"Und...,seid ihr auch mit dem Hundeschlitten hier? Nee, zu Fuß!"

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    • "Und...,seid ihr auch mit dem Hundeschlitten hier? Nee, zu Fuß!"

      Oder wie Ian sagte: "Its more challenging then greenland!" 8o 8o 8o


      Erstmal grüße ich alle Qualitätszeitzeugen! Das wird nur ein kleiner Tourenbericht, ich versuche es übersichtlich und kurz zu halten. Denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich unser Erlebnis in Wort und Bild fassen soll, habe ich doch 350 davon gemacht, die alle irgendwie gut sind... Aber ich versuche es einfach mal.

      Das bin ich, bei der Feststellung: ich habe ja fast keine Fotos von mir gemacht. Man war einfach zu sehr mit sich beschäftigt und im "Bann der Natur":



      Kurz zum Tourenrahmen:

      -wir haben bei ca. 60Km über dem Polarkreis eine Strecke von um die 95 Km zurückgelegt

      -zum Schluß in einem anderen Naturreservat dann nochmal 10, um ein paar neue Anlaufpunkte zu suchen

      -daraus ist dann nochmal ein kleines Offroadabenteuer geworden, wo uns echt die Muffe ging...

      -längste Tagesstrecke 26,5 Km in 8h und auf dem Rückweg in 7h

      -schnellste Strecke waren 17 Km in 4h inklusive Pausen und Knipserei, obwohl wir selbst spuren mußten und erst kaum Sicht hatten

      -langsamste Strecke 3,8 Km in ca. 4-5 Stunden

      -wärmste Temperatur beim Laufen in der Sonne zwischen -4 und -7

      -kälteste -20 am Nachmittag durch den Wald und über die Seen am Abend

      -kälteste offizielle und gemessene Temperatur in der Nacht -30 Grad

      -in der Nacht Nordlichter gesehen...War aber zu kalt zum weinen und fotografieren :D

      -kleine Dummheiten die große Auswirkung hatten, bis auf eingerissene Hände und ne geplatzte Ader in der Nase durch die Kälte dann nix weiter passiert...

      Gleich zu dem was wir nicht mehr geschafft haben:




      Beispieltag an Essen, ich habe Teilweise nichtmal meinen Grundumsatz gegessen und die Hälfte mit zurück gebracht:





      Wetterkarte:





      Jut, jetzt geht`s los. Im Prinzip war das ne kurzfristige Aktion und wir sind ohne konkreten Plan dort hochgefahren. Standen wir die letzten Male entweder vor total zugeschneiten Wegen, gesperrten Staßen und Parkplätzen, offenen Flüssen. Also fahrt nicht neben der Nebensaison dort hin... ;)

      Gebucht wurde dieses Mal die Fähre mit Schlafkabine bis Göteborg, hin normal und rück mit Flexiticket:






      Wir kommen dann gut gelaunt und ausgeschlafen in Göteborg an, gehen nochmal kurz in den XXL, essen fix was und treten dann aufs Gas! Naja etwas...

      Nach 12 h Fahrt bei besten Straßenverhältnissen, kommen wir an unserem ersten Lager an. Essen noch fix ein paar Pumpernickel mit Rentierkäse und Wurst, trinken noch nen schönen Tee mit Rum und legen uns dann diagonal in die Umkleidekabinen. Wir bekommen tatsächlich noch Plusgrade in die Bude:












      Morgens wird dann dieses Mal noch schön gekocht und dann zur letzten 10 Stunden Tour in Richtung Kvikkjokk gestartet... In Jokkmokk ahnen wir schon Schlimmes...Arne zieht schon einen Abbruch in Erwägung, liegen dort Massen an Schnee und die deutschen Winterreifen sind für diese Straßenverhältnisse nicht ausgelegt.

      "Lass uns kucken ob der Weg gespurt ist, am WE fahren die meisten dort mit dem Scooter angeln!"

      Wir haben Glück, kurz vor Kvikkjokk ein traumhaftes Wetter und die Seen schön vereist mit wenig Schnee auf der Oberfläche!







      Wir melden uns dann erstmal in der Fjällstation, checken die Wetterlage und starten dann gegen 17-18 Uhr, aber zu hastig! Wir hätten vorher noch unsere Thermoskannen füllen sollen und ich trinke dämlicherweise das gefrorene Wasser, was auf der Ladefläche stand...

      Auf dem ersten Km:

      "Ich habe die Schnauze sowas von gestrichen voll, das ist das lezte Mal! Zu Hause verkaufe ich alles Winterzeug!" Arne sagt was Ähnliches, was genau weiß ich nicht mehr...Mein Bauch verkrampft sich derart bei der Steigung und der Kälte, ich denke, gleich zerreist es meine Organe. 8o 8o 8o

      Wir wollten bis zum ersten See laufen, entschließen uns aber dann am ersten Sumpfgebiet zu biwackieren. Ich meine, so einen Km vorher bin ich nahe dem Erschöpfungstod und packe tatsächlich dann den Gaser aus, schmelze Schnee und esse fix was. Arne sagt nix großartig, ich reiche ihm vorsichtshalber Schokolade, Trockenfleisch und was zu trinken.

      Auf diesem elendigen Trail mache ich nur zwei Fotos, eins verschwommen und eins zeigt die Erbarmunsglosigkeit in Arnes Gesicht! :D

      Er geht dann vor und sucht schonmal nen Lagerplatz. Ich gehe intuitiv an ihm vorbei und suche ein windgeschützen Platz zwischen Bäumen, trampel alles platt für uns beide und spanne dann erstmal mein Tarp auf. Seine Pulka ziehe ich dann hoch. Es weht ein eisiger Wind und das jetzt schon im Wald. Arne baut fix das Zelt auf und verschwindet dann gleich:



      Ich habe das Foto rausgesucht, wegen dem passenden Gesichtsausdruck... :D Tjo, ich bin erstaunlicherweise jetzt wieder gut drauf...es kann an dem Tee mit Birkenporlingscheiben und Rum liegen...Arne möchte nix essen noch trinken, ich reiche ihm aber trotzdem mein Menü und die Hälfte vom Tee... :dolldrueck:

      Ich trampel dann noch nen Pfad für die Morgentoilette und haue mich dann auch hin...:
















      Die Nacht wird sehr windig...Das Tarp geht auf und ab, der Poncho schlägt mir nachts gegen den Schlafsack. Trotzdem schlafe ich erstaunlich gut! Wir sehen uns im nächsten Teil am Morgen wieder. ;)

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    • "Haggibärchen, wir müssen nur die ersten drei Tage durchhalten, das ist wie zu Hause wandern und die Hysterie der ersten Stunde...Mußte nur hochrechnen!"


