Warum sind Leuku-Puukko-Kombinationen in der Bushcraft-Szene kaum verbreitet?

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    • Warum sind Leuku-Puukko-Kombinationen in der Bushcraft-Szene kaum verbreitet?

      Diese Frage beschäftigt mich gerade...

      Das Thema Messer ist unter uns ja bekanntermassen ein sehr zentrales und auch ein Dauerbrenner, insbesondere die Suche nach dem "idealen Messer" das möglichst alles abdeckt.
      Wir wissen zwar mittlerweile dass es DAS universelle Messer gar nicht geben kann, weil ein einziges Messer schlicht und ergreifend gar nicht allen Anforderungen die draußen so anfallen wirklich gerecht werden kann, lassen uns davon aber nicht abhalten, die Suche danach aufzugeben und aus dieser Notwendigkeit heraus vor uns selbst und unserer Finanzministerin immer wieder einen Neukauf zu rechtfertigen. :D

      Aber nun etwas konkreter: Wir brauchen ja einerseits ein möglichst führiges Messer für Schneid- und Schnitzarbeiten, andererseits aber auch ab und an etwas zum Haken bzw generell für gröbere Aufgaben.
      Was für letzteres geeignet ist, macht sich jedoch nicht so gut bei den feineren Arbeiten und mit einer kurzen Klinge fehlt die notwendige Wucht zum Haken.
      Also kurzum das Dilemma mit der Klingenlänge mit all den unendlichen Diskussionen die darum bereits geführt worden sind.

      Man versucht also einen möglichst guten Kompromis in Bezug auf Klingenlänge, Geometrie, Stahlsorte usw. zu finden und bedient sich Techniken, um im Endeffekt dennoch auf ein ähnliches Ergebnis zu kommen wie z.B. die Anwendung des sogenannten Batonens um auch mit einer kurzen Klinge am Ende gespaltenes Holz vorliegen zu haben.

      Streng genommen bräuchte man optimalerweie eigentlich zwei Messer, eben eines mit kurzer scharfer Klinge zum Schneiden und Schnitzen und eine mit einer längeren Klinge und etwas stumpferem Anschliff fürs Grobe.

      Zudem sind in der Szene ja Messer mit Skandi-Schliff recht beliebt so dass es an sich doch eigentlich naheliegend wäre, sich diesbezüglich weitergehend nach Skandinavien hin zu orientieren wo es traditionell unter Samen/ Rentierzüchtern üblich ist, entweder tatsächlich ein kleines und ein großes Messer am Gürtel gleichzeitig zu tragen oder eine Kombination die beides in einer Messerscheide vereint, also eine Leuku-Puukko-Kombination wovon es meiner Ansicht nach sehr schöne Ausführungen gibt, siehe z.B. hier:

      lamnia.com/en/sc/5/knives/fixed-blade-knives?sin=72

      Ich selbst benutze schon seit vielen Jahren sehr gerne eine Kombination von Iisakki Järvenpää und zwar diese hier:

      iisakkijarvenpaa.fi/de/puukot/…le-knives/tuplaleuku.html


      Von Wood Jewel gibt es sogar ein Doppelmesser in einer wie ich finde schönen Ausführung für einen verhältnismäßig sehr günstigen Preis:

      amazon.de/Finnenmesser-Wood-Je…uku-Outdoor/dp/B01NCZ0SUC

      Also zwei Messer für unter unter hundert Euro!!

      Mehr Messer für so wenig Geld geht ja fast schon kaum!
      Und damit kann man doch wirklich im Grunde alles sehr gut abdecken.
      Trotzdem findet man so gut wie keine Beiträge weder hier im Forum, noch auf YouTube unter den Bushcraft-Kanälen zur Nutzung von sowas und ich frage mich mitllerweile ernsthaft weshalb dem so ist, denn rein von der Vernunft her wäre es doch naheliegend eine solche Kombi zu verwenden.
      Streng genommen bräuchte man sogar als Bushcrafter objektiv gesehen nur ein einziges Mal 100 Euro in die Hand zu nehmen und wäre mit dem Thema Messer ein für alle Mal durch.

