'Lasst die Städter wild im Umland campen!'

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    • 'Lasst die Städter wild im Umland campen!'

      Ich habe einen interessanten Artikel auf Zeit Online gelesen:

      zeit.de/kultur/2020-04/zelten-…eltschutz-jedermannsrecht

      Den lass ich euch mal unkommentiert hier. Ich muss grad raus, brauche dringend Bewegung. :)
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      Das Nichts ist unbeständig. Lawrence Krauss
    • Naturerlebnis schrieb:

      ... dann wird immer wieder klar: Wir brauchen viel, viel weniger Menschen.
      Das lese ich häufiger. Seltsamerweise könnten diese Menschen partiell etwas ändern, tun es aber nicht. Wenig überzeugend.
      @Naturerlebnis Nicht als Angriff gemeint. Ich finde halt solche Aussagen inkonsequent.
      Aber provozieren macht uns beiden Freude! ^^
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
    • Friese schrieb:

      Naturerlebnis schrieb:

      ... dann wird immer wieder klar: Wir brauchen viel, viel weniger Menschen.
      Das lese ich häufiger. Seltsamerweise könnten diese Menschen partiell etwas ändern, tun es aber nicht. Wenig überzeugend.@Naturerlebnis Nicht als Angriff gemeint. Ich finde halt solche Aussagen inkonsequent.
      Aber provozieren macht uns beiden Freude! ^^

      Nein @Friese, ich fasse das überhaupt nicht als Angriff auf, möchte dir aber erklären, warum ich meine Verhaltensweise als äußerst konsequent betrachte.

      Ich persönlich halte alle Umweltschutzbestrebungen für eine Farce, wenn es der Menschheit nicht gelingt, ihr exponentielles Wachstum zu stoppen und umzukehren. Werden sie niemals hinbekommen, davon bin ich absolut überzeugt. Aufgrund dieser Tatsache habe ich z.B. im letzten Jahr sechs Flugreisen unternommen, obwohl ich vom menschengemachten Klimawandel überzeugt bin.
      Lieber einen Freund verlieren, als einen Spruch auszulassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Naturerlebnis ()

    • Eule schrieb:

      [...]
      Den lass ich euch mal unkommentiert hier. [...]
      Dann will ich den mal kommentieren:

      Gut geschrieben (bis auf die „auf Hochglanz polierten Innenstädte”). Sauber argumentiert, finde ich.

      Das ist eine Anregung. Kann man sich Gedanken drüber machen (Haben wir hier ja auch schon). Ich war ja schon vor dem Artikel dafür.
      Erst wenn der letzte Fisch gerodet und der letzte Baum gefangen ist werdet Ihr merken, dass Ihr etwas verwechselt habt!
      Letztes Wort, Häuptling der Wildkatzen 1758 - 2029

      „Herr Janosch, wo macht man Urlaub?” - „Überall, wo zwei Bäume sind. Vorausgesetzt, man macht es wie Wondrak und hat immer eine Hängematte dabei. Dann ist das ganze Leben quasi Urlaub.”
    • Das ist etwas, wofür ich mich auch engagieren würde. Allerdings braucht es dafür eine ganz andere Kultur des Umgangs mit Natur und mit Menschen. Das Verantwortungsbewusstsein in Skandinavien ist spürbar höher. Ich habe noch nie erlebt, dass Schweden oder Norweger Müll hinterlassen, das habe ich bisher immer nur bei Deutschen oder Osteuropäern in Schweden gesehen. Wenn es darum geht, hier eine grundsätzlich andere Haltung auch bei der Masse der Leute zu propagieren, bin ich dabei.
    • @noodles

      Als wir letzes Jahr auf dem As til Asleden unterwegs waren haben wir z.B. illegal entsorgte Autoreifen an einer Haltebucht gesehen.
      Normaler Müll mag weniger sein, ja das stimmt, aber alte Reifen, oder der ausgediente Kühlschrank?
      Bin gespannt was unsere Auswanderer zum Thema sagen.

