Basisschicht/Schlafanzug

  • schwarzzelter und Schwede :


    Ja, damit kann ich auch was anfangen, vielen Dank!



    Also einmal antworte ich jetzt noch auf das themenfremde Zeug in diesem Thread:

    Zitat von Memento


    Kein Grund, patzig zu werden.

    Ich habe oben schon ausgeführt, daß es mir persönlich fremd ist, anhand von Formulierungen auf die Gemütslage des Schreibers zu schließen.

    Meine "Patzigkeit" löst sich förmlich im Nichts auf, wenn man sich vorstellt, wie einem ein guter Kumpel auf die Schulter klopft und dabei lächelnd das ausspricht, was ich hier "patzigerweise" geschrieben habe.

    Anscheinend sind die Leute, die hier Unhöflichkeit rauslesen WOLLEN, derart traumatisiert, daß sie sich gar nicht vorstellen können, daß man auch Wörter wie "Narr" oder "Grundgütiger" auch nett sagen kann. Stattdessen wird reflexhaft davon ausgegangen, daß der Typ am andern Ende der Leitung bösartig, unverschämt und unhöflich irgendwelche Dinge von sich gibt.


    Warum wird hinter jeder Ecke böses vermutet? Ich mein, ich kann mir schon vorstellen warum, aber das ist doch Scheiße, so ändert sich ja nie was bzw. so geht unsere Welt unweigerlich dem Abgrund entgegen.


    Im Übrigen schreibe ich die persönliche Anrede groß, im Gegensatz zu Dir bspw. Soll ich Dich jetzt auch deswegen ankacken, weils unhöflich ist persönliche Pronomen klein zu schreiben? Oder sollte ich mir viel eher denken, daß das so außer Mode bzw. in Vergessenheit geraten ist, daß der Typ am andern Ende wahrscheinlich gar keinen Gedanken daran verschwendet hat?


    Zitat von Memento


    Du kommst zu uns und erwartest erstmal etwas. Nämlich eine Antwort auf deine Frage.

    Da hast Du direkt den Beweis für obige Ausführung erbracht.


    Wo erwarte ich etwas? Ich habe wörtlich darum GEBETEN, Erfahrungen mit mir zu teilen. Keine Ahnung wie das bei Dir so ist, aber wenn ich jemanden um etwas bitte, erwarte ich nicht, daß es mir auch gewährt wird.

    Womöglich ist genau diese Erwartungshaltung das Problem bei den paar Leuten hier, die sich an dieser Bagatelle hier aufhängen. Kann sein, daß Euch im Leben entweder alles, was Ihr je wolltet ohne Umschweife gewährt wurde oder eben noch nie, dann ist das natürlich klar, daß man an alles mit einer Erwartung herangeht.


    Je mehr man erwartet, desto öfters wird man enttäuscht. Das ist aber stets das Problem des Erwartenden.


    Und man sieht ja am Verlauf ganz deutlich, was das hier für ein Schmarrn ist. Statt irgendwie das Thema themenbezogen zu halten, treten aus den Ecken irgendwelche Sittenwächter hervor, um hier konkret den Lesefluß zu stören.

    Schreibt mir halt per PN, daß ich hinter jeden Satz Smilies zu setzen habe, anstatt dieses Thema (was evtl. sogar anderen zum Nutzen gereichen könnte) hier voll zu müllen :/ (<- besser so?)


    Zitat von Memento


    Niemand wird dich zwingen, dich in der digitalen Welt zu bewegen.

    Das ist wie mit dem Impfen, da gibt es insofern auch keinen Zwang.

    Wenn aber Dein Lohn, Deine Einkäufe, etc. alles nur noch digital geht, dann hast Du natürlich immernoch die Wahl, ob Du komplett aus dem System aussteigst oder drin bleibst, dann aber mit allen Konsequenzen. Du wirst dann zumindest dazu gezwungen, Dich zu entscheiden.

    Nicht so wie im Moment noch, wo man sich quasi noch die Sahnestückchen rauspicken kann.


