Beiträge von bugikraxn

    Wegen Wartungsunterbrechung erst jetzt: War vor ein paar Tagen auf einer Gipfelerhebung hier im Alpenvorland zum bergfunken. Eigentlich sollte es der Jahreszeit entsprechend dort einen halben Meter Schnee haben, statt dessen sehr mildes Wetter mit prächtigem Sonnenschein! Schnee, d.h. mickrige 5-10cm Reste hat es lediglich in ein paar Schattenlagen. Obwohl zunächst alleine waren nach meinem Abstieg die Bergwanderer am Gipfelpodest aufgefädelt wie die Schwalben auf der Stromleitung ;) Inzwischen hat es zwar ein wenig geschneit, fürchte dass der wenige Schnee aber im Nu wieder abschmilzt, d.h. man wird sich bei aktueller Klimaentwicklung von Wintertouren im Schnee innerhalb des nächsten Jahrzehnts wohl komplett verabschieden können ...

    Von den 3 Sachen aus der Cargotasche werden Feuerzeug und Klappmesser regelmäßig genutzt, egal ob nun ein Vic Mehrzweckmesser, ein traditioneller Klapper oder ein moderner takt. Folder eingesteckt ist. Auf vielen Wanderungen u. Touren ist dieses 'Sackmesser' sogar das einzige Schneidwerkzeug ;) Nur die Signalpfeife musste in Ermangelung sinnvoller Nutzungen bis dato nur einmal ran um einer von der Gruppe getrennten Person unseren Standort zu signalisieren. Vom dezitierten Survialkit dass immer am Mann und ausschließlich für Notfälle vorgehalten wird hab ich mich inzwischen irgendwie verabschiedet ...

    Der Inhalt des EH-Päckchens steht ausschließlich der bestimmungsgemäßen Verwendung zur Verfügung! Da wird nichts entnommen, egal ob für Zunder, zur Trinkwasserdesinfektion, die Verbandschere zum schnibbeln oder anderer Quatsch. Der Krims-Krams Inhalt meiner kleinen Säckchen wäre zwar pirmär als Back-Up gedacht, musste dort aber nur 1-2 Mal zulangen (z.B. Lippenbalsam als Brandbeschleuniger zum Feuer machen). Ansonsten ist der Rucksack gleichzeitig das 'Survival Kit' und im Gegensatz zu meinen Begleitungen sind T-Shirt u. Socken als Reserve auch für kürzere Touren eingepackt, d.h. es gibt doch ein paar Redundanzen. Wenn der Rucki unterwegs verloren ginge hatte ich je nach Situation möglicherweise ein echtes Problem ;)

    Interessantes Thema Steuermann, die Frage nach einem dezitierten Survival-Kit musste ich mir grade selber stellen ;) Was outdoors eigentlich immer am Start ist (d.h. unabhängig vom Tourcharakter) sind Signalpfeife, BIC Feuerzeug und Klappmesser in der rechten Cargotasche der Trekkinghose. Der Klapper variiert z.B. von einem leichten Victorionox Tinker wenns zum SOTA-Bergfunken geht bis hin zu einem takt. Folder m. Öffnungshilfe u. Penetrierspitze wenns in die Bushcraft-Area geht wo sich nach einer Pause nun wieder vermehrt Wölfe tummeln. Halte ich bewusst so minimalisch weils dann keine Ausrede hat diese 3 Teile wegzulassen ...

    Zwei unterschiedlich bestückte Spezialpouches m. div. Survivalitems hatte ich frührer mal. Da zu voluminös für übliche Cargotaschen blieben die meist zu Hause und mittlerweile sind diese 2 Kits aufglöst, eine der Pouches sogar verkauft. EH-Set (klein bis groß, je nach Tourlänge u. Personenanzahl) sowie eine Art 'Possibles Pouch', also ein Minikit mit allerlei nützlichen Krimskrams (kl. Tube Sonnencreme, Mylar-Rettungsdecke, Zahnseide, Minikompass, uvm.) kommen immer in die Tourenrucksäcke, ganz unabhängig von der Jahreszeit. Für Spaziergänge entlang des Flußufers in meiner Nähe kommt bevorzugt eine kl. Schultertasche mit, deren Inhalt man getrost als Survival-Kit bezeichnen könnte.

