicht die allzu verblocktesten Flüsse sondern eher Seen und breitere Flüsse paddelst, sollte der Explorer passen. Und allein gilt halt: Trimmen, gut geht es mit Hund, ergänzt durch wassergefüllten Kenterbeutel (den Schwerpunkt dann etwas weiter hinten, dann biste auch wieder wendiger). Zudem hat man etwas mehr Stauraum, was wiederum zu viert wirklich Gold wert ist. Wenn ich allein fahre, tue ich dies hinten kniend, allerdings etwas weiter vorne als wenn wir zu zweit/viert unterwegs sind. Jetzt kommt das "Aber": Ich hab den 17er. Denn dieser gilt als größter noch allein zu paddelnder Ally. Daher rate ich Dir zum Probepaddeln bei Globi o.ä.

      P.S.: In diese grünen Tonnen passen übrigens hervorragend Petromax Feuertöpfe Größe 6 hinein.. Und gehen damit dann nicht mehr unter. ^^
    • +1 für den Explorer, fährt sich gut solo (in meinem fall gleicher Schnitt aber etwas kleiner - ally challenger 17 dr) und bis auf enges wenden in Fliegewässern ist der gut zu manövieren. Die erwähnte Trimmveränderung durch die Beladung kann ich bestätigen.

      Skal hilse fra fjellet – det evige land,
      hvor moskus og jerven har bolig.
      Min lengsel dit inn er blitt som en brann.
      Kun der får jeg fred og blir rolig...

      Jon Ø. Hov
    • Danke Euch beiden!

      Ich kann's halt nicht so einschätzen, wie viel Wendigkeit ich brauchen werde. Zum Beispiel auf der Mecklenburgischen Seenplatte sind die Verbindungen zwischen den einzelnen Seen ja teilweise doch recht schmal und ich schätze auch mit der einen oder anderen engen Windung. Der Spreewald ist von Berlin ja auch gut erreichbar, aber ich schätze, da kann man mit einem so großen Boot sowieso nur die Hauptverkehrswege befahren, oder? Wäre die Manövrierfähigkeit bei 2 Paddlern zwischen beiden Typen vergleichbar?

      Wenn ich alleine oder nur mit den Kindern unterwegs sein werde, werde ich voraussichtlich nur recht kurze Strecken zurück legen und keine ausgedehnten Wandertouren absolvieren.
    • unfug schrieb:

      Wäre die Manövrierfähigkeit bei 2 Paddlern zwischen beiden Typen vergleichbar?
      Kommt vielleicht ein wenig auf die Strömung des Gewässers an, aber ich persönlich fand den Unterschied insbesondere zu zweit marginal. Ein paar Ally-Nutzer haben wir ja im Forum, vielleicht wohnt ja einer in der Nähe, so dass Du Dir ein Bild machen kannst - Großraum Berlin definitiv.

      Im Übrigen ist es auch eine Preisfrage: Wenn Du günstig nen gebrauchten Expedition bekommen kannst, spricht ja gar nix dagegen. Ich paddle mit meinem 17er Challenger (er hört auf den Namen Illussat) auch unseren Hausfluss, die Trave (trave-info.de/, flussinfo.net/trave/beschreibung/) - hab da mit meinem Kahn keine Probleme (und war beim Anpaddeln dort dieses Jahr der einzige Holzfällerhemd-Kanufahrer - von den Neoprenanzug-Kajakfahrern ist im Gegensatz zu mir die Hälfte gekentert... ;) ). Bei reißender Strömung kann es schonmal frickelig werden, aber dann muss man halt einfach mal lässig den Mitpaddlern rüberwerfen: "Ich wollte gleich ganz durch, passe mit der Karre ja eh nicht ins Kehrwasser"... :D

      Trimmung und Können schlagen Kiellinie.

      Probiere nen 17er oder 18,5er aus (bei letzterem wäre ich auch neugierig, wie er sich alleine gepaddelt schlägt...) und wenn es Dir gar nicht behagt nimmste eben nen Expedition.
    • Grundauf lassen sie sich alle allein paddeln...kommt jedoch Wind ins spiel...kommt es gehörig auf den Trimm,die Zuladung und das Können an.
      Habe mir aufgrund ähnlicher Lage einen gebr.16 Adventure gekauft und bisher nicht bereut. Allein bis zu dritt toll zu handhaben. Aber nichtmehr für 4 Personen als Wochentrip. Es sei denn man hat SUL und kompakte Ausstattung.

      Hätte ich damals einen 17challanger ergattern können wäre das meine Wahl gewesen!
    • Ja, ein Gebrauchtkauf wäre natürlich, je nach Angebot, ganz gut. Bei Ebay-Kleinanzeigen stehen gerade ein Explorer und ein Expedition drin.

