Feuerlöschen im Aussenbereich

  • Bei Bushcrafters ist da Entzünden eines Feuers ein zentrales Dikussionsthema.
    Aber mal eine Frage in die Runde. Wie stellt ihr sicher, das sich euren Feuern draußen, keine unkontrollierbaren Brände entwickeln. Wie stellt ihr sicher, dass das Lagerfeuer wirklich aus ist, wenn ihr weiterzieht. Wie plant ihr vor, das Feuer, welches mühsam mittels, Bow drill, Feurstahl oder Streichholz enzündet wurde, auch wieder aus zu bekommen.

    Anlass diesen Thread zu eröffnen ist ein Erlebnis vom 1'ten Mai.
    Eine Truppe von 5 Personen hatte in Waldrandnähe einen Hobo in Betrieb genommen und hat irgendetwas gekocht. Als ich etwa 3 Stunden später wieder an der Stelle mit dem Auto vorbeikam, sah ich etwas im Halbdunkel glimmen, das kein Glühwürmchen war. Das Feuer war vermeintlich mit Wasser gelöscht, wie die Spuren andeuteten, aber leider nicht vollständig.
    Ringsum gab es genug trockenes Gras und Laub und der Wind kam in Böen, also passable Bedingungen für einen Waldbrand.
    Zum Glück hatte Grauwolf zwei 2-Literflaschen mit Wasser im Auto, die eigentlich zum Händewaschen gedacht waren. Also wurden diese großflächiger an der Feuerstelle verteilt und diese mit dem Klappspaten durchwühlt.
    O.k. keine große Sache, aber die Hobobetreiber waren offensichtlich sehr nachlässig.
    Ein Hobo an dieser Stelle war für mich durchaus vertretbar. Die Kapazitäten an Löschmitteln und das Wissen das Feuer ordnungsgemäß zu löschen waren offensichtlich unzureichend.

    Wenn ich mir dann bei Youtube den Output diverser (Selbst-)Darsteller mitbekomme, bin ich wiederum nicht mehr so erstaunt über diesen Mangel an Wissen und Löschpraxis, wenn ich sehe wo überall Feuer gemacht werden und welche Löschmittel offensichtlich (nicht) vorgehalten werden.
    Als Kind wurde mir beigebracht, das Feuer nur dort vertretbar sind, wo keine Gefahr der Ausbreitung besteht UND wo es mit den vorhandenen Mitteln sicher gelöscht werden kann.

    Selbst an einem Fluß kann es schwierig werden, wenn man das Wasser nicht zum 4 m entfernten Feuer und potentiellen Brandherd bekommt, weil ein Gefäß fehlt.

    Aus meiner Sicht spielen nicht wenige dieser Helden im Netz Vabanque mit dem Brandrisiko und sind zu ein schlechtes Beispiel für Nachahmer.

    Daher würde mich intressieren, wie ihr sicherstellt das euer Feuer löschbar ist.
    Wie wählt ihr die Art des Feuers in Abhängigkeit von den Umgebungsbedinungen aus?
    Wie löscht ihr diese (Holz-)Feuer unter Normalbedingungen?
    Welche Löschmittel nehmt ihr mit, bzw. wieviel Wasser kalkuliert ihr dafür ein?
    Welche Vorsichtsmaßnahmen trefft ihr für den Fall, falls doch mal etwas aus dem Ruder läuft?

    Also Feuerwehrleute, Brandinspektoren und sonstige Brandstifter teilt euer Wissen, gerne mit Beispielen aus euren Erfahrungsschatz.

  • Ehrlich gesagt, ich habe mir dazu zwar Gedanken gemacht, aber aktuell keine Umsetzung.

    Weil, kein Feuer.

    Und wenn, nur mit Fleecedosenbrenner auf feuerfester Unterlage und auf Weg / Bank.

    Also eher grundsätzliche Vermeidung als Bekämpfung.

    Ansonsten wäre Wasser aus dem mitgeführten Vorrat der Plan a.

    Plan B ist nicht umgesetzt, wäre aber so eine kleine Löschdose.