      Am nächsten Morgen erstaunlich windstill, der hatte sich dann nachts gut ausgetobt und die Ausrüstung schonmal gesäubert...:









      Haggi hat auch nicht viel zum trockenen, obwohl das gesamte Zelt in den ersten Nachtstunden mit Reif überzogen war und alles gegen morgen auf den G350 tropfte...Erstaunlich gut gelaunt verpacken wir alles sehr fix und starten dann bei um die -10 in den Tag. Wir müssen heute einige Waldstücke durchqueren und über die windigen Seen laufen.













      Die ersten Fotos nun sehr personenbezogen, verläuft der Trail doch eher unspektakulär, aber doch sehr angenehm, im Verhältnis zum Vortag. Wir errreichen den ersten großen See, es sollte ein eisiger Wind mit 60-70Km/h gehen. Ich mache einfach nur Latte, bis ich in der Mitte eine Formation an Steinen sehe um dort ne kleine Pause zu machen.






      Ich bekomme gerade so die Kamera aus dem Beutel und knipse dann noch fix eine uns entgegenkommende Truppe Schweden...Es geht im Anschluß weiter durch die Wälder bis mir ein belgisches Pärchen entgegenkommt.





      Ich frage wie lange es über den nächsten See bis zur Hütte dauert. Sie meinen: ca. 30 Min auf Skiern...Ich antworte: ok danke, dann in etwa 20 Min auf Schneeschuhen... 8o :D :thumbsup: Ich ziehe mir an der zugewehten Butze noch ne zweite Windjacke an, der zieht mir nämlich die letzte Lebensenergie aus den Knochen. Warte noch auf Arne und erzähle ihm über diese netten Leute, die heute noch nach Parek wollen...Is dann nochmal heftig, aber der Hüttenwart lauert schon mit zwei heißen Erdbeerlimonaden auf uns:









      "This is Strawberry Limonade!"... >Änd sis is Rum!< Er kuckt und grinst...

      Wir führen noch nette Gespräche, entschließen uns in der Hütte zu pennen und die Klamotten zu trocknen, obwohl mir das sehr schwerfällt... :D Der Hüttenwirt sagt uns am Morgen, "die Temperaturen fallen heute über den Tag auf -30 Grad bis zur Nacht..." Ich: na dit kann ja wat werden...Er fragt wie weit wir wollen. Wir antworten, bis zum letzten See um dann dort zu biwakieren und dann morgens noch Fotos von den Bergen zu schießen...

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    • "Wenn wir nun noch die Aurora Borealis sehen, wäre echt das I Tüpfelchen...Ich werde dann meine Tränen nicht zurückhalten!"


      Der beste Tag der Tour beginnt mit strahlendem Sonnenschein bei nur etwas Wind. Wir kommen super voran und machen am ersten großen See schön in der Sonne unsere Pause:







      Es ist einfach nur herrlich! Wir freuen uns über die Klamottenwahl komplett in schwarz. Ich erzähle dann Arne, warum die Haut vom Eisbären auch schwarz ist... :D















      Hier haben wir doch tatsächlich Handyempfang und Arnechen schickt ne SMS nach Hus...Ich habe nur mit der Kamera zu tun und bin fix und fertig...aber nicht konditionell... :thumbsup:

























      Am Seeufer machen wir nach einer gefühlten Ewigkeit nochmal ne Pause...ich kam mir vor wie auf dem Baikal...In der Sonne messe ich die Höchstwerte heute. Nachdem wir in den Wald zurückgehen, sinkt die Temperatur rapide und ich lege erstmal meine dritte Lage an. Es ist doch etwas frisch...



      Arne macht Latte, ich hole ihn bis zum letzten See nicht mehr ein...Es muß wohl an der "Schonhaltung" und den rotschwarzen Zehen liegen... Wie ich ihn dann treffe, mache ich den Vorschlag, doch noch bis zur nächsten Hütte zu laufen. Ich bin mir nicht sicher ob das gut ankam... :P

      Da noch hell ist, machen wir jetzt schon Fotos:





      Den Weg dort hoch in den Wald werde ich nicht vergessen und bereue etwas die Umplanung...Ich freue mich auf meine Thermoskanne und den obligatorischen Tee. #tueholymoment... 8o :D :thumbsup:



      Auf der Hütte sind wir nicht allein. Ein italienischer Outdoorcoach und eine Spanierin machten es sich schon gemütlich...Ja und dann kommt noch unser neuer Kumpel Robert(Ire) zur Tür rein, ein absolut feiner Kerl. Ich weiß von dem Abend nicht mehr viel, außer daß wir herzhaft lachen. So leicht angetüddelt fällt mir mein DDR-Schulenglisch auch wieder ein, was scheinbar gut ankommt... :D :D :D

      Ich muß dann leider raus und suche mir dazu das einzige Plätzchen mit ebener Fläche, liegt doch das Gelände am Hang:



      In der Nacht wechsel ich sage und schreibe dreimal das "Schlafsetup" weil es einfach schweinekalt wird! Beim letzten Mal ziehe ich den Poncholiner über den Schlafsack und schmeiße vor Wut das Thermometer raus. Wie ich da am rumrammeln bin, schaue ich nach rechts und sehe doch tatsächlich das Polarlicht, wie es förmlich die Berge umschmeichelt...Ich denke mir so, du wolltest doch jetzt weinen...aber ich grinse einfach, weil den Tränen isses auch zu kalt...Ich beobachte noch den Sternenhimmel, den ich so klar seit den 80ern nicht mehr sah und stelle mir vor, ich könnte so knipsen wie Industriefreund und zitter mich in den Schlaf. Ich wache mehrmals auf und merke wie es langsam auch am Rücken frisch wird und schaue aufs Thermometer. Denke mir so, das kann doch nicht sein, diese Schwankungen zwischen -16 und -24 Grad...Dann merke ich erst, daß der Temperaturfühler mit Kabel noch zwischen Liner und Außenhülle des Schlafsacks klemmt und oben auf der Brust lag... 8o 8o 8o Sonst stecke ich nämlich das Ding unten in die Fußbox und lasse das Kabel raushängen, nur bekam ich unten den Reißer nicht auf.

      Morgens alles eingefroren, Rucksack, Poncholiner, Kapuze, Hose, Socken...Wie ich dann das zweite Foto knipsen will, bricht der Akku gleich zusammen.





