Pulkas im Detail

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    • bugikraxn schrieb:

      Interessant was sich da so entwickelt für die ernsthaften Schneetouren! Diese Bettsäcke scheinen kontinuierlich weiter entwickelt und somit ausgereifter zu werden
      Wobei mir der Spica-Bag schon etwas zu "ausgereift" erscheint.
      Erstmal geil, Alles so schön ordentlich und pfiffig erdacht. Die zahlreichen speziellen Taschen sind mir aber doch zu wenig universell. Was mache ich, wenn ich einer Gruppe unterwegs bin und ein Kumpel das Zelt hat? Wenn ich Schneeanker verwende, die nicht gut in das Schneeheringsfach passen? Habe ich dann ein schweres, teures Bedding mit lauter leeren Taschen an der Aussenseite oder stopfe ich da andere Dinge rein, die vom Format aber vermutlich nicht so gut passen?
      Der "Klappstuhl" ist schon cool. Allerdings auch nicht in jedem Zelt-oder Schneebiwak-Typ gleichgut zu gebrauchen. In meinem Längslieger-Tunnel z.B. würde ich damit mit dem Rücken zu meiner Kochgrube sitzen.
      Richig gut finde ich die Spaten-Aufnahme mit Schnittschutz. Das ist echt nützlich.
    • Für jene denen der Spica-Bag zu überfrachtet erscheint hat Fjellpulken zum Glück 2 Beddings im Programm welche deutchlich schlichter ausgestattet sind. Ähnliche Basic-Modelle bieten übrigens auch andere Hersteller @oldnick. Ist wie bei MOLLE - für die einen ein 'must-have' Feature, für andere nur unnützer Balast ...
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      Frischluftdeppert
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    • Mir ist das auch deutlich zu viel Gewicht, soweit oben auf der Pulka. Außer dem Schlafsetup, versuche ich nur Kleinigkeiten in der Tasche der Bedding Systems unterzubringen. Zusätzlich hab ich einen Rucksack auf dem Rücken. Dort ist alles wichtige für den Tag drin. Also die dicke Jacke für Pausen, die Skibrille, kleine Leckereien, GPS usw.

      Auch die Schaufel verstaue ich in der Pulka. Mir geht es darum, den Schwerpunkt so niedrig wie möglich zu halten.
    • bugikraxn schrieb:

      Für jene denen der Spica-Bag zu überfrachtet erscheint hat Fjellpulken zum Glück 2 Beddings im Programm welche deutchlich schlichter ausgestattet sind. Ähnliche Basic-Modelle bieten übrigens auch andere Hersteller @oldnick. Ist wie bei MOLLE - für die einen ein 'must-have' Feature, für andere nur unnützer Balast ...
      Ja, ich kenne die verschiedenen Varianten auch von Rab, Piteraq, Aiguilles usw. Ich habe mich bei meinem Bedding-Selbstbau bewußt für eine sehr einfache Lösung (nur der Hauptpacksack aus PU-beschichtetem Robustnylon mit wasserdichtem Reißverschluß und 2 Handgriffen) entschieden. Ich mache es wie @Marvin14 oder Du und habe mein Tagesgerödel in einem Daypack. Den kann ich auch problemlos mal komplett mit in eine Schutzhütte oder den Windsack nehmen. Thermoskanne, Daunenjacke und Snacks lose aus den verschiedenen Taschen eines Beddings zu kramen und dabei im Sturm zu stehen stelle ich mir unangenehm vor...

      Gruß
      Stephan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von oldnick ()

    • Neu

      Hallo,

      bin gerade von einer einwöchigen Tour im tatsächlich winterlichen schwedischen Fjäll zurück. Ich habe dabei natürlich mein Pulka und Bedding-Konzept nochmal kritisch betrachtet und bin im großen und ganzen immer noch zufrieden. Mein Tourenpartner verwendete übrigens eine Fjellpuken mit Gestänge und kein Artic Bedding, so dass ich Einiges bei identischen Bedingungen nochmal direkt vergleichen konnte. Ein paar Erkenntnisse/Bestätigungen wollte ich vor allen den "Selberbastlern" hier nochmal mitteilen.

      Paris Sled mit Zugseil inkl. Ruckdämpfer funktioniert für mich überwiegend gut.