    Der Wendepunkt wird sein, wenn das Bargeld abgeschafft ist und Du Deine Krankenversicherung digital bezahlen mußt. Dann sind alle, die keinen Bock mehr (oder nie Bock) auf das haben (hatten), allerspätestens dazu gewzungen, sich zu entscheiden.



    Jedenfalls bedanke ich mich explizit bei allen, die themenbezogen geantwortet haben für Eure Hilfe. Bewahrt Euch die Lockerheit im Umgang mit ungeschriebenen Regeln, sonst gleicht Deutschland bald noch mehr dem Ozeanien aus 1984.


    Beste Grüße

    Aki


    Achja :dolldrueck:

  • Ach was!

    Erst wenn der letzte Fisch gerodet und der letzte Baum gefangen ist werdet Ihr merken, dass Ihr etwas verwechselt habt!
    Letztes Wort, Häuptling der Wildkatzen 1758 - 2029

    „Herr Janosch, wo macht man Urlaub?” - „Überall, wo zwei Bäume sind. Vorausgesetzt, man macht es wie Wondrak und hat immer eine Hängematte dabei. Dann ist das ganze Leben quasi Urlaub.”


    Ich antworte manchmal auf Fragen, die keiner gestellt hat.

  • Cooler Diskussionverlauf, der Schwenk von Outdoor-Schlafunterwäsche zur Abschaffung des Bargeldes braucht hier nichtmal 5 Beiträge ... Was solls, zurück zum Thema:


    Hab hier ein paar Teile im Fundus nach denen Du gefragt hast Aki. Was Haptik betrifft liegt wohl Icebreaker mit seinen Merinosachen im Spitzenfeld, deren 200erter Stärke fühlt sich für Wolle direkt auf der Haut recht angenehm an, der Stoff ist gefühlt vergleichsweise glatt. Klar wird auch das ein wenig kratzen, vor allem wenn es neu oder frisch gewaschen ist. Die Quali ist aber durchwegs gut, da kommt eigentlich nur Devold ran, was Hautverträglichkeit anbelangt hat allerdings Icebreaker die Nase vorn wie ich finde. Die HotWool Sachen von Aclima sind durch die Frottee-Webart klar wärmer als deren normale Merinowäsche in 200g/m2. Für Sommernächte wäre mir das eindeutig zu warm, es sei denn ich muss die Wärmeleistung eines schwachbrüsitgen Schlafsackes pimpen. Selbst als Tagesunterwäsche für Frühjahr od. Herbst wird das den meisten zu heiss sein, das Zeug ist wirklich für Minustemperaturen gemacht. Neben dem größeren Packmaß gibt es einen weiteren Nachteil: Durch die Beimischung von Polyesterfasern, also einem Synthetikmaterial büßt die Wolle einer ihrer Vorzüge ein: Die Geruchsbildung ist ähnlich miserabel wie bei üblicher KuFa-Unterwäsche, hier kann der hohe Wollanteil auch nicht viel retten und das Zeug schweißelt rasch. Der Stoff neigt auch zum Pilling, es bilden sich kl. Fusselkneuel wie man dies von Kleidungsstücken aus Polyesterfleece her kennt.


    Ein Set an Schlafunterwäsche welches sich für kalte Winter- als auch schwülwarme Sommernächte gleichermaßen gut eignet ist durchaus eine Heausforderung. Bei mir hat sich im Winter Merino in Stärke 200 bewährt und die frottierte 230iger Variante bleibt üblicherweise zu Hause da schlicht zu warm. Im Sommer schwöre ich mittlerweile auf U-Wäsche aus Viskose. Das Zeug fühlt sich sehr weich an und ist ein ausgesprochener Hautschmeichler. Darüber hinaus ist die Kühlwirkung exzellent. Viskose ist zwar schwergewichtig, man bekommt aber heute recht dünne Qualitäten von einigen Herstellern und diese Teile wiegen nicht viel. Viskose ist leider wenig robust und verschleißt relativ rasch, was bei Verwendung als Schlafunterwäsche eher vernachlässigbar ist. Im Hinblick auf längere Aufenthalte von mehreren Monaten: Auch Merino hält wenig aus, stark beanspruchte Stellen verschleißen rasch und dünnen regelrecht aus. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt wäre also eine Ersatzgarnitur sicherlich nicht verkehrt denn die Robustheit wie man sie event. von Baumwolle oder Baumwollmischgewege und so manchem Synthetikstoff her kennt bieten weder Merino noch Viskose.