    Aus meinem EDC-Tagesrucksack ist übrigens das meiste an Survival-Gear raus geflogen, dafür kam ganz pragmatisch Powerbank, div. Ladeadapter, Wollmütze und anderes rein. Das aktuelle EDC wurde gegenüber früheren Versionen abgespeckt, hab's mittlerweile aufgegeben viel Zeug durch die Gegend zu schleppen mit dem Hintergedanken man könne das ein oder andere im Notfall gebrauchen. A propos Notfall - im urbanen Umfeld sind ein funktionstüchtiges Handy, ein kleine Taschenlampe und ein paar Pflaster nützlicher als der empfohlene Kram der ausufernden EDC-Kult-Szene ;)

    ... das hörst sich doch alles (fast) perfekt an. Mit der Ausnahme des Kurs. Aber das mit dem Kurs beim Bergrettungsdienst könnte doch etwas sein.

    Ein Auffrischungskurs mit dem ÖBRD wäre der Wunschtraum einer Ideallösung! Diese Kurse sind allerdings die interne Weiterbildung aktiver Bergretter/ u. -aspiranten (Leute in Ausbildung zum Bergretter) und nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Wäre also nur mit grosszügigster Unterstützung meiner früheren Bergkameraden möglich, von denen sind ja noch einige aktiv bei der hiesigen Ortsstelle ...

    Zunächst mal vielen Dank für die zahlreichen konstruktiven Beiträge und hilfreichen Tips, möchte hier ein kurzes Update posten. Hab mir im Sommer zusätzl. Tourniquets besorgt, darunter ein CAT-7 in meiner Wunschfarbe orange ;) Der Shop war im Betriebsurlaub weshalb die Ware verzögert ankam und da nicht dringlich wanderte erst kürzlich ein kompaktes Tourniquet im Zuge einer kl. Modifikation in mein Vehicle Get Home Bag. Dies ist ein sog. SOF Tourniquet von Tacmed Solutions mit offiz. NSN welches einen Tick leichter u. kleiner ausfällt als die bekannten CAT-7 der Fa. NAR. Dafür fehlt dem SOF der Kletter, in punkto Selbstapplikation hat das CAT-7 also durchaus Vorteile - ansonsten besteht kein großartiger Unterschied zwischen diesen Modellen. Der Shop führte das SOF nur mehr in oliv - 1te Option wäre tatsächlich eine Signalfarbe gewesen. Was die Unterbringung unter der 1ten Sitzreihe betrifft arbeite ich noch an einer Lösung - hinterm Fahrersitz sind schon 2kg Mini-Feuerlöscher u. gesetzeskonforme Kfz-EH Box verstaut, unterm Beifahrersitz im Winter Schneeketten ... Im Falle eines Auffahrunfalls m. blockiertem Kofferraumdeckel erreicht man das GHB von der Fahrgastzelle aus dank von innen umlegbarer hinterer Sitzreihe - dauert halt länger bis man das grosse EH-Kit in Händen hält.

    Das Thema 'Auffrischung EH-Kurs' steht zwar auf der To-Do, da ein paar andere Projekte weiterhin meine Zeit erfordern kann ich mich dem Thema erst im nächsten Jahr widmen. Einen Rotkreuz-Stützpunkt hätte es sogar in meiner näheren Umgebung Steuermann, dort finden aber nur sporadisch Kurse statt (wenn überhaupt). Interessanterweise gibt es auch spez. 'Outdoor EH-Kurse' - für 140.- Euro bei nur 8h Kursdauer leider verhältnismässig teuer. Ein Bekannter meinte dass die speziell auf Mountainbiker zugeschnitten sind, die Kurslocations liegen sogar in den 2 Parade-Mountainbikegebieten in unserem Bundesland. Wäre in erster Linie an 'hands-on' Training interessiert, also selber Verbände anlegen, reanimieren üben, usw. und dies kam bei den letzten EH-Kursen doch etwas zu kurz. Vielleicht frag ich auch meinen ehemal. Arbeitskollegen ob er mich zu einem dieser eintägigen Auffrischungstrainings des Bergrettungsdienstes einschleusen kann - die machen dort den ganzen Tag beinahe nix anderes als praktische Anwendugnsübungen ;)

    Was erledigt das seit gaaaanz langer Zeit auf der ToDo stand: Stärkeres Ersatzgestänge für mein geliebtes Helsport Sarek 2+ Camp gebastelt. Original ist dieser Tunnel mit einem DAC Featherlite NSL green ausgestattet das 9.0mm im Durchmesser misst. Obwohl ich bis dato weder im Schnee noch bei stürmischen Wind ein Problem hatte wollte ich nachbessern, sozusagen eine Reserve schaffen.

