Kurzes Review zum Carinthia G350 Schlafsack

  • So hier mal ein kleiner Bericht zum Carinthia G350.




    Ich habe den G350 jetzt schon eine Weile, und konnte ihn unter verschiedenen Bedingungen und Temperaturen testen.

    Soweit bin ich mit ihm echt zufrieden er macht seinen Job doch recht gut.

    Ich habe ihn mir in der Größe M mit Reißverschluss links gekauft, was bei meiner Größe von ca 1.84m und ca 80Kg passt.

    In der Größe M hat er eine Länge von 215cm und ein Gewicht von 1800 Gramm laut Hersteller. Der G350 ist recht geräumig und auch für Personen mit mehr Volumen als ich geeignet, so das ich doch recht viel Platz in dem Sack habe und mich keinesfalls beengt darin fühle, was an anderer Stelle doch zum Nachteil wird.


    So jetzt zu meinen Erfahrungen die ich mit dem Schlafsack gemacht habe :


    Er kam bei mir zu unterschiedlichsten Bedingungen zum Einsatz. Der Temperaturbereich in dem ich ihn bisher benutzt habe liegt so ca zwischen 0° bis -10°.

    Geschlafen wurde eigentlich immer in langer Unterwäsche (kein Merino) plus Mütze und Socken.

    Es waren Nächte dabei wo ich nur den Schlafsack und die Isomatte (Klymit Static V Insolatet) benutzt habe, dann mal nur unter einem Tarp oder in meinem Biwaksack (Snugpak Stratosphere).

    Bei einer Nacht unter freiem Himmel fing es nachts dann mal etwas an zu regnen (ganz leichter Nieselregen) , was dem Schlasack aber nichts ausmachte da das verwendete Shellproof Ultra (Wasserabweisendes) Außenmaterial gut funktionierte. Ebenfalls ist mir auch schonmal etwas Wasser in den Sack durch den Reißverschluß gelaufen, da über Nacht meine Isomatte die Luft verloren hatte 8| . Aber trotzdem hat er mich noch warm gehalten.


    Jezt mal zu den Temperaturangaben :


    Carinthia hat für den G350 folgende Werte angegeben : Komfort Limit für Männer -14,1° und Extreme -34,8°

    Was mich betrifft kann ich den Angaben vom Komfort Limit -14,1° bis jetzt zustimmen. Wobei es ja immer darauf ankommt wie die Gegebenheiten sind wie zb Müdigkeit, Erschöpfungszustand etc. aber das wisst ihr ja selber.

    Bei meiner letzten Nacht unterm Tarp bei -10° und zwischendurch etwas Wind war mir morgens doch nicht mehr so richtig warm. Zwar nicht kalt aber doch etwas kühl.



    Was unter anderem auch bestimmt daran liegt das ich doch bei meiner Statur recht viel Platz in dem Schlafsack habe, und relativ viel Raum aufwärmen muss.

    Daher denke ich das ,daß Limit von -14,1° ohne große Zusatzkleidung bei mir schon ungefähr hinkommen könnte, wenn ich mich vor dem Schlafenlegen nicht total verausgabt habe.

    Andersherum kann ich aber auch ohne Probleme einen zweiten Schlafsack mit in den G350 nehmen ohne das es zu eng wird um ihn dann auch noch für tiefere Temperaturen zu nutzen.

    Ich habe mich zu Hause mal mit dem Carinthia Tropen in den G350 gelegt, was gut zu passen scheint, Platz ist ausreichend vorhanden. Damit wären evtl dann auch so ca -18° bis -20° möglich. In der Theorie. Ähnlich wie bei der Kombi Defence 4 + Tropen.

    Besser geeignet als den Tropen halte ich aber zb den G180 oder einen ähnlichen.

    Der zusammen mit dem G350 damit könnte man glaube ich schon einen großen Temperaturbereich abdecken.

    Ebenfalls habe ich mich zur Probe mal mit dem Mountain Hardwear Lamina -9 in den G350 gelegt. Das wird jedoch echt Kuschelig und man fühlt sich dann wie eine Raupe kurz vor dem schlüpfen.


    Was mir nicht so gut gefällt :


    Da sind 2 Punkte die mich etwas stören an dem Schlafsack.

    1. Wenn man den Reißverschluss schließt bleibt er doch hin und wieder an der Wärmeleiste dahinter hängen und verklemmt etwas. Da muss man etwas aufpassen. Aber mit etwas Übung geht es.

    2. Der Schlafsack hat innen auf der Rechten Seite zwei Kordeln. Eine zum zuziehen der Kaputze und eine zum zuziehen des Wärmekragens. Wenn man sich jetzt schön eingekuschelt und Kaputze und Wärmekragen zugezogen hat, hat man zwei lange Kordeln neben sich im Schlafsack rumfliegen. Das finde ich doch etwas störend. Das hat glaube ich Dachs auch mal erwähnt.





    Eine Sache die ich nicht so ganz verstehe ist warum Carinthia auf ihrer Hompage den Defence 4 als 3-Jahreszeiten Schlafsack deklariert und den G350 als Winter bzw Expeditios Schlafsack im Nordeuropäischen Klima. Da die beiden Säcke Themperaturmäßig doch recht nahe beieinander bzw fast identisch sind :/ .


    LG Micha

  • Hallo Survival Michi, überlebt haste ja... ;)

    Eine Sache die ich nicht so ganz verstehe ist warum Carinthia auf ihrer Hompage den Defence 4 als 3-Jahreszeiten Schlafsack deklariert und den G350 als Winter bzw Expeditios Schlafsack im Nordeuropäischen Klima.

    Das könnte daran liegen, daß Du ein altes Modell hast, bei dem das noch nicht stand! Der neue wird nun erst so gekennzeichnet. Er hat eine komplett neue Füllung bekommen mit noch besseren Eigenschaften bei Feuchtigkeit und eine antibakterielle Beschichtung.

    Das merkt man spätestens dann wenn man auch mal im "Nordeuropäischen Klima" damit war. Der D4 wurde/wird nach total veralteten Leitlinien der Armeen gefertigt...Frag nicht was früher bei den Fachhändlern für Temperaturangaben standen und was "Militärangehörige" dort geliefert und verbreitet haben.



    Einfach mal in den Norden fahren und unter realistischen Tourenbedingungen Schlafsäcke miteinander vergleichen. In dem Fall hier ein perfektes Gegenstück aus Daune der Firma Yeti(gibt es nun nicht mehr, wurde komplett überarbeitet), wo auch die Maße und Wettereigenschaften nahezu identisch sind.


    2. Der Schlafsack hat innen auf der Rechten Seite zwei Kordeln. Eine zum zuziehen der Kaputze und eine zum zuziehen des Wärmekragens. Wenn man sich jetzt schön eingekuschelt und Kaputze und Wärmekragen zugezogen hat, hat man zwei lange Kordeln neben sich im Schlafsack rumfliegen. Das finde ich doch etwas störend. Das hat glaube ich Dachs auch mal erwähnt.

    Dann nimmste einfach einen, der die Kordeln auf der linken Seite hat!



    Oder noch besser, kaufst noch einen Lamina im gleichen Temperaturbereich der garkeine Zugbänder mehr hat, weil der Wärmekragen ja eh fehlt und nur noch ein Wärmewulst auf Brusthöhe liegt. Ein außen liegendes Zugband was einfacher zu fertigen ist, wo man nachts durch die Gesichtsöffnung nach draußen greifen muß:



    Wenn es morgens auf der Klymit kalt wird, weil der Stoffwechsel zwischen 3 und 5 Uhr runter fährt, dann immer schön auf die Seite legen und nicht so wie die Testpuppe auf dem Rücken im Labor! Da haben die Laminas die beste Wärmeleistung... Vielleicht noch zu dem Biwaksack ne Elefantenhaut drunter und ne Alufolie aus dem Survival Bereich. Dann gehört der Tropen immer außen rum, habe ich damals bei BCD so gelesen. Zur Not da immer vor einer Übernachtung die Experten fragen! 8)


    1. Wenn man den Reißverschluss schließt bleibt er doch hin und wieder an der Wärmeleiste dahinter hängen und verklemmt etwas. Da muss man etwas aufpassen. Aber mit etwas Übung geht es.

    Gut daß es noch so eine Wetterschutzleiste für den Reißer gibt, das haben sonst nur teure Expeditionsschlafsäcke. Einen Klemmschutz mit Gewebeband gab es früher auch bei WM, die haben heute nur noch einen vernähten Plastikstreifen.

    Man greift den Reißer mit Daumen und Mittelfinger und lässt den gekrümmten Zeigefinger einfach vorlaufen und drückt mit dem Knöchel das Material weg. ;)


    Gruß Eisi! :dolldrueck:

  • da muss man aber mit dem Dauemen gegenwirken hat man mir gesagt. Ansonsten, selbe Punkte wie bei mir, zuviel Platz für Asketen in den Säcken :D

    Ja das mit dem Daumen habe ich mittlerweile auch raus, dann klappt es :thumbup: . Ja etwas zuviel Platz für uns Gazellen wa ? :thumbsup: Aber dafür halt die Option den noch zu mit einem 2ten Sack zu benutzen.



    Ja mit dem Gedanken hatte ich auch schon mal gespielt, ihn aber wieder verworfen. Ich lass das jetzt erstmal so.





    LG : Micha