Outdoortaugliche Notruf-Systeme: Welche Geräte oder Smartphone-Apps nutzt Ihr?

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    • Outdoortaugliche Notruf-Systeme: Welche Geräte oder Smartphone-Apps nutzt Ihr?

      Aus gegebenem Anlass möchte ich ein Thema anschneiden dass hier im Forum bereits an der ein oder anderen Stelle erwähnt wurde. Bin vor ein paar Wochen Sonntags anstatt am Trailhead in der Notaufnahme aufgeschlagen. Keine Angst, bin soweit wieder ok - wird aber sicherlich noch einige Wochen benötigen bis ich wieder soweit hergestellt bin dass Touren im gewohnten Rahmen machbar sind. Trotzdem hat das Ereignis gezeigt dass ich keinesfalls unkaputtbar bin, verbunden mit üblichen Diskussionen im kleinen Kreis und der Frage 'was wäre wenn' sich ein akutes Gesundheitsproblem irgendwo einstellt wo mich die Rettung nicht ein paar Minuten nach deren Verständigung abholen kann? Darüber hinaus gab's vor gut einem Jahr und ausgerechnet am Muttertag eine Familiensuchaktion nachdem mein Neffe mit der Cross schwer gestürzt war und wir ihn in einem weitläufigen Wald suchen mussten. Nun weiß ich was ein Biker unter 'Flip-Over' versteht und dass es auch in einem Gebiet wo man sich bestens auskennt dauern kann um einen Verunfallten zu finden und dannach nochmals eine gefühlte Ewigkeit bis der arme Kerl aus dem Wald raus und in den Notarzthubschauber verfrachtet ist. Die Gegend dort ist vergleichbar mit bekannten Mittelgebirgen wie z.B. Schwarzwald od. bayerischer Wald, also nicht wirklich abgeschieden und noch vergleichsweise vernünftig zugänglich, allerdings mit eher dürftiger Mobilfunkabdeckung und mein Neffe hatte da echt Glück was diesen Punkt betrifft den ein spezielles SOS-Notrufgerät hatte er nicht mit.

      Bin zugegeben oft in Gebieten unterwegs wo der Handyempfang schlecht bis gar nicht gegeben ist und ein Mobiltelefon ist nunmal immer mit dabei, daher das Mittel der Wahl um allfällige Notrufe abzusetzen. Manchmal reicht das Funksignal nicht mehr für Gespräche, eine kurze SMS kann eventuell auch noch bei schlechterer Verbindung abgesetzt werden. Frage in die Runde: Gibt es hier Notfall-Apps die gegebenfalls die eigenen Standortkoordinaten per SMS weitergeben und was nutzt Ihr so oder könnt Ihr aus Erfahrung empfehlen? Bzw. welche Apps verwendet Ihr gegebenenfalls am Handy um die GPS-Koordinaten vom aktuellen Standort anzuzeigen? Gesucht ist der reine Zahlenwert aus Längen- u. Breitengraden, ohne Markierung in irgeneiner Karten-App. Ich hab meinen Garmin eher selten mit dabei, daher die Frage nach einer brauchbaren App fürs Smartphone ;) Vorteil der App-Lösung wäre natürlich dass hier kein zusätzliches Gerät angeschafft u. mitgeführt werden muss, der Nachteil halt dass ein Handy wenig nützt wenn man sich gerade in einem Funkloch der mobilen Netzbetreiber befindet.

      Ich bewege mich überwiegend in Mitteleuropa, sehr selten in Skandinavien. Im Norden ist z.B. das Handynetz deutlich besser ausgebaut wie ich finde und an so manchem 'abgelegenen' Spot kann man problemlos im I-Net surfen, was an vielen Stellen hier in den Ost- und Westalpen im selben Umfang nicht möglich ist. Ein Satellitentelefon anzuschaffen würde für meine bescheidenen Outdooraktionen klar den Rahmen sprengen. Die Geräte sind an sich teuer, ebenso Telefonate und SMS. Die Tarife sind vergleichbar mit üblichen Roaming-Auslandsgesprächen, gegebenenfalls sogar höher. Manche Satellitentelefone haben einen SOS-Notrufknopf eingebaut der eine Notfallmeldung absetzt, was sehr sinnvoll ist.

