Silikonplempe zur Tarpabdichtung, essigvernetzend vs. neutralvernetzend?

  • Hallo liebe BCGs,

    viele von euch kennen aus dem BCD sicherlich noch die Out'sche Silikonplempe, eine Silikon + Waschbenzin Mischung zur Abdichtiung von allem Möglichen.

    Mein Frage: ich hab hier noch ein Tarp aus schätzungsweise Polyester, bei dem die Beschichtung schon lange VÖLLIG runter ist. Als Vordach fürs Zelt, wenns mal etwas nieselt, taugt es noch. Dennoch wäre es schön, wenn man es wieder als normales Tarp benutzen könnte, denn bei dicken Tropfen kommt etwas Spray unten an.

    Welches Silikon wäre dafür, falls überhaupt, besser geeignet? Essigvernetzend oder neutralvernetzend?

    In den Datenblättern für neutralvernetzendes Silikon fällt mir auf, dass darauf hingeweisen wird, dass es für gewisse Kunststoffe nicht taugt, da darauf nicht haftend. Nur habe ich jetzt irgendwo (in einem obsoleten Thread im BCD) gelesen, dass es für den Zweck besser sein soll. Oft lese ich aber auch, dass die Leute das billigste Baumarktsilikon verwendet haben und es ein wenig nach Essig stank, sonst aber alles Top sein soll. Hmmtja. Was denn jetzt?

  • Ist egal was du nimmst. Bei Neutralvernetztem gibts keine Probleme

    bei Kalkstein(Mamor) versiegeln.

    Ich glaube die nehmen alle das essigvernetzende, weil billiger.

    Berichte mal über die Sauerrei. Bisher hat es hier nur einer gemacht und

    der fand das bescheiden.

    Gruss Konrad

    Wer nicht will, findet Gründe, wer will, findet Wege!

    Member of the "Arctic Circle Society"!

  • Moin, Onkel Gustav ,

    ich bin zwar kein Chemiker oder Handwerker, aber ich mich kurz (!) etwas eingelesen.

    wenn es stimmt was so geschrieben wird, solltest Du eher das neutralvernetzende Silikon nehmen.

    Warum: Essigvernetzendes bindet nicht mit beschichteten Materialien ab und ich vermute, dass das Tarp mal beschichtet war und damit noch etwas Restbeschichtung vorliegen wird.

    Neutralvernetzende Silikone im Vergleich zu acetatvernetzenden Silikonen - Wolf Group German
    In chemischer Hinsicht werden verschiedene Substanzen entweder als alkalisch, neutral oder sauer eingestuft. Silikone, die für Bauzwecke verwendet werden,…
    www.wolf-group.com
    Silikon: Essigvernetzend oder neutralvernetzend?
    Primo24 erläutert vier wichtige Unterschiede, die dabei helfen, den richtigen Silikontyp auszuwählen.
    primo24.de

    Was nun aber am besten auf deinem Tarp hält, könnte dir wohl nur der Hersteller des Silikon beantworten. Im Zweifel die Datenblätter lesen bzw. den Vertrieb/Hersteller befragen.

    (wenn man denn den Aufwand für die Sache betreiben möchte)

  • Es wird dir kein Hersteller eines Silikon mitteilen, ob sein Produkt dafür

    geeignet ist, weil, wenn man seine Plempe mit Waschbenzin verdünnt,

    es nicht mehr den Herstellervorgaben entspricht. Für Tarps erst recht nicht!

    Was auch eine Möglichkeit wäre, die eine Hälfte mit Essigvernetzendem und die andere

    Hälfte mit neutralvernetzendem Silikon machen und hier Berichten.

    Gruss Konrad

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  • Hallo liebe BCGs,


    viele von euch kennen aus dem BCD sicherlich noch die Out'sche Silikonplempe, eine Silikon + Waschbenzin Mischung zur Abdichtiung von allem Möglichen.


    Mein Frage: ich hab hier noch ein Tarp aus schätzungsweise Polyester, bei dem die Beschichtung schon lange VÖLLIG runter ist. Als Vordach fürs Zelt, wenns mal etwas nieselt, taugt es noch. Dennoch wäre es schön, wenn man es wieder als normales Tarp benutzen könnte, denn bei dicken Tropfen kommt etwas Spray unten an.


