Feuerverbot

  • Ich finde solche Maßnahmen auch erst mal befremdlich. Man hat wohl Bedenken, das ein Grill (evtl. sogar die Kippe?) dann doch sehr nah am trockenem Wald (Grundstücksgrenze) steht? Nichts genaues weiß man nicht. Ein Verbot im kompletten Gemeindegebiet klingt erst mal nach übertriebenen Aktionismus. Vielleicht wäre bessere Aufklärung mit z. B. 'nem Flyer und sowas eine bessere Maßnahme.

    Ich hatte auch schon mal einen Nachbarn, der mit seinen Kumpels abendliche Zechorgien unter den Bäumen veranstaltete. Bin froh, das der da nicht mehr wohnt und die Siedlung noch steht.

  • Solche Feuerverbote auf Kommunalebene kenne ich aus Österreich ebenfalls. Die haben aber oft nicht die Bushcrafter, Wildcamper od. Griller im Visier (Raucher bekommt man eh nicht unter Kontrolle) sondern eher jene die z.B. Gartenabfälle oder Überbleibsel aus landwirtschaftl. Produktionen im größeren Stil verbrennen. Bei den anhaltend trockenen Jahren mit höchster Waldbrandstufe hat dies ja seine Berechtigung. Wollte letztes WE campieren mit gepflegtem Lagerfeuerchen, hab die ganze Aktion allerdings vor Ort kurzerhand abgeblasen da einfach zu trocken und damit zu gefährlich ...

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    Frischluftdeppert
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  • ich bin auch erst mal erstaunt über die Maßnahme.

    Aber gut, gehen wir erst mal davon aus, dass es rechtlich möglich ist. Warum die ganze Gemeinde? evtl. weil es in der Beschlussfassung einfacher ist.

    Wenn man sich das in Rede stehende Gemeindegebiet ansieht, ist es zu rund 40% bewaldet, 20-30% bebaut und der Rest Freifläche / Hang.

    Da ich mehr nicht kenne, mag ich nicht auf die Gemeinde als solches eingehen.


    Generell sehe ich bei starker Trockenheit ein ein Verbot des offenen Feuers bei besonders gefährdeten Gebieten durchaus als gerechtfertigt an. Und ja, auch die brennende Zigarette zählt unter "offenes Feuer", ebenso wie ein Grill, Lagerfeuer, Petroleumlampe und Gaskocher im Freien.

    Ob von all den Punkte bei jedem Mitbürger die gleiche Gefahr ausgeht, darf getrost in Frage gestellt werden: sicherlich nicht.

    Aber wie differenzieret man die (Neunmal-)Klugen von den Weisen?


    Das wird durch eine Gemeindesatzung, eine Verordnung oder ähnliches wohl schwer fallen.

    Bei Feuer habe ich ehrlich gesagt so meine Probleme, ausschließlich auf die Einsicht und die Freiwilligkeit aller Beteiligten zu bauen.


    Wie schnell ein Funke in einer Katastrophe enden kann, wissen wir alle oder können es an jährlich wieder vorkommenden Beispielen nachvollziehen.

    (ich darf an den Waldbrand in den Alpen auf Sylvester, den Brand in einem Wohngebiet an einer Bahnstrecke in Siegburg u.ä. erinnern)


    Bei uns vor Ort, hinterm Haus liegt eine Wiese, rund 150x500m, wird 1-3x im Jahr von einem Bauern gemäht und liegen gelassen, keine Nutzung außer Hundewiese und Grillplatz. Hier kam es vor ein paar Jahren zu einem größeren und durchaus für die Anwohner bedrohlichen - weil sich schnell ausbreitenden - Flächenbrand, verursacht durch Unachtsamkeit. Ein andermal durch Vertreter der jüngeren Pyro-Test-Fraktion (14-15 Jahre). Fragestellung: kann man eine Sylvester-Rakete im Sommer zünden (Antwort: ja. allein durch Nachdenken zu erhalten), reicht es zum Abschuss aus, wenn man diese einfach nur in die trockene Erde steckt (nein, die Reibung zwischen Erde und Abschussstock ist zu hoch) und ist das trockene Graß der als Abschussrampe genutzten Wiese hinreichend feuerfest (Antwort: nein, ist es nicht. Auch das hätte man durch einen weniger aufwendigen Versuch vortesten können.)


    Warum so ausführlich? Weil mich das Szenario immer noch ärgert und damals das Feuer erst kurz vor unserem Grundstück gelöscht werden konnte während man immer noch nach den Pyros sucht. :evil:

    Ich empfand es als bedrohlich und wäre der Stadt dankbar, wenn sie zumindest dort offenes Feuer untersagen würde. Kann sie aber nicht so einfach, da die Wiese privater Grund und Boden ist. Daher ist dort der Eigentümer verantwortlich. Würde er das Schild aufstellen, könnte er sein Hausrecht durchsetzen. Nicht aber die Stadt oder andere Mitmenschen. Das ginge nur, wenn die Stadt eine entsprechende Satzung hätte und ggf. ein bestimmtes - weil gefährdetes - Gebiet entsprechend ausweisen und mit einem Feuerverbot belegen würde.


