Skandinavien Packliste: Gear für Nordlandfahrer in der warmen Jahreszeit

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    • Skandinavien Packliste: Gear für Nordlandfahrer in der warmen Jahreszeit

      Vor kurzem wurde ich in einem Kommentar unter einem meiner YT-Videos gefragt ob meine Skandinavien-Packliste irgendwo einsehbar wäre. Mein Set-Up für sommerliche Nordlandfahrten wurde bisher nicht wirklich gepostet und üblicherweise zweifle ich den Nutzen div. veröffentlichter Packlisten tatsächlich an - selbst mit gleichem Reiseziel oder einer ähnlichen Tour setzt jeder individuell andere Prioritäten, legt z.B. Wert auf UL-Gear oder ist eher traditionell/klassisch ausgerüstet wo das Packgewicht nicht im alleinigen Mittelpunkt steht. Zudem gibt's wohl bei jedem eine Handvoll Lieblings-Labels bzw. Gear das bereits verfügbar ist und nicht sofort ersetzt wird nur weil jemand ein anderers Teil (aus welchem Grund auch immer) auf seine Packliste geklatscht hat. Ich finde es z.B. wesentlich wichtiger was man mit dem einen oder anderen Teil machen kann und wofür es sich besonders gut eignet als die schnöde Info was für ein Modell bzw. von welchem Hersteller dieses oder jenes war!

      Die Ausrüstung unterhalb wurde im August 2018 für eine 4-Tagestour am Rande der Hardangervidda benutzt, siehe: Trip Report Haugastøl - Finse - Rallarvegen. Ursprünglich hatte ich eine Umrundung des Hardangerjøkulen geplant, aber ein paar Tage vor meinem Abflug eine Alternative gesucht nachdem mir Bekannte vor Ort in Norge ihren Hund anvertraut hatten damit dieser nicht mit in deren Urlaub musste. Die Tour wurde verkürzt und im Nachhinein betrachtet wäre die ursprüngliche Route sicherlich auch umsetzbar gewesen, wenngleich die Huskydame massive Probleme an den Brücken und Stegen hatte. Hundefutter, Leine, etc. ist bei meinen Touren normalerweise nicht mit dabei.

      Die gelisteten Ausrüstungsgegenstände sind als beispielhaft zu verstehen und sollen lediglich einen Überblick ermöglichen, besonders für diejenigen die eine Gearlist vervollständigen möchten. Lege eher Wert auf robuste Teile die unviversell einsetzbar sind und da Packgewicht für mich nicht die dominierende Rolle spielt verzichte ich auch auf Gewichtsangaben, hab vieles von meiner Ausrüstung sowieso noch nie gewogen! Würde mich auch nicht als Profi verstehen und hier im Forum tummeln sich einige die wesentlich öfter und vor allem längere Touren in Skandinavien gemacht haben. Vielleicht kann z.B. @karlson seine aktuelle Liste posten, die übrigens hierfür sehr gelungen und gut abgestimmt ist wie ich finde ;) Habe mir erlaubt ein paar Kommentare zu einzelnen Gegenständen anzuführen, dort wo's erforderlich ist und wo ich die 'nackte' Auflistung als nicht aussagekräftig ansehe.

      1/ Transport:
      - Rucksack Lowe Alpine Cerro Torre TFX10 65:85
      - Regenhülle Lowe Alpine Rain Cover L 65-85L, orange
      Auf der Tour hat es täglich teils stark geregnet, die Regenhülle ist daher essentiell und sie hatte nach der Tour auch ein paar kleiner Löcher vom Kontakt mit Felsen, etc. Deren organgene Farbe ist ein Sicherheitsaspekt und sie kann im Notfall als Signalpanel benutzt werden. Tarnfarben sind zumindest in Norwegen und Schweden verpönt, tut Euch bitte selbst einen Gefallen und lasst sämtliches Camo-Gear (vor allem jenes in Flecktarn) weg, nicht nur beim Rucki!