    Welches Silikon wäre dafür, falls überhaupt, besser geeignet? Essigvernetzend oder neutralvernetzend?

    Schau mal bei den Nachbarn rein.
    »derray« hat das erfolgreich bei einem alten Zelt gemacht:

    Zeltstoff silikonisieren - outdoorseiten.net
    Da in letzter Zeit immer mal wieder Fragen zu dem Thema aufkamen, hier mal eine kleine Anleitung. In welchen Fällen macht das silikonisieren Sinn? Du hast ein…
    www.outdoorseiten.net

    VG. -wilbo-

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  • Berichte mal über die Sauerrei. Bisher hat es hier nur einer gemacht und

    der fand das bescheiden.

    Gruss Konrad

    Hallo,

    ich habe neutralvernetzendes Silikon genommen. Obi-Hausmarke "Bau-Silikon" transparent für Achteuronochwas. Evtl. hätte ich aber auch 5 Euro sparen können und das Billigste für Dreieuronochwas nehmen können. Was jetzt besser ist, kann ich nun leider nicht sagen.

    Ist jetzt dicht und Sauerei gabs beim Aufpinseln keine.

    Es wird sich zeigen, wie lange das hält. Fall es frühzeitige Ausfallerscheinungen geben sollte, würde ich es hier dokumentieren.

  • Hallo Bushcrafter,

    nochmal ein kurze Rückmeldung nach etwas längerer Zeit. Alles wunderbar! Nix bröselt oder löst sich wieder. Hatte im Juni 24 auch einen zuvor großflächig undichten Drysack so behandelt. Der ist jetzt immernoch dicht und dient zur Einweichung von Wäsche, also als mobile Waschmaschine.

    LG

  • Kleinere Sachen wie Drybag oder Tarpnähte funktioniert das auch mit neutralvernetztem

    Silikon und Waschbenzin. Aber auf Parkas oder ähnlichen großflächigen Sachen möchte ich das nicht haben.

    Letztens habe ich eine 5Ltr. Waschschüssel von Sea to summit welche sehr undicht war mit diesem

    Silikon/Benzin Gemisch von innen gestrichen. Jetzt ist es wieder dicht. Das hochglänzende Silikon stört mich da im

    innern nicht besonders.


    Gruß Konrad

    Wer nicht will, findet Gründe, wer will, findet Wege!

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  • Da kam mir nochmal ein Gedanke hoch, den ich vor zwei Jahren hatte, den man hier noch hinterlegen könnte:

    Hochglänzend deutet auf ein sehr dickes Mischungsverhältnis hin, sodass sich über der eigentlichen Stoffstruktur glatte "Spiegelflächen" bilden konnten. So wie dicke glänzende Gummibeschichtungen eben. Genau das hatte ich bei einem originalbeschichteten Drysack von Tatonka. Da konnte ich die originale "Gummimatte" nach der ersten Heißwäsche Quadratzentimeterweise in einem abziehen.

    Es würde mich daher nicht wundern, wenn sich solche Gumimatten beizeiten wieder abpellen, weil das Silikon nicht bis in die allerfeinste Stoffstruktur kriechen und sich da sozusagen vollumschließend in sämtlichen kleinsten Fibrillen verankern konnte.
    Meine Vermutungen vor zwei Jahren: Viel hilft nicht immer viel, oder nur auf kurze Zeit. Also lieber nicht zu dickflüssig mischen, sonst passiert das evtl. über kurz oder lang wieder. Zwei Jahre nach der Baumarktsilikon-Behandlung ist besagter Drysack immernoch dicht, trotz Einweichen von Wäsche in heißem Wasser, Wäschekneten und Vollwaschmittel. Was kann man einem Drysack noch schlimmeres antun? Und er hält!

    Man kann später noch über die Nähte drübergehen, wenn die erste Lage schon etwas angetrocknet ist. Habe ich mit dem Drysack so gemacht. Hält soweit.


    Bei einem Tarp spart man auch einiges an Gewicht ein. ;) Genaue Mengen und Vorher-/Nachher-Gewichte kann ich aber nichtmehr nennen. Ist zu lange her. Bei mir war das anfangs eher seidenmatt. So als Anhaltspunkt für Interessierte.