      Dem Explorer fehlen aber die Sitze, die ich schon gerne hätte. Dann ist er mit 1.500 € recht teuer. Ist zwar wohl in einem sehr guten Zustand, aber wenn ich 2 Sitze nachkaufen muss, kann ich auch gleich für 1.800 € neu kaufen.

      Der Expedition hat leider als "Rammschutz" eine PU-Wurst an der breitesten Stelle von außen auf die Bootshaut aufgeklebt. Das mag ja ganz praktisch sein, wird aber mit der Zeit sicher nicht schöner. Und das Ding klebt genau da, wo die Laschen für die Persenning aufgeklebt werden müssten...

      Woanders habe ich leider keine Angebote gefunden.

      Welche Sitze nutzt Ihr im Ally? Die normalen oder "Trappersitze"? Der Anbieter vom Explorer nutzt Sitzsäcke. Da stelle ich mir aber die kniende Haltung unmöglich vor.
    • Ich benutze die Schalensitze. Damit kann man sowohl kniend als auch sitzend paddeln, zudem kann man sie auch in die andere Richtung befestigen: Wenn ich allein paddle, kommt der hintere Sitz falsch herum an die Stelle des vorderen Sitzes, so sitzt er immer noch recht sicher trotz fehlender Führung unten und der Schwerpunkt wandert etwas mehr in die Mitte.

      Die 90er-Jahre-Version: ally-testcenter.ch/Ally%20Trappersitz.html

      Ich habe auch schon mit Säcken und Tonnen experimentiert, die große grüne Tonne geht ganz gut als Kindersitz (Schaumstoffauflage drauf). Mit meiner schmalen Tonne (keine Ahnung, welcher Hersteller, hab das Teil schon ewig: weiß mit blauem Deckel) kann man auch einigermaßen gut kniend arbeiten (Achtung: Tonne kann eindrücken), längs zwischen die Beine gelegt. Was auch funktiniert: Einen breiten Gurt locker zwischen die beiden Streben unterhalb des Dollbordes verspannen. Zum Knien reicht das. Ausprobieren, jeder ist da anders - meine Frau hasst es, kniend zu paddeln. Mit Luft gefüllter Sack geht ähnlich, ist mir aber zu wabbelig.
    • Für das ganze Nord/Ostdeutsche bzw. Südschwedische Fluss und Seen Gepaddel finde ich den Explorer absolut angemessen und tendenziell besser, gerade dort ist mir ein solider Geradeauslauf und flottes Vorankommen deutlich wichtiger.

      Ich hab die Schalensitze drin und finde die auf Mehrtagestouren eher unerquicklich.
      Skal hilse fra fjellet – det evige land,
      hvor moskus og jerven har bolig.
      Min lengsel dit inn er blitt som en brann.
      Kun der får jeg fred og blir rolig...

      Jon Ø. Hov
    • Kommt ganz auf die persönlichen Vorlieben an. Aber man kann sich definitiv auch gut etwas selbst bauen, wenn man handwerklich einigermaßen begabt ist. Ich persönlich finde die Variante mit den SItzen stabiler, muss aber auch ab und an mal die Position wechseln. Mit Säcken, Gurten oder Tonnen geht es, ist für mich aber unbequemer und wackeliger. Aber wie @karlson schon sagt: Wenn man viele Tage unterwegs ist und dann insbesondere nnoch sitzend paddelt, sind die Sitze irgendwann unbequem. Da kann man sich evtl. schon mit einem Kissen helfen.

      Wenn ich kniend paddle ist das stets ein dynamischer Mix aus Hocke und Knieposition: Mal benötige ich den SItz nur als Begrenzung nach hinten, mal gar nicht, mal nutze ich ihn zur vorderen Hälfte. Wenn man ohnehin immer in der Hocke paddelt, kommt man somit auch fast ohne aus. Wenn man einen entsprechend großen Kenterbeutel hat, den man als Luftsack mitnutzen kann, ist auch dies als Begrenzung nach hinten eine gute Wahl, beim Knien stört es aber, wenn man dann auch noch darauf sitzen möchte ab und an. Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen verständlich machen...

      Ich hab auch schon Leute gesehen, die sich nen Fahrradsattel zurechtgedengelt haben für bequemes Kniendpaddeln. Da hat man dann drumherum ausreichend Platz für die Beine und kann auch mal sitzend paddeln. Ähnlich wie mit ner schmal gebauten Tonne, nur das diese dann den Beinen mehr Platz wegnimmt und etwas kippeliger ist. Was beim Kniend Paddeln aber auch nicht so groß stört, da eh der Kontakt zum Bootsboden entscheidend ist - und dank der geringeren Verwindungssteifigkeit im Vergleich zur Hartschale merkt man es auch nicht ganz so dolle, wenn die Mitpaddler hin- und herwackeln... ;)

      Also, auch hier: Am besten ausprobieren. Bist Du Sitzpaddler, solltest Du eine möglichst stabile Variante nehmen, bist Du Kniendpaddler ist die Auswahll etwas weiter. Zumindest in meinen Augen.
    • ich habe auch die Schalensitze drin und bin auf kurzen Touren sehr zufrieden. Auf langen Touren fehlt mir die Variablität: man kann fast nur in einer Haltung paddeln und manchmal schlafen einem dann die Beine ein, schlimmer noch, die Achillessehnen verkürzen sich und man (ich) kann nicht gut laufen.