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    Frischluftdeppert
    .

  • Sorry ich verarbeite meine Wolle zu Socken .

    Merino ist stabil Grade mit Anderen Sorten gemischt.

    Genau dein Eindruck hab ich bei sehr vielen auch in den letzten Jahren gewonnen ;(


    Also warum kann ich privat eine Bessere Faser herstellen als der Hersteller möchte :shock:


    Also bleibt wirklich nur Selber herstellen ?

    Oder gibt es noch eine Manufaktur die das kann ?

  • Nunja, also, ähm, hüstel.


    Meinen einfachen Senf dazu, als typische Beraterantwort:


    Kommt drauf an.

    Wie ist Dein Grundumsatz, wie hast Du letzte Nacht geschlafen, wie ist das Wetter, wie der Untergrund, hast Du gut und ausreichend gegessen?


    Alles Fragen, die eigentlich zur Beantwortung deiner Fragen geklärt werden sollten.


    Also eigentlich nicht möglich.

    Dennoch ein Versuch, den andere auch schon erfolgreich unternommen haben.


    Ich selbst bin mit der Merinoserie von Decathlon recht zufrieden. Gibt es in lang und kurz. Hält zumindest 2 bis 3 Jahre. Dann wird sie dünne.


    Was deine Überlegungen zu einem Aufenthalt betrifft, so wäre neben der guten Gutenacht-Wäsche auch die Wäsche selbiger, also nicht der Nacht, sondern der Wäsche, zu bedenken. Da sehe ich dann die modernen Fasern ein wenig im Vorteil. Lassen sie m.e. einfacher mit kaltem Wasser waschen. Oder du machst halt einen Topf Wäsche auf dem Feuer nach Sitte der Altvorderen.


    Beim Thema Waschen evtl. Auch die Trockenzeit der Wäsche bedenken und mehrere Garnituren einpacken. Und die Wäscheleine. Kann man aber auch noch vor Ort herstellen, wenn man will und kann.


    Aber das wirst Du evtl. Bereits alles wissen. Bist ja nicht seit gestern auf der Welt und unterwegs.


    Nach dem auch nur ungefähren Ort deines Tuns will ich Dich erst gar nicht fragen, es würde zwar für die Antworten etwas bringen, aber eher nur bei Dir für Irritationen sorgen.


    Sagt, einer der recht viel mit sehr persönlicher Beratung zu tun hat. Dabei erfahre ich auch oft nur scheibchensweise die wirklich wichtigen Dinge und oft auch nicht auf Nachfrage, sondern zufällig.

    Kostet dann halt Geld, zum Glück nie Menschenleben, da es bei meinem Beruf eigentlich nur um Geld geht. Allerdings mag die Gegenseite ken Bargeld, darin sieht sie entgegen dem bekannten Spruch NIE etwas Wahres, sondern immer nur Betrug und Schwarzes, was gewaschen werden soll. Womit wir wieder weg vom Thema wären.


    Und was sagt Dir das? Außer das da ein Finanz-Mensch schreibt?


    Nichts, denn der ganze Beitrag ist nur dazu da, dass ihn hier mindestens einer liked und der Schreiber hier in der Statistik und bei ihm selbst der Endorphin-Spiegel nach oben geht.


    Ist auch egal, schließlich darf sich hier jeder das mitnehmen, was er braucht: das persönliche High oder die Erfahrungen anderer. Mach wie Du meinst und berichte, wenn du magst.

