Beiträge von bugikraxn

    Nachdem gestern das VauDe Shock Cord, also eine Ersatz-Gummischnur für Zeltgestänge ankam hab ich heute gleich die erste Reparatur vorgenommen. Die Gummizüge in den 3 Stangen meines Helsport Sarek Pro 2+ waren komplett ausgelutscht, sie hatten sich deutlich gedehnt, waren stellenweise dünn und fingen an den Knickpunkten bereits zu bröseln an. Der Tausch ist kinderleicht und nun hat das Gestänge wieder die erforderliche Spannung für die nächsten Jahre Nutzung ;-)


    Der hier vorgestellte USMC Improved Bivy Cover von Propper hat beim US Marine Corps den bewährten Biwaksack des Military Modular Sleep Systems abgelöst und ist sozusagen dessen Weiterentwicklung da er über einige Details verfügt die man an üblichen militärischen oder zivilen Biwaksäcken selten und zum Teil gar nicht findet.



    So wie das Vorgängermodell gehört der Improved Bivy zur offiziellen Ausrüstung der Marines und ist ebenfalls Bestandteil eines ganzen Systems welches die Bezeichnung Three Season Sleep System trägt, kurz abgekürzt 3S. Dieses besteht neben dem Improved Bivy Cover aus einem wasserdichten Stausack, einem KuFa Schlafsack m. Mittelreißverschluss, einem Netz-Aufbewahrungsbeutel und einer Anleitung. Hmmmh, wozu wird da eine extra Anleitung benötigt?



    Bildquelle: 2x Kwikpoint


    Die Frage ist durchaus berechtigt da zwecks Anpassung an die jeweilige Temperatur div. Bekleidungsschichten wie z.B. Thermo- oder flammhemmende lange Unterwäsche, dick gefütterte Jacke u. Hose, etc. in das Schlafkonzept mit einbezogen werden. Zusätzlich gibt's Teile wie den sogen. All Purpose Liner, dies ist ein Poncho Liner m. Reißverschlüssen, also eine Art dünne Steppdecke welche gerne als Woobie-Blanket bezeichnet wird. Von 'would be cold', wenn man sie vergisst ;-) Das Manual erklärt welche Kombi aus Schlafsack plus allfälliger Schlafbekleidung bei einer bestimmten Temperatur gewählt werden soll um einerseits nicht zu schwitzen aber auch nicht zu frieren. Entsprechend gepimpt ist das 3S in der Lage einen Bereich bis beinahe -10°C/ 15°F hinunter abzudecken. Für noch tiefere Temps existiert mit dem Extreme Cold Bag inkl. Kompressionspacksack ein weiteres Kit zur Ergänzung um so wie mit dem MSS sämtliche Klima- und Temperturbereiche abdecken zu können. Zweifelsohne sind der Improved Bivy Cover sowie der Sleep System Waterproof Compression Sack von Sealline die 2 brauchbarsten Einzelteile des 3S.



    Wer die typischen Biwaksäcke aus Military Surplus von BW, British Army, NL Hooped Bivy Bag, etc. kennt wird wohl etwas verdutzt vor dem 3-Season Improved Bivy stehen. Im Gegensatz zu den erstgenannten fällt die mumienförmige Kontur beim Improved Bivy sehr körperbetont, also eher schmal aus. Mit ca. 220cm Länge passen übliche Schlafsäcke bis zu einer Liegelänge von etwa 195cm problemlos rein, also ein durchaus positiver Aspekt.



    Das Fußende wirkt mit lediglich ca. 58cm Breite tatsächlich dürftig, an den Schultern schafft es der Improved Bivy auf knapp über 80cm, was schon eher einem Standardwert eines Bivvys entspricht. Taillierte Isomatten mit schmalem Fußende lassen sich zwar im Improved Bivy unterbringen solange sie moderat von der Dicke sind. Mit meinen ca. 180cm Körperlänge und 95kg passe ich da rein, ausreichend Spielraum habe ich allerdings nur in der Länge. Mitsamt fetter Iso und dickem Winterschlafsack wirds allerdings zu eng, für sowas ist der Improved Bivy offensichtlich nicht ausgelegt.