      Ich gehe wie ein alter Mann zur Hütte hoch und häng die Plünnen erstmal auf... ^^

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    • Hier haben wir dann nochmal den Blick auf meinen Schlafplatz. Rechts von der Hütte fräste der Wind alles schön frei und ich konnte mich dann gleich auf die "Eisfläche" legen. In der Nacht ging so ca. Windstärke 2, die Hüttenwirtin bestätigte nochmal die -30:





      Wir reden den ganzen Tag über Ausrüstung mit Robert, helfen der Hüttenwirtin noch bei den Gasflaschen durch den Tiefschnee und machen dann nochmal ne Tagestour. Sie erzählt uns noch von einem Wolf, der in der Nacht auf 100m rankam. Gegen Abend schlägt Ian aus England auf und ich denke: das ist doch der Syncronsprecher von Tony Hobbs... :D

      Der Mann fährt auf den besten, aktuell erhältlichen Skies von Abisko bis Kvikkjokk, mit nur 12-14 Kilo auf dem Rücken(290 Km?) Er erzählt von seiner Grönlandtour mit Pulka und Skis und wir kucken wie ein Auto. Sieht man ihm das doch nicht gleich auf dem ersten Blick an... :thumbup:

      Morgen will er kurz nach uns starten...Ich glaube, der schlaue Fuchs braucht Leute zum spuren... 8o Er hat technisches Zeug dabei, sowas habe ich noch nie gesehen! GPS mit Notruf und SMS Funktion. Solarpanels, Powerbanks und was weiß ich noch alles. Robert holt auch so ein komisches Ding vor:



      Ein Seek Outside Zelt mit Titanofen hat er auch dabei und der wiegt weniger als meine Kekspackung... :D Er will dann morgen nach Saltoluokta und ich zeige ihm paar Hütten auf der Karte. Im Nachhinein hätten wir da mitlaufen und die Hüttenwirtin nach einer Busverbindung zurück fragen sollen. War doch das Rapadalen wieder nicht begehbar und nur am rechten Rand( ^^ ) bis auf Höhe "Backenzahn" einigermaßen gut zu laufen. Sie meinte, der Fluß aus den Bergen fließt links zu schnell und wenn dort Overflows mit Schneeverwehungen ein trügerisches Bild abgeben, dann war es das...

      Im Prinzip wollten wir uns dann oben mal den Eingang in der Berge anschauen, siehe Karte oben...Für eine eventuelle Komplettrunde irgendwann durch beide Nationalparks. Den Weg in den Padjelanta hoch kennen wir nun schon. Dann eben ein anderes Mal(ach, da fällt mir gerade der erste Km unserer Tour wieder ein... :D )




      Wir starten dann am nächsten Morgen sowas von gut gelaunt und Haggi haut die besten Schoten raus, ich bin die ganze Zeit nur am lachen, bis zum ersten Anstieg! :mrgreen:







      Wir wollen nicht viel knipsen und lieber Strecke machen. So sieht der Trail dann durch den Wald aus(oben drüber). Es zieht heftig an, je weiter wir runter Richtung Seen kommen. Ich glaube Arne meinte: wie auf einem Eisplaneten:



      Die Eispyramiden bauen sich 5-10 m hoch auf, mir müssen aufpassen nicht irgendwo reinzurutschen oder daß uns die Scooter nicht überkacheln bei diesem Quatsch...Das Eis ist nur am Grollen, das ist wirklich sehr beindruckend!









      Arne macht Latte und ich schaue mal wo er ist:













      Wir erreichen nach ca. 7h Laufzeit die Hütte, der Hüttenwirt rechnet jedoch nicht so früh mit uns...Ian lief ne halbe Stunde später los und kommt 2h später an. Ich muß nun an der Stelle nochmal kurz ein Zitat von Arne vom Morgen einwerfen: "Scheiß auf Ski, scheiß auf Schneeschuhe, die Deutschen können einfach am besten marschieren!" 8o :D

      Tjo, so is dat...Wir tauschen mit dem Hüttenwirt am Abend noch Kuchen gegen deutsche Süßigkeiten und reden lange, jedenfalls kommt es mir lange vor. In der Nacht schneit es etwas, hüstel:



      Ich könnte ja dann auch nochmal meine Pulkatasche im entsprechenden Faden mit kleinen Verbesserungen zeigen... :whistling: An dem Morgen Totenstille, wir laufen ins weiße Nichts! Ich denke mir, so muß sich der Yukon Arctic Ultra anfühlen...Völlig in uns gekehrt laufen wir über die Seen und spuren selber, bis über die Knöchel im Schnee steckend. Irgendwann sage ich: "Arne, vielleicht kommen uns heute ein paar Scooter entgegen..."Am nächsten Wald isses dann soweit! :thumbup:











      Arne sammelt unterwegs noch Harz und bestimmt Baumarten...,ich nutze die Gelegenheit um mich abzusetzen. Sollte dann unser schnellster Tag werden. Ian kommt nur ne Stunde später in Kvikkjokk an, am Anfang war er jedoch sehr dicht dran... :D Was mir dabei gleich noch einfällt...die Km Angaben auf den Schildern stimmen nicht, denn man muß immer mit den unterschiedlich gesteckten Routen rechnen. Ein Jahr geht man quer über den See, das andere Jahr außen am Rand lang und biegt dann scharf ab. Ian hat alles genau vermessen... :hut:

      Für die letzten Tage muß ich dann nochmal unten nen extra Post machen, ich habe mich mit der Bilderanzahl etwas vertan. Mal kucken was mir da noch Gestreiches einfällt...Das Schreiben ist ja schlimmer als die Tour selbst! :mrgreen:

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    • Platzhalter für eine Zusammenfassung der inneren Verfassung eines Tourenkameraden während des Tourenverlaufs.

      So, ich fange schonmal an, werde aber die Tage immer noch weiter ergänzen - die Zeit ist halt, wie immer, knapp...

      Den Reisebericht hat Eisi ja schonmal top vorgelegt, da brauche ich also nur noch ein paar Dinge aus meiner Sicht ergänzen. Ich werde mich also, wie letztes Mal auch, v.a. auf das, was sich besonders (oder besonders wenig) bewährt hat und daraus abgeleitete Tipps und Infos beschränken. Daher werde ich auch keine komplette Packliste posten, sondern auf einzelne Punkte genauer eingehen.


      Wie ist die Lage?

      Zunächst zu meinem "Lagensystem". Dieses hat sich über die Jahre eigentlich kaum geändert - untenrum die Rugged Mountain Pant (noch die gute mit den zombieskingefütterten Taschen), ne Linersocke (diesmal Aclima statt Falke), Plastetüte (die gehen leider immer zu schnell kaputt) und 200er oder 400er Woolpower-Socke. Unterbüx ne Dilling Kufa als Basis (Merino ist mir auf Dauer zu nass und kalt), darüber dann ggfs. ne etwas lägere Dilling aus Merino - ne lange Unterhose brauche ich normalerweise nicht (wenn, dann nehme ich die Brynje und öffne dann die Seiten-RV der RMP). Dieses System passt für mich für alle Bedingungen zwischen 0°C ohne Wind bis -20°C mit mäßig Wind. Beine frieren halt nicht so leicht und wichtig ist halt, dass es die Füße muckelig warm haben.

