Das "Tetrahessdron" oder hessisches Tensahedron - Hängemattenaufhängung ohne Baum

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    • Das "Tetrahessdron" oder hessisches Tensahedron - Hängemattenaufhängung ohne Baum

      Da ich mich nun auch mal im kultivierten abhängen Versuchen möchte und ja gerne bastle, bin ich neulich über ein transportables Hängemattengestell gestolpert:
      Das "Tensa 4" Im Prinzip ein Tetraeder der schon zig Jahre für die Aufhängung von Hängematten genutzt und seit 2018 von der amerikanischen Firma Tensaoutdoor gebaut und vermarktet wird.
      Im Netz stolpert man bei dem Suchbegriff "Tensahedron" über unzählige Eigenbauvarianten.
      Das Geniale bei der Konstruktion ist, dass man eigentlich nur einen Befestigungspunkt benötigt der ca. die hälfte des Körpergewichtes aushalten muss.

      Nachdem ich aber bei YT einen sehr sympathischen Hängemattenbewanderten (shugemery) von dem Teil habe schwärmen hören und eine Möglichkeit gesucht habe zum einen mal eine Hängematte indoor aufzuhängen als auch beim "normalen" Camping machte es klick.
      Ich recherchierte mich durch diverse Threads auch im US-Forum und fand einen geposteten Link zu einem spanischen Blog auf dem jemand eine aus meiner Sicht ziemlich gute Lösung gebaut hatte.
      ...so sollte es werden!
      Da ich gerne solche Bastelprojekte mache habe ich mich also mal den Hängematten-Tetraeder herangewagt.

      Erstmal shopping, sägen und viiiiel entgraten:

      Dann Zusammenbau und erstes Probeliegen:

      Das Ergebnis ist exakt so geworden wie ich es mir vorgestellt habe.


      Ich habe viel gelernt z.B. spleißen vom @Bernd Odenwald und dass diese "Rohr-Klick-Nubbsies" offiziell "Arretierungsfedern" heißen etc.

      Das Gestell ist erstaunlich stabil und hält mich (rund 95Kg) problemlos aus. Und das obwohl die Rohre aufgrund der Differenz von je 1mm Innen- zu Außenduchmesser, beim Aufbauen und unter Belastung nicht ganz gerade laufen.


      Auch die Bolzen der Arretierungsfedern hätte ich mir etwas dicker als die 5mm gewünscht, habe ich aber zeitnah nur so bekommen. Dicker, stabiler und schwerer geht aber immer...

      So sieht das Teil zerlegt aus:

      Gewicht: 5,2 Kg
      1160g je Stange
      325g Kordels und Karabiner
      218g Wurmis

      Für die Nachbauer:
      Alles in allem hat mich das Projekt gekostet:
      13 € für zwei Schraubheringe "Wurmi" (Obelink)
      10€ für 20 Arretierungsfedern (Obelink)
      6,50€ für 12 Stuhlbeinkappen (Amazon)
      ca 40€ für die Alurohre (ebay: 35mm, 30mm und 25mm Aufendurchmesser, Materialstärke 2mm)
      und 5-10€ für die Schnüre (Extremtextil)
      Karabiner und Paracord waren vorhanden.

      Den Zeitaufwand würde ich mit etwa 4-5h veranschlagen.
      Am meisten hat das Entgraten aufgehalten. Das Tuning der Kordeln und Bänder dann zwar auch noch etwas aber das war nicht so ´ne Fließbandarbeit
      "...ich will´s ein Bisschen schöner machen, reines Überleben turnt mich ab!"
      Cody Lundin, Survival Duo 1. Staffel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Randriedi ()

    • Tolle Idee und super Umsetzung, aber als alter Hänger sag ich's mal gerade heraus... ich ziehe zwei ordentliche Bäume der Konstruktion vor ;( Aber vielleicht bin ich ja auch einfach nur ein Schisser 8|
      Gruß
      Amon

      PS: ja ich weiß, es soll ja eine Alternative zu den zwei Bäumen sein, hab schon verstanden ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Amon ()

    • @Randriedi
      Erst mal ein ganz dickes Lob und Hut ab vor deinem Werk! Sieht genial aus, wirkt leicht und dennoch stabil und nach deinen Angaben auch recht kostengünstig.
      Auch wenn ich kein Hänger bin (lieber im Zelt) habe ich dennoch ein paar theoretische Anmerkungen und vielleicht auch Verbesserungsvorschläge:

      da ist zum einen das Bodenlager: auf den Bildern stehen je zwei Stangen "nur" mit einem Pfropfen auf einem Steinboden. Dadurch hält das natürlich wunderbar. Meine Frage hier ist, ob es bei weniger festen Untergründen (Wald / Laub / Sand...) vielleicht auch andere Lösungen geben kann / soll? Mein erster Gedanke war eine massive Bodenplatte aus Gusseisen ;) Im Ernst, was wäre mit einer Gitterplatte, in welcher die Stangen aufgenommen werden können.

      Dann noch die ganz praktische Frage:
      Wirst Du die Konstruktion nun immer dabei haben, quasi als Immer-Dabei-Alternative zum Baum oder nur, wenn die Alternativlosigkeit schon feststeht?
    • @Amon da hast du völlig recht, Bäume sind wesentlich besser aber da ich auch ein WoMo habe und mei Pubertistentöchterlein gerne in der HM chillt ist das quasi ein Invest in den Familienfrieden da nun unabhängig von Bewuchs das Hängen mögluch ist.

      @Steuermann was ich bisher von der Hängemattenszene gelernt habe ist, dass es oft besser ist mal weniger ingenieurmäßg und stabilitätsbedacht zu denken "...das geht schon irgendwie..." und "...was sich biegt bricht nicht gleich ab" ...so in der Art.
      In losem Untergrund werden die Gummistopfen etwas einsinken maximal bis zur Kordel denk ich. Ggf ein Brettchen unter jede Seite und gut ist...
      Mitnehmen werde ich das Teil im WoMo und im Auto und in Ausnahmefällen auf dem Fahrrad.
      Bevor ich das Ding trage penn ich lieber auf dem Boden ;)
      Anwendungszweck ist eher unlimitiertes chillen in der Matte indoor und wenn keine Bäume da sind darüber hinaus soll das Töchterlein drin schlafen damit es im Kastenwagen nicht so eng ist ;)
      "...ich will´s ein Bisschen schöner machen, reines Überleben turnt mich ab!"
      Cody Lundin, Survival Duo 1. Staffel
    • Einen Teil der Aufliegelast dürfte ja auch der querlaufende Spanngurt übernehmen. Vielleicht noch Autogurtbreite (dürfte in der Anschaffung recht günstig sein) und zwei Kunststoffteller als optionale Auflageflächen sollten das Einsumpfrisiko nochmal minimieren? Wenn Du einen breiten Gurt (der Abstand ist ja fix, oder?) durch zwei Kunststoffteller führst bist Du mit Gurt und Teller auch auf Null-Niveau, was die Auflagefläche vergrößert?!