      Ich sage: Sowas wie das Allemansrätten geht hier nicht gut.
      Falsche Mentalität der Bürger, zu dicht besiedelt, mangelnder Respekt vor der Natur (siehe z.B. die gefällten Bäume bei mir am Homespot) usw.

      Als wir letztes Jahr an einem der Shelter auf dem Asleden ankamen saßen 30m weiter Einheimische um eine selbstgebaute, brennende Feuerstelle direkt am Waldrand.
      Es war Waldbrandstufe 5, den Tag davor hatten wir meine ich kurz sogar mal 5E, das ist die höhste die es gibt!

      Nicht weit von der Vindskidd, vielleicht 50-60m, wohnt ein älteres schwedisches Paar.
      Dort am Haus findet man den Brunnen für den Lagerplatz "Kriga Skog". Wir haben die beiden extra noch mal gefragt wie es aktuell mit Feuer aussieht, obwohl wir online bei der Kommune nachgeschaut hatten und dort stand 5. Und wie wir so quatschen sieht sie wie ihre Landsleute unweit von ihrem Haus entfernt am Feuer hocken!
      Die gute Frau hat denen erstmal die Ohren lang gezogen!

      10 min nach unserem Gespräch bin ich noch mal zum Brunnen. Feuer aus und die 4 Schweden saßen ziemlich geknickt in ihrem Lager. Grillen viel wohl aus.
      By the Way. Dort wo die gekokelt haben war schon wieder Nationalpark. Haben uns die Eheleute erzählt. Der offizielle Lagerplatz steht quasi direkt auf der Grenze.

      Warum haben die sich nicht auch an die Vindskidd gesetzt, so wie alle anderen Wanderer an diesem Tag auch?
      Da war Platz genug, auch auf der Zeltwiese. Warum muss ich sowas 30m vom legalen Lagerplatz abziehen?

      Wenn ich sehe, das nicht mal dort wo man mit dem Jedermannsrecht aufgewachsen ist, die Einheimischen vernünftig auf dessen Einhaltung achten (von Touristen ganz zu schweigen), dann glaube ich nicht das wir Deutschen das in Einklang und Zufriedenheit mit Kommunen und Landbesitzern umgesetzt bekommen würden.

      Der Erhalt der Infrastruktur und die Holzversorgung an den Unterständen will auch finanziert werden. Nur ehrenamtlich wird das nicht zu leisten sein.

      Natürlich hätte ich Bock auf Lockerungen der Gesetze. Endlich keinen Stress mehr, keine Grauzonen. Da schläft es sich gleich viel entspannter, aber...

      Allemansrätten in D?

      Nicht in diesem Jahrhundert.

      Edit: Gerade in den Nachrichten gelesen. Brand im Teutoburger Wald. Solche Nachrichten würde man wohl noch öfter lesen.
      haller-kreisblatt.de/lokal/wer…erther-und-Bielefeld.html


      LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Tipple ()

    • Tipple schrieb:

      Bin gespannt was unsere Auswanderer zum Thema sagen.
      Ich trau' mich nicht...

      (ich könnte mich da sonst in etwas hinein steigern, was nicht gut für meinen (schon erhöhten) Blutdruck ist!)

      *winks* Ted (ooooohhhhmmmm....)
      PS: Ich bin umgezogen. Wer mich sucht, findet mich im Wald ;) .

      "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)
    • Der Zeitungsbericht ist ganz ambitioniert und dass sowas in einem namhaften Blatt abgedruckt wird finde ich beachtlich. Auch in Ländern wo es das Jedermannsrecht gibt wohnen ca. 3/4 der Bevölkerung in den Städten, die haben nicht nur viel mehr an Landschaft u. Wald, sondern auch eine lange Tradition was das Freiluftleben betrifft. In Norwegen war es nichts ungewöhnliches dass große Familien inkl. 1-jährigem Knirps und betagtem Greis am Sonntag Nachmittag irgendwo raus fuhren, eine kurze Strecke wanderten und sich dann niederließen um auf einem Feuerchen Pølser und Kaffee zu kochen - und das Sommers wie Winters ;) Was vergleichbares gibt es zumindest hier in A nicht und daran würde eine kurzfristige Adaptierung der Gesetzeslage nix ändern wie ich finde. Wir fahren halt gern zum Baggersee mitsamt Kugelgrill oder lassen uns von Seilbahnen ins Hochgebirge hiefen wo es nach einem Apfelstrudel auf der Hütte wieder runter geht.