      2/ Camp, Shelter:
      - Tunnelzelt Helsport Sarek 2+ Camp inkl. orig. Spannleinen, Gestänge u. Packsack
      - Heringe Helsport X-Trem Plugg 20cm 10x
      - Heringe Helsport Plugg 19cm 8x
      - Heringe Helsport Plugg 16cm 8x
      Der Helsport Tunnel ist absolut schlechtwettertauglich und bietet mit seinen 3 Gestängebögen üppig Platz, die Apsis ist geräumig fürs kochen im Zelt sowie für den Hund und man kann darin aufrecht sitzen. Dank 70D Taffeta Boden ist kein zusätzliches Footprint nötig. Heringe für unterschiedliche Böden, z.B. X-Trem Plugg f. morastig weichen Untergrund, die kurzen 16cm Heringe für felsigen. Die Hardangervidda ist baumloses Tundragebiet und NSG, man kann sich nicht einfach ein paar Heringe schnitzen. Für Solotouren würde auch ein kleineres Zelt reichen, keine Frage.
      - Isomatte selbstaufblasend Therm-A-Rest TrailPro Regular R4.0 m. Packsack
      - Sitzunterlage Therm-A-Rest Z-Seat
      Die TrailPro ist robust, kuschelig warm, sehr bequem und verbleibt im Innenzelt. Die zusätzliche Sitzmatte für Marschpausen, für's kochen in der Apsis bzw. für ausserhalb des Zeltes und kann auch mal schmutzig od. nass werden ohne dass man die Nässe ins Innenzelt verschleppt und so Gefahr läuft dass der SchlaSa Feuchtigkeit zieht.
      - Schlafsack Valandre Swing 700
      - Kompressionspacksack Helsport Kompressionstrekk Small
      - Schlafsackinlet Cocoon Silk Mummy Liner m. orig. Packbeutel
      Der Daunenschlafsack war bis auf die letzte Nacht zu warm, würde genügen lediglich einen 500er einzupacken. Der äußerst robuste Helsport Packsack schützt den SchlaSa gut vor Nässe, trotz Regenhülle gab es mehrmals Nässeeinbrüche ins Unterteil des Ruckis und der Schlafsack blieb dabei immer trocken. Man kann ihn problemlos während Auf- und Abbau des Zeltes auf den Erdboden stellen ohne dass dem Daunenteil dabei was passiert.

      3/ Rucksackküche:
      - Kochgeschirr Snow Peak Trek 1400 Titanium m. orig. Deckel/Pfanne u. Netzbeutel
      - Salz in Nalgene Quader 30ml
      - Pfeffer gemahlen in Nalgene Rund 15ml
      - Rapsöl in Nalgene Rund 60ml
      - Geschirrspülmittel in Nalgene Rund 30ml
      - Teebeutel div.
      - Spültuch Microfaser ca. 15x20cm
      - Spülschwamm m. Scotch-Brite Auflage
      - Müllsack 25l
      Der Titantopf hat eine gute größe für Solotouren wenn man nicht nur Wasser heiß machen sondern 'richtig' kochen möchte. Er diente als Transpportbehälter f. Zutaten u. Zubehörteile
      - Gaskocher MSR Pocket Rocket II m. Plastikbox
      - Feuerzeug BIC mini
      - Schraubkartusche Primus Power Gas 230 Propan/Isobutan Mix
      - Kartuschenstandfuß Optimus Canister Stand
      - Kochlöffel lang Eagle Products Tørrmat Turskje
      - Essbesteck MSR Titan Löffel u. Gabel m. Drahtring
      - Wassersack Helsport Vannpose 10L
      - Trinkflasche Nalgene Everyday 1L
      - Holztasse Eagle Products Trekopp Kuksa 200ml
      Der Wassersack wurde im Camp benutzt und reicht völlig aus, ein Wasserfilter war nicht mit dabei.