    Das dickere Gestänge selben Typs hat nun 10.25mm und macht wirklich einen brachialen Eindruck. Beim fabrizieren fiel auf dass die alten Stangen teils leicht gekrümmt sind, erinnere mich nicht mehr ob die im Neuzustand bereits vorgebogen waren? Ein Aufbautest steht noch aus, hoffe die dickeren Elemente formen sich ohne dass der Stoff Schaden nimmt. Die orig. Segmente messen bikepackingtaugliche 36cm, die neuen sind 43,5cm lang, was einen grösseren Packsack erfordert. Die Gewichtsdifferenz inkl. Packsack, Ersatzsegment und fetterer Rep-Hülse beträgt ca. 150g. Kann nun spontan entscheiden entweder das stärkere mitzunehmen z.B. wenn Schnee + Starkwind zu erwarten sind oder eben wie bisher etwas leichter (grins) unterwegs zu sein - mit den dünnen Originalstangen wieg das Zelt ca. 3kg mit den neuen ca. 3,15kg ...

    Das Spyderco Delica gibt's seit 1981, Police seit 1984, Military seit 1996, das Chris Reeve Sebenza Design gibt's seit Ende der 80er, das Emerson CQC Design ist ebenso aus der Zeit, das CS Recon 1 ist von 1994, das Benchmade 940 gibt's seit 2000,...

    Diesen Modellen hätte ich ebenfalls zugetraut ein Evergreen od. Dauerbrenner zu werden obwohl in kleineren Stückzahlen aufgelegt (im Vergleich z.B. zu üblichen Vics)! Dass sich die Zeiten momentan schneller drehen ist Tatsache, vor 100 Jahren gabs zwar auch Neuerungen u. Innovationen, die Live-Cycle sind aber momentan eindeutig kürzer als zu damaligen Zeiten!

    OT: Möchte zwar ein abdriften in eine Messerstahl-Diskussion vermeiden, nur so viel: Hab mir zu Beginn der Pandemie im April 2020 ein Maserin Scout gekauft. Ist eine Replica eines Sod Buster, halt mit modernerem D2 Klingenstahl. Das obere im Bild wurde über ca. 3 Jahre beinahe tagtäglich in der Küche f. Frühstück, übliche Brotzeiten od. Abendessen verwendet und dabei nie nachgeschliffen. Die letzten paar Monate wollte ich es wissen und hab das Ding oft nur abgespült und zum trocknen beiseite gelegt. An der Schneidkante tauchten dann tiefschwarze Punkte auf, denke die sind der Ursprung sichtbarer Microausbrüche und im Gelenk ist Schmodder drin so dass nix mehr kernig knackt beim aufklappen ... Das Ding ist seinen Preis wert, hab mir vor ca. 1 Jahr ein nagelneues für ca. 45.- Euro geholt - schien die bessere Lösung da nachschleifen bei meinen bescheidenen Schleifkünsten und der abgeranzten Schneidkante weniger erfolgversprechend. Versteht mich nicht falsch, Tomaten gehen immer noch, die Schneidgeometrie ist einfach nur genial! Hier können viele taktische Prügel mit ihrer 5+ mm dicken Klingen einfach nicht mit halten, die schlanken Klingen sind wohl auch eins der Erfolgsrezepte der alten Eisen ... Für meine Ansprüche muss es also kein Superstahl sein, find z.B. einen 420HC oder C75 ebenfalls 'super' da für meine Zwecke ausreichend ;)

    Ab davon, ich interessiere mich fast nur für die ollen Kamellen aus ganz klassischen Materialien.

    Das sind für mich die attraktivsten, vielleicht bediene ich unterbewusst die Sehnsüchte meiner Kindheit.

    Kindheitserinnerungen an meinen Großvater sind indirekt für meine Suche nach ein paar bestimmten klassischen Taschenmessern verantwortlich ;) Er besaß ein paar wenige Klapper, im Nachhinein ziemlich beeindruckend was er damit so anstellte! Mit diesen kleinen Dingern wurde alles mögliche erledigt inkl. ausnehmen u. teils sogar zerlegen von 10+ Rehen jedes Jahr. Die C-Stahl Klingen hatten richtig Patina, so dunkel wie Bleistiftminen und damit krass anders wie alles was auf YT als 'Tina' präsentiert wird. Eins erinnerte an ein Löwen-Messer, das Otter Classic das ich inzwischen habe kommt dem designmäßig recht nahe, nur einen Tick größer. Die Klingenform eines zweiten ähnelt dem California-Clip, also einer Hechtklinge mit langem Swedge wie sie an div. Trapper-Modellen zu finden ist. Seins hatte auch einen Hirschhorngriff - wohl eher Hirschhornimitat, weil er auf den Preis achtete. Dann besaß er noch einen schlanken Minifolder mit Perlmuttgriff für den Sonntagsanzug. ...