    Das aber wieder könnte dann zu Gleichheitsdiskussionen u.ä. führen, weswegen es für die Gemeinde / Stadt wohl einfacher ist, ein gemeindeweites Verbot zu verhängen. Und wenn dann offenes Feuer untersagt ist, dann dem Wortlaut gemäß wohl alles.


    Ob und wie das durchgesetzt werden soll / kann / muss / darf? Keine Ahnung.

    Und ob es ratsam ist einem Raucher in einer geschlossenen Bebauung (Asphaltierte Straße, + Schottergarten) das Rauchen zu verbieten, ist genau so fraglich wie die brennende Kippe auf einer knochentrockenen Wiese zu entsorgen.


    Hier wäre m.E. bei der Durchsetzung großes Augenmaß gefragt.

    Generell aber sollte gelten: passt auf Eure :campfire: auf!

  • Steuermann , ja Du hast Recht, in Deutschland gibt es zu viele Idioten.

    Nicht umsonst ist auch in Deutschland wildcamping verboten.

    Besagter Ort des Grillers ist mitten in der Ortschaft, kein Wald in der Nähe.

    Und wenn da so rigeros vorgegangen wird, muß auch gegen jeden Raucher so vorgegangen werden.


    Und bei der Wiese in Deiner Nachbarschaft müsste die Stadt schon eine Handhabe haben die Stadt muß dem Eigentümer nur klar machen, daß er verantwortlich ist, falls er nichts dagegen tut?

  • das mit der Wiese ist so ein Problem:

    Offen zugänglich, dennoch privater Grund. Steht nur nirgends. Eigentlich sind auch alle mit dem Zustand zufrieden. Nur eben nicht bei trockenen Wetter, Grillsaison eben. Ist aber hier nur ein spezielles Spezialproblem. Übrigens liegt die Weise zwischen zwei bebauten Straßenzügen.

    Wald ist nicht unbedingt notwendig für ein großflächiges Brandgeschehen.



    Meine Meinung zum Thema offenes Feuer:

    Allgemeine Regelung auf Gemeindeebene treffen, gezielte Ansprache mit großzügigem Augenmaß und erst im 2. Schritt entsprechende weitere Maßnahmen ergreifen. Es sei denn Gefahr im Verzug. Aber dann ist das mit der Ansprache eh Asche...

  • Hej hej.


    Hier in Schweden wird das ja immer abgestuft.


    Feuerverbot an öffentlichen Orten.

    Feuerverbot auf privaten Grundstücken.

    Grillverbot an öffentlichen Orten.

    Grillverbot auf privaten Grundstücken.


    Oft sind Gasgrills davon nicht betroffen. Des weiteren werden beim offenen Feuer oft Unterschiede gemacht.

    Ein Trangia in einem Hobo ist KEIN offenes Feuer (im Sinne von (Holz)Feuer). Das ist aber oft Auslegsache des Rangers, des Kontrolleuers.


    Im Söderåsen-Nationalpark ist offenes Feuer überhaupt verboten, nur an offiziell zugelassenen Feuerstellen erlaubt.

    Aber einen Kaffee mit dem Trangia gekocht, ist kein Problem.


    *winks* Ted (der hofft, dass es nicht so schlimm wird).

    PS: Ich bin umgezogen. Wer mich sucht, findet mich im Wald ;-) .


    "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)

  • Wer von Euch zu 100% sagen kann, er hat sein Feuer, Grill, offene Flamme immer unter absoluter Kontrolle, der kann sich über ein allgemeines Feuerverbot aufregen.

    Für alle anderen 99,9% sehe ich ein allgemeines Feuerverbot in der jetzigen Situation für erträglich und angemessen.


    Und ja, Kippen wegschnippen ist rücksichtslos, dämlich und zur Zeit gefährlich und leider viel zu billig in der Strafe. Kippen sind eh Sondermüll.

  • Beitrag von Emil_Strauss ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Bei uns in Finnland läuft das so....


    Ich verlinke die Warnkarte von fmi.fi dem finnischen Wetterdienst.

    Bei und ist das generell für die jeweilige Region/Bundesland geregelt.


    https://www.ilmatieteenlaitos.fi/varoitukset


    Es gibt unterschiedliche Warnungen wie Wind, Wellen, Glätte und eben auch Brandgefahr.

    Ab Stufe orange ist offenes Feuer verboten, wenn man bei Stufe rot noch zündelt wird es sehr teuer.

    Fackelt man aus Dummheit bei Warnstufe rot eine Wiese oder einen Wald ab gehst du in den Knast.

  • https://www.stadt-gemuenden.de…_im_Gebiet_der_Stadt.html


    Kurzzusammenfassung, keine eigene Meinung:

    jegliche Art von Offenem Feuer, ausgenommen Gasgrill sofern er vollständig gekapselt ist.


    Alles andere lt. Webseite nicht gestattet.

    Dazu der Hinweis auf Regressforderungen im Schadensfall.


    Zu supi :

    einfache, klare Zeichen, muss man noch nicht mal viel lesen.

    Einfache klare Worte, man weiß, was kommt wenn man Mist baut.

    Was braucht es mehr?

  • Ehrlich gesagt... so blöd wie sich manche Leute anstellen... vielleicht gar kein Fehler.

    Nachdem ein Nachbar meiner Eltern es sogar hinbekommen hat mit einem Pizzaofen auf der Terrasse einen Feuerwehreinsatz auszulösen... :rolleyes:


    Ich denke hier geht es einfach darum Extremsituationen zu vermeiden. Die Feuerwehren haben schon alle Hände voll zu tun. Bei diesem Wetter einfach das Risiko mehrere Brandherde zur gleichen Zeit angehen zu müssen zu reduzieren ist sinnvoll. Vor allem wenn die Gemeinde weiss, dass Gefahr besteht dies nicht wuppen zu können.

  • Shamrock , dann soll es aber auch konsequent umgesetzt werden und auch jeder Raucher im Freien sanktioniert werden

    Wieviele Waldbrände gingen von heimischen Grills aus? Wieviele von Zigaretten?


    Inzwischen ziehen mehrere Gemeinden nach.

    Einige erlauben allerdings trotz Feurveebot noch das heimische Grillen in geeigneten Geräten.


    Eine Gemeinde warnt zudem auch, daß auch Kraftfahrzeuge bei dieser Trockenheit Brände auslösen können.

    Und da sehe ich persönlich eine größere Gefahr.

  • musher

    Da bin ich zum großen Teil bei Dir! Das Rauchen im Wald sollte strikter geahndet werden. Ein Rauch-Verbot auf öffentlichen Flächen, Parks, Schwimmbädern, etc. pp. würde ich auch stark begrüßen.

    Das Rauchen auf dem eigenen Balkon/Terrasse sehe ich schwierig zu verbieten. Sofern die Zigaretten vernünftig entsorgt werden. Das Schnippen vom Balkon oder sonstige unfachgerechte Entsorgung würde ich in Deutschland auch stärker ahnden.


    Gut, selten wird auch der heimische Grill in den Wald geschleppt und dort genutzt. Wie erwähnt sehe ich da eher die Unterbindung von zusätzlichen Bränden während eines Wald-/Flächensbrandes... da ist das letzte was du brauchst noch ein in Flammen stehender Grill in der Wohnsiedlung während die gesamte Mannschaft einen Waldbrand bekämpft.


    Absolut. Allein wie oft ich schon auf der Autobahn brennende Vehikel stehen sehe... Schwierig,

  • Wieviele von Zigaretten?

    ... nicht von der Zigarette sondern von der Unvernuft vieler Raucher. Wenn ich eine Zigarette aus mache, ist Sie aus und verschwindet danach in meinen Taschenaschenbecher . Auch rauche ich nur auf befestigten Wegen oder Lichtungen auf einer Bodenbewuchsfreien Stelle. Wer die Kippe in die Natur wirft, hat halt nicht alle Latten am Zaun!


    während die gesamte Mannschaft einen Waldbrand bekämpft.

    .. und sich oft genug, in den seltenen Pausen... eine raucht ;)

    Alles Liebe aus Aachen, Walter ;)
    Meine Fotoalben


    Einmal editiert, zuletzt von Walter () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Walter mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • ... nicht von der Zigarette sondern von der Unvernuft vieler Raucher. Wenn ich eine Zigarette aus mache, ist Sie aus und verschwindet danach in meinen Taschenaschenbecher . Auch rauche ich nur auf befestigten Wegen oder Lichtungen auf einer Bodenbewuchsfreien Stelle. Wer die Kippe in die Natur wirft, hat halt nicht alle Latten am Zaun!


    .. und sich oft genug, in den seltenen Pausen... eine raucht ;)

    Na, solange der Brand noch nicht gelöscht ist macht das den Braten auch nicht mehr fett. *hust

    Aber im Ernst... Ich bin Pfeifenraucher. Aber im Sommer bleibt die Pfeife daheim wenn es in den Wald geht. Herbst, Winter und Frühjahr mache ich das genau wie Du auch. :) Habe da eine Aludose dabei für Asche und Filter in der Hosentasche.