      Woran liegt das?
      Sind diese Messerzusammenstellungen nicht ausreichend bekannt?
      Wird eine Messerscheide mit zwei messern drin als zu schwer angesehen?
      Oder wird es als zu umständlich empfunden zwischen zwei Messern hin- und herzuwechseln?

      Was sagt ihr dazu?
      Das würde mich mal interessieren.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • Die Doppelmesser gibt es in Helsinki auf dem Markt für die Touristen für 80-120 Euro, also über 140-150 würde ich nicht bezahlen...

      Mir sind die Kombies einfach zu schwer und zu klobig für den Gürtel oder die Beintasche der Hose....

      Wenn du dir so was anschaffst dan achte darauf das das grosse auch ein wirklicher Klopper ist, oft ist bei der Grösse nicht so der Unterschied, und das ist dann witzlos...
    • Moin,

      ich denke es liegt daran, dass die Betrachtung und Bewertung eines großklingigen Messers meist den Fokus darauf verwendet, ob das große Messer nicht gleich durch Axt/Bei/Hawk ersetzt werden kann.
      Jedenfalls stellt sich mir diese Frage. Okay, für Stadt und generell hat Vattern immer sein SAK dabei. Dann Draußen nen "normales" Messer, was mache ich damit jeweils? Schnitzen, Paracord kappen, ma ne Tomate massakrieren, also Essenszubereitung, leichte Campaction und ggf. noch Zeitvertreib, sprich schnitzen.
      Ein großklingiges Messer ist in meiner Betrachtung ein reines Arbeitsmesser, stellt sich also tatsächlich die Frage, ob diese Arbeitsaufgaben WIRKLICH den Touranteil hat, und falls ja, ob ich mit nem Hackwerkzeug nicht besser beraten bin.

      Natürlich stellt sich die Frage, warum solche Messerkombinationen nicht wenigstens als Styleelement mehr und mehr betrachtet werden, ist dann wohl auch Geschmackssache.

      Wa! ^^
      'Sorry Dave, i'm afraid i can't do this.'
    • Mich persönlich würde so ein "Gebamsel" am Gürtel stören.

      Je nach Einsatzgebiet können auch andere Kombinationen sinnvoll sein :

      -Fixed und Folder
      -Fixed und SAK
      -SAK und kleines Beil
      -Fixed und kleines Beil oder Säge
      .........

      Trapper beispielsweise -zumindest meines Wissens nach- hatten am ehesten ihr Jagdmesser (Fixed) und ein Beil am Mann.

      Ich nehme Deine Frage mal als Anregung, mich näher damit zu befassen.
      ........................................................

      Glaube nicht alles was Du denkst
    • Beziehst du dich jetzt speziell auf die Leuko und Puukomesser oder geht es dir allgemein um die Kombination von großem und kleinem Messer?
      Zu ersterem kann ich nix beitragen, weil ich kein großer Fan von diesen Samenmessern bin, bzw. mich auch nie großartig damit beschäftigt habe.



      Die Kombination aus großer und kleiner Klinge ist meiner Meinung nach vor allem für allem für Wildnisreisen ideal. Will man vor Ort wirklich mehr schaffen und es kommt nicht auf Strecke und Gewicht an, dann kann man letzlich auch viel mehr Werkzeuge mitnehmen.
      Je nach Art der Reise und Landschaft varriere ich die Klingen aber.
      Das kleine Messer ist bei mir eigentlich immer ein VIC mit feststellbarer Klinge. Die große Klinge tauche ich je nach bedarf aus.
      Für moderate Landschaften habe ich ein großes selbstgemachtes und batoningfähiges Fixed. Weiß ich dass ich mehr brauche nehme ich stattdessen ein Beil.
      Für den Regenwald nehme ich stattdessen eine Machete.
      Seit neuestem habe ich ein Skrama. Das könnte ein ideales Reisebuschmesser werden. Bisher gefällt es mir sehr gut.

      Und ja ich weiß das ist gerade in Deutschland ein extrem sensibles Thema, aber in den Regionen in die ich reise ist eine große Klinge letzlich auch noch für die (sehr unwahrscheinliche) Selbstverteidigung da.

