Sympatex, was haltet ihr davon?

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    • Sympatex, was haltet ihr davon?

      Servus, giaß di.

      Gibt es jemanden unter euch die Sympatex Regenjacken haben und wie findet ihr die?
      Seit einiger Zeit nutze ich eine Sympatex Jacke von Jeff Green und bin ehrlich gesagt sehr zufrieden damit,
      das einzige was mich stört ist das Gewicht.

      Im fettesten Regen bin ich trocken geblieben und selbst bei der Arbeit in der Gärtnerei leistet Sie tolle Dienste.

      Schießt los...
      stefan-dreer.com | Bushcraft, Natur, Reisen & Kochen |

      Diese Nachricht ist 100% biologisch abbaubar. :thumbsup:
    • Mit dem Thema befasse ich mich auch gerade, da ich nach neuen Motorradsachen ausschau halte.
      Als ich dann letzte Woche auf den Begriff Sympatex stieß, fiel mir auch wieder die Werbung aus den 90er Jahren ein, mit diesem Typ, der Wasserski fährt.
      Damals gab es großflächig angelegte Kampanien für Goretex und Sympatex. Von letzterem habe ich bis dato gar nichts mehr gehört (ich vermute, dass bei Goretex das Werbebudget höher war).
      Dann hab ich mich letzte Woche ein kleines bisschen eingelesen und das Funktionsprinzip von Sympatex scheint erstmal ziemlich genial zu sein - das Gewebe besteht (nicht so wie bei Goretex) aus Poren und ist somit zu 100% wasserdicht (Wassersäule > 45.000mm). Die Atmungsaktivität funktioniert trotzdem...irgendwie chemisch, indem auch Feuchtigkeit nach außen getragen wird.
      Bei Goretex stört mich, dass an Knickstellen über kurz oder lang Wasser eindringt, was für mich dann das ganze Kleidungsstück obsolet macht. Mehr weiß ich jetzt aus dem Stegreif auch nicht. Aber in nächster Zeit werde ich mich mehr mit dem Thema befassen und auch hier mitlesen.

      Ich kann dir nur sagen, dass es Hersteller von Allwetter-Motorradbekleidung gibt, die Sympatex verwenden und das in einem sehr hochpreisigen Bereich.

      Lieben Gruß,

      Olli :)


      Edit:
      Ich habe mir das hier mal durchgelesen und finde es sehr informativ & interessant: gutgeruestet.com/materialien/s…ute-gore-tex-alternative/

      Kurzfassung des Erfahrungsberichts in dem Link:
      - sehr dehnbar (gegnüber Gore-Tex)
      - umweltfreundlicher als Goretex
      - absolut wasserdicht
      - sehr gutes Körperklima
      - kommt nur bei sehr starker Transpiration an die Grenzen der Atmungsaktivität
      "Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr." Albert Einstein

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Olli ()

    • Sympatex und Dermizax/ Texapore O2 sind Hybridmembranen.
      Auf den Stoff wird eine Beschichtung aufgebracht. Diese bildet wie ein Schwamm eine poröse Schicht.
      Drauf wir eine, zum Körper gewandte, porenlose Membran aufgebracht. Diese Membran besteht aus hydrophilen und Hydrophoben Material, welches Wasser and er Membran direkt aufnimmt und nach innen, in die Beschichtung, ableitet. Durch die hydrophoben Moleküle wird das Wasser nahezu in den Porenraum gedrückt.
      Im Gegensatz zu Gore wird eben nicht nur Wasserdampf, sondern Wassser direkt aufgenommen.
      Durch die innenliegende porenlose Membran ist das Material extrem wasserdicht.

      Meiner Meinung nach, ist aber nach wie vor Gore-Tex die stabilere, langlebigere Membran.
      Natürlich ermüdet sie in Knickbereichen, das betrifft meist Schuhe.
      Sympatex und Dermizax sind von innen her leichter aufzureiben.


      @Micha1207 ich musste erstmal tippen....
    • Meine 1te atmungsaktive Jacke hatte Sympatex als Membran und diese Hardshell wurde vor mehr als 2 Jahrzehnten gekauft. War eine dieser Z-Liner Konstruktionen, wo die Membran frei zwischen Oberstoff und Innenfutter liegt, ohne direkt auf diesen Stoffen laminiert zu sein - weiß nicht ob sowas heute noch angewendet wird. Auffällig war dass sich die Membran oberflächlich stark veränderte wenn sie mit Wasser od. Feuchtigkeit in Berührung kam. Es bildeten sich kleine Fältchen und sie war nicht mehr glatt wie zuvor im trockenen Zustand. Da ein Teil des Innenfutters aus Netzgewebe bestand war dies sehr gut zu erkennen. Die Jacke hatte aber wohl einen Verabeitungsfehler, es gab ständig Wassereinbrüche im Kragen- u. Schulterbereich und sie wurde schon nach kurzer Zeit retourniert. Kann daher nicht viel zur Dauerhaltbarkeit von Sympatex sagen. Ein Bekannter hat sich vor wenigen Jahren eine Sympatex Jacke gekauft und war voll des Lobes darüber, weshalb ich mal davon ausgehe dass hier von Herstellerseite das Material in der Zwischenzeit weiter entwickelt wurde.