      Inzwischen sind zahlreiche elektronische Notfallhelferlein verfügbar. Manche richten sich an Kranke oder Gebrechliche, der Vater eines Arbeitskollegen hat sowas z.B. in Form einer Armbanduhr mit SOS-Pankikknopf. Das Gerät schickt bei Aktivierung eine Info an eine örtliche Rettungsorganisation, was im urbanen Umfeld Sinn macht. Andere Geräte sind wohl eher für Helikoptereltern zum Tracken ihrer Kinder geeignet und so manches System ist nicht wirklich outdoortauglich ...

      Mit A*LIVE, InReach und SPOT sind mir aktuell 3 Systeme bekannt die für meine Zwecke geeignet erscheinen. Die Teile sind unterschiedlich ausgestattet, verfügen mal über mehr und mal über weniger Funktionaliät, haben aber alle Satellitenkommunikation eingebaut was einen wesentlichen Unterschied zu Handy & Co macht. Man muss die Geräte kaufen, der Preis für Neuware bewegt sich teils im Bereich gehobener Tablets od. besserer Smartphones, es gibt lediglich einen kleinen, überschauberen Gebrauchtmarkt wie mir scheint. Zusätzlich sind Registrierungen u. Serviceverträge notwendig die meist für 1 Jahr abgeschlossen werden. SPOT bietet eine SOS-Notfallfunktion wobei eine Nachricht mitsamt GPS-Standortdaten an eine GEOS-Rettungsorganisation abgegeben wird sowie einige wenige Zusatzfunktionen. InReach wurde von Garmin übernommen und hier gibts mit dem Mini ein Basisgerät f. SOS, Tracking sowie Preset-SMS - ganz ähnlich dem SPOT Gen3. Mit dem InReach SE+ hat Garmin eine Upgrade-Version mit Satellitentracking, vorkonfigurierbaren SMS-Benachrichtigungen m. Koordinaten, usw. im Programm und der InReach Explorer+ ist die Premiumversion mit umfangreicher Funktionalität, inklusive vollwertigem Outdoor-GPS mit Kartennavigation, etc. Je mehr so ein Notfall-Beacon kann desto kürzer ist leider auch die Batterielaufzeit! A*LIVE von ProteGear ist wohl der Newby am Markt, das Gerät setzt wie InReach auf das Iridium Satellitennetz mit weltweiter Abdeckung, das kleine Teil kann zusätzlich über LTE od. GSM kommunizieren. Gegenüber dem Mitbewerb wird offensichtlich deutlich mehr Augenmerk auf den Datenaustausch mit Smartphones gelegt.

      Diese spezialisierten Notfallgeräte fielen für mich bis dato in die Kategorie 'nice-to-have', eine zwingende Notwendigkeit sah ich für meine Bedürfnissse und Zielgebiete nicht unbedingt. Klare Sache dass sie in einem echten Notfallszenario Vorteile bringen und die div. angepassten Zusatzfunktionen in einem Outdoor-Setting durchaus Sinn machen und berechtigt sind, ganz besonders wenn man sich in anderen Teilen der Erde aufhällt. Frage in die Runde und hier vor allem an Jene die sich ebenfalls bevorzugt in Mitteleuropa bewegen: Nehmt ihr ein SOS-Notfallgerät auf Touren mit, z.B. ein SPOT Device oder ein (DeLorme/ Garmin) InReach? Ein A*LIVE Gerät wird wohl noch keiner verwenden ... Nutzt Ihr gegebenfalls auch die eingebauten Tracking-, SMS-Benachrichtigungen, etc. oder setzt Ihr hier auf's bewährte Mobiltelefon z.B. für die Benachrichtigung der Daheimgebliebenen?