    Wir alle kennen typische Reißverschlussanordnungen an Biwaksäcken, die sind meist einseitig links oder rechts oder oben mittig angebracht. Der USMC Improved Bivy wartet hier mit einer unkonventionellen Lösung auf, der Reißer ist am Kopfende angebracht und reicht hier beidseitig ca. 100cm, also weniger als die halbe Länge runter. Durch diese beidseitige Anordnung kann die obere Hälfte ähnlich einer Klappe aufgemacht und komplett runter geklappt werden. Zum Einstieg muss man sich aber dennoch bis hin zum Fußende durchwühlen, was wegen der schmalen Ausführung nicht ganz so rasch gelingen mag wie z.B. beim britischen Gore-Tex Biwaksack. Selbst beim alten MSS Bivy Cover ging der Aus- und Einstieg einfacher. Der RV war dort zwar nur einseitig rechts angebracht, reichte dafür aber sehr weit runter d.h. der Einstieg großzügiger zugänglich.



    Der robuste Reißverschluss in wind- und sanddichter Ausführung ist von YKK und wäre als 2-Wegreißer ausgelegt, wobei an der 12h Position allerdings eine Stopperklammer angebracht ist. Dadurch kann man die 2 Schieber nicht an beliebiger Position platzieren sondern jeder öffnet und schließt jeweils nur eine Seite. Sie befinden sich immer direkt hinter dem Kopf sobald der RV komplett zugezogen wird. Dadurch ist der sogen. 'Emergency Exit' möglich, eine Funktionalität der militär. Verwendung des Biwaksackes. Man gibt beide Hände über den Kopf und drückt die Oberseite einfach auf, was am einfachsten geht wenn die Zipper eben genau an dieser Stelle geparkt sind und die Reißverschlüsse machen dies mit und nehmen keinen Schaden. Mir wärs lieber wenn auf diesen Zwangsstop verzichtet worden wäre dann könnte man die Position der Zipper individuel auf der gesamten Länge verschieben z.B. zur Schaffung eines günstig gelgenen d.h. regen- und windgeschützten Lüftungsschlitzes. Die Zipperschieber klemmen allerdigns so fix dass der Reißverschluß nicht von selbst aufgeht (war z.B. beim Carithia Expedition Gore der Fall!). Die Zipper-Pulls haben auf der Innen- sowie der Außenseite kurze Verlängerungen die das greifen erleichtern. Eine ca. 6,5cm breite Abdeckleiste schützt den RV und ist mit kleinen Klettern fixierbar. Die Klettverschlüsse lassen sich deutlich leichter bedien als die Druckknöpfe beim alten MSS-Bivy. Die Abdeckung verhindert sehr zuverlässig das Eindringen von Nässe, Schnee oder Verschmutzungen.




    Das formbare Kopfteil mit abdeckbarem Moskitonetz ist ein weiteres Features welches man in dieser Form sehr selten an Biwaksäcken findet. In diese ca. 30cm hohe domförmige u. kapuzenähnliche Auswölbung sind 2 flexible Drahtbügel eingearbeitet welche sich von innen leicht mit der Faust oder drücken der Handflächen formen lassen. So liegt das Oberteil im Kopfbereich nicht direkt am Gesicht auf und man gewinnt etwas Abstand bzw. zusätzlichen Raum. Auf der Vorderseite ist eine kleine Moskitomeshfläche angebracht, so ist bei passender Witterung Luftaustausch problemlos möglich ohne das man von lästigen Stech- oder Krabbeltieren belästigt wird. Vom Ausblick darf man sich allerdings nicht zu viel erwarten, das Gesichtsfeld ist entsprechend eingeschränkt. Bin eher unruhiger Schläfer und wenn man sich mal dreht im Schlaf verliert man bei zugezogenen seitl. Zippern dieses Durchsichtfenster nur allzu schnell aus den Augen. Beim aufwachen gibts dann gerne die üblichen Orientierungsprobleme in dieser engen u. finsteren Hülle ...





    Hinter dem Moskitomesh befindet sich eine solide Gewebeklappe die man mittels Reißverschluß rasch ein- oder auszippen kann um die Gesichtsöffnung regensicher zu schließen. Das Konstrukt ist überraschend dicht wie ich bereits austesten konnte. Wird sie nicht benötigt kann sie mittels Gummiband u. Knebel fixiert werden so dass nichts herumflattert od. die Aussicht verdeckt.




    Innen sind insgesamt 4 Befestigungsbänder mit Druckknopfsicherung vorhanden, jeweils Li + Re sowie am Kopf- u. Fußende. Diese dienen zur Fixierung des orig. USMC 3S-Schlafsackes od. auch zum aufhängen fürs trocknen. Wenn man so wie ich keinen orig. USMC-SchlaSa besitzt sind diese Bänder eher nutzlos und nur zusätzuliches totes Gewicht.




