Messung Deklinationsabweichung

  • Bisher hatte ich die Deklinationsabweichung ignoriert, was ja hier bei uns ja auch nicht das große Problem und egal ist (jaaa weiß ich). Jaaaa, braucht man nicht zu wissen, interessiert keinen weil man GPS, immer volle Batterien hat, kein EMP und die große Sonnensturmkatastrophe nicht droht und die Russen hier in Westdeutschland nicht stören.

    Is mir alles vollkommen alles wurscht, ich wollts jetzt nämlich trotzdem wissen.

    Da ich mich momentan mit der Thematik beschäftige hab ich von einem bekannten Standort ein etwas weiter entferntes Windrad angepeilt und den Winkel zum magnetisch Nord gemessen. Den hab ich dann mit dem aus der Karte ausgemessenen Winkel zum geographisch Nord verglichen und mich mit mir auf eine Magnetdeklination von rd. 4 Grad Ostabweichung geeinigt.

    Da ich nun ein Faible zur Digitalisierung entwickelt habe und mich nur noch darauf, bzw. sogar in Zukunft ausschließlich auf KI verlassen werde hab ich mal ChatCPT gefragt, weil der Deklinationsrechner mir zu meinem genauen Standort kein Ergebnis auswerfen konnte.

    Muss schon sagen. ChatCPT liegt bei 3,5 Grad Ost . Ich hatte aus der Hand mit dem Suunto MC-2 G gemessen. Ich war wegen des (analog!!!) über den Spiegel eingestellten Magnetnord nicht ganz genau sicher mit meiner ermittelten Magnetabweichung zwischen 3 Grad und 4 Grad Ost. Tatsächlich, der Mittelwert war es.

    Es hat mich doch ziemlich erstaunt, wie genau ich die Magnetdeklination freihändig herausmessen konnte (vielleicht wars ja auch Zufall).

    Da saß an einem Wasser

    Ein Frosch , ein grüner, nasser;

    (Wilhelm Busch)

  • Ich erinnere mich, dass wir Ende der Siebziger auf der Ostsee bei der Navy

    -3,9° hatten. Die wird allerdings jedes Jahr, ich meine weniger.

    Ist aber auf jeden Standort anders.

    Gruß

    Konrad

    Wer nicht will, findet Gründe, wer will, findet Wege!

    Member of the "Arctic Circle Society"!

  • alsoooo,

    Für jeden Standort anders und jährlich veränderlich, aktuell aber in D in eine Richtung.

    Es gibt Tabellen und Karten dazu.

    Wenn du, Ullerich die Deklination so genau herausmessen konntest, Hut ab. Bei manchen / den meisten liegt die Messungenauigkeit über der Deklination. Und ich glaube, dass sie das im Gelände beim übertragen in die Karte nicht besser wird, die Messung.

    Jetzt gibt es zwei Ansichten:

    A: jeden Fehler minimieren, weil man sonst nicht mehr weiß wo Nord oder Süd ist

    B: glauben, hoffen, lieben....

    Oder dazwischen: mit Sinn und Verstand arbeiten und auf die Deklination, die Missweisung und andere Fehlerquellen achten und abschätzen ob sich der Fehler auswirkt oder nicht.

    Behauptung: Solange der Peilkompass nicht auf einem Dreibein montiert ist, liegt die allgemeine Messungenauigkeit bei 2 bis 3 Grad.

    Die Zeichengenauigkeit in der tk25 bei ca. 2 bis 5 m, je nach Bleistift und Untergrund der Karte. (Schreibtisch, Wiese, Waldboden, Freihand).

    Karten zur Deklination und Magnetisch Nord suche ich raus.

  • Dazu hab ich eine Frage ?

    In einem Museum liegt ein Holz Dreieck mit drei löcher an den Ecken.

    Nun ist seitlich an einem Loch eine Lot Stein beschwerte Schnur.

    Erste Aufgabe war laut Text diese Konstruktion an zwei Nächten gleicher Uhrzeit auf Stern ausrichten.

    Um am Boden zwei flüchtende Striche zu erzeugen.