    Inzwischen hat sich bei mir eine Anzahl älterer Designs angesammelt wobei die Suche nach Großvaters Taschenmessern dabei durchaus eine Rolle spielte ;) Wenige stammen aus alter Solinger Fertigung m. unbekanntem Herstellungsjahr, schätze dass die vor 1970 in Handarbeit produziert wurden, wobei die engen Toleranzen und der 'Walk & Talk' der Klingen beeindruckt! Selbst gegenläufige Klingen schrammen nicht aneinander u. solange nichts grob verschlissen ist gehen die butterweich! Abgesehen von den Vics aus Schweizer Massenproduktion bekommt dies so manches teure CNC-Modell nur mit Achsschraube u. verstellbarem Klingenspiel hin! Die aktuelle Flut an Klappern die beständig auf den Markt geworfen wird steht der Etablierung eines 'Dauerbrenners' sicherlich im Wege. Zudem scheint Optik od. Markennamen kaufentscheidender zu sein als die eigentliche Eignung als Schneid- od. Gebrauchswerkzeug!

    Welche modernen Klappmesser haben überhaupt das Zeug zum Klassiker od. Evergreen die man auch noch zum Ende dieses Jahrhunderts als Neuware kaufen wird können? Dieser Gedanke kam mir zuletzt als ich an einem meiner Lieblingsspots am Flussufer ein schlichtes Gericht über der Spiritusfunzel zubereitete. Zum schnibbeln der Zutaten war ein Klapper m. Knochengriff u. Neusilberbacken am Start der wohl in den 1970igern(?) gefertigt wurde, das Modell nennt sich Copperhead. Ein bekanntes Baumuster dessen Wurzeln sich bis vor dem 1. Weltkrieg zurück verfolgen lassen und das nach wie vor in div. Varianten von verschiedenen Firmen gebaut u. vertrieben wird.

    Beim sortieren meiner Messerkiste fällt auf dass sich der Anteil an 'alten Hadern', also historischer oder Retro-Muster beständig erhöht. Die meisten davon sind nicht etwa Erbstücke oder uralte Sammlerteile sondern wurden innerhalb der letzten 5-10 Jahre produziert. Offensichtlich scheint es nach wie vor einen (kleineren) Markt für sog. 'Großvater-Messer' zu geben und manche Hersteller wie z.B. Case XX, Great Eastern Cutlery, Hartkopf, Otter, Robert Klaas, Queen Cutlery, Rough Ryder, uvm. haben sich drauf spezialisiert. Ein gewisses Maß an Imperfektion handwerklicher Fertigung, viel polierte Fläche, der Charm des schlichteren Look & Feel sowie billigere u. somit pflegeintensivere Materialen üben nach wie vor einen gewissen Reiz aus. Naja, es steht halt nicht jeder auf die für automatisierte Fertigung optimierten taktischen Designs oder benötigt die Performance moderner 'Superstähle' ...

    Obwohl ursprünglich als preiswerte Jagd- u. Alltagsmesser konzipiert sind viele der historischen Modelle nach wie vor bekannt und beliebt - nicht nur bei Sammlern, sondern auch bei Leuten die einen sozialverträglichen Slipjoint als EDC mitführen und manchmal findet ein schlankes Gentleman's Knife in den Business Anzug seines Trägers. Traditionsmuster mit langer Geschichte sind z.B. Anker-Messer, Barlow, Canoe, Congress, Copperhead, Drei-Nieten-Messer, Hawkbill, Higonokami, Hippekniep, Loewen-Messer, Mercator, Scout Knife, Sod Buster, Sowbelly, Stockman, Toothpick, Trapper, Weber-Messer, uvm. Einige Messerdesigns existieren seit den 1860igern ohne größere Abänderungen, wie z.B. die schlanken Mercator, die Historie der franz. Laguiole Hirtenmesser reicht sogar noch weiter zurück. Momentan liegt die Neuauflage alter Baumuster in modernen Materialien voll im Trend, das Lionsteel Barlow od. das Maserin Scout sind solch modifizierte Replikas.

    Aktuell geben sich bei sämtlichen Messerherstellern die Modelle die Klinke in die Hand, so mancher Klapper ist nur für 1-2 Jahre am Markt bevor ihn sein Nachfolger abgelöst. Folder die sich länger als ein Jahrzehnt halten sind also nicht unbedingt Standard. Der letzte große Wurf welcher seit ca. 1963 ununterbrochen fabriziert wird und sich damit zurecht als Klassiker bezeichnen darf ist das bekannte Buck 110 Folding Hunter. Was die jüngere Vergangenheit so ab den 1980igern betrifft wird es rasch mau, Klappmesser die bekannt und über längere Zeitspannen hinweg verkauft werden lassen sich meiner Meinung nach an einer Hand abzählen - mir fällt z.B. nur das Spyderco Endura od. Military ein, das Ontario RAT Model 1 oder Benchmade Griptilian ...