      Obenrum halte ich es auch wieder sehr simpel: Mein Hauptkleidungsstück ist eines der in meinen Augen am meisten unterschätzten Kleidungsstücke - das Brynje Arctic Double Hoodie!
      brynje-shop.com/en/sportswear~…e-sweater-10401420-p21034
      Gäbe es das in oliv oder noch besser in diesem geilen grau-melange, würde ich mir noch eines holen... Leider scheint es aber sogar gerade auszulaufen. Das Gerät ist genial! In Verbindung mit einer Windjacke (hier wie immer die geniale, aber überteuerte, Bergans Microlight) kann man super flexibel einen weiten Temperaturbereich abdecken: bei 0°C ohne Wind solo, bei -10°C und leichtem Wind mit offener Windjacke drüber, bei -15°C und starkem Wind mit komplett geschlossener Windjacke drüber (Zitat Eisi: "Hattest Du echt nur das Arctic und die Microlight an???"), usw. Die Grobsteuerung der Temperatur erfolgt über die Lagen, die Feinsteuerung über die Reiß- und Klettverschlüssse, sowie angepasste Handschuhe und Mützen. Denn über die Hände und den Kopf verliert der Körper im Grundsatz viel Wärme - dies kann man sich aber für seine individuelle Wärmekonfiguration zunutze machen. Die Kapuze der Arctic ist super (Merino doppellagig) und ist für mich der beste Ersatz für eine Balaclava (ich hab immer eine dabei gehabt aus Powerstretch, aber nie gebraucht - die kommt jetzt daher weg). Ist es wärmer, kann die Kapuze einfach im Nacken eingerollt werden und so diese empfindliche Stelle gegen "steifen Nacken" schützen. Dann kann man mit den Kapuzen spielen, Arctic-Kapuze unten, Microlight-Kapuze drauf, andersherum, gepimpt mit Mütze (bei mir: die Warmpeace Skip-Mütze für 14€...). Man kann die Kapuze der Microlight sehr schön oben mit Gummizug fixieren (so stirnbandmäßig) und zugleich die anderen Gummizüge sowie den RV im Kragenbereich offen lassen und hat so eine schöne Lüftung nebst "Wärmeschild" vorm Gesicht (auch cool: Jacke bis oben zu und den RV der Arctic auf). Für übelst schlechtes Wetter hatte ich mir eine zweite Microlight zugelegt (50€ bei eBay) und hätte die zusätzlich darüber angezogen, war aber nie nötig - siehe Zitat oben.... ;) Jedenfalls wäre das die leichte und luftige Alternative zur Hardshell, so ein wenig das Paramo-System: Es muss nicht außen komplett wasserdicht sein, wenn das Mikroklima innen dafür sorgt, dass eingedrungenes Wasser gleich wieder nach Außen abverdunsten kann.

      Wir haben ja bis auf Schneematsch so ziemlich alle Winterwettersituationen durchtesten können, mit ner Skip, ner 400er Woolpower-Weste (als Verstärkungsschicht bei richtig kalt und Wind), dem Arctic Hooded und zwei Microlights ist man super flexibel und zugleich sehr leicht unterwegs! Bei mir war der Rücken meist ein klein wenig klamm (nie nass!!), aber ansonsten habe ich so ein sehr gutes Klima fahren können. Einzige Verbesserung in meinen Augen wäre ein Zerschneiden der Skip in eine Kurzmütze und ein Stirnband - oftmals ist eine Mütze nämlich schon wieder zu warm (Wärmestau auf dem Kopf oben drauf) und da wäre ein Stirnband sinnvoller.
      Ach so, für Sturm hab ich auch noch Brynje Schlüpper mit Windfront im Gepäck. Generell zur Diskussion, ob nun Kunstfaser, Merino oder Netzgewebe auf der Haut: Ich hab da wirklich einiges probiert und für mich steht ganz klar fest: Netzgewebe (ersatzweise ganz lockere Kufa) ist absolut erste Wahl auf Wintertour als erste Schicht! Mit ganz weitem Abstand! Man kann es ja wunderbar ausprobieren mit unterschiedlichen Lagen, auch noch unter dem Netz: Mit Merino wird man einfach, wenn man erstmal etwas geschwitzt hat, überproportional ausgekühlt. Und das sage ich, wo ich doch sonst nahezu ausschließlich Merinounterwäsche trage - privat und beruflich. Aber auf Wintertour muss die Haut erstmal trocken sein, das ist die Priorität - danach kann die Wolle ja meinetwegen 1/3 des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen... Dann klebt aber nix auf der Haut und eine vernünftige Durchlüftung ist gewährleistet. Im Winter muss man sich gewöhnlich ja nicht vor eindringender Nässe schützen, also Priorität auf Atmungsaktivität (Bergans Microlight halt...). Wenn ich mein o.g. System nur um ein dünnes Merino-T-Shirt unter dem Brynje ergänze, schwitze ich mehr UND kühle stärker aus! Daher Netz und darüber Merino - man kann bei frostigem windstillem Wetter dann auf der Merino-Außenseite des Shirts so richtig schön die Eiskristalle abdampfen sehen. Und man muss sich um keine Membran oder so Sorgen machen, zudem wird das Zeug nicht steif (wie etwa Baumwolljacken).

      Also, Lagensystem kurz zusammengefasst:
      - Netz!
      - Merino (beides hier sinnvoll im Arctic Shirt zusammengefasst)
      - ggfs. Merino-Verstärkungsschicht
      - Windschutz
      - gggfs. erweiterter Windschutz
      Fertsch! Plus Pausen-/Stationärkleidung (ich hab noch ne LIG-Hose als Camphose und ne PreCip-Hose als Backup und Regenschutz mit) natürlich...

      Noch kurz zu den Handschuhen: Oft reichen die Daumenlöcher der Arctic. Dann habe ich noch Powerstretch-Fingerhandschuhe (für's Hantieren mit dem Kocher und so), Schladminger-Wollfäustlinge und ggfs. Dermizax Fäustlinge darüber. In der Pausenjacke zudem noch kleine und leichte Primaloft-Fingerhandschuhe.


      Mach mal ne Pause!