    Bei Tagesanbruch legten die ein Art Kompass

    Zwischen die beiden Linen.

    Leider endet hier die Beschreibung um welche Abweichung oder Berechnung das ganze nutzte.

    In der Selben Auslage liegen Sextant / Fernrohr / Lot / Kompass 30cm im Durchmesser mit Verdrehungen über vier Ringen in der Außenwand.

    Überschrift ORTs Abweichung Kataster

  • das hört sich für mich danach an, dass hier der Polarstern angepeilt wird. Dieser steht in Geografisch Nord. Zwei Messungen sollen dann wohl ein Mittel bilden. Ob das notwendig ist? vielleicht. Und zwei Nächte machen das ganze natürlich mystisch.

    Kompass zwischen die Messlinien ergibt dann eine Peilung auf Geografisch Nord. Der Kompass zeigt aber nach Magnetisch Nord. Damit hat man die Missweisung eigentlich bestimmt. In welcher Genauigkeit kann erstmal dahingestellt bleiben. Aber das Prinzip ist gegeben und dem Grunde nach einfach:

    nimm eine möglichst lange und genaue Peilung nach Geografisch Nord und messe dann auf einem genauen Kompass die Missweisung.

    Hier dann ein paar Links zu den entsprechenden Rechnern und Tabellen:

    Deklination (Geographie) – Wikipedia

    GFZ Rechner: nach Zeit seit 1900 bis Aktuell und Ort ISDC: IGRF Declination Calculator

    Die Navigation in Gebieten mit hoher Missweisung ist wesentlich komplexer als ohne / mit geringer MW.

    Hat man eine Kompasspeilung ermittelt, muss man diese noch um die Missweisung korrigieren, damit man zunächst eine Rechtweisende Peilung / Kurs.

    Auf der Seekarte und mit einem "kompensierten Kompass" ist das dann die Kartenpeilung.

    Interessant wird es, wenn das Kartengitter (z.b. UTM-Raster) weder an Magnetisch Nord noch an Geografisch Nord ausgerichtet ist (wie z.B. in Deutschland) Dann muss man noch aus der Karte die Gitterabweichung herauslesen und mit in die Peilung und den Kurs / Marschzahl einberechnen.

    Aber: für alles oben genannte gilt dann noch die Messungenauigkeit beim Peilen und Zeichnen.

    Nimmt man alles zusammen ist es ein Wunder, dass sich überhaupt noch Menschen in dieser Welt zurecht und ihr Ziel finden.

    Aber zum Glück gibt es ja nicht nur Rechnerei und GPS sondern auch Landmarken, Auffanglinien und Hilfsziele.

    Getreu den Motto: lieber Grob daneben liegen und sicher wissen, in welche Richtung zu laufen,


    Wenn übrigens jemand sicher erklären und nachweisen kann, warum der Magnetisch Nord wandert oder sogar "flippt" also sich in Richtung Geografisch Süd richtet, sollte sein Wissen der Welt nicht vorenthalten. Wenn er dazu noch sicher erklären kann, welche Konsequenzen das für die Menschheit hat, dann könnte eine Reise nach Stockholm rausspringen. Es gibt zwar diverse Theorien aber keinen gesicherten Nachweis.

  • Ich habe gerne die Brötchennavigation gemacht.

    Die war sehr genau.

    Gruß Konrad

    aber auch manchmal etwas überraschend. Noch überraschender ist die Navigation ausschließlich nach der Backbord-Tonne, bei der letzten roten Befeuerung nimmt Mann die Türe und fragt dann am nächsten Morgen in welchem Etablissement Mann gelandet ist. :rotwerd: Hab ich mir zumindest sagen lassen und kann es nicht aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Die Brötchentütennavigation funktioniert hier und da in der Ostsee, in deutschen Wäldern und allen anderen touristisch erschlossenen Gebieten.