      4/ Lebensmittel:
      - Studentenfutter dehy. in Nalgene Rechteck 500ml
      - Datteln dehy. in Nalgene Rechteck 500ml
      - Powerriegel div. in Plastikbhälter wasserdicht Lock&Lock
      Für Trail-Snacks zwischdurch denn gekocht wurde nur morgens und abends im Camp. Studenfutter mit vielen fettreichen Nüssen und Datteln mit entsprechend Fruchtzucker sind Kalorienbomben schlechthin. Der lokal in Norge erhätliche Trail-Mix z.B. von Nøtti Fritti hat deutlich bessere Qualität als das hier in A erhältliche Pendant. Müsli- und Powerriegel schmecken zudem lecker, der stabile Plastikbehälter verhindert das zerbröseln im Rucki.
      - Flachbeutel Tatonka m. Beutelsuppen u. Trekkingnahrung, gefriergetrocknet:
      - Instantsuppen div.
      - Nudelgericht asiatisch dehyr.
      - Trekkingnahrung drytech Real Turmat 2x
      - Zucker in Weithalsflasche Nalgene Rechteck 125ml
      - Flachbeutel Tatonka m. Trockenfutter für den Hund in ZipLoc Bag
      Hier war vergleichsweise wenig spezielle Trekkingnahrung mit am Start, zudem ist das vor Ort gekaufte Real Turmat geschmacklich eher gewöhnungsbedürftig. Dehydriertes aus dem Supermarkt erfordert zwar längere Kochzeiten mit höherem Treibstoffeinsatz, ist aber entsprechend preisgünstig. Ich hab nicht alles verzehrt und hätte mit sparsamen Umgang noch locker 1-2 Tage anhängen können, was selbstverständlich auch fürs Hundefutter galt.

      5/ Bekleidung:
      - Hardshell-Regenjacke The North Face M Zero Gully Jacket Gore-Tex
      - Hardshell-Regenhose Marmot Minimalist Pants Gore-Tex Paclite
      - Gamaschen Outdoor Research OR Crocodile Gaiters Men Gore-Tex
      Die Hardshells sind schön schlicht und ausreichend robust bei fairem Gewicht. Die Minmalist Pants hat keine durchgehenden seitlichen Zipper was ein Nachteil beim An- und Ausziehen mit bockigen Trekkingschuhen ist. Gamaschen sind trotz hoher Stiefel empfehlenswert.
      - Stausack wasserdicht Sea to Summit Ultra-Sil Dry Sack PA 13L m. Wechselkleidung:
      - Wärmejacke Bergans Nibbi Insulated Jkt Primaloft
      - Handschuhe Black Diamond Heavyweight Fleece Gloves
      - Trekkingsocken FALKE TK1 wool
      - Wollmütze Bergans Vika Beanie
      - T-Shirt Tufte V-Hals Slim Fit Tee
      - Unterziehhose Tufte Lang Underbukse Bambull
      Die 2 Sachen von Tufte aus Viskose bzw. Viskose-Wollmix sind sehr angenehm zu tragen und nicht zu warm, sie kühlen sogar leicht bei moderat warmen Temperaturen oder im Schlafsack.
      - Stausack wasserdicht Sea to Summit Ultra-Sil Dry Sack PA 8L m. Ersatzkleidung:
      - Balaklava Odlo effect Face Mask Warm
      - Unterziehhandschuhe Sealskinz Merino Glove Liner
      - Unterhose Odlo Cubic
      - Merino-Shirt Langarm Icebreaker 200 Mens Everyday LS
      - Trekkingsocken Falke TK2 wool

      6/ Toilettartikel, Hygiene u. Erste Hilfe:
      - Stausack Eberlestock Stuff Sack large
      - Klopapier 1/2 Rolle
      - Feuchttücher in ZipLoc Bag
      - Handreiniger Alkoholbasis 50ml
      - Netzbeutel McNett OUTGO m. Toilettartikeln:
      - Handtuch McNett Microfiber Towel M
      - Zahnpasta 25ml
      - Zahnbürste
      - Flüssigseife 50ml
      - Kamm klein
      - Insektenschutzmittel Johnson Autan Tropical 100ml
      - First Aid Tasche Ortlieb Large, wasserdicht m. Medic & San Kit
      Der Content ist hier im anderen Faden bereits ausführlich beschrieben: Mein EH-Kit.