  • Merinowolle ist generell schon mal gut, weil sie auch feucht noch wärmt, atmungsaktiv ist und nicht so schnell müffelt. Ich frage mich allerdings, warum du für den Sommer lange Wollunterunterwäsche als Schlafbekleidung tragen möchtest. Hast du einen reinen Sommerschlafsack? Ich habe einen Dreijahreszeiten-Daunenschlafsack und hatte darin bei 0 Grad nachts im schwedischen Fjäll im Hochsommer nur kurze Wollwäsche an. Die kalte Nacht dauerte dort aber nur kurz, weil die Sonne eh lang scheint. Für dieses Jahr im norwegischen Fjell hatte ich mir einen noch etwas wärmeren Daunenschlafsack angeschafft, da durchaus mit mehreren Nächten um den Gefrierpunkt, evt. sogar Schnee zu rechnen war und habe darin auch nur das langärmlige Trekkinghemd über dem kurzärmeligen Merinoshirt wegen der Sch...Mückenviecher angelassen. Ansonsten war mir dieser Schlafsack selbst nördlich des Polarkreises schon zu warm.

    Ich habe übrigens grundsätzlich nur die dünneren Merinosachen, nicht die dickere Qualität. Die habe ich als Unterwäsche unter wärmeren Schichten schon bei bis zu -30 Grad getragen.

    "Wenn du etwas tust, was du noch nie getan hast, dann ist das doch schon ein Abenteuer."
    Johan Skullman


    Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.

  • Hallo,


    vielen Dank für die Antworten.


    bugikraxn: Tausend Dank, das war eine sehr hilfreiche Antwort!


    Wanderratte: Von Sommer war nie die Rede. Abgesehen davon implizieren sechs Monate mindestens zwei, wenn nicht sogar drei verschiedene Jahreszeiten. Vor Ort neue passende Sachen zu kaufen ist außerdem wirklich nicht praktikabel. Also ist doch klar, daß ich mich auf Kälte einstelle, selbst wenn damit nicht direkt zu rechnen ist. Immerhin ist die Erhaltung der Körperwärme noch vor Trinkwasser das allerwichtigste.


    Zitat von Steuermann

    Kommt drauf an.

    Wie ist Dein Grundumsatz, wie hast Du letzte Nacht geschlafen, wie ist das Wetter, wie der Untergrund, hast Du gut und ausreichend gegessen?


    Alles Fragen, die eigentlich zur Beantwortung deiner Fragen geklärt werden sollten.

    Mir ist nicht so ganz klar, wieso immer so auf den Umständen rumgeritten wird. Nicht nur jetzt von Dir, sondern auch in den Beiträgen zu Beginn wurde erwähnt, ich würde nicht genug Details der Reiseumstände nennen.


    Das oben zitierte verstehe ich noch weniger. Wie planst Du oder vielleicht besser gesagt Ihr denn bitteschön Euren "Grundumsatz" (da gehts wohl um sowas wie Kalorienverbrauch)?

    Woher wißt Ihr im Vorraus wie Ihr "die letzte Nacht" geschlafen habt?

    Woher wißt Ihr im Vorraus wie das Wetter wird?

    Woher um alles in der Welt wollt Ihr wissen, wie der Untergrund auf dem Ihr schlafen werdet, sein wird?

    Woher wißt Ihr im Vorraus, ob Ihr ausreichend essen werdet?


    Letzteres ist noch am ehesten planbar, aber man kann sich doch auf solche Pläne nie und nimmer verlassen!


    Es dürfte doch klar sein, daß man für solch ein Unterfangen für möglichst alle Eventualitäten gerüstet sein muß. Ich persönlich nehme auch im Hochsommer warme Sachen mit. Und auch wenn der Wetterbericht von Dürre spricht, nehme ich einen Regenponcho mit. Mag sein, daß er dann umsonst mitgetragen wurde, aber wenn er gebraucht wird und nicht zur Hand ist, finde ich das schlimmer als andersherum.

  • hey Aki


    "Kommt drauf an... " ist die typische Beraterantwort, niemals festlegen lassen und ja nie verantwortlich werden :mrgreen:


    Ich bin von Beruf Steuerberater, vom Wesen Ketzer und komme aus Ironesien am Sarkastischen Meer.


    Nimm mich nicht immer allzu ernst, und wenn dann wirklich nur die Hälfte dessen, was wirklich wichtig erscheint (zu Beispiel diesen Satz).


    Du wirst meinen Eingang (hüstel...) und Ausgang gelesen haben

    Nichts, denn der ganze Beitrag ist nur dazu da, dass ihn hier mindestens einer liked und der Schreiber hier in der Statistik und bei ihm selbst der Endorphin-Spiegel nach oben geht.

    Das habe ich in Bezug auf meinen eigenen Beitrag beispielsweise ernst gemeint.


    Nimm mich ernst, wenn es um Steuern und Recht (i.S von Gesetz, nicht von Haben) geht. Aber auch dann nur, wenn Du magst.


    So, und jetzt raus in die Sonne.

  • Woher wißt Ihr im Vorraus wie das Wetter wird?

    Woher um alles in der Welt wollt Ihr wissen, wie der Untergrund auf dem Ihr schlafen werdet, sein wird?

    na ja, die Meisten informieren sich vor ihren Touren, entweder in Foren, Tourenberichten, Reiseführern oder ähnlichem.
    Es geht ja auch nicht darum, es könnte kalt werden sondern es gibt Länder, da ist es öfter und anders kalt als in Anderen.
    Wer im Sommer nach Agypten fährt, nimmt in der Regel halt andere Sachen mit als wenn Er im Winter an den Polarkreis fährt.
    So geht die ganze Fragerei, ja nicht gegen Dich... nur es gibt für verschiedene Anwenderprofile auch unterschiedliche Ausrüstung ;-)
    Ich würde z.B. auch keinem Rennfahrer einen Mercedes G und keinem Geländefahrer einen Ferrari empfehlen.

  • Du hast geschrieben, dass du eine Basisschicht brauchst, die du im Sommer nachts als Schlafkleidung tragen möchtest, also war sehr wohl von Sommer die Rede. Du hast ja explizit nach langer Wollunterwäsche gefragt.

    Wenn du einen guten Dreijahreszeitenschlafsack hast, brauchst du darin nachts auch bei herbstlichen/ frühlingshaften Temperaturen eher keine lange Wollwäsche. Ich spreche aus Erfahrung. In den Breitengraden, in denen ich im Sommer in der Regel unterwegs bin, muss man für drei, eher vier, Jahreszeiten gerüstet sein. Dabei habe ich sie dennoch auch für den Fall der Fälle.

    Das heißt, also grundsätzlich habe ich dann kurze und lange Wäsche in 150er- Qualität oder Vergleichbares dabei. Die lange Unterwäsche blieb bisher aber im skandinavischen "Sommer" immer im Rucksack.

    Meine Merinowollwäsche unterschiedlicher Hersteller (Icebreaker, Devold, Menique, Houdini etc.) habe ich teils schon seit 2009 in Gebrauch und noch nichts davon entsorgen müssen.


    BTW: Die persönliche Anrede schreibt man mittlerweile klein, wenn man jemandem duzt, nur noch Sie, Ihnen etc. wird groß geschrieben.


    Wenn man um Erfahrungen bittet, sollte man auch mit den Antworten umgehen können!

    "Wenn du etwas tust, was du noch nie getan hast, dann ist das doch schon ein Abenteuer."
    Johan Skullman


    Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.

    2 Mal editiert, zuletzt von Wanderratte ()

  • Ohne konkrete Vorgaben wird die Empfehlung immer schwammig bleiben. Solche Themen können eigentlich nur im Kontext von Tourtyp, Region, Zustand des Reisenden, der sonstigen Ausrüstung, etc. behandelt werden. Wird sowas unterschlagen so bleibt der Verdacht von Träumerei ohne Praxis Erfahrungen. Das mag beim Threadersteller ähnlich sein oder auch nicht. Es kommt einfach zu oft vor als das man diesen Verdacht außen vor lassen kann.


    Unabhängig davon: Mein Herbst/Winter System besteht aus dünner reiner Merinowolle für die Nacht, Kufa zum Schwitzen und Frottewolle als Zwischenlösung. Funktioniert für mich seit vielen Jahren und deckt in Kombination mit dem Rest der Ausrüstung alles von +10 bis -30 ab, auch bei Touren von 6-8 Wochen. Im Sommer brauche ich nix langes und wenn die Unterwäsche für mein Schlafsystem eine sicherheitsrelevante Komponente ist, dann hab ich etwas grundlegend falsch gemacht.


    Bei intensiver körperlicher Aktivität hält mir reine Merinowolle einfach zu lange die Feuchtigkeit, je nach Reisetyp muss man die Klamotten ja abends noch trockentragen und da steigt mir das Risiko der Unterkühlung zu sehr. Für nachts möchte ich ein trockenes Gefühl auf der Haut, daher gibt's da dann reines Merino. Meist nur n sehr dünnes Merino T Shirt + Boxer. Im Winter dann langarm Shirt mit hohem Kragen und zusätzlich ne lange Merinohose (je nach Tourprofil reines Merino oder Aclimas Hotwool). Das Zeug wir ausschließlich nach dem Waschen getragen egal ob Sprung in den Bach im Herbst oder Feuchttücher im Winter.


    Für sehr anstrengende Tag nehm ich reine Kufa von x bionic die recht akzeptabel bei der Geruchsentwicklung ist. Das Zeug bekomme ich abends während des Zeltaufbaus, Lagereinrichtung trocken getragen. Davon dann eine Boxershort + ein Langarmshirt. Bei Schlechtwettertouren noch ne Kniehose aus dem selben Zeug die sich gut unter der Hardshell tragen lässt.


    Dann noch als den am meisten gewählten Mittelweg ein langes Wollfrotte Shirt und eine Merino Mischgewebe Boxer. Bei Aclimas Hotwool hatte ich bisher keine signifikanten Geruchsprobleme und es ist auch robuster als Woolpower. Das Zeug trage ich auch sehr gerne als Single layer und die Trocknungsgeschwindigkeit ist wie bei Fleece. Im Winter nehm ich davon auch eine lange Unterhose mit, welche aber in 99% aller Fälle nur nachts oder im Camp zur Anwendung kommt.

    Skal hilse fra fjellet – det evige land,
    hvor moskus og jerven har bolig.
    Min lengsel dit inn er blitt som en brann.
    Kun der får jeg fred og blir rolig...


    Jon Ø. Hov

  • Hallo,


    Zitat von Wanderratte

    Du hast geschrieben, dass du eine Basisschicht brauchst, die du im Sommer nachts als Schlafkleidung tragen möchtest, also war sehr wohl von Sommer die Rede. Du hast ja explizit nach langer Wollunterwäsche gefragt.

    Im selben Satz wird noch der Winter erwähnt, aber ok, war gewiß mein Fehler.

    Ansonsten Danke für den informativen Teil Deiner Antwort.


    karlson:

    Vielen Dank!



    Es wird ein mindestens sechsmonatiger Aufenthalt in Südamerika. Da ich noch nie eine lange Route genau im Vorraus geplant habe (und trotzdem klar gekommen bin ohne mich zu verletzen oder zu sterben), mache ich das auch diesmal nicht. Ich pflege stets dahin zu gehen, wo es mich hinzieht. Früher habe ich das so gemacht mit alles genauestens durchplanen, nur um dann festzustellen, daß vor Ort eh wieder alles anders ist und ich doch lieber Ziele aufgesucht hätte, die nicht meiner Planung entsprachen. Ich begebe mich nicht in die Natur, um dort genauso ein durchgeplantes Leben zu führen, wie es in westl. Zivilisationen normal zu sein scheint. Wenn ich Hunger habe esse ich, nicht wenn die Uhrzeit sagt, es wäre Zeit jetzt eine Mahlzeit zu mir zu nehmen.


