Der irische Gehstock "Shillelagh"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Der irische Gehstock "Shillelagh"

      oder auch "Um Himmels Willen, wie wird das Teil ausgesprochen?" :-D

      Eigentlich ganz einfach /ʃɪˈleɪli/ shi-LAY-lee oder auf Irisch "[ˈsalʲ ˈeːl̠ʲə] saill éalaigh"
      Ursprünglich ein Gehstock aus jungen Eichen. Im Laufe der Zeit nutze man aber vermehrt Schwarzdorn. Ein sehr hartes und trotzdem noch flexibles Holz.

      Getrocknet wurde der Stock meist, eingerieben Whiskeybutter, innen im Kaminabzug.

      Dadurch erhielt er, neben seiner meist glänzend schwarzen Oberfläche, auch den Spitznamen "Whiskeystick"
      (btw. Das "e" im Wort Whiskey macht den guten Geschmack *g*)



      Genutzt wurde der Stock aber nicht nur zum Spazieren, er wurde auch hinzugezogen um Streitigkeiten auszufechten

      oder für freundschaftliches Kräftemessen im Pub.
      Daraus entwickelte sich die Kampfkunst "Bataireacht", angelehnt an keltische Kampfformen mit Schwert und Speer.
      Auch verbreitet waren Shillelaghs die, zum Spazieren ungeeignet, einfach nur kurze Knüppel (irisch "Bata" Schläger) waren.

      Gerne auch mit ausgehöhltem Kopf und mit Blei ausgegossen um den "wumms" zu erhöhen.


      Lange Rede wenig Sinn, warum erzähle ich das?
      Naja, ich möchte einen solchen Shillelagh (den zum Spazieren, nicht den zum prügeln) in den nächsten Wochen/Monaten anfertigen.
      Ein Freund von mir hatte vor ein paar Jahren eine riesige Schwarzdornhecke gerodet und einige Stöcke im Holzschuppen aufbewahrt.

      Einen davon konnte ich gegen einen Kasten Bier eintauschen.

      Dann versuche ich die Wurzelknolle schön auszuarbeiten und eventuell die Rinde abzuschälen.
      Das räuchern im Kamin entfällt, weil ich keinen Kamin hab und die Heizung eine Gas Brennwerttechnik ist. :-)


      Falls das Thema von interesse ist, einfach kommentieren. :danke:
      Wer gute Tipps zur Holzbearbeitung hat, immer raus damit. Hier im Forum sind ja einige Künstler mit dem Material unterwegs :)
      (ich blockiere son 2-3 Fenster unterhalb dieses Posts, damit die Dokuposts beieinander bleiben. Hoffe das ist ok)
      Where are the lads that stood with me, when history was made?
      A Ghra Mo Chroi, I long to see the boys of the old brigade.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Saarfuchs () aus folgendem Grund: Schriftart geändert. Das sah auf dem Tablet komisch aus....

    • Soooo, gestern kam der Stock per Post und heute ging es dann für kurze Zeit ans Werk.

      Zuerst ein bisschen Ordnung in der Werkstatt geschaffen und dann all mein Holz-Spezialwerkzeug (bin halt Metaller) rausgelegt.
      1. Fuchsschwanz
      2. Astsäge
      3. Bauhaus-Mora
      4. altes Pilzmesser
      5. Holzraspel flach
      6. Handfeger (SOS und so)

      Da ist das gute Stück

      Am unteren Ende krumm. Wenn ich es nicht abschneiden kann, muss ich es wohl zurechtbiegen. Hab gelesen gedämpft über heißem Wasser soll wohl gehen.

      Zu allererst den Kopf zurecht gesäbelt und dann mit der Raspel in Form gebracht. Allerdings gab es einige Stellen an denen das Holz mehr raus gebröselt ist. Roch aber nicht gammelig oder so. Und die Stellen sind wesentlich weißer als alles andere.


      Nach einigem geraspel passt der Kopf schon ganz gut in die Hand. Hat aber oben eine Kerbe. Da war dieses bröselige Holz drin. Eventuell fülle ich die mit irgendwas auf.

      Für 1 Stunde arbeit kam ich recht gut voran. Obwohl der Stock schon 2018 geschnitten wurde, riecht er frisch und fühlt sich auch irgendwie leicht feucht an. Auch konnte ich eine rötliche Färbung am Holz feststellen. Kann das ein Pilz sein?



      Btw. Vielen Dank an den Admin für den neuen Rang :)
      Bilder
      • IMG_20200523_172654.jpg

        2,85 MB, 3.120×4.160, 3 mal angesehen
      Where are the lads that stood with me, when history was made?
      A Ghra Mo Chroi, I long to see the boys of the old brigade.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Saarfuchs ()

    • hab mit mal sowas ähnliches gebaut, da ging es um die Frage wenn ich alleine unterwegs bin wie könnte ich mir Gesindel und Viehzeugs vom Leib halten? Welche meiner Fähigkeiten kann ich dazu am effektivsten einsetzen. Heraus gekommen ist ein schöner Wanderstock aus massiver Buche, mit der Länge eines Langschwerts. Warum Langschwert? 15 Jahre Training damit sollten mit eventuell in die Lage versetzen mich zu wehren, aber hoffe es das dazu nie kommt.
      "Haha irgentwie bin ich der "will haben, jetzt!" Strategie lange genug gefolgt, die ja im Grunde genommen äußerst konträr zum Bushcraft Grundgedanken ist. Deshalb versuche ich erstmal alles mit vorhandenen Mitteln zulösen, da freut sich der Geldbeutel."
      -Pat Rainerson
    • Interessantes Thema!
      Auch ich freue mich schon auf die ersten Fotos, zumal ich mir einen Spazierstock, angelehnt an ein schottisches YouTubevideo, aus Hasel geschnitten habe. Der Youtuber ist verfechter von Eberesche (wenn ich das richtig übersetzt habe, da in der schottischen(?) Mythologie die Eberesche und so - ich glaube, mein Englisch war dann doch zu eingerostet und ich habs mir auch nicht gemerkt.

      Der Haselstock geht mir bis unters Kinn und ist, seitdem er trocken ist (geschält eh gleich am Anfang) schon leicht und stabil. Was Schwarzdorn besser kann als Hasel kann ich nicht beurteilen.

      Edith :D

      musste bisschen kramen, aber hab ihn gefunden (ist halt auch noch früh am Tag)
      Grüße vom Largo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von el_largo ()

    • @all schön, das es so viele Interessenten an dem Projekt gibt :)

      @Pat Rainerson Buche ist aber sehr schwer, oder?

      @el_largo die Eberesche ist in der keltischen Mythologie als Lebensbaum oder auch Glücksbaum bekannt. Deswegen gern als Baum im Garten oder an den Feldern gepflanzt. Hab in Irland schöne Glücksbringer aus Ästen oder den Beeren gesehen. :)
      Where are the lads that stood with me, when history was made?
      A Ghra Mo Chroi, I long to see the boys of the old brigade.
    • Ookami schrieb:

      Saarfuchs schrieb:

      ach guck, im Schwarzwald. Aber auch leider 3 Stunden einfacher Weg... :(
      Mein lieber Scholli, bis vorhin mochte ich Dich leiden X( . Albstadt im Schwarzwald X( .


      Oh, hoffe du kannst mir diesen groben Schnitzer irgendwann verzeihen. :shock:
      Ich gelobe Besserung ;)
      Where are the lads that stood with me, when history was made?
      A Ghra Mo Chroi, I long to see the boys of the old brigade.
    • @Albbaer unter der Knechtschaft der Briten war den Iren so einiges verboten. Von daher kann das gut sein.
      Waffen, Landbesitz, Wahlrecht, Lebensmittel.
      In der irischen Geschichte ging es dauerhaft rund und gipfelten dann letztendlich in den Troubles der 60er, 70er Jahre.
      Die IRA entstand um, nach Ausrufung der Republik, den besetzen Norden an Restirland anzugliedern und die Unterdrückung der Iren zu beenden.
      Aber das wird dann an dieser Stelle sehr politisch und sollte eventuell ausgespart werden.

      Hier gehts ja nur um ein schlichtes aber schickes Stück Wald :)
      Where are the lads that stood with me, when history was made?
      A Ghra Mo Chroi, I long to see the boys of the old brigade.