      Mich würden aber zwei Messer in einer Scheide, wie bei einem Waidbesteck eher stören, da man recht unflexibel damit ist und auch wenn man das Set verliert, direkt beides weg ist.
      Darum trage ich die Messer getrennt.
      Niemand
    • Ich hab eins und das liegt hier rum und ist so ein " Ohhh schön, tolles Ding ".
      Ja dieses haben wollen muß Ding.
      Bilder von meinem müssen hier irgendwo noch rumschwirren.
      Içh bin ja mehr der Full Tang Typ da es mir beim Arbeiten sicherer ist, so eine Kopfsache.
      Und zum trage ist es doch mehr im Rucksack als an der Hose.
      Glaube auch das es mehr ein Mitbringsel ist.
      :hut:
      Gruß
      Andy
      :hut:
      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. ;)
      Und Jage nicht was du nicht töten kannst! :hut:
      Member of the Hateful fifteen :Knife
    • supi schrieb:

      Die Doppelmesser gibt es in Helsinki auf dem Markt für die Touristen für 80-120 Euro, also über 140-150 würde ich nicht bezahlen...

      Mir sind die Kombies einfach zu schwer und zu klobig für den Gürtel oder die Beintasche der Hose....

      Wenn du dir so was anschaffst dan achte darauf das das grosse auch ein wirklicher Klopper ist, oft ist bei der Grösse nicht so der Unterschied, und das ist dann witzlos...

      Am besten ist es selbstverständlich wenn man so etwas direkt vor Ort kaufen kann.
      Vor allem weil man sich dann die besten Stücke raussuchen kann. Gibt ja z.B. von Exemplar zu Exemplar kleine Unterschiede im Anschliff.
      Aber ich denke, dass man auch froh sein kann wenn man auch über den Versandhandel herankommt und das Preis-Leistungsverhältnis finde ich persönlich für zwei Messer auch bei 150 Euro noch gut.

      Stimmt, es gibt ja auch diese wesentlich kleinjeren Kombinationen als Doppelmesser, die eher auf Puukkos herauslaufen und wo der Unterschied bei der Klingenlänge lediglich 2 oder 3 Zentimeternbeträgt, wenn überhaupt, da erschließt sich mir der Sinn nicht.
      Könnte mir höchstens vorstellen, dass die Idee dahinter darin liegen könnte für einen intensiven Gebrauch noch eine zweite scharfe Klinge zur Verfügung haben zu können ohne vor Ort nachschleifen zu müssen.

      Da stimme ich dir absolut zu wenn dann muss das große Messer ne ordentliche Klingenlänge aufweisen, damit man auch genug Wucht hat und das geht erst so ab mindestens 18 cm los, eher mehr.
      ich selbst würde zurzeit 21 cm favorisieren.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • Stefan schrieb:

      Moin,

      ich denke es liegt daran, dass die Betrachtung und Bewertung eines großklingigen Messers meist den Fokus darauf verwendet, ob das große Messer nicht gleich durch Axt/Bei/Hawk ersetzt werden kann.
      Jedenfalls stellt sich mir diese Frage. Okay, für Stadt und generell hat Vattern immer sein SAK dabei. Dann Draußen nen "normales" Messer, was mache ich damit jeweils? Schnitzen, Paracord kappen, ma ne Tomate massakrieren, also Essenszubereitung, leichte Campaction und ggf. noch Zeitvertreib, sprich schnitzen.
      Ein großklingiges Messer ist in meiner Betrachtung ein reines Arbeitsmesser, stellt sich also tatsächlich die Frage, ob diese Arbeitsaufgaben WIRKLICH den Touranteil hat, und falls ja, ob ich mit nem Hackwerkzeug nicht besser beraten bin.

      Natürlich stellt sich die Frage, warum solche Messerkombinationen nicht wenigstens als Styleelement mehr und mehr betrachtet werden, ist dann wohl auch Geschmackssache.

      Wa! ^^

      und @Ookami:

      Klaro, ist letztlich wie so oft eine persönliche Geschmacksfrage.

      Eine Kombinstion aus einer kleinen handlichen Klinge und einem Beil ist ebenfalls sehr praktisch.
      Oder eine der anderen genannten Kombinationen.

      Den Vorteil bei einem großen Messer gegenüber einem Beil oder dergleichen sehe ich in erster Linie in dem Gewicht. Bringt weniger auf die Waage als ein Beilkopf, durch die Länge, besonders wenn man den Griff auch noch weit hinten sicher greifen kann, kann man aber dennoch sehr viel Wucht aufbauen um z.B. zu entasten oder eben Holz zu spalten.
      Zudem kann man mit einer großen Klinge auchngutngrößeres Schnittgut in einem durchtrennen wie z.B. auch wenn es jetzt vielleicht banal klingen sollte, einen Laib Brot. Anstatt sich mit einer kleinen Klinge rundherumarbeiten zu müssen, auf einmal quer durch und fertig.mund das geht eben mit einem Beil nicht, wobei natürlich das Holzhaken dafür nochmal besser von der Hand geht.
      Zudem ist auch das Tragen eines Beils, Tomahawksmoder dergleichen am Gürtel nochmal eine andere Hausnummer als z.B. ein Leuku.
      Kommt halt drauf an auf was man im Detail genau wert legt.

      Jedenfalls habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass ich mit einem Skrama ein Beil fast ersetzen kann.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lederstrumpf ()

    • Lederstrumpf schrieb:



      Woran liegt das?
      Sind diese Messerzusammenstellungen nicht ausreichend bekannt?
      Wird eine Messerscheide mit zwei messern drin als zu schwer angesehen?
      Oder wird es als zu umständlich empfunden zwischen zwei Messern hin- und herzuwechseln?
      Für meinen Geschmack sind zwei feststehende Messer von der Verwendung her zu dicht beieinander. Ich nehme wenn dann zum Fixed noch ein Klappmesser ala Opinel mit (als Küchenmesser). Ich denke die Kombination ist historisch entstanden und damals waren Klappmesser nicht verfügbar und somit hat man sich mit einem großen und einem kleinen Messer beholfen.
    • supi schrieb:

      Die Doppelmesser gibt es in Helsinki auf dem Markt für die Touristen für 80-120 Euro, also über 140-150 würde ich nicht bezahlen...
      @Lederstrumpf

      Damit habe ich gemeint das die Dinger nur Touristen kaufen, oder man kauft es als Geschenk....

      In 20 Jahren habe ich noch keinen gesehen der mit so einem Doppelmesser wirklich im Wald war oder damit gearbeitet hat....

      Ich denke bei den Sami sah der Einsatzzweck in etwa so aus.... das kleinere für Fleisch/Schlachten, das grössere für Holz usw. wobei Batonen... da oben gibts nicht viel zu Batonen...
      ... und natürlich zur Bärenabwehr (da läuft in ods-Forum gerade ein äusserst unterhaltsamer Faden über das Verhalten in Bärengebiet bzw. die Bärenabwehr, selten so viel Bullshit auf einem Haufen gesehen, ich setze mein Geld auf den Bären und halte jede, ich wiederhole JEDE Wette)...

      Gruss
    • Weil ich wahrscheinlich der hier bin, der in seinem Leben am wenigsten Geld für Messer ausgegeben hat, will ich mich mal in die Diskussion einklinken. Ach was, nur einfach meinen Senf abgeben:



      Du willst wissen, warum das so k(aum )einer macht?

      Es gibt da zwei oder drei Antworten. Die können eventuell alleine reichen, jede für sich. Oder sie können auch zusammen zutreffen, ist halt jeder anders.

      1. Mir gefallen die Messer nicht. So als Messer. Der Griff ist mir unbequem und die Scheide bamselt so am Gürtel rum. Ist nicht so meins. Dann geht das natürlich auch nicht mit einem Doppelmesserset.
      2. Ich brauche gar kein großes Messer. Mein einziges großes Messer ist ein Haumesser, dass mir @Micha1207 mal geschenkt hat. Ich habe mich sehr gefreut, ich habe es in meiner Camp-Werkzeugkiste - aber ich habe es noch nie benötigt.
      3. Du hast die Frage schon selbst beantwortet:

      Lederstrumpf schrieb:

      [...]Streng genommen bräuchte man sogar als Bushcrafter objektiv gesehen nur ein einziges Mal 100 Euro in die Hand zu nehmen und wäre mit dem Thema Messer ein für alle Mal durch.
      [...]
      Würde das den Bushcraftern nicht einen großen Teil des Spaßes nehmen? Mit einem Messerkauf alle Bedürfnisse befriedigen?
      Erst wenn der letzte Fisch gerodet und der letzte Baum gefangen ist werdet Ihr merken, dass Ihr etwas verwechselt habt!
      Letztes Wort, Häuptling der Wildkatzen 1758 - 2029

      „Herr Janosch, wo macht man Urlaub?” - „Überall, wo zwei Bäume sind. Vorausgesetzt, man macht es wie Wondrak und hat immer eine Hängematte dabei. Dann ist das ganze Leben quasi Urlaub.”
    • @schwarzzelter
      Man(n) merkt das Messer nicht Dein Ding sind. ;)

      1. Die Messer sind nicht Schlecht und haben sich sehr bewährt.

      2. Die Sami haben meistens beide Messer einzeln in Lederscheiden bei sich.

      3. Bushcraft ist nicht nur Messer.

      Das 2 Messer an einer Scheide kombiniert getragen werden ist bei Einigen sehr beliebt.

      Ist für mich das gleiche wie mit dem Feuerstahl an einer Lederscheide.

      Munter bleiben :thumbup:
      Gruß
      Andy
      :hut:
      Alles was Du über mich hörst, kann genau so falsch sein, wie die Person,
      die es Dir erzählt hat. ;)
      Und Jage nicht was du nicht töten kannst! :hut:
      Member of the Hateful fifteen :Knife
    • trapperandy schrieb:

      @schwarzzelter
      Man(n) merkt das Messer nicht Dein Ding sind. ;)
      [...]
      Ich bin seit 1970 noch keinen Tag ohne Messer aus dem Haus gegangen.

      trapperandy schrieb:

      [...]1. Die Messer sind nicht Schlecht und haben sich sehr bewährt.
      [...]
      In Lappland. Vielleicht gibt es dort Einfuhrzölle auf schöne Messer.

      trapperandy schrieb:

      [...]2. Die Sami haben meistens beide Messer einzeln in Lederscheiden bei sich.
      [...]
      Vergessen aber regelmäßig, das System der beiden verschieden großen Messer in deutschen Bushcraftforen zu bewerben.

      trapperandy schrieb:

      [...]3. Bushcraft ist nicht nur Messer.
      [...]
      Ich weiß. Das kann man am Besten im Marktplatz erkennen. Aber auch in den 203 Fäden in der Rubrik Klingen und Stahl.

      trapperandy schrieb:

      [...]Das 2 Messer an einer Scheide kombiniert getragen werden ist bei Einigen sehr beliebt.
      [...]
      Es sind aber so wenige, dass Lederstrumpf sich und uns die folgende Frage stellt:

      Warum sind Leuku-Puukko-Kombinationen in der Bushcraft-Szene kaum verbreitet?

      War nicht meine Idee. Ich habe seine Frage beantwortet. Und gar nicht den Wunsch, dass es mir jemand gleich täte. Ich wollte nur helfen.
      Erst wenn der letzte Fisch gerodet und der letzte Baum gefangen ist werdet Ihr merken, dass Ihr etwas verwechselt habt!
      Letztes Wort, Häuptling der Wildkatzen 1758 - 2029

      „Herr Janosch, wo macht man Urlaub?” - „Überall, wo zwei Bäume sind. Vorausgesetzt, man macht es wie Wondrak und hat immer eine Hängematte dabei. Dann ist das ganze Leben quasi Urlaub.”
    • Desertstorm schrieb:

      Beziehst du dich jetzt speziell auf die Leuko und Puukomesser oder geht es dir allgemein um die Kombination von großem und kleinem Messer?


      Zu ersterem kann ich nix beitragen, weil ich kein großer Fan von diesen Samenmessern bin, bzw. mich auch nie großartig damit beschäftigt habe.

      Die Kombination aus großer und kleiner Klinge ist meiner Meinung nach vor allem für allem für Wildnisreisen ideal. Will man vor Ort wirklich mehr schaffen und es kommt nicht auf Strecke und Gewicht an, dann kann man letzlich auch viel mehr Werkzeuge mitnehmen.
      Je nach Art der Reise und Landschaft varriere ich die Klingen aber.
      Das kleine Messer ist bei mir eigentlich immer ein VIC mit feststellbarer Klinge. Die große Klinge tauche ich je nach bedarf aus.


      ...


      Seit neuestem habe ich ein Skrama. Das könnte ein ideales Reisebuschmesser werden. Bisher gefällt es mir sehr gut.


      ...

      Mich würden aber zwei Messer in einer Scheide, wie bei einem Waidbesteck eher stören, da man recht unflexibel damit ist und auch wenn man das Set verliert, direkt beides weg ist.
      Darum trage ich die Messer getrennt.

      Also bin ich nicht der einzige der die Vorteile von solch einer Kombination sieht!

      :thumbup:

      Gemeint habe ich tatsächlich in erster Linie ein skandinavisches Leuko und Puukko, aber im Grunde geht es um das Prinzip ein kleines Messer und ein großes Messer gleichzeitig mitzuführen.

      Ich denke in erster Linie an die skandinavischen Messer weil ich, wie gesagt, davon ausgehe, dass Messer mit Scandischliff unter Bushcraftern grundsätzlich beliebt sind (siehe z.B. Mora) und es diese Messer bereits in fertigen Kombinationen gibt, was es meiner Ansicht nach nahe legen würde, diese so dann auch zu benutzen. Weil diese zudem relativ erschwinglich sind und in der Kombi in der Regel auch günstiger sind als wenn man sie einzeln kaufen würde.
      Zudem finde ich dass diese Art von Messer eine gewisse Ästhetik mitbringen, ich finde sie von der Machart her usw. einfach schön, passt einfach gut zu dem was wir so machen, vor allem aber halte ich diese für sehr brauchbar.
      Aber eine andere Kombination aus kleiner und großer Klinge würde das von mir gemeinte Prinzip ja ebenso erfüllen.

      Das von dir erwähnte Skrama z.B. ist ja im Grunde so ein Klopper wie ein ausgewachsenes Leuku, sogar in dieser Form noch massiver wegen der Klingenstärke und hat nicht von ungefähr in kurzer Zeit einen guten Ruf erworben, gewinnt jedoch auch nicht gerade einen Schönheitswettbewerb. Das Ding ist nur auf Funktion bei günstigen Produktionskosten ausgelegt und macht einen ganz hervorragenden Job. Und das würde sich für mich ebenfalls geradezu anbieten um mit einer kleinen Klinge ergänzt zu werden um dann wiederum ein super brauchbares Gesamtpaket zur Verfügung zu haben.
      Genau genommen hätte ich eine kleine Klinge aber ebenfalls schon im Form eines Schweizer Messers bereits am Mann.

      Das Argument mit dem Verlieren zieht natürlich, aber man muss das ja auch nicht wirklich zusammen am Gürtel tragen. Gerade beim Skrama wird es dann auch mir eindeutig zu schwer, weshalb das dann eher am oder im Rucksack befestigt wäre um auf seinen Einsatz zu warten.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • Signalschwarz schrieb:

      Lederstrumpf schrieb:

      Woran liegt das?
      Sind diese Messerzusammenstellungen nicht ausreichend bekannt?
      Wird eine Messerscheide mit zwei messern drin als zu schwer angesehen?
      Oder wird es als zu umständlich empfunden zwischen zwei Messern hin- und herzuwechseln?
      Für meinen Geschmack sind zwei feststehende Messer von der Verwendung her zu dicht beieinander. Ich nehme wenn dann zum Fixed noch ein Klappmesser ala Opinel mit (als Küchenmesser). Ich denke die Kombination ist historisch entstanden und damals waren Klappmesser nicht verfügbar und somit hat man sich mit einem großen und einem kleinen Messer beholfen.