      Campieren im Wald ist für jene eine Alternative die es vor Corona auch schon praktiziert haben und weiterhin zu tun gedenken. Falls durch Ausweitung von Betretungs- und Nutzungsrechten zustätzlich einige animiert werden fürchte ich dass es dadurch mehr zurückgelassene Billigzelte und Glasscherben in verlassenen Feuerstellen gibt, mehr nicht! Bei uns fehlt es leider an der Sensibilisierung u. der Vermittlung was man wie machen soll um der Natur nicht zu schaden. Wäre zu begrüßen wenn landesweit kurzfristig die Anzahl legaler Biwakplätze erhöht wird nach dem Vorbild jener die im NP Kalkalpen bereits etabliert sind: Nur zu Fuß erreichbar, m. Toillete u. Feuerstelle ausgestattet, Areal begrenzt und max. für 2 Übernachtungen nutzbar! Sowas lässt sich auch leichter steuern und kontrollieren - an Waldgrundstücken welche in öffentlicher Hand sind mangelt es hier sicherlich nicht ...
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      Frischluftdeppert
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    • @bugikraxn legale Biwakplätze gibt es in D schon ein paar, z.B. im Pfälzer Wald. So wie ich das durch hörensagen mit bekommen habe soll das wohl ganz gut funktionieren. Aber sowas wie das Jedermannsrecht einzuführen halte ich für unverantwortlich. Der geringste Teil der Einwohner von D würde sich angepasst und mit Rücksicht auf die Umgebung verhalten. Da fehlt es einfach an der frühzeitigen Erziehung und oftmals auch an Hirn.
      Ein bekannter Forist aus dem anderen Forum hat gestern ein Video raus gebracht in dem er die Lage in Schweden schildert wo die Deutschen in Bussen von den Veranstaltern hin gekarrt werden um dann dort die Sau raus zu lassen.
      Die die sich dort schon nicht benehmen können, werden es hier ganz sicher auch nicht.
    • Was diese eingerichteten Biwakplätze anbelangt seit Ihr in Deutschland eindeutlg besser bestückt - zumindest in manchen Gegenden. Hier in Österreich gibt's maximal ein paar Grillstellen und die muss man wissen, sogar die Suche dannach ist mühsam! Die Biwakplätze im NP finde ich hingegen echt super, nur schade dass dies keine Schule macht und nicht mehr Verbreitung findet. Hab übrigens auf der NP-Homepage gelesen dass dort aktuell leider Feuer machen bis auf weiteres verboten ist wegen der seit eingen Monaten anhaltenden Dürre ...

      OT: Was Jedermannsrecht in Skandinavien in div. Tourismushochburgen betrifft hat der Kollege in seinem Video leider recht - da gibt's ein paar Auswüchse die bei einigen wenigen für klingelnde Kassen sorgen und das zu Lasten der Locals - ganz egal ob es sich ums wildcampen z.B. auf den Lofoten oder Lachs abfischen in den Fjorden handelt bis ganze Kühltruhen in den Wohnmobilen angefüllt sind!
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      Frischluftdeppert
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    • bugikraxn schrieb:

      ...