    Am Fußende ist eine leichte Fußbox eingenäht was angesichts der sehr kompakten Abmessungen unbedingt erforderlich ist damit die Schlafsackfüllung in diesem sensiblen Bereich nicht zusätzlich zusammengepresst wird. Außen sind auf der Unterseite 2 kleine Schlaufen angebracht um den Biwaksack zum trocknen aufhängen zu können.



    Laut Produktlabel handelt es sich beim Material um ein 3-lagiges Laminat. Verglichen mit anderen militärischen Biwaksäcken wie z.B. dem MSS Bivy Cover, NL Hooped Bivy oder dem Sleeping Bag Cover der Briten fällt dieses von der Materialstärke vergleichsweise dünn aus. Das Gewebe ist nicht viel stärker als die bekannten Gore-Tex Paclite Stoffe. Die Außenschicht bildet ein RipStop Nylon, auf der Innenseite ist Nylongewebe auflaminiert das von der Optik Moskitomesh ähnelt aber sich dennoch glatt anfühlt. Für die Membran wird lediglich PTFE als Material angegeben, über den Hersteller od. Produktbezeichnung schweigt sich das Etikett leider aus. Sämtliche Nähte sind sehr sauber abgeklebt, da übliche Markeninfos wie 'Gore', etc. fehlen kann ich leider nicht sagen ob hier eine orig. Gore-Tex Membran oder doch eines der zahlreichen Nachbauprodukte eingesetzt wurde.




    Wasser perlt von der Oberseite hervorragend ab, die DWR-Imprägnierung scheint hochwertigt zu sein und der ganze Biwaksack ist selbstverständlich 100%ig wasser- und winddicht. Selbst wenn ich den Improved Bivy bei Regen benutzt habe gab es nie nennenswerte Kondensprobleme, die Dampfdurchlässigkeit würde ich als exzellent bezeichnen. Bei komplett geschossenem Reißverschluss wird es nicht unmittelbar stickig, die Atmungsaktivität ist ebenfalls auf einem hohen Niveau soweit ich dies beurteilen kann. Dieser Biwaksack hat nun schon ein paar Jährchen am Buckel und die Membraneigenschaften sind nach wie vor top, was Langlebigkeit u. Haltbarkeit unterstreicht. Da sich diese wichtigen Eigenschaften auf einem sehr hohen Level bewegen ist es schlußendlich völlig egal ob nun tatsächlich eine orig. Gore-Membran oder eins der div. Substitutes verbaut ist - die gebrachte Leistung überzeugt hier einfach.



    Der USMC Improved Bivy bringt ca. 865g auf die Waage was in Anbetracht der vielen Features ok ist aber unter Berücksichtigung des dünnen Paclite-ähnlichen Materials wiederum viel erscheint. Wer ein echtes UL Biwakteil sucht wird hiervon wohl ein wenig enttäuscht sein. Das Packmaß ist insgemsamt zwar fair, durch die Drahtbügel welche eher schlecht zusammenfaltbar sind leider nicht wirklich kompakt. Was Packmaß betrifft liegen andere Biwaksäcke in vergleichbarer Größe vorne.



    Hab diesen USMC Improved Bivy nun schon mehr als 5 Jahre und ihn damals nagelneu aus den USA importiert. Kostete ca. 70.- Euro plus weitere 80.- f. Versand (echt teuer!) u. Importverzollung. Die ca. 150.- Euro ist das Teil auf jeden Fall wert, vergleichbare Modelle aus dem Zivilbereich kosten fabriksneu ab ca. 250.- Euro aufwärts und können in so mancher Disziplin mit diesem offiziellen Gear der Marines nicht mithalten!






    Er war inzwischen oftmals im Rucksack mit dabei wurde aber eher selten wirklich benutzt und teil somit das gleiche Schicksal wie meine anderen Biwaksäcke ... Er war bis dato immer dicht, die Kondensbildung war auf angenehm niedrigen Nivau - also mitunter das beste Resultat was meine bisherigen Biwaksäcke zeigten. Also ich kann für den USMC 3-Season Improved Bivy nur eine Empfehlung aussprechen!