      7/ Technik- und Kameraausrüstung
      - Stirnlampe Black Diamond Cosmo
      - Campingleuchte Black Diamond Moji
      Anfang August ist zwar im Norden einiges an Tageslänge verfügbar, ein paar Leuchtmittel schaden denoch nicht.
      - Outdoor Navi Garmin eTrex 30
      - Anhängeclip Garmin m. Materialkarabiner Black Diamond Micron S
      Das Navi war lediglich als Backup dabei und wird bei der nächsten Fjelltour weggelassen. Navigiert habe ich mit Offlinekarten der Smartphoneapp 'Norgeskart' bzw. Routenplanung vorab mittels Papierkarte im Zelt da die klassische Methode wesentlich mehr Übersicht bietet als jedes mickrige Display.
      - Schutzhülle wasserdicht Sea to Summit TPU Guide Accessory Case S
      - Mobiltelefon Sony Xperia XZ1 Compact
      - Handycover Sony Xperia XZ1 Compact Style Cover Stand
      Das Handy war großteils im Flugmodus und ich kam trotz GPS-Naviapp mit einer einzigen Akkuladung die 4 Tage locker durch.
      - Fototasche Lowepro Apex 30 AW
      - Fotoapparat Panasonic Lumix DMC-FT5
      - SD-Speicherkarte 32GB
      - Ersatzakku orig. Panasonic 2x
      - Ersatzakku Duracel replacement Pana. 2x
      - Ersatzakku Patona replacement Pana.
      - Brillenputztuch Einweg 4x
      Das wasserdichte Gehäuse der FT5 hat sich auf dieser Tour im Regen abermals bewährt. Die 2 Ersatzakkus von Duracel sind schlicht eine Enttäuschung, da je Stk. etwa doppelt so teuer wie der Nachbau von Patona. Die Duracel taugen nix und hatten fabriksneu aus der Blisterbox ungefähr so viel Kapazität wie ein 4 Jahre alter no-name Nachbauakku, also keinesfalls empfehlenswert!
      - Mini-Stativ Manfrotto Pixi MTPIXI-B
      - Fernglas Nikon 10x25 HG L DCF m. orig. Etui u. Tatonka Flachbeutel
      - Powerbank Samsung 10.000mAh in A-Lok-Sack Schutzhülle wasserdicht
      - USB-Adapterkabel 2x
      Die Powerbank wurde nicht benötigt, da sich das Smartphone im Flugmodus befand und ausreichend Ersatzakkus für die Kamera mit dabei waren. Zwei unterschiedliche USB-Kabel sind leider erforderlich da Handy und Kamera verschiedene Stecker besitzen ;(

      8/ Diverses & Kleinteile
      - Flachbeutel Tatonka m. div. Schnurmaterial
      - Reepschnur Mammut Accessory Cord 4mm x 12m, grün
      - Reepschnur Beal 6mm x 6m, oliv
      - Schraubkarabiner Positron ScrewGate
      - HMS-Schraubkarabiner Black Diamond RockLock ScrewGate
      - Bandschlinge Beal Schlauchband 25mm x 3,5m
      - Kernmantelschnur Seilflechter Mini-Cord 3mm x 10m
      - Kernmantelschnur Seilflechter Mini-Cord 3mm x 2,5m, 3x
      - Schnurgarn #36 Polyester 1,7mm x 10m
      Die 6mm Reepschnur mitsamt Schraubkarabinern diente als Hundeleine, wobei eine auffälligere Farbe eindeutig zu bevorzugen ist da Autoverkehr und Mountainbiker auf den Schotterpisten am letzten Tag. Die 4mm Reepschnur ist normalerweise meine Tarp-Firstleine und war als Wäscheleine zum trocknen von Gear gedacht, wurde hierfür aber erst nach der eigentlichen Tour benutzt. Die dünnen Schnüre als Ersatz/Ergänzung f. Zeltleinen, usw.
      - Netzbeutel Heym S m. div. Kleinteilen:
      - Rettungsdecke Relags Mylar
      - Campingspiegel Coghlans
      - Linealkompass Recta DT120
      - Faserstift Edding 3000, rot
      - Lippenstift Blistex classic
      - Sonnencreme Nivea Sun SF 30 50ml
      - Klebeband Tesa verstärkt 19mm
      - Nahtdichter McNett SeamGrip 7g m. Pinsel
      - Ersatzgewebe für Außenzelt
      - Nähgarn Gütermann Polyester 50m
      - Nähnadel Prym 2x
      - Sicherheitsnadel Prym 3x
      - Schraubkarabiner Black Diamond Positron ScrewGate
      - Reisethermometer Relags
      - Kartentasche Sea to Summit HP Map Case TPU M
      - Topografische Karte Cappelens Kart CK47 1:100.000 Hardanger-Vidda Fjellkart
      Die Papierkarte war nicht nur Back-Up sondern bietet einen ausgezeichneten Überblick und vereinfacht so die Routenplanung gegenüber jeder App bzw. dem Navi z.B. bei der Suche nach geeigneten Pausen- und Zeltplätzen, Wasserstellen, usw.
      - Geldbörse Eastpak Crew
      - Credit Card
      - ID Card
      - Krankenversicherungskarte
      - Schlüsselring m. Autoschlüssel
      Die Geldbörse ist aus unverwüstlichem Cordura. Bares benötigt man in Skandinavien eigentlich keins, man bezahlt überall und selbst Kleinstbeträge mit Plastikgeld! Bezahltransaktionen oder Bargeldbehebungen an Geldautomaten sind zwangsläufig nicht immer gratis (Währungsumrechnung, Auslandseinsatzentgelt, etc.) weshalb allfällige Kosten möglichst vorab mit der eigenen Bank abgeklärt werden sollten. Event. ist die Behebung eines größeren Betrages in Lokalwährung vor Ort dennoch sinnvoll um Gebühren zu sparen.