  • Ich bin von Hause aus Förster und glaube, da Waldbrandexperte zu sein. Was natürlich völliger Quatsch ist, da bilde ich mir eine Sicherheit ein die ich nicht herstellen kann.

    Aber Feuer, wenn es sehr trocken ist, in Nadelholzbeständen, evtl mit Rohhumusauflage, das mache ich einfach nicht.

    In auch im Sommer immer feuchten Buchenbeständen mit geringer Blattauflage habe ich da keine Probleme. Sowas kann nicht abbrennen wenn das Feuer einfach am Schluss gelöscht wird. Noch nie gesehen in der Praxis.

    Oft bietet sich der Rand eines Bachbettes an, da habe ich dann keine Hemmungen.

    Falls Frau dabei ist, eher vorsichtiger als ich, sowieso nur Spirituskocher.

    In Summe also: Waldbiotope kennen, bisschen Ahnung von der Humusform haben, Wasser zum Löschen, sollte laufen.

    Illegal im Sommer ist es sowieso, da brauchen wir nicht diskutieren.

  • Daher würde mich intressieren, wie ihr sicherstellt das euer Feuer löschbar ist.

    Von Lagerfeuern bin ich komplett weg und verwende nur noch Hobos oder Fire-Pits.
    Hierbei ist es mir wichtig, dass die (geschlossene) Bodenplatte mindestens 3 cm Abstand zum Erdboden hat.

    Wie wählt ihr die Art des Feuers in Abhängigkeit von den Umgebungsbedinungen aus?

    Größere Wärmefeuer brauche ich eh nur in den kalten / feuchten Jahreszeiten. Ist es trotzdem längere Zeit im Wald trocken, kontrolliere ich am Morgen ob der Boden unter dem Fire-Pit komplett ausgekühlt ist. (Mit einem Stock Aufkratzen und mit der Hand fühlen)

    Wie löscht ihr diese (Holz-)Feuer unter Normalbedingungen?

    Das Feuer lass ich bis auf die Asche herunterbrennen. Gibt es nicht genügend Zeit, dass die Asche/ Glut von selber abkühlt, sollte zum Ablöschen ein Gewässer in der Nähe sein.

    Welche Löschmittel nehmt ihr mit, bzw. wieviel Wasser kalkuliert ihr dafür ein?

    Entweder keines, weil der impact durch den Fire-Pit auf den Boden so gering ist oder ich schaue ob eine erreichbare Ressource in erreichbarer Nähe ist.

    Welche Vorsichtsmaßnahmen trefft ihr für den Fall, falls doch mal etwas aus dem Ruder läuft?

    Im Sommer oder bei anhaltender Trockenheit betreibe ich kein Holzfeuer. Da reicht mir vollkommen das Kochen mit Gas oder Spiritus. (Ausnahme auf "unserer" Insel wo rundum Sand ist. Aber auch dort mache ich kein Lagerfeuer).

    Im Wald wird der Bereich unterhalb vom Fire-Pit großzügig freigekratzt, so dass ich beurteilen kann, wie brennbar der Untergrund ist. Sind Sand oder Steine in der Nähe nutze ich dies, zum zusätzlichen abdämmen.

  • Ich habe meine Firbox Freestyle Firepit dabei und unten drunter eine feuerfeste

    Matte. Wenn das Feuer aus ist, schaue ich noch nach ob Glut ist und lösche

    eventuell mit ein wenig Wasser ab.

    Letztes mal ein Lagerfeuer ausgepinkelt. Geht auch.


    Gruß Konrad

    Wer nicht will, findet Gründe, wer will, findet Wege!

    Member of the "Arctic Circle Society"!

  • Lagerfeuer ausgepinkelt

    wenn genügend Druck auf der Leitung ist, sogar besser als mit einer Flasche Wasser. Mit einem Strahlrohr lässt sich der Löschangriff einfach zielgerichteter ausführen.

    Man glaubt ja nicht, wie viel Dampf ein kleines bisschen Wasser ergibt. Danach hat wohl schon so Mann(cher) gedacht, er könnte ein FLF ersetzen.