      Ein paar Beiträge zum Thema Personen-Notrufsysteme finden sich bereits in diesem Faden: Solo unterwegs - sichert Ihr Euch ab? An die Admins - wenn das thematisch woanders besser rein passt kann es auch verpflanzt werden, kein Problem ;)
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      Frischluftdeppert
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    • Ich würde, wenn ich mich nur in Europa aufhielte, kein zusätzliches Notfallgerät kaufen, denn irgendwo hat man dann trotzdem zumindest sporadisches Netz, es sei denn man krabbelt gerne in irgendwelchen extrem steilen und von der Aussenwelt abgeschotteten Canyons oder Bergtälern herum.

      Ich habe seit ein paar Jahren den GPS-SPOT Gen3 für Fernreisen auf anderen Kontinenten und damit die zuhause ruhig schlafen können.

      Allerdings bin ich etwas enttäuscht von dem Gerät.
      Es wurde vereinbart, dass ich jeden Abend die bereits erwähnten OK-Messages schicke.

      Das Problem an dem Gerät ist, dass man nicht weiß ob die Nachricht auch angekommen ist. Zwar sieht man eine rote Diode als Fehlermeldung aufblinken wenn das Gerät kein GPS-Signal aufbauen kann, aber beim weiteren Prozess des Sendens können auch Fehler auftreten.
      So ist es mir im dichtesten Amazonasregenwald passiert, dass bedingt durch das Terrain und das extrem dichte Blätterdach kaum eine Nachricht bei meinen Leuten ankam und das obwohl bei mir immer alles schön grün blinkte.
      OK da könnte man dem Terrain noch die Schuld geben, aber selbst bei meiner letzten Reise in Mauretanien kamen von 18 Nachrichten, 2 gar nicht an und 2 verzögert.
      Und in dem Fall kann man der Landschaft nicht die Schuld geben, da es durchwegs volkommen offene und freie Wüstenlandschaft war.

      Natürlich hat das zu einer gewissen Panik daheim geführt.
      Keine Ahnung ob die GEOS Leute irgendwelche Probleme mit ihren Satelliten haben, aber die sollten das dringend mal in Griff kriegen.

      Vor allem weiß man im Falle einer echten Notsituation gar nicht ob die SOS Nachricht überhaupt angekommen ist und sitzt im Zweifelsfall sinnlos, in der Hoffnung auf Rettung rum, anstatt sich selbst auf den Wegzu machen.


      Ich würd es mir eher nicht nochmal kaufen und stattdessen zum Explorer + greifen.

      Mein Reisepartner in Mauretanien hatte hingegen das InReach Explorer+ dabei, wo stets alle Nachrichten ankamen und welches den unschätzbaren Vorteil einer zwei Wege Kommunikation hat.
      Auch die GPS Gerät Funktion des Explorer+ ist ganz ok, aber im Vergleich etwa zum Garmin 64s, weniger gut zu bedienen und funktioniert nicht wirklich mit OSM oder selbst erstellten Karten.
      Niemand
    • Desertstorm schrieb:

      denn irgendwo hat man dann trotzdem zumindest sporadisches Netz, es sei denn man krabbelt gerne in irgendwelchen extrem steilen und von der Aussenwelt abgeschotteten Canyons oder Bergtälern herum.

      Kann sein. Oder kann auch nicht sein.

      Ich habe einen SPOT Gen3, der ist gerade noch finanzierbar (für mich). Mit Rettungsversicherung, wie ich schon anderswo erwähnt hatte.

      Primär habe ich den für Notrufe, wenn's mal nötig wird. Damit erspart man sich, so jedenfalls mein Plan, vielleicht mal die eine oder andere .... Unbequemlichkeit. Sekundär um OK Meldungen abzusetzen, das aber nur bei Touren. Dann muß man zuhause eben klarstellen, daß Grund zur Panik erst besteht, wenn so-und-soviele (vielleicht drei?) geplante OK Meldungen nicht eingetroffen sind.

      Außerdem gibt man dort Primär- und Sekundärkontakte an. Diese werden von der Notrufzentrale in Texas kontaktiert, wenn ein Notruf abgesetzt worden ist, hauptsächlich um Näheres zu erfahren, welche Art Tour, etc. Wenn also jemand Panik bekommt, könnte der ja dann einen der Kontakte anrufen (wenn er's nicht sowieso selbst ist), und fragen ob ein Notruf eingegangen ist, ob man irgendwas gehört hat.