    Was denkt Ihr, welche Klappmesser die nach 1980(!) auf den Markt kamen haben das Zeug zu einem echten Klassiker? Welche Modelle werden auch noch in 25, 50 oder gar 100 Jahren produziert und gerne gekauft? Was sind Eure 'Modern Classics' oder favorisierten Folder mit entsprechend Potential zum erfolgreichen 'Evergreen'?

    Ach herje 0815, immer diese Schlachtenbummler ;)

    Es ist aber zu bedenken, die Meisten verbluten z.B nach Auto-/Motorradunfällen. Bei Beiden besteht oft, durch Einklemmen, keine Möglichkeit einen Druckverband an zu legen.

    Deshalb ist z.B. eine Israeli Bandage in meinem VGHB (=Vehicle Get Home Bag) und fährt im Kofferraum überall hin mit. Ein Tourniquet schlicht aus dem Grund nicht weil damals als das GHB zusammen gestellt wurde keins übrig war und diese Dinger sind leider alles andere als ein Cent-Item ... Danke schon mal für den Reminder, kommt auf meine zu-erledigen-Liste :thumbsup:

    Hier in D-Land nehmen leider auch die Verletzungen durch Hieb-, Stich -und Schusswaffen zu.

    Bushcraften spielt sich überwiegend abseits der urbanen Bereiche ab wo Leute die sowas verüben zum Glück selten anzutreffen sind - die Street Boys bleiben gerne im städtischen Habitat. Gibt meiner Meinung nach weniger Überschneidungen mit uns Country Boys, hätte dies nicht als Grund gesehen ein Tourniquet z.B. in Wanderrucksäcke einzupacken. In meinem Urban-BOB befindet sich allerdings eine SWAT-T (Stretch-Wrap and Tuck Tourniquet), das ist ein elastisches Abbindeband, also sowas wie die Light-Version eines Tourniquets.

    Also am besten, Lehrgänge besuchen (bitte nicht den veralteten Mist, eines standard EH Lehrgang) und gut ausgerüstet sein!

    Da schlägt Dein Profianspruch durch Walter, einen EH-Kurs würde ich jedem empfehlen sogar auf die Gefahr hin dass dort z.B. Tourniquet od. Israeli Bandage kein Thema sind. Mein letzter Kurs liegt schon ein paar Jährchen zurück, ärgerte mich damals tierisch weil die ersten Stunden mit 'wie hole ich Hilfe u. setze einen Notruf ab' scheinbar vergäudet wurden. Beim letzten Verunfalten an dem ich vorbei kam standen bereits Leute drum rum mit gezücktem Handy, von denen kam keiner auf die Idee die 1-1-2 zu drücken geschweige denn ein paar Meter ran zu gehen um den Gestürzten direkt anzusprechen - fürs gaffen u. ins Netz streamen hats gereicht und nun ist auch klar weshalb dieser Kursleiter so akribisch an diesem Punkt hing! Hab dem Trainer damals mein CAT Tourniquet gezeigt, der meinte dazu: Kenn ich, ist aber leider kein Lehrinhalt dieses 16h EH-Kurses. Vielleicht hat sich dies ja inzwischen geändert?

    Bei solchen Berichten od. Studien steht für mich im Vordergrund was an Aussage relevant und zu beachten bzw. direkt umsetzbar/ anwendbar ist. Versetzt in die Lage eines Verunglückten wäre ich dankbar wenn ich bei einer akuten Blutung so versorgt werde dass es zu keiner Amputation kommt sobald ich im Krankenhaus aufschlage und dass ich selbiges möglichst rasch erreiche. Ausser Zweifel steht dass der heimische Wald oder die leichten Berge auf denen ich mich bewege mit einem Kampfgebiet in der Ukraine nur sehr bedingt vergleichbar sind! Ein Outdoorgebiet ist allerdings auch keine klinische Umgebung und der Umstand dass ein Verband aus eher bescheidenen Mitteln einer Rucksackapotheke nach 1 oder 2 Stunden Abtransport über Stock u. Stein nicht mehr unbedingt schulungsmäßig sitzten muss leuchtet wohl auch jedem ein ...

    Das TQ ist immer die letzte Option.... allerdings möchte ich einen 0815 Menschen sehen der mit einem Druckverband einen Durchschuss oder eine mittlere Sprengverletzung dicht bekommt.