      Obwohl Platzhirsch GoreTex zweifelsohne sehr dauerhaltbare Membrane herstellt denen auch aggressiver Körperschweiß nix anhaben kann muss man nicht immer zwangsläufig viel Geld für den Marktführer ausgeben. Ich hab sehr gute Erfahrungen z.B. mit TriplePoint Ceramic von Lowe Alpine gemacht (sehr atmungsaktiv, wird nicht mehr hergestellt soweit ich weiß) oder mit HyVent von North Face (ebenfalls 100%ig dicht). Einzig Texapore von JW ist mir zerbröselt, weshalb ich da einen Bogen drum mache! Bei Bekleidung kommt es auch sehr auf die jeweilige Verarbeitung an, ob ein Teil dicht ist oder halt nicht. Wasser gelangt z.B. schon mal gern über einen Reißverschluß, Bündchen oder saugenden Saum rein ...
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      Wer stahd kraid khimd ah waid!
    • Nö. Es funktioniert nur nicht im optimalen Bereich.
      Hyvent stammt übrigens von selben Hersteller wie einfaches Texapore.
      Texapore O2 und Dermizax auch.
      Alles Toray. Ich gehe davon aus, die sind somit identisch.

      Edt. Ein schöner Link
      polychromelab.com/wp-content/u…_Hintergrund_Laminate.pdf

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Emil_Strauss ()

    • Goretex funzt überall dort nicht, wo die Molekülgrösse die Durchlässigkeit der Membrane übersteigt. Daher muss auch der ganze Unterbau stimmen (Stichwort Funktionswäsche). Sobald sich anstelle Dampf dann Tröpfchen bilden, ist es vorbei. Die kleinsten Tröpfchen sind immer noch um das zigtausendfache Grösser als die Poren der Membrane.

      Bei mir, der ich auf BW oder irgendwelche Wolle als 1. und 2. Schicht schwöre, diffundiert überhaupt nichts nach aussen, unabhängig vom Temperaturgefälle.
      Stark und gross durch Spätzle mit Soss
    • Ookami schrieb:

      Goretex funzt überall dort nicht, wo die Molekülgrösse die Durchlässigkeit der Membrane übersteigt.
      Die Membran ist doch nur für die Durchlässigkeit von Wasserdampf konzipiert, oder?
      "We like companionship, see, but we can’t stand to be around people for very long. So we go get ourselves lost, come back for a while, then get the hell out again."

      Krakauer, Jon. Into the Wild (Picador Classic Book 78) (S.96). Pan Macmillan.
    • Ich benutze seid ca. 2000 /2001 eine BMW Motorradjacke und Hose mit Goretex-Membran. Im Sommer wie im Winter war und ist sie immer noch dicht. Ich bin früher ca. 50.000Km im Jahr Motorrad gefahren bei jedem Wetter. Auch jetzt benutze ich sie noch, wenn ich auf diverse Wintertreffen fahre.
      Es war damals das teuerste und beste was es gab, aber auf die lange Sicht hat es sich bei der KM-Leistung pro Jahr definitiv bezahlt gemacht. ( Außerdem mußte ich als MA damals nur den EK zahlen )
      Also würde ich nach den Erfahrungen ( und den vielen Produktschulungen zum Thema Gore, bei denen ) immer zu Goretex greifen. (speziell @Olli wenn es um Motorradklamotten geht ) bei anderen Sachen hab ich keine eigenen Erfahrungswerte.
      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Emil_Strauss schrieb:

      Nö. Es funktioniert nur nicht im optimalen Bereich.

      Richtig, durchlässig ist eine Membrane die auf Poren basiert nach wie vor, aber je näher die Aussen-Temperatur auf den Temperaturbereich +15-18 Grad zu geht, umso geringer wird der Durchgang von Wasserdampf nach Aussen bzw. verlangsamt sich der Transport und es sammelt sich im Inneren der Jacke Feuchtigkeit.
      Der Laie denkt dann oft, die Jacke wäre kaputt.

      Der Tragekomfort ist aber in dieser Situation immer noch weitaus besser als bei einer komplett dichten Jacke.

      Hinzu kommt noch als Faktor die Luftfeuchtigkeit.
      Je feuchter die Luft ist, desto weniger kann sie an Feuchtigkeit aufnehmen selbst wenn sie durch die Jacke nach Aussen transportiert werden würde. - Logisch -
      Und je höher die Aussentemperatur, desto schlechter der Transport, was bedeutet, dass man sich eine solche Jacke in den Tropen sparen kann.