      OT: Was Jedermannsrecht in Skandinavien in div. Tourismushochburgen betrifft hat der Kollege in seinem Video leider recht - da gibt's ein paar Auswüchse die bei einigen wenigen für klingelnde Kassen sorgen und das zu Lasten der Locals - ganz egal ob es sich ums wildcampen z.B. auf den Lofoten oder Lachs abfischen in den Fjorden handelt bis ganze Kühltruhen in den Wohnmobilen angefüllt sind!
      Liegt aber nicht nur an den Gästen, sondern sehr oft auch an den Reiseleiter/Begleitpersonal

      Und ich persönlich denke, daß es leider normal ist, wenn eine größere Gruppe wo ist, daß dann der Lärmpegel mal lauter wird, wie nur wenige Leute
      Daß dann andere Reisende, die in der Nähe sind sich gestört fühlen, kann ich verstehen/nachvollziehen
      Daß die Reiseleitungen keine Rücksicht auf andere Reisende nehmen erlebte ich an anderer Stelle auch schon.
      Kann der Einzelne einer Gruppenreise etwas dafür? Ja, weil er an so einer Reise teilnimmt. Kann man es ihm verübeln? Nein, weil er sich dies alleine nicht unbedingt zutraut
      Insofern hat der "Kollege" auf YouTube Recht, daß die Veranstalter rücksichtsvoller werden müssen


      Zurück zum eigentlichen Thema.
      Es geht ja nicht darum, daß die Städter nun auf die Treckingplätze dürfen sollen, sondern daß man ihnen nun erlauben soll, irgendwo wild zu Lampen
      Und dies kam ich NICHT gutheißen.
      Bin mir leider sicher, daß dann Einige Müll zurücklassen, unkontrolliert Feuer machen und großen Schaden verursachen würden.
      (Sicher nicht alle, aber selbst 1%wäre schon zuviel)
    • Ich weiß noch wie es in Husum (Hannover) am "Heyesee" im Sommer immer aussah.
      Da wurde sehr lang, sehr viel geduldet. Später sogar ein großer Müllcontainer aufgestellt,
      es blieb trotzdem der Einweggrill, billig Klappstühle und Zelte vom Supermarkt zurück, nachdem alles im besoffenen Kopp vollgekot... wurde. :thumbdown:

      Da ich das, leider, kaum anders kenne bin ich so einer Idee mit wild campen sehr sehr kritisch gegenüber eingestellt.
      Gruß Fryd

      Feuerbohren ist sch... :campfire:
    • MeisterGrimbart schrieb:

      Ich finde, man sollte Stadtparks und Industriebrachen zum Campen für "die Städter" freigeben.

      Die sind eh' im Eimer.

      :evil:
      Wir wohnen zufällig in einem Gebiet mit vielen renaturierten Industriebrachen, in denen sich mittlerweile eine teils einzigartige und vielfältige Flora und Fauna entwickelt. Die sind definitiv nicht "im Eimer". Wir waren in den letzten Wochen noch mehr regional zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs als früher und haben sehr viele schöne grüne Ecken neu entdeckt, Wildkräuter und Wildtiere inklusive. Diese zum Nächtigen freizugeben: Ganz deutliches NEIN. Es gibt überall "sonne und solche", sowohl bei Städten als auch bei Landeiern! Deutschland ist in weiten Teilen zu dicht besiedelt und die Bevölkerung größtenteils zu naturfremd aufgewachsen, als dass man hier ein Jedermannsrecht befürworten und einführen könnte und sollte. Man kann Deutschland nicht mit skandinavischen Ländern oder Schottland vergleichen. Dort saugen die Kinder die Natur sozusagen bereits mit der Muttermilch auf.
      "Wenn du etwas tust, was du noch nie getan hast, dann ist das doch schon ein Abenteuer."
      Johan Skullman

      Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.
    • Naturerlebnis schrieb:

      Die Einstellung hier zum draußen übernachten für mich als Städter

      Klarstellung, soweit es mich betrifft:

      Wenn ich schreibe "die Städter", dann meine ich eigentlich "Massenansturm".

      Meine Sicht ist im Moment geprägt davon, was ich gerade in letzter Zeit hier direkt vor meiner Haustür erleben darf.

      Dir stelle ich aber gern eine Sondererlaubnis aus. Und einen Kaffee sollst Du auch bekommen, wenn Du willst. :dolldrueck:
      "Sei mir willkommen, süßer Schlaf / ich bin zufrieden, weil ich brav."
      (Wilhelm Busch, in "Maler Klecksel")