    Zuletzt war er bei einer kleinen Bergtour am Start wo er zum Schutz des SchlaSa-Fußteiles benutzt wurde da es am Biwakplatz nicht 100%ig eben war und ich fürchtete dass der Daunenschlafsack verschmutzt wird wenn ich nächtens talwärts rutsche. Der Einstieg war dabei komplett geöffnet und zurückgeklappt und ja, eine umgestülpte Jacke hätte ebenfalls genügt um den Schlafsack vor Dreck zu schützen. Kondens gabs übrigens keinen im Fußbereich ...





    Daten, Fakten & Features:

    Hersteller: Propper International Inc. (offizieller Zulieferer d. US Marine Corps)

    Modell: USMC Improved Bivy Cover (Bestandteil d. 3-Season Sleep Systems)

    Farbmuster: Coyote Brown

    NSN: 8465-01-574-4005

    Ausstattung: Abgeklebte Nähte, abgedeckter 2-Wege Reißverschlüsse von YKK, 4 Druckknopfschlaufen innen zum einhängen von 3S-Schlafsäcken, 2 Aufhängeschlaufen unten, Abdeckbares Moskitonetz im Kopfbereich, via Drahtbügel formbare Kapuzenkuppel, usw.

    Material: Atmungsaktives 3-Lagen Laminat; Oberstoff RipStop Nylon m. Nylon Backing (beides PA), PTFE Membran

    Größe: Ca. 220 x 80 x 58cm

    Gewicht (von mir abgewogen): Ca. 865g

    Meine erste Tour im Schnee in der Wintersaison 20/21 gabs bereits Ende Sept. 2020, obwohl ich nach 7 Monaten mittlerweile keinen mehr sehen kann bin ich doch auf einen Weekend Overnighter aufgebrochen und wurde wieder mal von der weißen Pracht überrascht obwohl es in der Gegend 1-2 Wochen davor schon komplett schneefrei war ... Anyway, bevor's los ging wurde der Kühlschrank geplündert, deshalb waren jede Menge frischer Lebensmittel am Start und mein 65-Liter Rucksack gut gefüllt und brachte inkl. 1L Wasser mitsamt Kameraequipment 23,5kg auf die Waage! Direkt am Parkplatz ärgerte ich mich über die kalte Witterung für die ich offensichtlich etwas zu dünn gekleidet war. In Bewegung schaffte ich es in meiner dünnen Softshell gerade nicht zu fröstln.



    Auf div. Schotterpisten u. Forststrassen kam ich gut voran, es ging an Wildgattern vorbei und im Schnee sind frische Wildschweinspuren zu erkenn. Am späten Nachmittag hörte ich Motorsägen und Traktorenlärm, vor mir sind offensichtlich noch Waldarbeiter am werkeln, ich bekomme aber niemanden zu sehen.



    Nachdem das Zelt aufgestellt war bediente ich mich am Proviantvorrat, auf dem kleinen Trangia Sturmkocher wurden Hähnchenschenkel m. Brokkoli zubereitet. Die Brokkoliblümchen werden im kleinen Topf ein paar Minuten gekocht was genügte um sie noch bißfest zu halten. Sie geraten zu sauer, hatte das Wasser wohl versehentlich 2x gesalzen ;-/





    Hab's mir trotzdem schmecken lassen und es setzte leichter Nieselregen vermischt mit ein paar Graupeln und Schneeflochen ein. Also rein ins Zelt, Lüfter auf und zum schlafen eingerichtet. Während der Kochsession hatte ich am Erdboden auf einer kleinen Sitzunterlage im Schneematsch gekniet, die Hosenbeine haben dabei schön Wasser gezogen und waren bis über Kniehöhe nass.



    Bevor ich einschlafe hörte ich Eulen oder Käuzchen in der Ferne - ist doch genial wieder im Wald zu sein ;-) Nächtens wurde ich ab und an wach da Regentropfen sanft auf das Zelt trommeln. Früh morgens lagen sogar ein paar Schneeflocken auf dem Zelt, die Zelthaut ist nicht nur von außen sondern auch von innen naß denn durch die eher ungünstigen Rahmenbedingungen hat sich Kondensat gebildet. Im Innenzelt blieb es abgesehen von 2 Spots trocken: Im Fußbereich hatte ich mit dem Schlafsack die Zeltwände berührt und an einer anderen Stelle drücken die Heidelbeersträucher Innen- und Außenzeltstoff zusammen wobei die Kondensfeuchte vom Innenzelt aufgenommen wird, ein paar Tropfen laufen liefen runter und sind am Zeltboden zu sehen.