      In jedem Fall ist so ein Gerät besser als in die hohle Hand ...

      Übrigens kann es auch hierzulande, keine Stunde zu Fuß von zuhause zu unangenehmen Situationen kommen. In den letzten Jahren hat man hier in der Gegend drei Leute im gar nicht mal so großen Süntel und einen im noch kleineren Ith verloren und nur noch tot gefunden, allerdings waren zwei davon möglicherweise Suizide. Wir haben hier schöne Klippen im Wald.

      Bei einem weiß ich aber, daß er nur auf einem Spaziergang war und im Winter von der Forststraße eine Böschung heruntergerollt ist. Den hat man dann einige Stunden später gesucht, aber erst ca. 2 Wochen später gefunden. Zufällig.

      Ich glaube also, ein SPOT Messenger ist auch hier keine schlechte Idee. Klar, sonst hätte ich ja keinen. :)

      Gekauft habe ich mir den aber für eine spezielle Tour. Wenn ich ihn aber nun schon habe, kommt er auch mit.
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...
    • Ach ja, die Frage war ja auch nach Apps.

      play.google.com/store/apps/det…android.hilfeimwald&hl=de

      Bestimmt gibt es das auch irgendwo anders für die Ich-Phones.

      Ermittelt den Standort, zeigt nahegelegene Rettungs-Treffpunkte und man kann direkt aus der App heraus einen telefonischen Notruf absetzen.

      Ich meine, die App ist in erster Linie einmal für Waldarbeiter gemacht worden.
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...
    • bugikraxn schrieb:

      in zugegeben oft in Gebieten unterwegs wo der Handyempfang schlecht bis gar nicht gegeben ist und ein Mobiltelefon ist nunmal immer mit dabei, daher das Mittel der Wahl um allfällige Notrufe abzusetzen. Manchmal reicht das Funksignal nicht mehr für Gespräche, eine kurze SMS kann eventuell auch noch bei schlechterer Verbindung abgesetzt werden.
      Kurzer Hinweis:
      Notrufe könne oft auch ohne Netz des eigenen Anbieters abgesetzt werden dafür werden alle Netze freigeschaltet auch Bänder die für die übliche Telefonie nicht verfügbar sind. Im Notfall also in jedem Fall probieren ob 112 funktioniert auch "ohne Netz".

      https://www.alpenverein-cottbus.de/index.php/sportbetrieb/tipps-und-tricks/118-notruf-mit-handy-auch-ohne-netz schrieb:

      Du schaltest das Handy aus und gibst beim Wiedereinschalten anstatt der
      PIN-Nummer die 112 (europäische Notrufnummer) ein. Dann wählt sich das
      Handy automatisch in das stärkste verfügbare Netz ein. Es kann also
      sein, dass du über deinen Netzbetreiber keinen Empfang hast, aber ein
      anderes Netz erreichbar ist. Übrigens ist dies auch die einfachste und
      beste Möglichkeit das Handy einer Person zu benutzen, das ausgeschaltet
      ist und dessen PIN-Nummer nicht bekannt ist. Aber keine Sorge, das
      funktioniert nur mit der 112 und nicht mit irgendwelchen anderen
      Nummern.
      Einige Handys haben auch eine SOS-Funktion, bei der man vor
      dem Eingeben der PIN-Nummer nur auf 505 drücken muss, um den Notruf zu
      aktivieren.
    • Für viele Länder gibt es eine/die 112app.
      Ein "Knopfdruck" und eine Ortsangabe und Alarmmeldung geht an die entsprechenden Dienste raus.
      Nachteil, sie braucht wohl recht viel Akkuleistung da sie im Hintergrund mitläuft, aber das ist sicher von der entsprechenden App und dem Bezugsland abhängig.
      Man benötigt zwar eine Netzverbindung, aber das sollte in der zivilisierten Welt kein Problem sein, ausser in D anscheinend.

      Dann gibt es natürlich noch die Ortungsfunktion von whatsapp, sehr zu empfehlen, ein Knopfdruck und man kennt den Standort des gegenüber für einen einstellbaren Zeitraum.
      Das exzerziere ich mit meiner Tochter durch wenn sie allein unterwegs, oder mit ihrer Schlittschuhmafia auf Achse ist.
      So einen gps Tracker für den Schulranzen hatte ich auch mal, aber der hat mich iergendwie nicht überzeugt. Der kostete nur 100.-, war ganz ok... ich weiss nicht woran es lag das er mir nicht zugesagt hat. Jetzt hängt er am Hundehalsband vom Nachbarnshund, der geht gern mal alleine spazieren...

      ich würde vorschlagen man googelt erst mal nach dieser 112app

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von supi ()

    • Desertstorm schrieb:

      Ich habe seit ein paar Jahren den GPS-SPOT Gen3 für Fernreisen auf anderen Kontinenten und damit die zuhause ruhig schlafen können.

      Allerdings bin ich etwas enttäuscht von dem Gerät.
      Es wurde vereinbart, dass ich jeden Abend die bereits erwähnten OK-Messages schicke.

      Das Problem an dem Gerät ist, dass man nicht weiß ob die Nachricht auch angekommen ist. Zwar sieht man eine rote Diode als Fehlermeldung aufblinken wenn das Gerät kein GPS-Signal aufbauen kann, aber beim weiteren Prozess des Sendens können auch Fehler auftreten.
      So ist es mir im dichtesten Amazonasregenwald passiert, dass bedingt durch das Terrain und das extrem dichte Blätterdach kaum eine Nachricht bei meinen Leuten ankam und das obwohl bei mir immer alles schön grün blinkte.
      OK da könnte man dem Terrain noch die Schuld geben, aber selbst bei meiner letzten Reise in Mauretanien kamen von 18 Nachrichten, 2 gar nicht an und 2 verzögert.
      Und in dem Fall kann man der Landschaft nicht die Schuld geben, da es durchwegs volkommen offene und freie Wüstenlandschaft war.

      Natürlich hat das zu einer gewissen Panik daheim geführt.
      Keine Ahnung ob die GEOS Leute irgendwelche Probleme mit ihren Satelliten haben, aber die sollten das dringend mal in Griff kriegen.

      Vor allem weiß man im Falle einer echten Notsituation gar nicht ob die SOS Nachricht überhaupt angekommen ist und sitzt im Zweifelsfall sinnlos, in der Hoffnung auf Rettung rum, anstatt sich selbst auf den Wegzu machen.


      Ich würd es mir eher nicht nochmal kaufen und stattdessen zum Explorer + greifen.

      Mein Reisepartner in Mauretanien hatte hingegen das InReach Explorer+ dabei, wo stets alle Nachrichten ankamen und welches den unschätzbaren Vorteil einer zwei Wege Kommunikation hat.
      Es freut mich wirklich besonders im Forum, wenn man hier eine glasklar begründete und auf eigenen Erfahrungen beruhende Empfehlung lesen kann. Vielen Dank!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Naturerlebnis ()

    • Ich habe bislang keine App oder ein besonderes Gerät zur Notruf-Abgabe.
      In der letzten Woche war ich mit einer Gruppe in der Eifel unterwegs und durfte zwei Mal die 112 anrufen. Einmal im Wald.
      Grund: eine junge Person verunfall, ansprechbar, nicht gehfähig.
      Rund einen km bis zum Rettungs-Treffpunkt getragen, (es ist ja zum Glück noch keiner am eigenen Schweiß ertrunken....) dort dann auch Netz gehabt. Nach Auslösen des Notrufs dauerte es noch rund 30 Min bis zum Eintreffen des RTW, weitere 30 Min. bis zum Krankenhaus.
      Also rund 1,5 Stunden von Unfall bis KH. Das wäre mit einem anderen Gerät auch nicht schneller gegangen.

