Wie tief in die Tasche darf Tarnung gehen?

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      Das Thema ist in diesen Kreisen häufig anzutreffen. Ich ziehe Ausrüstungsgegenstände im Allgemeinen in grelleren Farben vor, je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie runterfallen und zu Waldboden werden könnten. Das meint zB Messer, Kleinteile, Besteck, Feuerstahl, Lampen und den ganzen Nippes und Tand, den man gemeinhin für nötig erachtet. Mein Übernachtungs-Setup besteht aus einem Ponchotarp mit diesem Tarnaufdruck in echten Blättern und Zweigen (weiß nicht, wie man das nennt), einem einfachen Biwaksack in olivgrün, den ich von meinem Vater geschenkt bekommen habe, der ihn wiederum beim Motorradtrekking vor dreißig Jahren benutzt hat, einer 3-Euro-Isolierunterlage von Obi, dann einer blauen UL-Luftmatratze, die an Bequemlichkeit definitiv zu übertreffen ist, und einem giftgrünen Cumulus Light Line 400. Ich finde, der Wunsch, unauffällig zu bleiben, ist bei unserem Hobby nicht ungerechtfertigt. Auch das leave no trace ist in diesem Sinne eine ökologische und respektvolle Form der Unauffälligkeit. Das spricht für eine gewisse Tarnung.

      Aus persönlichen Gründen lehne ich Uniformen ab. Daher trage ich keine klassischen Tarnfarben. Meine Kleidung ist allerdings gedeckt, die (meist benutzte) Hose ist grün, der Pulli Graugrün, die (selten benutzte) Regenjacke ist in hellem Schokobraun. Das ist unauffällig, aber nicht gleich camouflage. Generell finde ich den Military-Look im Wald paradoxerweise eher unpassend. Mir ist der Gedanke befremdlich, bei einer Tätigkeit, die dem Streben nach Ruhe und Frieden dienen soll, ausgerechnet militärische Kleidung zu tragen. Diese Haltung meinerseits kollidiert jedoch wiederum mit einer anderen Vorliebe von mir: Molle.
      Ich finde Molle dermaßen praktisch. Es gibt inzwischen eine unüberschaubare Menge an mal mehr, mal minder wertigen China-Fabrikaten, die mit dem PALS ausgestattet sind, dass man sich für schmales Geld mit (meiner Ansicht nach) zweckdienlichem Täschnerwerk ausstatten kann. Die hohe Kompatibilität bedingt, dass man beliebige Taschen in beliebigen Situationen mit so gut wie allem kombinieren kann. Ich habe eine von diesen ganz billigen MFH (oder MilTec) Bauchtaschen in Oliv, die hat mal 15 Euro gekostet, und ich glaube, ich habe das Ding schon für alles mögliche benutzt. Zur Jagd für die Aufbrech- und Bergehilfen. Auf Festivals für Regenponcho, Wegbier und Notfallwasser. Beim Wandern für die Am-Mann-Ausrüstung. Im Allgemeinen für Kamera und Fotoausrüstung. Und es fasziniert mich, dass ich das Ding sowohl an meinem Daypack als Zusatztasche befestigen kann, oder aber selbst als Daypack mit wiederum zusätzlichen Taschen ausstatten kann, die ich für Handy, EDC oder sonst was benutze. Manch einer mag darin auch die Möglichkeit schneller "Verzettelung" sehen, aber ich habe sehr schnell "erlernt", die Vorteile von PALS auszunutzen und fröhlich durchzukombinieren.
      Das war jetzt etwas OT, ich bitte das zu entschuldigen, aber was ich dazu sagen wollte: Dieses Zeug wird natürlich gerne in Camo angeboten, was die Suche nach (für mich) alltagstauglicherem Taschenwerk zusätzlich erschwert. Schwarz, Grün, Grau und Braun finde ich aber OK, und selbst mit Kryptek Mandra kann ich gerade noch leben, wenn die Tasche wirklich gut ist.