      Pausen sind sehr wichtig auf der Wintertour - Eisi und ich sind da mittlerweile so eingespielt, dass das Ganze komplett ohne Worte ablaufen kann. Ich bin ein Freund sehr kurzer Pausen. Dies aus folgendem Grunde: je länger eine Pause wird, desto mehr stellt sich der Körper darauf ein. Geht es dann wieder los, benötigt der Kreislauf die Körperwärme erstmal anderswo und die Finger bspw. werden kalt. Daher machen wir es kurz und knackig: Man sucht ein geschütztes Plätzchen (bspw. VOR der windigen Seeüberquerung noch im kleinen Wäldchen), am besten in der Sonne (hier zahlen sich schwarze Klamotten aus, zudem sind die Blicke buntgekleideter Normalwintertourer auch jedes Mal wieder ein Spaß). Dann muss es schnell gehen - entweder, man kann sich gleich auf die Pulka setzen ohne den Rucksack abzunehmen (hierfür die Isomatte am besten auf der Pulka verzurren) oder man nimmt den Rucki kurz ab und legt ihn ab, so dass man sich auf das Rückenteil setzen kann (bleibt dann auch warm). Isoflasche raus (1,2l Thermosflasche ist mMn das Minimum), paar Nüsse, Cranberries, Schokostücke oder Trockenfleisch eingeworfen, und dann weiter. Auch so: Der Körper stellt sich auf diese kurze Ruhephase ein. Daher sollte man schon zum Ende der Pause hin möglichst dicke Handschuhe überziehen, um dann beim Weiterziehen nicht plötzlich kalte Finger zu bekommen. Eine Pausenjacke nutze ich aufgrund der kurzen Zeit nicht, ich schließe nur die Windjacke vollständig und setze alle Kapuzen auf. Das riecht mir dann.
      Pausenproviant wird sinnvollerweise im Deckelfach des Rucksacks, oder, noch besser, vorne in der Pulka verstaut. In letzterem Falle kann man dann auf der Pulka sitzend die Füße lang machen, behält den Rucksack als Windschutz auf und trinkt ein bis zwei Becher heißen und stark gesüßten Tee, bissel Knabberkram und nach 5 Minuten geht es weiter. Wir haben meist alle 2h ne Pause gemacht, kommt aber auch auf die Bedigungen an. Ach so, wenn es richtig kalt ist und zudem zugig und schattig, würde ich auch bei kurzen Pausen die Pausenjacke überziehen wollen - diese habe ich daher grundsätzlich unterm Deckelfach des Rucksacks, also schnell erreichbar und den Rucksack nimmt man in dem Falle ja eh ab....

      Ich mache hier dann ein andermal weiter... ;)

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    • @Eiswanderer: Ich bin mal wieder ganz verzückt, wenn ich etwas von deinen Winterabenteuern sehe und lese. Das macht echt Laune.

      Notiz @smeagolvomloh: Da - siehste du Weichei - man muss keinen "Flow" auf einer Wintertour kriegen. Der Mist macht ja so einen Spaß, weil es eben auch ein wenig herausfordernd ist! :)

      Und genau aus diesem Grund bin ich in einer 3-wöchigen Reflektionsphase zu dem Entschluss gekommen, dass meine dieses Jahr früher beendete Wintertour im Norden ganz bestimmt nicht die Letzte gewesen ist! Tätääääähhh! Tusch! Der Mann am Schlagzeug haut noch einen Trommelwirbel raus und das Publikum spendet Applaus. :rock:
      "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von smeagolvomloh ()

    • Am letzten Tag treffen wir noch auf eine Gruppe Deutscher, die mit Hundeschlitten oben aus dem Padjelanta kommend ne Tour macht. Organisiert von einem Schweizer der dort oben wohnt...

      Wie wir gemeinsam rüsten, ist dann der Titel der Tour aus einem Gespräch heraus entstanden, weil sie fragten wo wir waren... :bart: Wir wunderten uns beide sehr über die Erwartungshaltung und Einstellung dieser Gruppe...nachdem sie schilderten, wie oft sie hingefallen sind und darauf verzichten Fotos zu machen. Wie ich sagte: das kommt so schnell nicht wieder, man muß so viele Fotos machen wie es es geht und sich dazu zwingen, wurde die eine Frau leicht pampig...Ich machte dann noch nen Scherz über die VBL Socken des Chefs, weil der Rest keine trug... Sagte, es wäre ja ein totaler Traumjob den er da mache. Er antwortete nix und hatte diesen entnervten Blick drauf. 8o :D :thumbsup:

      Noch kurz über die anderen Leute die wir trafen.

      Die Hüttenwirte...sowas habe ich noch nie erlebt, sowas von herzlich und interessiert, dabei nicht aufdringlich. Absolut gefestigte und zufriedene Menschen, die dort für 10 Wochen mit nix leben!!! Auf die Erfahrung wollte ich auch nicht verzichten. Die anderen Hüttengäste...,auch noch nie erlebt sowas, muß man mal mitgemacht haben. Dem Robert bot ich immer nen Rum an...und wie er interessiert kuckte, was für Scheibchen wir immer dazu in den Tee packen, erklärte ich ihm das kurz mit den Worten: ist so ähnlich wie Heroin... :D willste haben? Er, gib sofort her sone Scheibe...Irgendwie dann im Gespräch, holt er das Ding aus der Tasse und kaut es. Da wäre ich fast zusammengebrochen! Hast Du das etwa gekaut? Johooo... :rock:
      Der Mann hat auch ne Flickr Seite, da wird man seine Tour auch mit dem Seek Outside Zelt sehen, was er bei -24 auf +22 heizte...(is nur noch nich online, Hauptsache dem is nüscht passiert dort im Tiefschnee hinter Aktse...)Die Schweden auf den Seen, alle nur mit leichtem Rucksack und Skis unterwegs, oder nur einer aus der Gruppe ne Pulka. Die musterten alle meine Pulka und wie ich... klack klack klack... an ihnen bei Gegenwind vorbei huschte...

      Geht jetzt kurz weiter mit den letzten beiden Tagen:

      Wir dampfen dann ab ins Naturreservat und kommen dort am frühen Morgen an. So viel Schnee habe ich dort noch nie gesehen...Der wurde uns dann fast auf den Wegen zum Verhängnis. Nur mit Rucksack bepackt suchen wir dann zwei Hütten für die nächsten Touren:

















      Gemacht wird dann nicht mehr viel, außer den Ofen an, gegessen und geschlafen. Wir husten beide elendig... Erstmal vielen Dank für eure Kommentare und die Likes! Ich schreibe morgen nochmal was dazu. :dolldrueck:

      Nachtrag, da schon Fragen per PN kamen. "Was war wirklich gut und was schlecht?" Um dann auch nochmal den Bezug zu @smeagolvomloh und @Schwede zu finden:

      Erstmal, es fällt mir wirklich schwer das hier rüberzubringen. Man ist hin und hergerissen, es wie ein Gesamtkunstwerk erscheinen zu lassen ohne Makel oder eben nahe an der Wirklichkeit zu sein. Ich habe z.B. bis dato nicht gewußt, wie gut dieser Weg für den Winter "präpariert" ist...Du siehst in Videos und Reiseberichten immer nur die schönsten Stellen, kein einziges Kreuz stehen, keine einzige rote Markierung an den Bäumen, sie zeigen nur links und rechts oder lassen sich gleich mit dem Helicopter reinfliegen...!

      Um den Mythos Sarek, der "letzten Wildnis Europas" nicht zu zerstören, oder isses was anderes?

      Man erreicht nach spätestens 2 Tagen immer ne Hütte, auch oben in den Bergen. Die haben alle GPS Koordinaten. Obwohl es verboten ist dort dicht an den Sami-Hütten sein Lager aufzuschlagen, gehen die Leute in die Hütten und sägen sogar die Schlösser auf...Obwohl man nur Totholz sammeln darf, latten sie die Bäume um und übersäen alles mit Feuerstellen.