      Was auch noch eine grundlegende Rolle bei Memebranen spielt ist, die Imprägnierung.
      Die dient bei Membranjacken dazu, dass das Wasser aussen möglichst abperlt und nicht vom Textil oberflächlich aufgenommen wird.
      Ist die Imprägnierung abgenutzt und der Stoff saugt aussen (also über der Membrane) das Wasser auf, bleibt die Jacke zwar nach wie vor dicht, ABER der Transport des Wasserdampfes von innen nach außen wird dadurch merklich abgebremst, eben weil dort ja oberflächlich Wasser drin hängt und der Wasserdampf dort durch muss.

      Zudem kühlt sich die Membrane dadurch ab, so dass der Wasserdampf innen an der kühlen Membrane eher kondensiert als nach aussen transportiert zu werden.
      Durch diese beiden Faktoren kann der Transport des Wasserdampfes um bis zu 70% zurück gehen.

      Deshalb sollte generell bei ALLEN Membran-Jacken darauf geachtet werden dass die Imprägnierung intakt ist!

      Dazu GANZ WICHTIG:

      NIEMALS mit Waschpulver waschen!!

      Denn dadurch wird nicht nur die Imprägnierung zerstört, sondern bei porenbasierten Membranen führt dies auch dazu, dass die Poren durch kleine Teilchen die sich im Waschpulver befinden verstopft werden!!
      Eine Jacke die einmal mit Waschpulver gewaschen worden ist, lässt sich auch nicht mehr nachimprägnieren, weil die gleichen Teilchen auf der Aussenseite hängen bleiben und verhindern, dass das Imprägniermittel richtig auf dem Textil haftet.

      PS: Danke für den Link!
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lederstrumpf ()

    • Konradsky schrieb:

      Was noch zu sagen ist, dass eine Membranjacke regelmäßig gewaschen werden sollte, da sonst
      Schmutz und Salzkristalle vom Schwitzen die Membrane "verstopfen" kann.


      Das ist in der Tat ebenfalls sehr wichtig!
      Danke für den Hinweis.

      Wenn's geht mit extra Waschmittel für Membranen, ansonsten tut es auch ein Flüssigwaschmittel.
      Aber kein Feinspühler verwenden und wie gesagt, auf keinen Fall Wasch-Pulver!!

      Und was man machen kann um die Imprägnierung beim Waschen zu schonen: entweder in einen Wasch-Netz-Beutel stecken oder falls nicht zur Hand, in einen Kopfkissenbezug, damit die Imprägnierung nicht durch den Kontakt mit der Trommelinnenseite der Waschmaschine oder anderen Kleidungstücken abgerieben wird.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • Ich habe ne Jacke von Sympathex, ist bestimmt 20 Jahre alt, von meinem Daddy geerbt, die wurden seinerzeit bei der Bahn ausgegeben und irgendwie ist der da drangekommen. Dazu gab es noch Handschuhe, die habe ich nicht mehr.
      Sie hängt noch immer im Schrank und ich habe sie zweidrei Winter getragen, allerdings wurde sie nicht im Wald oder Outdoors "rangenommen", sondern musste dem harten Stadteinsatz standhalten. Kneipen, Parties, Gelage, Trinkhallenmarathon, Punker-WG-Sessions, Goaparties, Parkbänke, etc.. Das heißt, sie hat weitaus härteren Bedingungen trotzen müssen als es das Thema Bushcraft ihr auch nur ansatzweise abverlangend könnte. Irgendwann wurde sie fein durchgewaschen und hängt seit langer Zeit hier im Schrank. Sie ist braun. So wie früher. Aber die Male die ich sie danach noch anhatte hat sie einen guten Eindruck gemacht. Sie hat sich mehr als bezahlt gemacht. Stiftung Schönfriedtest Qualitätsurteil: kannste machen!
      'Sorry Dave, i'm afraid i can't do this.'
    • Micha1207 schrieb:

      Was ich nach dem waschen meiner GoreTex Sachen mache, ich packe diese bei 70 Grad in den TrocknEr.
      Damit sich die Poren wieder öffnen.
      Habe ich mal irgendwo gehört oder gelesen.
      Aber wer seine Sache pflegt hat länger etwas davon.
      Kostet der letzte Satz drei Euro fürs Frazenschwein ?

      Guter Tipp, hat aber nichts mit den Poren zu tun denn bei GoreTex handelt es sich um eine gestreckte Teflon-Folie - da tut sich nichts bei hoher Temperatur!
      Siehe Teflonbeschichtung bei der Bratpfanne.

      Was allerdings auf Temperatur reagiert sind in der Regel die Imprägnierungen!
      Diese kann man in vielen Fällen durch die genannte Wärmebehandlung in gewissen Maße reaktivieren.
      Lohnt sich demnach also zuerst zu probieren ob das was bringt bevor man neu imprägniert.

      Und falls die Imprägnierung wirklich durch sein sollte lohnt sich in der Regel eine Wärmebehandlubg nach dem Neu-Auftragen, denn durch die Wärme entfalten die meisten Imprägniermittel nicht nur ihre höchste Wirksamkeit sondern haften dadurch auch am besten auf dem Textil.
      Kann man sich ungefähr so vorstellen als würde man dadurch das Imprägniermittel "festbacken"
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -