Die Witwenanleitung - zu früh gibt es nicht!

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    • Die Witwenanleitung - zu früh gibt es nicht!

      Naja, zu früh gibt es schon, man sollte schon eine Partnerin haben...
      Nach dem unerwarteten Tod meines (mir unbekannten) Schwiegervaters standen meine jetzige Frau und ihre Mutter vor einem Wust an ungeklärten Fragen, Steuerproblemen, unklaren Vermögensverhältnissen etc. Das soll meiner eigenen Familie nicht passieren, deshalb verfasse ich eine Witwenanleitung.
      Es wäre mir eine Freude, wenn wir gemeinsam sammeln würden, was darin eingeschlossen sein sollte.
      1. Kontovollmacht
      2. Passwörter für Abos und Anleitung, welche Online-Abos überhaupt gekündigt werden müssen. Z.B. auch für Kaspersky etc.
      3. Immobilienordner
      4. Falls vorhanden: Übersicht über die zu bedienenden Kredite

      Ergänzt und diskutiert gerne!
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
    • Oh ja.

      Auch nachzulesen bei Nehberg, dort zum Thema Vorbereitungen für extreme Touren in abgelegenen Gebieten.

      > 1. Kontovollmacht <

      Notariell beglaubigte und in der Urkundenrolle verwahrte Generalvollmacht, auch über den Tod hinaus.

      > 2. Passwörter für Abos und Anleitung, welche Online-Abos überhaupt gekündigt werden müssen. Z.B. auch für Kaspersky etc. <

      Und Unterlagen, Kundennummern, Laufzeiten, Zahlungsmodalitäten etc. für alle laufenden Verträge. Vereinsmitgliedschaften. Irgendeine Regelung, was mit Onlinekonten sein soll. Google bietet sowas zum Beispiel an.

      > 3. Immobilienordner <

      Und alle wichtigen Dokumente, alle an einem Platz, in einem Ordner, einer Tasche, einem Schuhkarton. Personenstandsurkunden, Renten- und Krankenkassenunterlagen, Versicherungsscheine, letzte Steuerbescheide ...


      Fertig aufgesetzte Briefe zum Versand von Sterbeurkunden an Stellen und Behörden, die das wissen müssen. Für evtl. Sterbegeld, Witwen-/Waisenrente, Meldebehörden, Krankenkasse, usw. Und eine Liste der Privatpersonen, die benachrichtigt werden sollen.

      Testament mit einer Regelung, daß man in die billigste Pappkiste (Oder Kaffeedose, oder Morspot ^^ ) will, die gerade noch behördlich zulässig ist. Nicht, daß die Hinterbliebenen sich in ihrer miesen Situation noch mit Schuldgefühlen in irgendwelches sinnloses Luxuszeugs treiben lassen.

      Das fällt mir erstmal so auf Anhieb ein ...

      Ah ja: wenn man all das zusammenträgt und bedenkt, dann fallen einem vielleicht auch Sachen und Umstände ein, die man vielleicht loswerden will. Vielleicht eine Gelegenheit zur Vereinfachung im gerade laufenden Leben.

      Vielleicht mündet das sogar in etwas, das ich mal als "death cleaning" irgendwo erwähnt gesehen habe. :Skull:
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...
    • Ich ergänze mal spontan.

      - Bevor der Tod eingetreten ist, aber evtl. eine schwere Erkrankung, kann eine Patientenverfügung hilfreich sein. Ggf. auch über Organspenden Gedanken machen.

      - Allgemeine Übersicht über Höhe von Vermögen und Schulden damit gleich klar ist, ob das Erbe angenommen werden sollte oder nicht. Laufend aktualisieren!

      - Gibt es ein Testament? Wenn ja wo?

      - Gibt es ein eigenes Gewerbe (egal ob Ein-Mann-Betrieb oder größeres Unternehmen)? Welche Regelungen sind dafür getroffen?

      - Gibt es eine Lebensversicherung? Welche Versicherungen gibt es sonst?

      - Übersicht über Mitgliedschaften in Verbänden u.ä..

      - Gibt es Wünsche zur Bestattung?

      Das ist bestimmt noch nicht alles. Aber mehr fällt mir grad nicht ein.
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      Das Nichts ist unbeständig. Lawrence Krauss
    • Mir würden auch folgende einfallen:

      Bankenordner
      Versicherungsordner
      Rentenordner
      Hausordner
      Finanzamtordner (leider)
      Arbeitgeberordner
      Bedienungsanleitungenordner
      Allgemeiner Ablageordner (Auto, Telefon, Rechnungen.....)

      Zudem das Testament (am besten beim Notar hinterlegt)

      Zur Sicherheit alle wesentlichen Unterlagen imDoppel gesichert (ist hier nicht das eigentliche Thema, aber meiner Meinung nach auch wichtig)
      Wo der Wolf jagt, wächst der Wald
    • musher schrieb:

      Walter schrieb:

      Bei privat Krankenversicherten, die Vollmacht zur Abrechnung nicht vergessen (bei Beamten auch für die Beihilfe)
      was für eine Vollmacht?Einfach ganzen Rechnungen dem Versicherungsvertreter - ok, der muß bekannt sein - geben, und gut ist.
      als Dagmar krank war und ich Abrechnungen wegen der Krankenhausrechnungen machen wollte, ging dies zuerst nicht. Dagmar musste mir eine Vollmacht ausstellen, da Sie die Versicherungsnehmerin ist.
      PS: bei der PBeaKK, gibt es keine Vertreter und bei der Beihilfestelle Bund auch nicht, da geht Alles über die Zentrale in Stuttgart und die Beihilfestelle in Bad Homburg .
      Anrecht auf Kostenerstattung hat nur der (Beamte) Versicherungsnehmer, Ehegatte nur mit Vollmacht ( und dies obwohl ich ja mitversichert bin )
      Alles Liebe aus Aachen, Walter ;)
      Meine Fotoalben

    • werte Foristi!

      In meiner beruflichen Praxis erlebe ich immer wieder, das Fehler bei der Abfassung eines Testamentes gemacht werden. Der häufigste Fehler ist dabei, keinen Rat eines Notars, Anwalts und Steuerberaters einzuholen. Ja, kostet etwas, kann aber auch etwas sparen.

      Der zweite Fehler ist oft die Form!
      Ein selbst geschriebenes Testament MUSS IMMER HANDSCHRIFTLICH verfasst werden.
      Ein handschriftliches Testament sollte beim Amtsgericht hinterlegt werden.

      Inhalt muss mindestens sein:
      Name, Geburtsdatum, Adresse des Testierenden,

      Genaue Benennung des Erben (meine Ehefrau Erna, nicht nur meine Liebste....)
      Bei mehreren Erben, ggf. Die Anteile.

      Das Tagesdatum und die eigenhändige Unterschrift.
      Fassen Eheleute ein gemeinschaftliches Testament ab, so reicht es aus, wenn der zweite vermerkt, dies ist auch mein Wille, und eigenhändig unterschreibt.

      Achtung! Kinderlose Ehepaare sollten ein Testament machen, sonst erbt der Überlebende nicht alles, die Eltern des Verstorben oder deren Nachkommen erben hier ebenfalls einen Teil.

      Unverheiratete Paare sollten ebenfalls ein Testament machen, sonst erbt der Überlebende nichts. Betrachtet man den Freibetrag bei Eheleuten 500.000€ im Vergleich zu unverheirateten 20.000€ könnte man vielleicht doch noch über einem schweren Weg ins Amt nachdenken.

      Weitere notwendige Erklärungen sind:
      Vorsorgevollmacht
      Patientenverfügung

      Wenn ihr für euch Bedarf seht, lasst euch bitte beraten! Ein Post hier kann eine Beratung nicht ersetzen.

      Weiter rate ich an, einen Ordner mit ALLEN Informationen zusammenstellen und sicher zu verwahren. Darin muss sein:
      Abschrift des Testaments
      Zusammenstellung aller Verträge
      Versicherungen
      Passwörter
      Patientenverfügung
      Vorsorgevollmacht

      Anweisungen für Unternehmer - Übergangsregelungen

      Und und und




      Bleibt gesund

      Steuermann

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    • achso, bei Fragen fragen...

      drei Dinge sind mir noch gut in Erinnerung geblieben:

      1. ein Testament wurde nicht ordentlich beim Amtsgericht oder Notar hinterlegt, sondern privat. Als es dann rund 5 Jahren nach dem Todesfall aufgefunden wurde, hatten sich die Immobilienpreise in der Region leicht (um rund 20%, von 300 auf 360) verändert. Das Grundstück (2000qm) war bereits veräußert als sich die Erbfolge radikal von dem einen Zweig auf den anderen Zweig der Familie veränderte. Das Problem kann man sich vorstellen. Bereits vor der Beerdigung redete man schon nicht mehr miteinander....

      2. es wurde eine Erbfolge festgeschrieben, allerdings so dass eine Erblasserin (85) auf eine Erbin (82) vererbte, Freibetrag 20.000. Danach konnten dann die Kinder und Enkelkinder der Erbin erben. Freibetrag ebenfalls nach der 1.Erblasserin 20.000. Hätte man diese direkt mit bedacht, hätte man rund 160.000 steuerfrei übertragen können. so leider nur 20.000. Der Rest dann mit mir rund 30% Steuerbelastung (in Euro: 160.000 ./.20.000 = 140.000. 140.000 * 30% = 42.000 !) Dumm gelaufen, zumal ein Notar dazwischen hing.

      3. da gab es noch das Maschinengeschriebene Testament des akribischen Beamten. er wollte alles ganz genau machen, hatte wohl auch lange recherchiert und gegrübelt. Und dann die Sache sauber und akkurat aufgeschrieben. Da es seiner Meinung nach sehr gut aussehen sollte dann auch mit der Schreibmaschine, seine Handschrift war nicht die beste. Alles wurde aufgeteilt, seine Ex-Frau sollte etwas bekommen, seine Liebste (ohne Schein) ebenfalls, den Rest seine Kinder.

      Nur war das Testament ungültig, da es eben der Form (handschriftlich !) nicht genügte.

      Zum Glück gibt es noch respektvolle Kinder, sie beugten sich dem Willen des Vaters und setzten diesen auch ohne rechtsgültiges Testament um. Dem Finanzamt war es egal, es hat dann so besteuert wie der Erblasser es wollte.

      Das heißt: man kann als Erblasse (fast so) wollen wie man will. Man muss es nur selber schreiben. Und dann hoffen, dass die Erben sich dran halten. Denn wenn die sich einig sind, können sie (fast) alles ändern. Also überlegt Euch gut, wie weit der Arm später noch aus der Erde raus schauen soll. Irgendwann fängt der nämlich an zu stinken.

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