      Auf den STF Hütten darf man sich als Mitglied den ganzen Tag kostenlos aufhalten, Ofen, Gas, Wasser, Toiletten und Betten nutzen! Man hat ne Sauna und einen kleinen Shop...Die Noträume sind das ganze Jahr offen und mit Brennholz, Betten und Kochgeschirr bestückt. Die einzige wirkliche Herausvorderung ist es, Glück mit dem Wetter und den Eis und Schneeverhältnissen zu haben und den besten und schnellsten Weg durch die Berge zu finden.

      Die einzige echte Herausvorderung ist man nämlich selbst!

      Da hier einige die bekanntesten Strecken schon laufen wollten oder die große Runde drehen...habe ich eben versucht den Streckenverkauf so gut es geht zu dokumentieren. Bei zu vielen, immer ähnlichen Bildern die es noch besser zeigen, wird dem Zuschauer nur langweilig.

      Kurz zur Ausrüstung, Essen, Klamotten.

      Dieses Mal habe ich nicht großartig was neu gekauft und mußte mit dem Zeug auskommen, mit dem ich hier auch bei uns rumrenne. Meine komplette Ausrüstung wog für angedachte 14 Tage knapp unter 40 Kilo. Alles mit drin, von den Anziehsachen für die Fahrt, Skier, Stöcke, Pulka, Brennstoff für Kocher und Mensch, Essen, Kameraausrüstung mit sperrigem Stativ:



      Eben alles komplett! Auf der Tour wog dann die Pulka zwischen 20 und 25 Kilo und im Rucksack so ca. 5-8. 8o Ich habe mir über das Gewicht nie Gedanken machen müssen, weil... ich hab ja nix! :D

      Essen habe ich dieses Mal anders gestaltet, siehe oben ersten Post. Sonst hatte ich für Mittags immer große Schraubbehälter mit einer Art Vollkornknäckebrot mit(Dr. Kargs) dazu Welzheimer Edelfleisch. Das kann man nach 3 Touren nicht mehr sehen und kaut dann nur noch hochbeinig bzw. man hat bei Sturm nicht die Zeit dafür!

      Ich habe nun von den Russen spezielle Haferkekse mitgenommen, die ich mit Tee leichter runter bekomme, dazu mehr Schokolade und Arne machte Trockenfleisch aus Dammwild und Rind für uns. Alles wunderbärchen!

      Morgens ein Bla Band Müsli mit extra Beeren, dazu nen Kaffee mit Seewasser(kalt) und Eiweißpulver. Abends dann ein Fertiggericht was man schon kennt und auch wirklich Lust drauf hat! Die Real Turmat Dinger haben sich extremst verbessert! Früher nur 3mm große Stücken Fleisch im Gulasch, 9 an der Zahl...heute ein Gedicht! Dritter Platz ist Mountain House. Das alles toppt das Lyo Food... :thumbup:

      Abends dann immer nen Schuß Rum in den Tee, ist gut für die Seele und ein Entzündungshemmer. Dazu noch für die beiden Nervensysteme paar Porlingscheiben vom Schmanenhügel.(Buchempfehlung) 8o 8o 8o



      Klamottenwahl:

      Die meiste Zeit trug ich nur ein Aclima Woolnet(Zitat Haggi: Eisi, du bist einer der wenigen, die mit dem Netzshirt nicht schwul wirken...!) 8o :D :thumbsup: Das war eins der schönsten Komplimente die ich in den letzten Monaten gehört habe, neben: "Du bist echt ein geiler Fikker!" :mrgreen:

      Zweite Lage dann ein SN Essential Hoodie, absolut geiles Ding! Oben dazu ne BW Fleecemütze und den Schlauchschal mit Herzchen von Mutti...wenn es oben reinzog. Als dritte Lage eine Icebreaker Jacke mit 60g Reißwolle als Füllmaterial, wenn es wirklich arschig kalt wurde und von vorne der Wind kam:







      Als Pausenjacke stationär die Arcteryx Atom AR mit 100g/m2 Füllung, bei -30 habe die die dann morgens auch zu gemacht. Als Hose stationär ne Kombi aus MH Fleecehose und Hardshell. Für windig/arschkalt und abwettern hätte ich noch ne kurze Barrier Pant gehabt...Tagsüber Aclima Schlüpper kurz mit Windfront und lang (Hotwool) und Haglöfs RMP.

      Jackenwahl als letzte Lage: Nur zwei Windjacken(Bergans Microlight und Arcteryx Squamish als Verstärkung bei elendigem Wind) Ist besser so, weil man dann seine dritte Lage nur vollschwitzen würde wenn es danach wieder sonniger/wärmer wird und dann alles im Rucksack gefriert. So holt man nochmal einfach 10 Grad raus und hat sie schnell aus und an gezogen und sie ziehen null Feuchtigkeit bzw. frieren nicht ein! Dazu kommt noch, daß beide Jacken einzeln ca. 2h bei Regen durchhalten würden und zusammen unter 400g wiegen.

      Stiefel, die neuen Toundras mit einigen Verbesserungen, absolut geile Dinger! Socken TK2 Wool, Plastiktüte, Woolpower 400. Lager, uralte TNF Daunenpantoffeln + Fotposer:





      Schlafen: MH Bonfire+ Helikon Swagman. Entweder den Helikon als Mattenschutz drüber gezogen und die Jacken als Kopfkissen reingesteckt(absolut geil) oder als Inlett mit rein(bei -30 zu kalt und schwitzig) oder außen als Overbag( besser, da Reif auf dem Swagman schneller trocknet und oben die Öffnung vom Schlafsack zu ist und man in allem sich schön drehen kann)

      Isomatten, wurde mir kurzfristig(10Tage) vorher meine 6 Jahre alte Xtherm Max noch getauscht. Die hat nun auch einen vernünftigen, großen Packsack zum pumpen bekommen! Dazu ne Z-Lite zum unterlegen, als Sitzmatte, Wind und Schneeschutz.

      Bonfire war grenzwertig, weil ihm der echte Wärmekragen fehlt und als Seitenschläfer die Füllung schlecht verteil wurde. Trocknet aber auch schneller dann. Ich habe den auch nur mitgenommen, um mal echte Vergleichswerte zum G350 zu haben, der sich bestens geschlagen hat! 8) Passt mir nur nicht das Ding und ich weiß nicht, ob sie meine "Verbesserungsvorschläge" demnächst umsetzen...

      Tarp und Poncho mal wieder wunderbar, gibt es nix dran zu nörgeln. Ich bin eben kein Zeltschläfer, ist mir zu viel Gefummel. Bock habe ich aber trotzdem auf ein Helsport Varanger oder ein leichtes 30D Cordura Zelt mit Titanofen. Lass ich dann die Kekse für weg! 8o :D :thumbsup:

      Menschenskinder, ich habe den geilen Kocher noch vergessen und auch Licht, Kameraakkus usw...

      MSR Windpro mit dem alten 4 Season Mix der überall abverkauft wurde für die Fahrt und Hütten, draußen das neuere Wintergas. Als Unterlage meine Carbonschaufel und Titanfolie als Windschutz. Keinen Bock mehr auf Fauchen und Schreien gehabt, denn Arne sagte die ganze Zeit eh schon immer: "Bitte?". Keine Stinkerei, Benzin auf den Pfoten und kalte Finger! Meistens das Wasser direkt aus den Seen genommen...Pötte, Toaks und Evernew Pasta Pott als Tasse für den Tee...Isolierhülle für die Nalgene(für schnelles Trinken) und eine Mizu Weithals-Thermoskanne, worin ich für den Abend schon den Tee vorbereitete...Eigentlich ein super Ding, nur haben sie leider oben den Deckel mit nur drei Klebepunkten verklebt! -5 reichen schon und der Kleber wird spröde! Knack, dann dreht der mit. Ich habe sie dann nicht zurückgeschickt, obwohl ich erst stinkig war... und freute mich bei -30 Grad über den Plastikschraubverschluß der dort drunter liegt...:











      Beim Licht setzte ich wieder auf meine alte Armytek aus der ersten Produktionslinie, "Made in Canada". Kann man nicht mehr mit den heutigen vergleichen! Ganz andere, unempfindliche Elektronik aus Japan drin und anderer Schalter. Der Schalter fängt nun langsam an etwas bei Kälte zu mucken(schwergängig). Muß man dann ausdrehen hinten und sie mit in den Schlafsack nehmen. Mit den Enerpower Akkus habe ich noch nie auf einer Tour wechseln müssen und lade vielleicht 2 Mal im Jahr, bei täglicher Nutzung! 8o Dann hatte ich noch ne Olight mit, die ich immer zu Hause zum Fotografieren nutze um im Lager was auszuleuchten und dabei dann die Armytek auf dem Kopf zu behalten.



      Die steckte nun die ganze Zeit in der Pulkatasche und wie ich gegen Ende der Tour nur ein einziges Mal damit zum Shicehouse lief, brach sie dann gleich zusammen.

      Aber, sie hat ne geile Hardbox! Worin ich alle Kameraakkus steckte. Dazu wickel ich alle Akkus mit Knallfolie ein und klebe sie mit Klebeband leicht zu, dann in einen Zipbeutel. Die Akkus waren dauerhaft in der Pulkatsche und hatten zum Schluß noch 99%. Insgesamt nur 2 Stück verbraucht... :thumbup: Früher hatte ich die Kamera nahe am Körper in einer Bauchtasche oder in einem Kidbag. Das hat zur Folge, daß alles Einigermaßen warm bleibt, aber auch dann beschlägt...Auf der 2015 Tour hatte ich das dann nicht mitbekommen und viele Fotos waren versaut. Nun hatte ich die eine Kamera in meinen dicken Schlauchschal gewickelt und in einen Packsack gesteckt. Den vorne auf die Pulka über die zuziehbare Rucksackhülle gelegt und durch den Henkel der Tasche geklipst. Wunderbar, keine Probleme und kommst schnell ran, die Sonne wärmt alles wunderbar, nix beschlägt, nix stört mehr beim laufen!(auf einem Foto seht ihr das oben) In dem Raincover vorne hatte ich dann alles wo ich schnell dran muß, auch meinen Fressbeutel...



      Arne hatte ne neuere Armytek mit:" lass mal deine Lampe ruhig an, ich muß sparen..." Was Wichtiges fällt mir gerade eben noch ein, alle Schilder auf dem Trail waren auch mit Reflektoren beklebt für die Nachtläufer und ich meine, sogar die Weidenruten über die See und Sümpfe hatten Klebestreifen mit Reflektoren dran...



      Die körperliche Verfassung und Psyche.

      Man kann für diese Sachen nie genug trainieren, so habe ich das Gefühl. Auf keiner Tour war ich vorher so richtig gesund! Ich war im letzen Jahr zweimal im Krankenhaus und konnte nur 4 Wochen vorher ein paar Waldrunden drehen. Auf der letzten 30Km Runde zu Hause war ich schweißgebadet mit 8Kilo auf dem Rücken. Das sagt schon alles...Auf der Fahrt hatte ich mein Essen hinten im Auto und weil das ganze Heck vereist war, kamen wir nicht dran bzw. ich war zu faul das bei Schneetreiben abzukratzen. Sonst kaufte ich mir immer für die Fahrt Polarbrot, Käse und Wurst. Habe ich dann auf der Rückfahrt wieder so gemacht und auch genug Wasserflaschen vorne in den Fußraum gestellt. Das waren wie gesagt die einzigen Dummheiten, die dafür sorgten, daß mein Körper so verkrampfte...auch die Oberschenkel. Danach der Tag nochmal schlimm über den ersten See mit den Krämpfen und dann liefen wir wie junge Götter! :D

      Wir sind das alles nicht mehr gewöhnt, aber der Körper muß sich schnellstmöglich anpassen. Der eventuelle Zusammbruch kommt dann hinterher... :mrgreen: Guido, hier mal zwei Zitate vom Reinhold Messner: "Es geht nie um den Berg, sondern immer nur um den Menschen!" oder "Wenn man mittendrin ist, hasst man es. Das Hochgefühl stellt sich immer erst nach der Tour ein!" :thumbup: Also bei Dir war und ist alles in bester Ordnung und ich freue mich daß Du weitermachst! :dolldrueck:

      @kahel und @Konradsky machen wir die nächsten Winter, wenn ihr Bock habt in dem Naturreservat. Was ich da nur im Vorbeifahren alleine an geiler Landschaft gesehen habe... Als Haggi mal kurz "Käckerchen" war, habe ich mir fix seine Karte genommen und hatte in der nächsten Minute schon die Tourenplanung dafür fertig... 8)




      Besser kann man den Norden nicht musikalisch umsetzen...Ein schöner musikalischer Ausklang! Ich habe nun nochmal versucht so viel Zusatzinformationen und Bildmaterial einzufügen wie möglich, hoffe es hat euch gefallen!


      Gruß Eisi!

      Dieser Beitrag wurde bereits 15 mal editiert, zuletzt von Eiswanderer ()

    • Hej hej

      kahel schrieb:

      Ich will auch mal da hin ....
      Ich nich'! ;(

      smeagolvomloh schrieb:

      Das macht echt Laune.
      Püühhh.... ist mir viel zu kalt! :S

      Eiswanderer schrieb:

      Sollten noch Fragen komme
      Wie kann man sich nur in eine solche, lebendsfeindliche Gegend begeben! :rolleyes:

      Eiswanderer schrieb:

      kleiner Tourenbericht
      Vielen Dank dafür. :thumbsup: Ich beneide euch ein wenig (naja, ganz schön viel), dass ihr solche Touren unternehmen könnt. :love:
      Ich mag ja diese Berichte, weil ich dadurch "an Orte gelange", die ich in der Wirklichkeit nicht (mehr) sehen werden kann. :rotwerd:

      *winks* Ted :danke:
      PS: Ich bin umgezogen. Wer mich sucht, findet mich im Wald ;) .

      "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)
    • Es ist ganz sicher einer der geixxxten Wintertourberichte die ich kenne!!! :danke:
      Diese tollen Temperaturen, diese Schneemengen, dieses Licht und und und ....
      Wenn nicht dieses Skifahren oder Latschen wäre, wär das mein Ding :love:
      War schon öfter im Winter da oben auf Moppedrallys,
      aber das, was ihr da macht ist mit nem Mopped nicht zu machen und nen Skidoo hab ich nicht.

      Ich verneige mich in Demut

      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Eiswanderer schrieb:

      Ich beobachte noch den Sternenhimmel, den ich so klar seit den 80ern nicht mehr sah und stelle mir vor, ich könnte so knipsen wie Industriefreund und zitter mich in den Schlaf.

      @Eiswanderer das hättest du auch hinbekommen. :thumbup:
      Kleine Blendenzahl, ISO 3200-5000 und Belichtungzeit XX Sekunden.
      500 / 1,5 (APSC Crop) / Brennweite z.B. 16mm = 20 Sekunden Belichtungszeit,
      wegen Sternspuren.

      Das ist ein genialer Tourenbericht von euch und die Fotos sind erste Sahne. :danke:
      Sehr gut habt ihr eure Tour und Eindrücke geschildert, so als wenn man als Leser selber mit dabei wäre. :thumbsup:

      @ALL
      Einen solchen Tourenbericht schreibt man nicht in einer Stunde und fügt dann einfach die Bilder dazu und stellt das ganze hier rein.
      So etwas dauert wesentlich länger.
      Es ist mir unbegreiflich wie dieser Tourenbericht mit über 380 zugriffen nur popelige 28 Likes bekommt. :thumbdown:

      Selbst wenn 130 User den Bericht gelesen hätten und 3 mal auf den Beitrag geklickt hätte,
      so haben es gerade mal knapp 30 hinbekommen ein Like zugeben ?(
      Sagt mir bitte nicht das es daran liegt, das dieser Bericht unter Reiseberichte öffentlich steht.
      Da gibt es genug Beispiele auch im internen Bereich. Ob es eine Sommer oder Wintertour ist spielt dabei keine Rolle.
      Wenn ich mir den Aufwand ansehe, den ein solcher Bericht macht,
      dann kann es doch nicht so schwer fallen auch mal seinen Zeigefingermuskel kurz anzuspannen um ein Like zugeben.

      Von solchen und anderen Berichten lebt nun mal unser Forum.

      Ich lese hier im Forum recht wenig Berichte, da mich vieles nicht interessiert z.B. Messer.
      Aber wenn da ein toller Bericht ist, dann bekommt der User auch ein Like dafür.

      Ich war kurz davor meinen Bericht aus dem Sommer 2018 (Elbsandsteigebirge) aus den oben genannten Gründen zu löschen.
      Habe es mir aber einen Monat nach Veröffentlichung verkniffen.

      Es geht hier nicht darum der hat 251 und der andere Bericht hat 354 Likes bekommen.

      Das hat für mich etwas mit der Würdigung eines Beitrages Zutun und dem dahinter stehendem Aufwand.
      Natürlich auch weil man sich über das erlebte usw. mit dem Beitragschreiber freut.

      Bitte nicht diskutieren ob das nun eurer Meinung nach Richtig oder Falsch ist, sondern einfach Tourenberichte und ähnliches mit einem Like würdigen.
      :danke:

      Sorry aber das musste mal raus.
      Aus Freude am schleichen auf Lost Places, daher der Name Industriefreund. :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Industriefreund ()

    • @Eiszeitjäger @Hagbard
      Ist natürlich ein super Bericht den ihr da abgeliefert habt und absolut mit einem Like zu versehen :thumbup:

      Aber @Industriefreund du kannst den Leuten doch nicht ihre Schwerpunkte/Interessengebiete vorschreiben wollen(Theoretisch bin ich bei dir).
      Das muss jeder selbst entscheiden,du wirst wahrscheinlich wie ich auch selten einen Messerbeitrag liken, für User xy ist aber genau das der Schwerpunkt und damit ist er bei vielen hier in bester Gesellschaft.Stell dir nur vor User xy wundert sich jedesmal wenn er ein neues Messer posted das der Industriefreund und der Rockdog das nicht liked.
      Das kann man nicht einfordern,das muss von Herzen kommen und manchmal entscheidet auch die Sympathie/Nase des Schreibers ob es ein Like gibt oder nicht - ist sooo :)
    • @Eiswanderer
      @Hagbard
      Ich bin zwar z. Z. seit längerem hier im Forum im "ständ buy" Modus aber zu dieser hammergeilen Tour kann und muss man euch einfach nur gratulieren. :thumbsup: :rock:
      Wieder mal werden die Erlebnisse/Situationen von euch so eindrucksvoll direkt, gnadenlos und unverblümt geschildert - gerade so als wäre man selbst mittendrin statt nur dabei, einfach knorke, nä. 8o

      Trotz der wohl für euch immer wieder ernsten, geradezu bedrohlichen Situationen musste ich aufgrund der Schreibweise immer wieder so dermaßen Grinsen, sodass ich wohl mit einem Muskelkater rechnen muss.
      Danke....ist es mir wert. ;) :)

      Super, dass ihr heil wieder zurück seit, so kann man auf weitere Touren und die entsprechenden Berichte hoffen. :danke: :danke: :danke:
    • Rockdog schrieb:


      Aber @Industriefreund du kannst den Leuten doch nicht ihre Schwerpunkte/Interessengebiete vorschreiben wollen(Theoretisch bin ich bei dir).

      @Rockdog das hast du etwas falsch verstanden.

      Es geht darum wenn ich sowieso auf einem Bericht bin, welchen ich angeklickt habe und lese.



      Dann kann ich diesen auch wenn er mir gefällt liken. :thumbup:

      Es ist klar wenn ich einen Bericht, weil er mich nicht interessiert, erst gar nicht lese,
      diesen logischerweise auch nicht like. Das sehe ich ja schon am Thema

      Ich schreibe niemanden etwas vor

      Ich schrieb:
      Bitte nicht diskutieren ob das nun eurer Meinung nach Richtig oder Falsch ist, sondern einfach Tourenberichte und ähnliches mit einem Like würdigen.


      Es geht ums allgemeine wenn jemand etwas baut, bastelt, ein Revue schreib oder Reiseberichte schreibt oder was auch immer ich mir gerade durchlese. Dann kann man bei guten Berichten (wie diesem) ein Like geben.
      Aus Freude am schleichen auf Lost Places, daher der Name Industriefreund. :)