      Am Mann:
      - Swiss Army Knife Victorinox Trailmaster
      'Mehr' Messer benötigt man auf einer Trekkingtour sicherlich nicht!
      - Wanderstiefel Garmont Lynx GTX Full Grain Leather
      - Trekkingsocken Falke TK4
      Höhere Stiefel sind empfehlenswert da es im norw. Fjell viele sumpfige Stellen hat und man gern urplötzlich und unverhoft im Morast einsinkt. Die dickeren Trekkingsocken sind nicht nur warm sondern schützen auch zuverlässig vor Blasen.
      - Trekkinghose Lundhags Traverse
      - Gürtel 5.11 Tactical 1.5" TDU Belt
      - Unterhose Odlo Cubic
      - Merino-Shirt Langarm Aclima 200G WarmWool Crew Neck
      - Parka Fjällräven Singi Jacket G-1000 Silent
      Eine dünne Windjacke oder Softshell aus atmungsaktivem KuFa-Material wäre eine leichtgewichtigere Alternative zu dieser Jacke aus Baumwoll-Mischgewebe.
      - Wollhut Scippis Lincoln
      - Baumwolltuch Rothco Bandana
      Der olle verknäulte Hut mit bunter Banderole geht glatt als 'Luxury Item' durch!
      - Signalpfeife Storm All Weather Safety Whistle
      - Feuerzeug BIC groß
      - Armbanduhr Seiko 5 Sports Automatic m. Textilarmband
      - Sonnenbrille Alpina Mellow
      - Trekkingstöcke Komperdell Explorer Contour PowerLock II 140
      - Kamerahalterung Sony VCT-RBM2 Roll Bar Mount
      Mit diesem Adapter lassen sich die Stöcke zum 'Deppen-Zepter' umfunktionieren ;)

      Denke die Liste oberhalb zeigt dass eine solche Trekkingtour mit eher durchschnittlichem Gear ohne weiteres machbar ist. Optimieren kann man durchaus an der einen oder anderen Stelle, keine Frage. Mein Rucksack hatte inkl. dem Hundefutter ca. 21kg und Gewichtsfetischisten sei gesagt dass da durchaus Potential zur Gewichtsreduktion vorhanden wäre dass ich aber aktuell nicht gedenke auszuschöpfen ;) Selbstverständlich hab ich sämtliches Zeug selbst gekauft und bezahlt, bin also auch niemanden einen Gefallen schuldig bestimmte Teile hier anzuführen, da rein gar nix gesponsert ist.