    Naja, ein Otto-Normalverbraucher wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie in Verlegenheit kommen je eine Durchschuss- oder Sprengverletzung versorgen zu müssen, die sind beim Anblick eines Verunglückten manchmal schon mit dem 112-Handynotruf überfordert! Selbst der geneigte Bushcrafter bewegt sich üblicherweise im Wald und auf keinem Kriegsschauplatz - Eisen fliegt dort nur herum wenn jemand versehentlich Messer od. Axt fallen lässt ;) Wenn ich mit Motorsäge im Wald der Verwandtschaft aushelfe ist ein Tourniquet fix in der Schnittschutzhose und bei dieser Tätigkeit macht das Teil meiner Meinung nach richtig Sinn! Was Reihenfolge betrifft wärs wohl nicht verkehrt bei stark blutenden Wunden mit Druckverband zu beginnen und erst wenn dieser nicht ausreicht ein TQ nachzuschieben wobei nicht alles lebensbedrohlich ist was für ein paar Minuten krass entsaftet.

    Aus der Schlucht von dem Link haben wir mit 10Mann mehr als 2h gebraucht einen 100kg Mann mit Hüftbruch und offenem Unterschenkelbruch rauszutragen.

    Finde ich nicht übertrieben und ich trau mich glatt zu wetten dass sich die SanKa Besatzung beschwerte weil der so geborgene Schwerverletzte nach deren Maßstäben schlecht verbunden war? Wir haben hier auch ein paar Berge herum stehen, Alpinunfälle nehmen von Jahr zu Jahr zu. Sollte mal kein Flugwetter für den Heli sein benötigen Bergretter in ungünstigen Fällen die 2h bis sie vor Ort bei einem Schwerverletzten sind, aufwendige Windenbergungen aus Felswänden u. langsamer Abtransport mit Gebirgstrage oder Akkja nicht inbegriffen. Da kommts wirklich auf den Ersthelfer an, der Alpenverein empfiehlt mittlerweile Israeli Bandages u. Tourniquets zur Wundversorgung. Ist zwar beides zugegeben nicht in meinem Wanderrucksack, aber vielleicht ändert sich das ja noch irgendwann ...

    Tourniquets, also Aderpressen sind in der Ukraine ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, siehe: Link. Unsachgemäße/ fehlerhafte Handhabung soll für 75.000 Amputationen verantwortlich zeichnen die vermeidbar gewesen wären. Als einer der Hauptgründe für solch fatale Komplikationen wird eine zu lange Applikationszeit angeführt, d.h. die Blutzufuhr bleibt abgeschnürt bis massive Gewebeschäden auftreten die in weiterer Folge zum Verlust ganzer Gliedmaßen führen. Verwundete werden oft nicht rasch genug aus den Kampfzonen abgeholt, die TQs sind länger als 2 Stunden fest angelegt und müssten eigentlich zwischenzeitlich gelockert werden um eine kurzzeitige Blutversorgung zu ermöglichen.

    Tourniquets sind Staubänder militärischen Ursprungs und wurden zur Stillung stark blutender Verwundungen entwickelt, damit soll verhindert werden dass Patienten an hohem Blutverlust versterben noch bevor sie notärztlich versorgt werden können. Die Anwendung wird gerne als easy beschrieben, man kann sich diese Abbindeklemmen sogar selbst setzen. Das Konzept sieht zudem eine rasche Evakuierung zur weiteren Behandlung vor, an Kriegsschauplätzen wo US-Streitkräfte involviert sind erfolgt dies oftmals durch Hubschrauber und benötig nicht mehr Zeit als einen Verunfallten von der Autobahn ins Spital zu fliegen. US-Studien belegen dass die Zahl der Kriegsopfer durch verbluten signifikant zurück ging seit Tourniquets in größerem Umfang bei der Truppe im Einsatz sind, von daher zweifle ich deren Nützlichkeit auch nicht an.

    Tourniquets stehen bei Bushcraftern sehr hoch im Kurs, viele haben eines im EH-Kit und liest man zwischen den Zeilen betrachten offensichtlich einige das TQ als All-In-One Universalgenie zumal sich in deren Kits nicht mal mehr Pflaster oder Mullbinden finden ... Die aktuelle Studie des ukrainischen Militärchirurgen Dr. Yatsun ergab dass bei nur ca. 1/4 der Fälle die Anwendungen von Tourniquets gerechtfertigt war und bei 3/4 Druckverbände ausreichend gewesen wären (auch im Hinblick auf d. Amputationen)! Bedeutet einerseits dass Tourniquets nicht unbedarft und über lange Zeiträume angelegt werden sollen und andererseits dass normale Druckverbände durchaus ihre Berechtigung haben!