      Im Grunde würde ja auch ein Taschenmesser als kleine handliche Klinge und ein großes Messer tatsächlich im Prinzip den gleichen Nutzwert bringen.
      Anderseits sind doch beim Bushcraften gerade die Mora-Messer sehr beliebt, so dass ich bei meinen Überlegungen jetzt von feststehenden Klingen ausgegangen bin.
      Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck dass parallel mit einer kleinen Klinge - ganz gleich wie geartet - und einer großen ausgewachsenen Klinge gearbeitet wird, sondern eher die Tendenz beobachtet werden kann dass man versucht eine messer-Modell zu finden das möglichst alles in einem abdecken können soll.

      Oder dass eben wie oben erwähnt dann eher die kleine Klinge mit einem Beil und oder Säge ergänzt wird.
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -
    • Tatsächlich verrechnet. Muss 1980 heißen. Mit zwei konnte ich wahrscheinlich noch gar nicht frei laufen.
      Erst wenn der letzte Fisch gerodet und der letzte Baum gefangen ist werdet Ihr merken, dass Ihr etwas verwechselt habt!
      Letztes Wort, Häuptling der Wildkatzen 1758 - 2029

      „Herr Janosch, wo macht man Urlaub?” - „Überall, wo zwei Bäume sind. Vorausgesetzt, man macht es wie Wondrak und hat immer eine Hängematte dabei. Dann ist das ganze Leben quasi Urlaub.”
    • supi schrieb:

      supi schrieb:

      Die Doppelmesser gibt es in Helsinki auf dem Markt für die Touristen für 80-120 Euro, also über 140-150 würde ich nicht bezahlen...
      @Lederstrumpf
      Damit habe ich gemeint das die Dinger nur Touristen kaufen, oder man kauft es als Geschenk....

      In 20 Jahren habe ich noch keinen gesehen der mit so einem Doppelmesser wirklich im Wald war oder damit gearbeitet hat....

      Ich denke bei den Sami sah der Einsatzzweck in etwa so aus.... das kleinere für Fleisch/Schlachten, das grössere für Holz usw. wobei Batonen... da oben gibts nicht viel zu Batonen...



      Gruss

      Ach so meinst du das!
      Mmmhhh...
      Also dass die vor Ort oftmals lediglich als Souvenirs oder Mitbringsel erworben werden kann ich mir gut vorstellen, wobei das ja nicht ausschließt dass sie nciht auch im egentlichen Sinne genutzt werden.

      Ich habe zum ersten Mal ein Leuku in einer Gastfamilie in Norwegen, bei der die gesamte Familie bei den Pfadfindern aktiv gewesen, bewusst wahrgenommen. Ich war auf der Stelle von den Exemplaren im Haus sehr angetan, die allesamt wohlgemerkt gebraucht aussahen und habe mir dann in Oslo auf dem Markt direkt ein eigenes zugelegt.
      Zu den Doppelmessern bin ich dann aber erst einige Jahre später gekommen.

      Jedenfalls habe ich mein eigenes mit Freude benutzt und bin noch immer begeistert davon, habe aber auch meinerseits bisher glaube ich bisher noch nie jemand anderesauf einem Treffen gesehen.

      Lediglich während meiner aktiven Zeit bei den P
      fadfindern, hatte man sowas in der Art eher am Gürtel, wenn auch eher kleinere Varianten mit so maximal um die 16 cm Klingenlänge.

      Da ich selbst von dem Nutzwert so überzeugt bin, kann ich eben nicht nachvollziehen, dass diese Machart beim Bushcraften nicht weiter verbreitet sind, aber vielleicht bilde ich da ja eher die Ausnahme.


      Soweit ich weiss haben die Samen damit geschlachtet, die Ohren von Rentieren markiert, Feuerholz gemacht, gekocht und ihre Kottas gebaut, ebenalles was eben so anfällt wenn man als Rentierzüchter die meiste zeit draußen verbingt bzw. zu früheren zeiten komplett verbracht hat.

      Ich denke mir halt: Wenn solche Messer über mehrer Jahrunderte für all das was die damit machen mussten funktioniert hat, und zwar so gut dass die Machart auch über all die zeit nicht verändert worden ist, dann sollte das doch für unsere Zwecke allemal ausreichen.

      Gruß zurück
      Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.
      - aus Sibirien -

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