    Die einzig von der Dauer her vergleichbare Aktion, die ich je gemacht habe, war ein sechsmonatiger Aufenthalt in Indien. Dort war es aufgrund der riesigen Bevölkerung allerdings so, daß es kein ausschließlicher Naturaufenthalt war, sondern sehr oft abgewechselt hat mit Zivilisation. Bei dem dortigen ländlichen Lebensstandard war es trotzdem gut, so ausgerichtet zu sein, als gäbs nirgendwo Menschen. Denn bis auf Nahrungsmittel konnte ich dort oft nichts anderes erwerben.

    In Indien war es im Süden ständig heiß, egal ob Trocken- oder Regenzeit. Im Norden dagegen war es im Sommer trocken und heiß und im Winter ganz klassisch Schnee und eisig kalt. Die riesigen Entfernungen von einer Region zur anderen habe ich mit dem Zug überbrückt.


    Im Übrigen hatte ich, um zu verhindern, daß ich weich werde und zum Touri mutiere, nur 1500,- als Reisebudget festgelegt. Davon sogar Hin- und Rückflug bezahlt und ich bin ganz wunderbar klar gekommen.

    Hätte ich vor Reiseantritt hier geschrieben, daß ich nur 1500,- zu benutzen gedenke, bin ich mir ziemlich sicher, daß man mir hier schwer davon abgeraten und mich als naiv und unerfahren bezeichnet hätte. Und das alles ohne mich zu kennen, bewertet anhand meines Schreibstils.


    Ununterbrochen in der Natur wird das in Südamerika auch nichts, aber es wird vermutlich wesentlich längere Aufenthalte in der Wildnis geben als in Indien. Den Zug wird wohl der Bus ersetzen. Zu Fuß gehe ich nicht davon aus mehrere Klimazonen überwinden zu können, da ich ja wie gesagt keine Eile haben möchte und bei Gefallen einfach länger an einem Ort verbleibe.


    Ist das jetzt genug Information, um damit was anzufangen oder muß ich noch meine Größe und mein Gewicht und mein Sternzeichen nennen?

  • hey Aki

    Die Infos reichen vollkommen aus, um hier das Interesse und bei dir den Wissensstand hoch zuschrauben.


    Evtl. Kann Desertstorm dir etwas helfen, er war schon mal da, und hat schon einige interessante Sachen gemacht.


    Kannst auch hier mal nach ihm suchen, vielleicht sind ja bei seinen Berichten schon Infos für dich dabei.

  • Klingt jetzt eher so als ob das Reisen mehr im Zentrum steht und weniger die strammen Touren In dem Fall würde ich für fast alles auf Merino in ca. 200er Stärke setzen, da gibt es genug gute & günstige Optionen. Ich trag sowas durchweg im Alltag (Decathlon, Icebreaker, Alpin Loacker, ...). Generell gilt zu bedenken, dass Merino deutlich schneller verschleißt und Löcher bekommt als man es von Plaste oder Baumwolle kennt. Bei nem halben Jahr werden sich vermutlich deutliche Spuren zeigen.

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    Jon Ø. Hov

  • karlson:


    Genau, das ist eben der Punkt. Da ich nicht weiß, was mich wann erwartet, würde ich gerne unterwegs nichts nachkaufen MÜSSEN. Flicken geht natürlich, aber z.B. auf den Schultern wäre ja permanent Reibung, also nach dem Flicken weiterhin genau an der geflickten Stelle.


    Und ja sozusagen. Es wird vrsl. zwar schon stramme Touren geben, die sich aber mit (u.U. längeren) Ruhephasen abwechseln werden. Das macht aber im Detail keinen Unterschied, denn ob ich jetzt für vier Wochen ins Fjäll fahre, da stramm marschiere und danach wieder heim, kommt auf dasselbe raus wie vier Wochen durch dünn besiedelte Pampa und danach zwei Wochen ausruhen an irgendeinem See o.ä.