    Aber BtT:

    die Missweisung spielt bei beiden Navigationsarten keine Rolle. Allerdings könnte das Peilgerät hier auch oft ein anderes sein als ein Kompass, nämlich der Flüssigkeits-Reinglas-Peiler mit maximal Parallaxe (aka Schnapsflasche)

  • So,

    wie am Offz-Lehrgang seinerzeit gelernt. Doppelschrittzahl auf 100 M mit Marschgepäck gezählt und Doppelschrittlänge ermittelt.

    Über dem Kartenmaterial gebrütet und eine den futschten Knien angepasste Marschskizze für einen kleinen Orientierungsmarsch erstellt. Ein Wochenende im Urlaub wird dafür investiert.

    Gruß Ullerich

    Da saß an einem Wasser

    Ein Frosch , ein grüner, nasser;

    (Wilhelm Busch)

  • Oberlausitz (den Lehrgang an der OSH in Dresden durfte ich in meiner zweiten Bundeswehrkarriere als Reservist viel viel später nach meiner Wehrdienstzeit machen).

    Jo, in Hammelburg mit Bonnland, Grafenwöhr Camp Normandie (mir schleierhaft, warum man das dt. Lager Normandie nennt). Münsingen, Hohenfels hab ich mich von den Animateueren auch bespaßen lassen, bzw. als Animateuer andere bespaßt.

    Gruß Ullerich

    Da saß an einem Wasser

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    (Wilhelm Busch)

    Einmal editiert, zuletzt von Ullerich (30. Juli 2025 um 09:43)

  • Den kleinen Orientierungsmarsch zur Auffrischung der Landnavigationskünste haben wir mitte August in der Rhön gemacht.

    Bis auf den Einstieg hats gut funktioniert. Startplatz sollte ein auf der Karte ausgewiesener Wanderparkplatz sein. Dort angekommen hat meine erste aus der Karte ausgemessene Marschzahl und die abgehenden Wege überhaupt nicht mit der Wirklichkeit übereingestimmt. Und auch die Kreuzpeilung ergab eine andere Koordinante als der Wanderparkplatz der auf der Karte mit dem Planzeiger ermittelt wurde.

    Unglaublich, 150 Meter weiter die Straße runter war ein zweiter Wanderparkplatz auf der gleichen Straßenseite. Warum den das????

    Auch mit Schild ausgewiesen. Das war der Richtige. Der erste falsche Parkplatz war auf der Topo 1:25.000 nicht enthalten. Des war erstmal ernüchternd, dass die Karte so getäuscht hatte.

    Später hab ich gesehen, dass der falsche Parkplatz für den Pfad zu einer bewirtschafteten Hütte war, der scheinbar seinerzeit noch nicht in der Topo erfasst wurde.

    Beim 2. Parkplatz hat alles gepasst. Wege so wie in der Karte und die Marschzahlen stimmten. Parkplatzkoordinate konnte mit der Kreuzpeilung (Kirchturm und Sendemast) abgeglichen werden. Doppelschritte haben wir nicht gezählt. Ich dachte in der Ecke hätte man weitere Sicht, stattdessen war der Wald dichter, Kreuzpeilung wäre zwar eigentlich nicht notwendig gewesen, dort wo der Wald licht wurde konnte man auf Grund der Höhe gut peilen, Positionen konnte ich gut abgleichen. Zwischenziele mit den Marschzahlen hab ich auf dem kurvigen Weg wenig gemacht. Man hätte wegen der Kurven dauernd Zwischenziele und nicht wirklich sinnvoll Umgehungen setzen müssen, man konnte an der Karte ja immer klar sehen wo man ist, an den Kreuzungen hatten die aus der Karte ausgelesene neuen Marschzahl auch gestimmt. Umgehen war nicht notwendig. Quer durch wollte ich nicht machen. Sollte ja keine Durchschlageübung werden. Das hätte aber geklappt.

    Fazit.:

    Anhand der Karte hätte man die kleine Wanderung ohne Kompass natürlich hinkriegen können. Die erste Peilung hat aber immerhin dazu geführt, dass merkten dass wir erst den falschen Parkplatz hatten und den richtigen Parklplatz hinter einer Kurve fanden und dass die Topo auch nicht 1000%ig ist.