    Die Tiefsttemperatur lag nächtens im Innenzelt knapp über und im Vorzelt knapp unter dem Gefrierpunkt, es war beinahe windstill und die Niederschläge sowie die einsetzende Schneeschmelze sorgten für hohe Luftfeuchtigkeit. Wegen fehlendem Durchzug und der niedrigen Temps trocknet nichts ab, Kondensatbildung leider vorprogrammiert. Viele machen in solchen Situationen den Fehler und schließen die Lüfter vollständig um Nässe sowie Kälte draußen zu halten und wundern sich wenn sie in einer Tropfsteinhöhle sitzen.


    Bin erst gegen 09:00 aus dem Zelt gekrochen und zum Schutz vor den immer noch nassen Hosenbeinen eine lange hauchdünne Polypro-Unterbuxe angezogen. Zum Wassertransport aus einem nahen Rinnsal kam mein bewährter 10L Wassersack zum Einsatz. Das Teil lässt sich gefüllt auf halbwegs ebenem Untergrund einfach abstellen ohne dass etwas ausläuft! Das Wasser hatte allerdings eine dunkle Färbung von den morastigen Waldböden. Auf eine Filterung hab ich verzichtet da es für Tee etc. sowieso abgekocht wird.




    Nach dem ersten Schwarztee mit ordentlich Zucker und einem Schuß Slivovitz gings erneut ans kochen mit frischen Zutaten und die schmackhafte Eierpfanne mundete ausgezeichnet ;-)




    Dannach die Pfanne innen mit Schnee grob gereinigt um sie als Deckel auf dem Topf fürs nächste Teewasser zu verwenden. Am Pfannenboden sieht man ganz klar einen der Nachteile von Brennspiritus: Rußbildung!




    Mein Camp stand nur ca. 50-60m von der nächsten Forststrasse entfernt (rote Linie im Bild unterhalb) und den Tag über fuhren 3-4 Autos und einer dieser großen Forstschlepper vorbei, Fußgänger sah ich keine und ich hatte auch keine unangemeldeten Gäste ...



    Bin den Tag gemütlich angegangen, hab gechillt und ein paar Fotos gemacht. Nach dem ungeliebten Abwasch gings's ans zusammenpacken. Die zusätzliche Zeltbodenunterlage war ihr Geld wert und sowohl Zelt als auch das Gear in der Apsis waren zuverlässig geschützt vor knorrigem Bodenbewuchs, jeder Menge Dreck (Morast, Reh- und Wildschweinkacke), Schneematsch und Nässe.



    Am späten Nachmittag wurde der Retourweg zum Parkplatz über div. 'Waldautobahnen' angetreten und ich hab den kleinen Ausflug trotz ein paar wiedriger Umstände dennoch genossen ...


    Bin dieses WE in ein Gebiet aufgebrochen wo ich bereits im Herbst eine kleine Scoutingtour für potentielle Übernachtugnsplätze unternahm. Leider ergab sich den ganzen Winter über keine Möglichkeit für einen Overnighter, nachdem es vor ein paar Tagen einen Wintereinbruch in der Gegend gab war ich gespannt wie sich die präsentieren würde. Von meinem Biwakplatz sollte ich ja gute Aussicht auf die verschneiten Nordwände haben, dass der Schnee aber bereits ein paar Meter nach dem Parkplatz auf mich wartete hatte ich nun doch nicht erwartet ...



    Vorbei ging es an einen bekannten See an dessen kitschigen Panorama sich bereits kaiserliche Hohheiten und berühmte Naturforscher erfreuten!




    Der kurze Aufstieg zu meinem Biwakspot geschah spät und ich dank tief stehender Sonne ergaben sich gute Fotomotive ;-) Hatte wohl noch keine Tour an der ich derart viele Aktivitäten von Nagetieren beobachten konnte. Sie nutzen ebenfalls das milde Wetter, durch das umgedrückte Gras fehlte es ihnen an Deckung und wenn sie mal über den Schnee huschten waren sie leicht auszumachen, es waren z.B. Rötelmäuse, eine Spitzmaus u. ein Eichhörnchen dabei.



    Die Suche nach einen ebenen Platz gestaltete sich nun doch schwieriger als angeommen, entweder waren sie mit Schnee bedeckt, neben Mäuselöchern oder toten Bäumen. Die ausgewählte Stelle war ebenfalls suboptimal und etwas abschüssig. Hab die Unterlagplane mit Heringen festgepinnt, ein Biwacksack sollte den Daunenschlafsäck vor dem Schmutz schützen falls ich doch abrutschen sollte. Ein Tarp wollte ich nicht verwenden.