      Meine Kurzen (im C2-Wildwasserabfahrtsrennen zu Hause) kommen super damit klar. Quasi Recaro-Renn-Schalensitze für den Supertanker (wenn man den Vergleich zum Renn-C" ziehen möchte) Im Renn-C2 wird halt nur kniend gepaddelt, in einem Knieblock aus EVA, teilweise sogar mit Kniegurt am Boot festgebunden. Aber da geht es halt auch nur über eine begenzte Zeit.

      Mit Säcken und Tonnen käme ich nicht zurecht. Ich glaube, dass die älteren Sitze zum Klappen die größte Variabilität bieten und damit für lange Touren die beste Wahl sind.

      Wie @Hagbard schon sagt: Ausprobieren!
    • Ich hab gerade tatsächlich mal bei YouTube reingeschaut, weil ich sehen wollte, was da nu gerade so los ist und worüber sich alle Welt unnötig aufregt... Und da hab ich gesehen, dass Jacky ganz aktuell ein Video über die Allys gemacht hat:



      Fand ich dann irgendwie auch interessanter... ;)
    • Danke Euch!

      Das Video von Matthias und die Reportage im anderen Forum habe ich schon gesehen. Scheint eine tolle Tour gewesen zu sein!

      Am Sonntag habe ich den Explorer bestellt. Gab ein gutes Angebot für unter 1.600 € neu, da "musste" ich zuschlagen ;)

      Nun freu ich mich wie Bolle auf das Boot! Heute kommen immerhin schonmal die Paddel und die Gewässerkarten von Berlin :)
    • So, am Freitag ist das Boot endlich angekommen :)

      Samstag haben wir dann eine erste kurze Tour auf dem Seddinsee und dem Gosener Graben unternommen. Natürlich müssen wir das Paddeln im Team noch üben, aber für den ersten Versuch mit Stechpaddeln hat es recht gut funktioniert, wie ich finde. Es hat allen Beteiligten auf jeden Fall Spaß gemacht. Mit dem 18.5er bin ich nun doch sehr zufrieden. Zwischenzeitlich hatte ich mir doch noch einige Gedanken gemacht, ob nicht der 17er doch ausgereicht hätte, aber nun bereue ich nicht, mich für den 18.5er entschieden zu haben.

      Der Aufbau des Bootes hat etwa eine Stunde gedauert und im Prinzip gut geklappt. Die Zeit sollte sich aber zukünftig noch reduzieren lassen.

      Beim Abbau hatten wir etwas Probleme, den Kielspant zu entfernen. Das Rohr ging an den verschiedensten Verbindungen aus einander, aber nicht an den Steven... Gibt es hier einen Trick/Tipp?

      Die Bootshaut war nach der Tour an der Wasserlinie mit einem bräunlichen, ölartigen "Schleim" verschmutzt, der sich aber mit einem Feuchttuch gut entfernen lies. Handelt es sich hier wohl um Ölverschmutzungen oder hat dieser Schmierfilm eine organische Ursache?

      Um das Boot im Kenterfall sicherer und besser drehbar zu machen, habe ich überlegt, links und rechts mit Schwimmnudeln innenseitig Auftriebskörper anzubringen. Sieht zwar blöd aus, aber Sicherheit geht vor. Was haltet Ihr davon?

      Wir freuen uns auf jeden Fall auf die nächste Tour!. Leider ist für das kommende Wochenende ja nicht gerade Badewetter angesagt. Mal schauen, vielleicht paddeln wir dann mal auf der Dahme.
    • Hallo
      dieser Schmierfilm hat eine organische Ursache in den meisten Fällen.
      Bekommt man meistens mit warmen Wasser und etwas Spüli weg, da es etwas Fettig sein kann.
      Ich lass es auf mein Kanu da es mich nicht stört, aber beim Ally würde ich es auch entfernen. :thumbup:
      Gruß
      Andy :hut:


      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. :danke:
    • Du hast´s gut @-Tobi-
      ich muß da über 500km hinfahren ;( ;( ;( Bin ca. ab 6.8. dort in der Gegend.
      Edit: habs gerade nachgesehen , komme auf der Umfahrt durch deinen Haussee bei dir vorbei gepadddelt!!!
      Gegebenenfalls bock auf mal nen Abend treffen zum Grillen, dann gern per PN näheres.
      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Seemann ()