      Soweit ich mich nicht in Gegenden ohne Mobilfunk bewege, sehe ich noch keine Notwendigkeit für weitere Geräte.
      Ob eine App notwendig ist, weiß ich noch nicht. Könnte sinnvoll sein, wenn man alleine ist und "mit dem Letzten bischen Verstand" den rettenden Knopf drückt.

      Lehre aus obigem war wiedermal: Zeit ist ein kostbares Gut, wenn es um Rettung geht! Und gerade wenn man nicht in der Stadt unterwegs ist, kann Zeit noch kostbarer werden.
    • Steuermann schrieb:

      Nach Auslösen des Notrufs dauerte es noch rund 30 Min bis zum Eintreffen des RTW,
      Das ist der Grund weswegen ich immer sage...
      Gute EH-Ausbildung (am besten erweitert)
      Gutes EH-Material

      sind wichtig!!!

      Bei schweren Verletzungen (z.B. arteriellen Blutungen ) sind 30Min ohne vernünftige Versorgung..... tödlich :(
      Alles Liebe aus Aachen, Walter ;)
      Meine Fotoalben

    • Interessant @Desertstorm, dachte nicht das man da in der Praxis deutliche Unterschiede merken würde - zumindest nicht in dieser Region. Die SPOT Geräte nutzen Globalstar zur Satellitenkommunikation soweit ich weiß und der Betreiber 'verspricht' eine weltweite Abdeckung von 70%. Da gibts durchaus Lücken wie in den Polarregionen oder eben einen Streifen etwas nördlich Äquatorialafrikas, während Nord- und Südamerika oder Westeuropa perfekt abgedeckt scheinen. InReach und A*LIVE greifen auf Iridium zurück und die versprechen 100%ige Abdeckung. Nehme an dass dies jeweils 'best case' ist, also kein Hindernis wie z.B. ein Berg, etc. oder ein ungünstiger Winkel zwischen dem Endgerät und dem jeweiligen Satelliten besteht und so die Kommunkikation unterbindet. Mit dem SPOT Messenger oder dem InReach Mini wären die Basisgeräte zumindest preislich attraktiv, es gibt von den Anbietern verbesserte Versionen die mehr können aber entsprechend teurer sind.

      Der Crash mit der Moto Cross von meinem Neffen hat mir aufgezeigt dass in der Pampa die exakte Bestimmung des Unfallortes essentiell ist. Nach seinem Sturz hat er z.B. versucht mehrmals zu Hause anzurufen, wir saßen gerade beisammen und meine Mutter ging ran und hat jedes Mal aufgelegt nachdem niemand ins Telefon sprach. Dass der junge Mann aber so platt vom Sturz war und gar nicht sprechen konnte hat sich erst später rausgestellt. Er hatte dann meinen Bruder am Handy erreicht, der seins normalerweise immer ausgeschaltet hat. Die Info 'heh kommt schnell, ich liege im Wald xy gleich links vorne' hilft nicht viel wenn betreffendes Waldstück mehr als 1.5km lang und 700m breit ist. Mein Bruder ist darauf mitsamt Schwägerin los um ihn zu suchen und hat völlig übersehen Bescheid zu geben. Dies geschah erst später als sie vor Ort im Waldgebiet waren und niemanden sehen konnten. Wir sind dann zu Viert nach und haben uns im Suchgebiet aufgeteilt, mein Bruder + Schwägerin vom Bach hangaufwärts suchend, 2 Personen quer zum Hang und 2 Personen ebenfalls quer in entgegensetzer Richtung. Mein Bruder hat den Verunfallten endlich per Handy erreicht und dieser hat versucht mit der Moto Cross zu hupen - das Teil ist leider so leise dass man es nicht weit hört und schon gar nicht wenn die Maschine am Boden liegt. Dann hat mein Bruder am Auto gehupt was der verletzte Neffe hören konnte und auf diese Weise wurde dann der 'Retter' zur Unfallstelle gelotst - ist ebenfalls ein wesentlicher Punkt aus dieser Aktion der unter 'lessons learned' fällt! Erst nachdem er gefunden war ging die eigentliche Notrufmeldung raus und es hat lange gedauert um der Polizei und später dem Fahrer des Rettungswagens zu erklären wo die Unfallstelle nun exakt ist. Im Wald gibts leider keine Strassennamen oder Hausnummern und Ortskundigkeit endet bei den allermeisten mit dem letzten Zentimeter Asphaltstrasse, was eigentlich nicht verwunderlich ist. Wir haben uns dann an der Kreuzung auf der Hauptstrasse postiert um den Krankenwagen zu lotsen. Die ganze Aktion hat nicht mal 1.5 Stunden gedauert wobei schlußendlich der Flug ins Krankenhaus mit ca. 10 Minuten der kürzeste Part davon war ...