      Vorteile:
      1. Durch das relativ lange Seil günstiger, effizienter Zugwinkel und sehr gute Dämpfung durch den eingeknoteten Gummistropp. Das Ruckeln beim Auflaufen und Wiederanziehen das beim festen Gestänge so nervt entfällt komplett.
      2. Man kann jederzeit schnell und einfach ein paar Schritte zurückgehen und an der Pulka hantieren.
      3. Kann zum präzisen Manöverieren, z.B. im Unterholz, ans "kurze Seil" genommen werden.
      4. Gut in Fahrzeugen zu transportieren.
      5. Läuft auf festem Untergrund sprich oberhalb der Baumgrenze und in gut gebrochenen Trails und Scooterspuren wirklich leicht.


      Nachteile:
      1. Bei fester Oberfläche läuft die Pulka nicht unbedingt direkt hinter einem. Manchmal sogar ziemlich seitlich. Dadurch kann sie manchmal an Hindernissen hängen bleiben, die man eigentlich mit Abstand passiert hat.
      2. Geht es deutlicher bergab und ist man selbst recht langsam (Schneeschuhe oder Abfahrt im Schneepflug) wird die Pulka schneller als der Zieher.
      3. Die Paris neigt etwas eher als z.B. eine Fjellpulken zum Umkippen, vor allem wenn sie an dem einen Seil schräg über eine Geländestufe oder eine Schräge gezogen wird.
      4. Die Paris hat durch ihren breiten Bug und die seitlich wegstehenden "Flügel" mehr Widerstand im tieferen Schnee. Eine einfache Skispur im Tiefschnee ist nicht breit genug. Durch den breiten Bug geht sie auch mit etwas mehr Widerstand durch enge Kurven.
      5. Zieht man nur eine Skispur im Tiefschnee der aber etwas festere Konsistenz hat, neigt die Paris dazu, von dem Steg der in der Mitte der Spur stehen bleibt, stark nach links oder rechts zu kippen.


      Um diese Nachteile auszugleichen hat sich bei mir Folgendes bewährt:
      1. Vorausschauend fahren/laufen, evtl. das Seil vorübergehend verkürzen
      2. Bremsseil mit Knoten unter die Pulka ziehen ist perfekt. Ist das Steilstück nur kurz kann man die Pulka auch am Seil vorausfahren lassen oder man lässt sie ganz alleine abfahren (wenn ein sicheres Auslaufen möglich ist). In einer tieferen Spur, die die Paris seitlich führt, fährt sie sowieso auf das schlapp werdende Zugseil auf und bremst sich dadurch ab.
      3. Vorausschauend fahren/laufen, evtl. das Seil vorübergehend verkürzen

      4. Spuren mit Schneeschuhen statt mit Ski, enge Kurven vermeiden

      5. Spuren mit Schneeschuhen statt mit Ski
      Im direkten Vergleich hat die Fjellpulken insgesamt schon etwas besser performt, obwohl auch diese einige Probleme machen kann, vor allem das Gestänge. Da sie aber auch mehr als das 10fache kostet, komme ich mit den relativ kleinen Einschränkungen der Paris wohl noch ein paar Touren lang klar.

      Mein (DIY) Arctic Bedding überzeugt mich ebenfalls nach wie vor, weil:
      1. Mehr Stauraum in der Pulkawanne für Ausrüstung und Proviant, dadurch gute Möglichkeit schwere Items tief zu laden was den Schwerpunkt positiv nach unten bringt.
      2. Der Schlafsack ist immer schön geloftet.
      3. Weniger Einzelteile beim Zelt Ein-und Ausräumen und beim Pulkapacken
      4. Schnelleres Packen! Ich muss nur einen langen Reißverschluss zumachen statt 2 EVA-Matten zu rollen, einer TAR die Luft rauszudrücken und diese einzurollen und einen Schlafsack in den Packsack zu stopfen. Dito beim Beziehen des Zeltes bzw. Einrichten des Schlafplatzes.
      5. Das Schlafsetup bleibt im geschlossenen Bedding auch beim intensiven Kochen/Schneeschmelzen im Zelt vor dem Wasserdampf/Kondens geschützt. Man kann es dabei trotzdem als "Sofa" oder Rückenlehne verwenden.


      So das war es erstmal! Fragen? Gerne!