    Dank südlicher Lufströmung war es wolkenlos und ich hatte super Ausblick auf den Sternenhimmel, ab und an wurde ich durch Mäuseaktivtät in der Nähe geweckt weils im Laub raschelte. Der Tiefstwert lag trotz Restschnee in ummittelbarer Nähe lediglich bei +3°C, mir wurde es bald zu war und ich musste mich meiner Socken entledigen, die große Einstiegsklappe vom Bivy war zurückgeklappt, der Sack also nichtmal geschlossen.



    Morgens wollte ich bald absteigen und mir unten an einem Bach ein Frühstück bereiten. Der bewölkte Himmel klarte aber just in diesem Moment auf und ich hab den Tee für die Thermos an einem schönen Aussichtspunkt bereitet, der Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel überwältigend!



    Nachdem das Frühstück ausgefallen war hab ich mir nach dem Abstieg an einem Bach eine Doppelportion Trekkingnahrung zubereitet was sich als ausgesprochen schlechte Idee erwies. Der nächste Anstieg war nur über ca. 200 Höhenmeter und selbst hinter dem Sattel nachdem es bereits wieder bergab ging verursachte der übervolle Magen beschwerden ...




    Im oberen Bereich des wenig frequentierten Tal durch das ich wanderte lag weicher Schnee, ich sank mit jedem Schritt tief ein. Dannach kam ich gut voran und landete am Taieingang auch direkt beim Parkplatz. Davor konnte ich noch ein paar Blicke auf weitere verschneite Berge erhaschen. Alles in allem eine Traumtour an die ich mich sicherlich noch länger erinnern werde ;-)


    Messertechnisch war heute eindeutig Linder Tag, mit einem Fahrtenmesser den Feuerstahlt angerissen um damit den Spiritusbrenner anzuzünden.



    Dann ein paar Fotos vom einem typ. Linder ATS 34 Jagdmesser gemacht von denen ich nun doch schon einige Varianten habe. Kennt man eins, kennt man alle sollte man meinen. Dieser Kandidat hier ist mit einen grenzgenialen Griff aus gestockter Buche bestückt und sowas würde man wohl eher an einem teuren Custom vermuten. Die Maserung ist durchgehend, linke + rechte Hälfte wurden offensichtlich aus dem gleichen Block geschnitten, Färbung und Zeichnung erinnert schon mal an Marmorstein ;-)





    Hab dann mit dem ollen Fahrtenmeser noch ein paar Holzheringe geschnitzt ...


    Beim heutigen Sonntagsspaziergang hab ich realisert dass die Natur schon überall in den Startlöchern steckt, alles ist mit dicken Knospen ausgestattet und die Weiden tragen bereits Kätzchen. Noch ein paar warme Tage und alles ist grün ;-) Hab mir am Flussufer ein Tässlein Tee gekocht und mir mit schnitzen die Zeit vertrieben. Mit nach Hause gingen ein paar Knebelhölzchen für die Firstleine und ein paar Heringe aus bewährtem Hartriegel - ist das beste Holz für solche Zwecke, gibt nix stärkeres ...





    Ob ich mich selbst damit nähen könnte? Keine Ahnung ich vermute schon, bin ziemlich hart im nehmen. Im Fall des Falles hat man halt keine Wahl und muss die Zähne zusammenbeißen.

    Hab mich vor Jahren an meinem damaligen Arbeitsplatz mal an einem scharfkantigen Blech geschnitten, die Wunde musste genäht werden. Die Vertretung meines Hausartztes meinte nur 'das geht jetzt ohne Lokalanästhesie, wir brauchen ja nur 3 Nahtstiche und so erspare ich Dir weitere 2'. Hab zwar verdutzt gekuckt, aber mit Zähne zusammenbeißen geht das auf alle Fälle!


    Was das Set fürs setzen von Wundklammern betrifft sehe ich dies übrigens genau so wie Du Desertstorm: Benötigt zu viel Platz im EH-Kit und die meisten Wunden kann man behelfsmäßig mit Wundauflauge + Plaster soweit fixieren dass später keine klaffende Narbe zurück bleibt - musste dies im 'Selbstversuch' gezwungenermaßen bereits ausprobieren ;-)

    Man fragt sich dann, warum man sich sowas eigentlich antut?