      Von der App 'Hilfe im Wald' hab ich schon hie und da was vernommen und eine Info wo der nächstgelegenste offizielle Rettungsplatz ist schadet sicherlich nicht. Ob es eine vergleichbare App für Österreich gibt weiß ich nicht @MeisterGrimbart, ich kenne hier nur ein paar wenige Wanderwege mit ausgewiesenen Rettungsplätzen sowie Nummerierung zur Identifikation wobei diese zumeist auch tauglich für Hubschrauberlandungen sind. Die Notfallnummer 1-1-2 ist mir bekannt und dass sich die Geräte beim Einschalten dabei das stärkste Signal suchen sollen haben die Hersteller + Netzbetreiber hoffentlich auch so berücksichtigt. Wenn's um diverse Notfallgeschichten geht fällt gern mal das Schlagwort Handyortung - bin wahrlich kein Insider, denke aber dass es hierfür offizieller Anfragen und driftiger Gründe bedarf denn die Mobilfunkbetreiber werden sicherlich nicht nach Belieben einfach Daten rausgeben was im Notfall zumindest eine Unfall- oder Vermisstenmeldung voraussetzt und hier wären wir wohl wieder beim Zeitfaktor angelangt. Vielleicht kann zu dem Punkt jemand fundierte Infos beisteuern.

      supi schrieb:

      Für viele Länder gibt es eine/die 112app
      Genau nach sowas suche ich @supi - eine Handyapp die im Notfall per Knopfdruck zu aktivieren ist und die GPS-Daten vom aktuellen Standort an eine Rettungsorganisation sendet. Hab vorhin bemerkt dass hier in A ein Bundesland sowas bereits etabliert hat und dies in der Grenzregion sogar zusammen mit dem Rettungsdienst in CZ organisiert ;) Ich werde mich da nochmal schlau machen was verfügbar und auch zweckmäßig ist. Was Handyabdeckung anbelangt hab ich den direkten Verleich Norwegen-Österreich und beide Länder sind ja vergleichsweise bergig. Das Mobilnetz ist in Norge weitaus flächendeckender und wenn hier in A ein Betreiber mit 97 oder mehr Prozent Abdeckung wirbt dann ist schon mal gemeint dass man 97% der Einwohner bedienen kann und da gibts durchaus große graue Flächen z.B. in wenig bewohnten gebirgigen Regionen weil sich die Einwohner halt in den Tälern aufhalten und man weiter oben dann keinen Handymast hinstellt ...

      Walter schrieb:

      Gute EH-Ausbildung (am besten erweitert)
      Gutes EH-Material

      sind wichtig!!!
      Aus dem Grund ist in meinem kleinen EDC Rucksack ein etwas umfangreicheres EH-Päckchen mit dabei. Der Moto-Cross Unfall von meinem Neffen zeigt dass man sich selbst nicht in jedem Fall helfen kann wenns blöd läuft und es erforderlich ist rasch jemanden zu verständigen und Fremdhilfe hinzu holt. Er hatte zum Glück keine ernsten inneren Verletungen, trotz Protektoren & Co halt viele Prellungen und Schrammen sowie eine heftige Geschichte: Die schwere Maschine ist nach dem Überschlag auf seinem Bein gelandet wobeis Knochenbrüche unterhalb des Knies gab, genau an der Stelle wo die Motoradstiefel enden. Der Notarzt hat gemeint dass dies eine sehr typisches Verletzungsmuster bei Motorradsportlern ist ...
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      Frischluftdeppert
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    • bugikraxn schrieb:

      Ob es eine vergleichbare App für Österreich gibt weiß ich nicht @MeisterGrimbart,

      Mein Fehler. Hilfe im Wald ist eben eine bundesdeutsche App. Irgendwie schmeiße ich immer alles deutschsprachige in einen Topf. DACH, eben ...


      bugikraxn schrieb:

      Wenn's um diverse Notfallgeschichten geht fällt gern mal das Schlagwort Handyortung - bin wahrlich kein Insider, denke aber dass es hierfür offizieller Anfragen und driftiger Gründe bedarf

      Wiederum: unter bundesdeutschen Verhältnissen kann der Disponent in einer Leitstelle im Notfall die Ortung selbst direkt vornehmen. Er braucht aber einen Kollegen mit dazu - Vieraugenprinzip. Jedenfalls ist das in der regionalen Leitstelle hier so.

      Wenn erstmal jedes Auto hierzulande Zwangs-SIM, -GPS und ständige Verbindung hat, ist das sowieso alles egal.


      bugikraxn schrieb:

      Genau nach sowas suche ich @supi - eine Handyapp die im Notfall per Knopfdruck zu aktivieren ist und die GPS-Daten vom aktuellen Standort an eine Rettungsorganisation sendet.

      In Android ist das von vornherein mit drin, muß aber in den Telefoneinstellungen aktiviert werden. Wenn man ein paar Mal in schneller Folge den Ein-/Ausknopf drückt, wird eine SMS an einen oder mehrere Notfallkontakte gesendet. Außerdem löst die Front- und Rückkamera aus und das Bild wird an die Notfallkontakte gesendet. Außerdem wird eine Sprechverbindung zum Notfallkontakt hergestellt und der Notfallkontakt kann zumindest mithören, was in der Umgebung so akustisch los ist.

      Ich hatte das mal aktiv, hatte dann aber ausversehen und unwissentlich zu schnell und zu oft den Knopf gedrückt, weil etwas anderes am Telefon nicht funktionierte. Das hatte damals für unnötige Schweißausbrüche gesorgt, also habe ich es wieder deaktiviert. Vielleicht aktiviere ich das mal wieder, aber nur für begrenzte Zeit und wenn ich es für nötig halte.

      Beim IPhone - keine Ahnung.
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...
    • Beim Iphone ist es auch integriert. Lässt sich auch so einrichten das es bei Auslösung erst einen Alarm am gerät gibt mit der 10sec Option eines Abbruchs. Danach gehen Notruf und Standort sowohl an Rettungsdienst wie Notfallkontakte raus (gps wird hierzu selbstständig aktiviert fals ausgeschaltet) Standort wird auch aktualisiert falls noch Bewegung registriert wird.
      Mit freundlichen Grüßen Jan
      Als der Wald zum
      ›nachwachsenden Rohstoff‹
      wurde, verrohte das Verständnis für ihn.

      -Waldschrat-
    • Daymos schrieb:

      bei Auslösung erst einen Alarm am gerät gibt mit der 10sec Option eines Abbruchs.

      Das ist eine gute Sache. Mir war damals gar nicht gleich bewußt, daß ich versehentlich Alarm ausgelöst hatte.

      Mit ein bißchen Pech wird man dann überraschend gleich in einen Rettungshubschrauber gezerrt, und ab geht's. :D
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...
    • Durch einen Beicht in einer Illustrierten, bin ich vo kurzen mal auf die "ECHO112" App gestoßen.
      Die hatte in dem Bericht, bei einem Reitunfall auch echt geholfen.

      Hier kann mit einem kurzen Tippen die aktuelle Position übermittelt werden und das auch wenn GPS eigentlich inaktiv ist.

      Aber auch WhatsApp bietet ja entsprechende Möglichkeit den Standort zu übermitteln und ich glaub das nutzen unsere Rettunsdienste gern, wie ich hörte.