    Die Entscheidung was sinnvoller Weise benutzt werden soll erfordert Training: In EH-Kursen wird einem gezeigt wie Wundverbände anzulegen sind und man soll bitte das Gelernte umsetzen ;) Rate davon ab sich irgend ein Teil ins Kit zu stopfen mit dem man im Ernstfall nichts anzufangen weis und wo auch nicht zu erwarten ist dass dies Dritte beherrschen, sollte einem selber was passieren. Verletzungen die ein TQ erfordern würde ich durchaus als akut/ potentiell lebensbedrohlich einstufen, die Behandlung erfordert nicht selten einen chirurgischen Eingriff z.B. bei Beschädigung großer Arterien, tiefgehender Wunden, abgetrennten Extremitäten, uvm. Rascher Abtransport ist eine weitere Erkenntnis aus der ukrain. Studie und damit Schlüssel zur Vermeidung allfälliger gesundheitl. Folgeschäden. Sich darüber Gedanken zu machen empfiehlt sich nicht nur für jene die abgelegene Gebiete aufsuchen wo Handyempfang alles andere als 100%ig gesichert ist um Notrufe abzusetzen. Hier machen SOS-Beacon (Garmin InReach, usw.) Sinn, manchmal sogar ein Funkgerät um sich das Ticket für die Evakuierung in den nächsten Operationssaal zu sichern ;)

    Du warst schon lange nicht mehr auf der Ostsee oder sonst in der Nähe der russischen Grenze.... kann das sein?

    Arved Fuchs ist kürzlich mit seiner Dagmar Aaen nach Riga geschippert und hat Bilder seines GPS-Track´s veröffentlicht... also normal sah der nicht aus um es mal neutral auszudrücken. Sprünge, Zacken, Vor, Zurück....

    Das gleiche vor Kotka, die Russen stören von Gogland aus die komplette Navigation bis kurz vor Helsinki.

    In Lappland das gleiche Spiel....

    Tja, da geht wohl jeder von seiner eigenen Situation aus supi, hab den Punkt zwar im Beitrag #5 kurz angeschrieben aber angenommen dass dies hier niemanden konkret betreffen wird da wir im D-A-CH Raum ausreichend Distanz zu den direkt am Krieg beteiligten Parteien hätten ... Kann mich an den Absturz der DHL-Frachtmaschine im Baltikum erinnern wo der Flieger ebenfalls zick-zack flog was auf GPS-Spoofing hinwies. Nachdem der Pilot einige wichtige Anweisungen der Lotsin aus dem Tower falsch wiedergab kamen direkt Spekulationen auf ob nicht jemand absichtlich nachgeholfen hat durch gezielte Beeinflussung des Flugfunks ...

    Anyway, um den Kreis wieder zu schließen - frag ich mich gerade was die jeweils nächste Backup-Stufe ist wenn GPS gezielt gestört wird: Kramt man zur Seenavigation sofort Sextant, Peilkompass u. Kartenplotter heraus oder bedient man sich zuerst weiterer elektron. Navigationshilfen wie z.B. das bordeigene Radar zum scannen d. Küstenlinien oder Anpeilung von Funkbarken zur Positionsbestimmung? Wie stellt man sich drauf ein wenn Jaming über lange Zeiträume hinweg aufrecht bleibt - schaltet man das Navi im Auto erst gar nicht ein?

    Konnte Deinen Beitrag zuerst nicht einordnen 0815, danke für die Ergänzungen. Dass Wege u. Steige zuweilen verschwinden da mit der Zeit zugewuchert (oder absichtlich abgetragen inkl. entfernen v. Wegmarkierungen wie z.B. in NPs) kommt inzwischen öfter vor. Nicht jeder Forstweg und jedes Detail findet sich auf Karten wieder, vor allem wenn auf Privatgrund gelegen und dies betrifft Papier- als auch Digikarten gleichermaßen. Dass sich das Landschaftsbild nach Naturkatastophen ändert kommt vor z.B. durch Bergstürze od. Hochwässer - ein Fluss fließt aber auch nicht plötzlich an anderer Stelle in 10km Entfernung und mit etwas Unschärfe/ Ungenauigkeit kann wohl jeder leben der sich outdoors durch die Natur bewegt ;) In den Alpen macht es durchaus einen Unterschied ob man im Sommer oder Winter unterwegs ist: Schnee ist der 'Gleichmacher' schlechthin und so manches markante Landschaftsdetail verschwindet was konventionelle Navigation nicht einfacher macht.

    Genau deswegen kann man neben GPS auch Kompass/Karte.


    Meine Philosophie: beides beherrschen und sinnvoll zusammen nutzen. Mal hat das eine Stärken, mal das andere.

    Jedes Konzept hat seine Grenzen, bei GPS & Co werden gerne die üblichen Brummer angeführt wie z.B. Totalausfall durch EMP-Schlag (egal ob solare oder nukleare Ursache), Manipulation der Satellitensignale (nicht nur d. Jaming), Abschaltung ziviler Nutzung durch die Betreiber, uvm. Kommt alles aus der Endzeit-Ecke, mit vergleichsweise geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten denn diese Systeme sind prinzipiell robust u. ausfallsicher. Was dagegen niemand erwähnt: Es gibt eine handvoll (meist sogar bekannter) Spots z.B. in gebirgigem Gelände wo Funkabschattungen die elektron. Positionsbestimmung irritieren.