  • Von Lagerfeuern bin ich komplett weg und verwende nur noch Hobos oder Fire-Pits.

    Ich bin nicht komplett weg, aber Hobo passiert schon ziemlich oft bei uns. Allerdings läuft der unter Lagerfeuer, ich sehe da nicht gross den Unterschied. Beim Paddeln haben wir Hobo plus Schweißermatte, aber da kannst Du vorsichtig sein wie Du willst, um Laufe eines langen Abends fällt immer mal Glut daneben.

    Besser als nichts, keine Frage.

  • Letztes mal ein Lagerfeuer ausgepinkelt. Geht auch.

    Aber Vorsicht hier ☝️

    Der Mann von Welt vermag auch bei anrüchigen Themen korrekt zu gendern.

    Nur weil alte weiße Männer Schniepelpinkler sind und am Lagerfeuer entsprechende Vorteile besitzen, vermisse ich dennoch valide Vorschläge zur Umsetzung durch das zarte Geschlecht.

    Es ist ein modernes Forum, Anstand und Wohlverhalten!😎

  • vermisse ich dennoch valide Vorschläge zur Umsetzung durch das zarte Geschlecht.

    Google mal "Urinella" oder "Liberpee" 😉

    Letzteres lässt sich übrigens auch prima selbst craften, aus einer Spüliflasche z. B.

    Hat eine UL-Trekkerin gemacht, ihrer Aussage nach sehr effektiv und bequem. Was im Gebüsch klappt, sollte auch am Lagerfeuer klappen.

    One man's trash is another man's treasure!
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    Member of the Hateful fifteen

  • Bei uns gibt es viele Moore. Vor einigen Jahren gab es wochenlang unter- und überirdische Brände, welche ursprünglich durch Raketenabschüsse auf einem Truppenübungsplatz ausgelöst wurden. Torf ist echt tückisch.

    Feuer mache ich nur noch selten in der Natur.

    Wer vorsorgt, ist nur zu faul zum Plündern!

  • Meiner Meinung nach sollte zum Löschen eines Feuers, bei dem mutmaßlich ja auch gekocht wurde, schon Equipment vorhanden sein, um Wasser wenigstens ein paar Meter zu transportieren.

    Ohne Gewässer daneben würde ich sowieso ungern ein Feuer starten - egal worin.


    Weil Friese es schreibt: grundsätzlich hielt ich anfangs Grubenfeuer ja für recht sicher, was die oberirdische Ausbreitung angeht. Was passiert aber mit Wurzeln, die in der Nähe des Feuers anfangen zu glimmen und aufgrund des Harzgehalts dieses weiter transportieren?

    Grüße vom Largo

    Gôdaich!

    (geht eigentlich (ganz gut))

  • Wir hatten am Lagerfeuer mehrere Feuerlöscher stehen und Wassereimer ( gefüllt ) außerdem floss der Fluß etwa 25m entfernt.

    der große Funken heißt Mond8o

    Dennoch war der Funkenflug nicht unerheblich hoch und auch weit.

    Aber bis auf zwei Brandlöcher in der Hose blieb alles heile.

    Die Feuerstelle ist seid jahren an der selben Stelle , deshalb stört´s den Eigentümer nicht, das da nix mehr wächst.

    Gruß"Seemann"

    Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!

  • Größtes Problem ist das der Flammpunkt überall sein kann.

    Über uns Blätter und Totholz Harz Dampflok zündet Baum durch Funken an.

    "Schmalspurbahnen (HSB) stehen im Verdacht, durch Funkenflug immer wieder Waldbrände im Harz auszulösen"

    Neben um uns herum Wasserpfeife ... nicht richtig erloschen zündet Besitzer an.