    Hat auf jeden Fall Spass gemacht. Und da wir dann auf rd. 800,00 m bei der Hitze angenehm kühle Luft bei einem alkoholfreien Weizen

    geniesen konnten war auch schön.

    Gruß Ullerich

    Da saß an einem Wasser

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    (Wilhelm Busch)

  • Werden überhaupt noch Papierkarten neu kartiert?

    Ja. Werden sie.

    Allerdings - wenn ich richtig informiert bin - nicht mehr wie vor Jahrzehnten durch Aufnahme und Triangulation, sondern durch Luftbild bzw. Digitalen Landschaftsmodel.

    Digitale Topographische Karte 1 : 50 000
    Die DTK50 ist eine (digitale) topographische Karte im Maßstab 1 : 50 000. Sie beschreibt abstrakt die Topographie der Erdoberfläche. Sie wird weitgehend…
    www.bezreg-koeln.nrw.de

    Auflage alle 3 Jahre

  • Nur die wo der Verlag selber die Daten Erhebung umsetzt !

    Gab ein gewaltigen Shitstorm bei Fahrradwege Netz die durch Flut weggerissen sind.

    Also sind die Wege wie Eifelstieg neu mit Umleitung oder Ahrtall Rad weg raus oder Sieg Schleife raus ???

    Nur so am Rand 8| sogar die Bundeswehr hatte nicht karten Aktualisiert 1 1/2 danach immer noch in die Sackgasse. ;)

    Als Waldarbeiter kann ich dringend empfehlen Warmbad , Leitkegel , Schilder , Absperrungen zu befolgen. :danke:

  • Wanderkarten werden meines Wissens nach nicht mehr neu gedruckt.

    Belehrt mich eines besseren.

    Gruss Konrad

    Jain....

    hier mal die Karten aus dem Shop vom eifelverein:
    Eifelverein e.V. – Wanderkarten

    Auflagejahre 2013 bis 2025.
    Also ja, die alten Karten werden nicht wieder aufgelegt,

    Doch, hier und da gibt es neue Karten, wenn auch nur vereinzelt und nicht regelmäßig.

    Aber:

    die offiziellen Karten werden regelmäßig mit neuen Daten unterfüttert.

    Ich persönlich arbeite mit diesen Karten lieber als mit den Wanderkarten. Jedenfalls dann, wenn ich mich ohne vorgegebenen Wanderweg orientieren will.

    Leider finde ich aber keinen Anbieter, der mir diese Karten einfach zusenden oder verkaufen kann.

    Ich habe noch einen kleinen Vorrat an älteren Karten, aber die werden aufgrund neuer Straßen und Baugebiete langsam aber sicher zu ungenau, selbst zum Orientieren im bekannten Gebiet.

    Ich weiß zwar, dass ich die DTK50/25 auch ausdrucken kann, aber das ist entweder mühsam und ungenau (auf A3 einfaches Papier, ggf. zusammensetzen) oder teuer (plotten lassen).

    Wenn jemand einen Anbieter von TK50 /25 kennt, bitte her damit!

  • Auf Google Maps und bei BayernAtlas sind übrigens beide Wanderparkplätze eingezeichnet.

    Jain....

    hier mal die Karten aus dem Shop vom eifelverein:
    Eifelverein e.V. – Wanderkarten

    Wenn jemand einen Anbieter von TK50 /25 kennt, bitte her damit!

    Werden auch in By vom staatlichen Vermessungsamt rausgegeben.

    Karten

    Die sind auch sehr billig. Glaube um die 9,00 Euro

    Wenn man Glück hat kriegt man die bei mir im auch im Thalia für das gesuchte Gebiet. Früher gabs die in besagter Reisebuchhandlung. Die hatte für Bayern die Topos 1:25.000 fast flächendeckend. Die kann man auch über den großen Fluss bestellen.

    Gruß Ullerich

    der Kahel war schneller als ich mit dem Link zum staatl. Vermessungsamt RLP

    Da saß an einem Wasser

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    (Wilhelm Busch)