    Was die analoge Arbeit mit Karte, Kompass & Co betrifft hat mir bis dato noch keiner anschaulich zeigen können wie man bei schlechten Sichtverhältnissen z.B. im Nebel oder dichten Schneetreiben eine vernünftige Kreuzpeilung zur eigenen Standortbestimmung durchführt ;) Hier punkten klar die elektronischen Helferlein weil praktisch, easy zu handhaben und hinreichend genau! Respekt aber vor jenen die eine mit GPS vergleichbare Exaktheit auch mit herkömmlichen Mitteln hinbekommen. Will keinesfalls Euren Enthusiasmus für Planzeiger & Co ausbremsen! Skills sind bekanntlich durch nichts zu ersetzen und Wissen lässt sich ja schon mal von einem zum anderen Konzept übertragen ...

    und dann auch nur so lange wie "Verbindung" zum Netz und/ oder Sateliten besteht.

    Wenn ich in den österr. Mittelgebirgen, Voralpen oder auch mal in höheren Lagen wandere hab ich oft keine (in Gegenden abseits v. Seilbahnbetrieb so gut wie nie!) Mobilfunkverbindung. Denke 2018 bestritt ich die letzte Mehrtagestour wo eine Papierkarte als Backup(!) im Rucki steckte. Dig. Kartenmaterial ist lokal im Smartphone oder Outdoornavi gespeichert und somit problemlos offline ganz ohne Netzverbindung verfügbar - man muss sich halt vor der Tour die Mühe machen benötigte Kartenausschnitte zu sichern oder mal checken ob diese noch vorhanden sind da einige Apps das Offlinematerial nach gewisser Zeit wieder löschen.

    Satelliten sind zur Positionsbestimmung erforderlich, kann sich jemand erinnern dass dies mal nicht klappte? Schließlich bewegen wir uns hier in Mitteleuropa und nicht in der Nähe eines Kampfgebietes wo GPS gestört od. manipuliert wird. Auch ohne GPS-Position hab ich noch immer eine Kartenansicht, also was solls ... Mobilfunkverbindung od. Satellitenempfang sind in Wirklichkeit keine Argumente auf elektroinsche Helferlein zu verzichten! Wenn mal was nicht klappt stecken meist trivialere Problemchen dahinter wie z.B. ein leerer Handyakku ;)

    Hab so ein Teil in transparent-orange in einer Kommodenschublade auf einem Stapel älterer topograph. Karten liegen und dort liegt es zugegeben seit Jahren ... Kann mich nicht erinnern dieses Teil ernsthaft für Tourenplanungen verwendet zu haben - zum Glück wars keine teure Anschaffung! Wundert nicht dass Planzeiger in keinem Laden mehr vorrätig sind, im Zeitalter integrierter Funktionen zur Routenplanung in NaviApps, I-Net Topokarten und in Outdoornavis braucht die Dinger offensichtlich keiner mehr ;)

    Alle vertrauen nur noch GPS.

    Wieso nicht, ist doch praktisch!

    Kurz & knackig meine Erfahrungen:

    1/ Trangia Gel-Brenner: Simple Aluschale (ählich X-Boil) die auch m. Flüssigsprit geht, da Durchmesser größer als beim B25 hat er auch größere Leistung

    2/ Fernost OEM-Nachbauten: Werden unter unterschiedlichen Label verkauft wie z.B. Esbit od. der Survival Lilly's APO: Paar Gramm leichtgewichtiger als d. Trangia m. ähnlicher Leistung. Simmering ist m. klappbarem Griff ausgestattet der aber leicht verloren geht

    3/ Trail Designs Caldera Cone Burner: Set-Bestandteil aus Alu-Getränkedose, mein leichtester u. kleinster Spritbrenner, Leistung ok für 500-700ml Wasser kochen aber echt filigran

    5/ Toaks Siphon: Recht kompakt u. leichtgewichtig, der Stand aus Drahtgitter taugt nur für kleine/ schlanke Töpfe. Wurde vor ein paar Jahren ziemlich gehypt, meiner russte echt stark und wurde deshalb wieder verkauft

    6/ Vargo Decagon: Überteuert (wie viele Produkte v. Vargo!) u. leistungsschwach - ist mit Abstand d. schwachbrüstigste in dieser Auflistung! 1 volle Spritladung reicht nichtmal um 1L Wasser auf sprudelnd kochend zu bringen, deshalb rasch wieder verkauft