    Das fragt man sich zweilen wirklich ol'greenhorn und wenn ich mir die Fotos ein paar Tage nachher ansehe sind z.B. abgefrorene Finger, die Fröstelei wegen nasser Kleidung und die Unbehaglichkeit im engen Bivy auch schon wieder verflogen. Ab und an kann man sich getrost einem 'Selbsttest' unterziehen, hab mich auf sowas schon mehrmals ganz bewußt eingelassen und die Erfahrungen welche man dabei macht sind immer aufs neue interessant. Muss gestehen das ich den Komfort der ganzen Glamperei mit Zelt usw. gerade bei einem Overnighter unter solchen Bedingungen einmal mehr zu schätzen weis ;-)


    Als Biwaksack war der sogen. USMC 3-Season Improved Bivy Cover von Propper Internat. am Start, also ein offizielles Ausrüstungsteil der US Marines. Hat einen etwas schlankeren Schnitt gegenüber dem MSS Bivy Cover und ist aus leichterem RipStop Material das Gore-Paclite ähnelt. Der wiegt aber wegen der zusätzl. Features wie dem Mesh-Cover im Kopfbereich u. den langen beidseiten Zippern ca. 865g. Ist zwar ein vollwertiger Biwaksack der dicht und dabei atmungsaktiv aber leider nicht wirklich UL ist. Hab Biwaksack-technisch schon einiges ausprobiert und für mich das Idealteil leider auch noch nicht entdecken können. Ich benutze die immer weniger, darum wurden im letzten Jahr gleich 2 verkauft und ich hab hier immer noch 3 verschiedene Bivvies herumfliegen die zwar ab und an auf Tour mitkommen aber trotzdem selten wirklich eingesetzt werden ...

    Eigentlich wollte ich einen gemütlichen Overnigther im Gapahup Tarp ausrichten, die Wettervorhersage warnte vor kräftigem Wind und Niederschlägen, die Front sollte erst im Laufe der Nacht bzw. am darauffolgenden Vormittag eintreffen. Für die kommenden Verhältnisse schien das 3-seitig geschlossene Gapahuk und ein Biwaksack adäquat. Hatte Mühe mit der Suche nach einem geeigneten d.h. ebenen Platz und als ich beim Tarpaufbau eine Stützstange am Gapahuk richten wollte ist mir glatt die Öse ausgebrochen. War natürlich genervt und da die Baumwipfel bereits kräftig zu schaukelten hab ich beschlossen die Nacht doch nicht im Wald zu verbringen. Also alles wieder eingepackt und einen Kilometer weiter gefahren auf eine offene Wiese. Hier wollte ich das beschädigte Gapahuk lediglich als Plane zum Schutz meines Gears benutzen und die Nacht im Bivy abwettern, also eine Simulation eines 'Emergency Shelters'.



    Der Gelbrenner hatte alle Mühe um die Gemüsesuppe zum kochen zu bringen, ihm ging 3x der Brennstoff aus und ich musste neu befüllen. Der kräftige Wind sorgte für erhöhten Verbrauch, die Flammen schlugen seitlich raus, das dürre Gras fing gleich mehrmals Feuer ... Als die Suppe verspeist war fielen auch schon die ersten Regentropfen und ich kroch in die Wurst aus Biwak- und Schlafsack. Nieselregen, Regen, Schneeregen u. leichter Schneefall gingen ineinander über, die Niederschläge setzten nur aus wenn der Wind auffrischte und die Böen über die Wiese fegten. Ist beruhigend wenn man ausreichend Abstand zu den Bäumen hat ;-)



    Das Gapahuk Tarp war flach neben meinem Biwak angepint um darunter die Ausrüstung geschützt zu lagern. Trotzdem überlappten sich Bodenplane u. Tarp und in diesem Bereich bildetetn sich Pfützen. Der Bivy lag allerdings die gesamte Nacht über komplett frei und war nicht weiter abgedeckt. Musste um ca. 01:30 mal raus und suchte mir ein Zeitfenster wo es etwas weniger regnete. Als ich die Schuhe unter der Plane hervorkramte tunkte ich mit den Socken gleich mal ordentlich in eine der Minipfützen auf der Bodenplane und beide Socken trieften an den Fersen. Obwohl ich den Bivy nur für ein paar Minuten verlies schleppt man doch einiges an Feuchtigkeit mit rein - lässt sich mit diesem Set-Up bei solchen Rahmenbedingungen kaum verhindern und ist wohl dessen größter Schwachpunkt. Abwettern nur mit Biwaksack ohne Tarp od. Poncho ist schlicht suboptimal.