      Einen Faden für Winter-Packlisten gibt's schon hier im Forum: Beispielpacklisten für längere Wintertouren. Würde mich freuen wenn sich hieraus eine Packlisten-Sammlung für Nordlandfahrer in der wärmeren Jahreszeit etablieren könnte, also Freiwillige bitte vor. Was ich definitiv nicht sehen möchte sind div. Links auf Hersteller- oder Händlerseiten denn Gear dass man selber gar nicht besitzt bedarf auch keiner Erwähnung wie ich finde!
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      Frischluftdeppert
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    • Ich würde auf jeden Fall ein Mückennetz für den Kopf hinzufügen. Haben wir zwar nicht häufig gebraucht, hat uns aber doch gut gegen die Fleischeinlage zwischen den Zähnen genutzt. Desweiteren ist eine leicht dosierte Kortisoncreme echt hilfreich gegen juckende Mückenstiche. Half sofort und am nächsten Tag waren die Stiche schon wieder komplett Geschichte.
      "Wenn du etwas tust, was du noch nie getan hast, dann ist das doch schon ein Abenteuer."
      Johan Skullman

      Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.
    • @bugikraxn: Sehr schön. Ich bin zwar kein großer Fan von Ausrüstungslisten, wie du oben schon geschrieben hast, ist das mitgeführte Zeug wirklich bei jedem Reisenden aufgrund unterschiedlicher Umstände immer sehr verschieden.

      Eine ganz kleine Bemerkung: Auch wenn du deinen Schlafsack als überwiegend zu warm bezeichnest, sollte man nicht vergessen, dass eine Region wie die Vidda sich im August je nach Wetterlage auch deutlich unangenehmer und kälter präsentieren kann. Wenn man als "Local" vor Ort ist, kann man die Wetterlage für eine anstehende Tour zumeist sehr gut einschätzen. Wenn man aus dem deutschsprachigen Raum anreisen muss, wird es hinsichtlich der Prognose schon etwas schwerer. Selbst die tägliche Nachschau auf den einschlägigen Wetterportalen und die Prognose für die nächsten Tage ist nicht immer ganz einfach. Im Rondane-Nationalpark (für diejenigen, die sich dort oben nicht so auskennen: rund 200 km nordöstlicher als die Hardangervidda) habe ich es mal im August so richtig auf den Arsch bekommen. Um den Gefrierpunkt im Regen mit Sturm! Das erwartet man bei einer "Sommertour" eigentlich nicht. Insofern würde ich immer Reserven beim Schlafsack einplanen. Dein Valandre ist nicht unähnlich meines Daunensackes, dem ich im Sommer und Frühherbst da oben vertraue. Dazu noch irgendeine Isolationsjacke aus Daune oder Kufa und man kann auch ganz üble Tage locker wegstecken. Beim Schlafsack würde ich nie und nimmer "Spitz auf Knopf" rechnen, um ein paar Gramm Gewicht oder ein paar Liter Packvolumen zu sparen. Nachts öffnen kann man ihn immer, wenn es zu warm wird. Andersrum wird es schwerer.
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835
    • Wirkliche eine schöne und gut erläuterte Packliste. Ist unsere gar nicht so unähnlich vom Prinzip und der Philosophie her. Natürlich zum Teil andere Marken und wir sind in der Regel zu zweit unterwegs.

      In der Vidda selbst waren wir bisher nur im Winter. Aber im Rondane waren wir schonmal froh, den wärmeren Schlafsack eingepackt zu haben. Die ersten und die letzten Tage war er zu warm aber zwischendrin war es mal richtig kalt.
    • Die Tour welche dieser Packliste zu Grunde lag war Anfang August und da ist üblicherweise der Peak der Mückenplage bereits überschritten. Zudem hatte es dort kräftigen Wind und teils feuchtkalte Verhältnisse die Moskitos nicht mögen. Ich bin zugegeben kein Fan von Kopfnetzen, die machen aber durchaus Sinn, z.B. wenn man so zwischen Mitte Mai und Ende Juli im Fjell unterwegs ist. Hatte mit dem Tropical zwar ein starkes Mückenmittel dabei @Wanderratte, das aber nicht benutzt und es ließen sich die ganzen ca. 2 Wochen wo ich dort auf Urlaub war so gut wie keine Mücken blicken ;)