    "Der verheerende Waldbrand, der im Sommer 2022 durch Shisha-Kohle in der Sächsischen Schweiz"

    So nun zu meinem Spezial Gebiet Hohes Venn Torfbrand :campfire:

    "Ein Torfbrand ist ein schwer zu löschender, lang anhaltender Schwelbrand (Erdbrand) in ausgetrockneten Mooren, der oft monatelang unter Oberfläche"

    Im Grunde nur auf Stein anzünden so klein wie möglich und so kurz wie nötig.:thumbsup:

  • grauwolf 8. Mai 2026 um 17:57

    Hat den Titel des Themas von „Feuerlöschem im Aussenbereich“ zu „Feuerlöschen im Aussenbereich“ geändert.
  • Hej hej

    Feuer mach' ich nur am Wasser, auf Treffen (wenn erlaubt) oder bei mir zu Hause, wo ich den Wind, die Trockenheit und die Verhältnisse einschätzen kann.

    Und selbst am Wasser sind das nur erlaubte Feuerstellen oder ich nehmen einen Hobo, Feuerschale oder -netz. Da mach' ich lieber einen auf "Swedwoods".

    *winks* Ted

    Det finns inga problem, det finns bara lösningar. ;) .

    "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)

  • Da mach' ich lieber einen auf "Swedwoods".

    und der hatte letztens eine interessante Version gegen Durchbrennen nach unten.

    Nasse Kieferzweige mehrfach nebeneinander und 3 fach übereinandergelegt als

    Unterlage und das Feuer brannte nicht durch..

    Habe ich auch schon festgestellt, dass nasse Kiefernäste extrem schlecht brennen.


    Gruß

    Konrad

    Wer nicht will, findet Gründe, wer will, findet Wege!

    Member of the "Arctic Circle Society"!

  • Sweedwoods schaue ich mir auch gerne an. Ich glaube auch, dass er sicher weiss wo, wann und wie er Feuer macht. Aber nasse Kiefernäste oder zusammengelegte Steine sehe ich nicht als sicher an, ein Durchbrennen nach unten auszuschließen. Hier kann Glut durchrutschen und Zweige, Nadel, Torf oder sonst was entzünden, gerade wenn das Lagerfeuer länger brennt. Was jedoch reduziert wird ist der Aufwand beim Löschen und die direkte Auswirkung auf den Boden unter dem Feuer, wodurch sich die Feuerstelle später einfacher Rückbauen lässt. Untergelegte Steine haben auch ihre Tücken, da sich darunter auch Glutnester bilden können. Hier sollte sich niemand in einer falschen Sicherheit wiegen. Wer aber nur Youtube Videos schaut ...

    Auch wenn hier im Forum nur versierte Bushcrafter sind, es gibt eine Menge Leute draussen, die einfach etwas blind nachmachen, ohne es zu verstehen.

    Was mich bei Swedwoods bisweilen irritiert, ist das im unmttelbaren Umfeld der Feuerstelle viel vermeintlich leicht brennbares Material liegt. Hier habe ich einen größeren Sicherheitsbereich.

    Wer nicht mit an diese Sachen denkt wiegt sich in einer falschen Sicherheit und kann eine böse Überraschung erleben. Der am Anfang geschilderte Fall hatte ein klares Potenzial dazu.

    Daher wollte ich gerne an dieser Stelle ein Diskussion zum Löschen der Feuer führen. Man findet im Bushcraftbereich im Netz viele Informationen zum Entzünden eines Feuers, zum Löschen desselben sieht es mager aus.

    Viel Wasser funktioniert, aber ich habe habe auch schon eine Menge Feuerstellen fern von See, Fluss oder Bach gefunden. Und ich gehe nicht davon aus, dass diese "Übernachtungsgäste" 10 L Wasser zum Feuerlöschen dabei hatten.

  • So kenne ich das auch, aber leider scheinen es nicht viele der Gelegenheits-Bushcrafter zu praktizieren.

    Dies zeigen mir diverse wiederholt genutzte Feuerstellen in Feld und Wald. Selbst direkt am Wasser wird offenbar minimalistisch gelöscht. So habe ich dort öfters noch schwelende (=Glut) verlassene Feuerstellen von (Schwarz)Anglern gefunden und diese Leute sind nicht gerade erst in die Büsche geflüchtet. Feuer ist dort eigentlich komplett untersagt, aber es gibt Menschen, die die Regeln nach Belieben auslegen und zudem überaus bequem sind.