      Der Daunenschlafsack mit 700er Füllung war ganz bewußt ausgewählt worden um entsprechende Reserven zu haben - diese wurden lediglich im letzten Camp vor Finse tatsächlich benötigt wo ein kräftiger eiskalter Wind wehte. Da ich davor und dannach noch einige Nächte in anderen Gebieten draußen bzw. im Wohnwagen von Bekannten verbrachte war dieses Daunenteil jedoch insgesamt zu warm. Reserven schaden nie, da muß ich Dir Recht geben @smeagolvomloh, besonders wenn es solche Verhältnisse hat wie bei einer Tour das Jahr davor im Reineskarvet (nördlich Hemsedal). Da hatte es sogar Minusgrade bei dieser Sommertour und es gab Schneegestöber am Tag, kurzen Bericht gibts hier: In den Alpen Norwegens.
      Die 2te Sommertour wos änliche Verhältnisse hatte wie in der Vidda war im Vassvaret in der Nähe von Nes und am Campground auf ca. 1000m hatte es kräftig gewindet, der 500er reichte dabei aber aus, Tripreport: Fjellreport
      rhältnisse wie in der Vidda kann man in Norge in jedem Bergmassiv oberhalb von ca. 900m vorfinden und Vergleiche lassen sich so leichter anstellen. Klar ist das Kälteempfinden bei jedem einzelnen individuell verschieden, ich hatte bei dieser Urlaubsreise leider keinen Platz mehr frei um einen 2ten leichteren Schlafsack im Fluggepäck unterzubringen ...
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      Frischluftdeppert
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von bugikraxn ()

    • Gerade diese Wetterumschwünge sind oft sehr reizvoll.
      Im Rondane hatten wir bei einer Frühherbsttour einen kurzen Wintereinbruch. War einfach traumhaft. Morgens vor dem Zelt im Neuschnee gesessen und den warmen Tee genossen.

      In Finnland hatten wir im Dezember einen Wärmeeinbruch und es regnete. Ski nicht mit auf die Tour genommen. Morgens war es im Wald dann sehr klatt.

      Das mit den Armeeklamotten ist uns so nicht aufgefallen. Wir hatten zwar nichts dergleichen dabei, haben aber einige Schweden in entsprechenden Klamotten, vor allem Hosen gesehen. Dürfte das Muster der schwedischen Uniform gewesen sein. Die gab es in den Läden da auch immer neu und deutlich billiger als die FR zu kaufen.

      Ist aber auch schon länger her. Bei unseren letzten Touren ohne Kinder haben wir kaum noch jemanden getroffen. Waren immer in sehr einsamen Gebieten außerhalb der üblichen Zeiten unterwegs.
    • @Bugikraxn:
      Da hast du aber Glück gehabt mit den ollen Mücken. Wir hatten im August im nordschwedischen Fjäll (Padjelanta/ Sarek) durchaus noch Probleme. An einem Abend waren wir regelrecht froh über die Kopfnetze. Die waren voll mit Mücken! Auch anderen Tagen haben wir fleißig Mückenrepelllent benutzt! Im Juni und Juli hatten wir in Skandinavien da bisher eher weniger Probleme. Meistens waren die noch nicht so weit.
      "Wenn du etwas tust, was du noch nie getan hast, dann ist das doch schon ein Abenteuer."
      Johan Skullman

      Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.
    • Hehehe, Padjelanta ist weiter im Norden und da wunderts mich nicht dass sich die Mückenproblematik etwas nach hinten schiebt im Jahresverlauf. Die Vidda ist eigentlich einer der südlichsten Punkte des Nordens wenn man so will. Die 2 Jahre wo ich oben war gabs die meisten Probleme eher früh im Jahr, also Mai bis Juni und das flaute dann in den weiteren Sommermonaten ab. Besonders arg ists an Stellen wo es windstill ist und ich wurde auch schon mal aufgefressen in einem Hängemattencamp wo mein 'Myggemiddel' rein gar nix half ... Oftmals reicht es sein Camp nicht im Wald sondern an offenen Stellen zu errichten wo es leichten Wind hat, das mögen die Mücken nämlich gar nicht ;)
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      Frischluftdeppert
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    • Bei den Lebensmitteln hast du die Steaks für den ersten Abend und die Marschverpflegung des Folgetages vergessen, sowie die Eier, Speck und einen anständigen Kanten Brot und Käse...
      Mit ein paar kleinen Tricks kann man bei den asiatischen Suppen noch einiges rausholen... (extra Nudeln, ein Klecks Butter, weniger Wasser usw.....)

      Eine schöne, und ausführliche Aufzählung.

      Frage, jeder Mensch hat andere Vorlieben, Stichwort Windsack/Poncho und eine Decke/Unterlage für den Hund.
      Wie machst du das? Baust du gleich das Zelt auf? Ist halt schon manchmal eine recht windige Gegend....


      Bei mir läuft das bei entsprechendem Wetter in etwa folgendermassen ab...
      Deckelfach auf, Futter raus, Rucksack auf den Boden, draufgesetzt, Poncho drüber, Rüssel einziehen... Siesta
    • Super umfangreiche Schilderung, :danke: @bugikraxn
      Bei mir käme dann noch der ganze Bootskram usw. ;( X( ?(
      Aber ich muß hier unbedingt @Wanderratte bezüglich der Kopfnetze zustimmen, die können einem den Ärger mit den Blutsaugern deutlich mindern und wiegen ja nix.
      bequem ist anders, aber dafür sah ich morgens auch nicht aus wie nen Streuselkuchen :thumbup:

      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Was den Mückenschutz angeht hab ich mich wohl zu sehr auf meine eigene Packliste mit Zelt konzentriert. Das Sarek 2+ ist relativ mückendicht und die paar Biester dies tatsächlich ins Innenzelt schaffen sollten sind auch rasch erledigt und man hat dann eine stressfreie Nacht. Wenn man allerdings ein Tarp verwenden möchte (in der Hardanger Vidda nicht empfehlenswert) macht ein Mückennetz eindeutig Sinn. Es gibt da auch welche die man übers ganze Kopfteil vom Schlafsack ziehen kann, der Stickeffekt bleibt allerdings der gleiche ...

      Für die kulinarischen Leckerlies zum pimpen der gefriergetrockneten Supermarktkost war leider kein Platz mehr im Rucksack @supi. Selbstverständlich lässt sich mit ein paar ausgesuchten Sachen das schnöde Trailfood aufpeppen, keine Frage. Zudem ist es in Norge eher kühl und selbst Frisches gammelt nicht schon nach 1-2 Stunden wie Hierzulande in den Sommermonaten ;)

      Speziell auf dieser Tour hab ich immer sofort das Zelt aufgestellt am Lagerplatz. Das Gebiet war jetzt nicht so weit weg von der Küste, es hatte immer guten Wind und Wetteränderungen können sich innerhalb kürzester Zeit ergeben was gewöhnungsbedürftig ist wenn man mitteleuropäische Bedingungen kennt. Da ist man dann froh wenn man sich ins Zelt zurück ziehen kann zum kochen, etc. Man braucht z.B. bei windigen Verhältnissen auch keinen weggeblasenen Teilen hinterher rennen wenn man seinen Rucksack erst in der Zeltapsis ausräumt. Für den Hund hatte ich keine spezielle Unterlage mit dabei. Habe zwar meine kleine Sitzmatte u. den Rucki so platziert dass sich die Huskydame hätte drauf legen können, hat sie aber nie gemacht. Sie hat dichtes Fell und die Besitzerin hat mir auch zuvor gesagt ich würde nix benötigen und ich solle mich nicht wundern dass sie sich lieber direkt auf den Erdboden legt. Die Huskylady hat es tatsächlich mal geschafft nächtens aus dem Vorzelt auszubüxen obwohl dass AZ lediglich ein paar wenige Zentimeter Abstand zum Boden hatte und gut abgespannt war - dabei wurden nichtmal die Heringe locker ;)
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      Frischluftdeppert
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