    Der Schlafsack (Mammut Perform Fibre Bag -7) ist zwar körperbetont aber nicht allzu eng geschnitten und bevorzugt eher Rückenschläfer. Mitsamt Bivy ist das insgesamt doch beengt wo das öffnen u. schließen der Reißverschlüsse in gewisser Akrobatik ausartet. Hab versucht immer einen der RV am Biwaksack einen kleinen Spalt weit zu öffnen, damit Luftaustausch gesichert war. Hinter dem Moskitonetz ist hierfür eine einzippbare Klappe vorgesehen, da tropft es aber dann doch zu toll rein wenn diese mal weiter als 5cm offen steht. Also einen der seitlichen Reißer benutzt und auch hier gelangte etwas Nässe in den Biwaksack. Selbst wenns nicht direkt reinregnet so spritzen einige Tropfen von der Bodenplane ab und landen unweigerlich im Bivy ... Ansonsten blieb der Bivy trocken, es gab auch keinerlei Stellen wo übermäßig Kondens sichtbar war. Der Schlafsack war außen an der Kapuze zwar nass und am Fußende leicht feucht - irgendwo muss die Nässe von den Socken ja hin ... Innen blieb er allerdings trocken und so soll dass auch sein ;-) Die Isomatte hatte ich außerhalb platziert und die paar Quadratzentimeter welche trocken blieben kann man leicht abzählen!



    Morgens wars unwirtlich, durch den krätigen Wind fühlte sich das ganze bitterkalt an obwohl die Temp lediglich um den Gefrierpunkt lag und ich hatte im Nu saukalte Finger und war am frösteln. Die Nässe stand nicht nur oben auf der Schutzplane sondern gelangte leider unter diese da die Plane durch den Wind mehrmals hochgewirbelt wurde obwohl beschwert durch Tarpgestänge, Stativ, Thermosflasche, usw. Darüber hinaus bot die Bodenplane dem Wasser auch die perfekte Rinne bis hin zur Ausrüstung. Die Tageskleidung gab einen guten Schwamm ab, an der dicken Fleecejacke waren beide Ärmelbündchen triefend vor Nässe, ähnliches an den Hosenbeinen, die teils bis übers Knie naß waren. Beim Parka hats zum Glück lediglich den Saum bis auf Höhe der Taschen erwischt. Obwohl es ab und an durchaus Spaß machen kann sowas auszutesten muß ich inzwischen zugeben dass ich schön langsam zu alt werde für die Simulation von Notsituationen ... Entschädigt wurde ich durch ein paar Feldhasen die in unmittelbarer Nähe meines Biwaks herumhoppelten, die waren wohl zwecks Arterhaltung unterwegs sonst hätten sie sich nicht bis auf 15-20m herangetraut ;-)


    Freut mich wenn die Reviews gefallen ;-) Soweit ich mich erinnern kann war die Woodland Version gewichtsmäßig nicht wirklich viel anders als die UCP (AT-digital, Schmimmeltarn) Variante, wogen beide ca. 1kg dave87. Der sogen. '3-Seasons Improved Bivy' des USMC ist mit seinen ca. 865g allerdings eindeutig leichter ausgeführt. Dieser besteht aus dünnerem Gore-Paclite und unterscheidet sich auch bezügl. Schnitt, Features, Farbmuster usw. deutlich vom Bivy Cover des MSS:


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    Totz alle Unkenrufe erfreuen sich Biwaksäcke nach wie vor ungebrochener Beliebtheit in der Bushcraftszene und der hier vorgestellte Gore-Tex Biwaksack der US Army dürfte einigen bekannt vorkommen - zumindest sieht man ihn ab und an mal auf div. Fotos hier im Forum. Das Teil trägt den unscheinbaren Namen 'Bivy Cover' und ist ein offizieller Ausrüstungsbestandteil des sogenannten MSS, also des Military Sleep Systems welches neben dem Biwaksack auch die 2 Schlafsäcke 'Patrol' (Sommmer- od. Tropenschlafsack) und 'Intermediate Cold' (3-Jahreszeitenschlafsack sowie einen 'Compression Stuff Sack' (Kompressionspacksack) umfasst. Die gesamte Kombi verspricht sämtliche Wetterlagen in allen Klimazonen abzudecken. Doch zurück zum Biwaksack welcher aus meiner Sicht das brauchbarste Einzelteil dieses Sets darstellt.



    Der Bivy Cover misst ca. 205cm in der Länge, in Schulterhöhe hat er ca. 80cm und im Fußbereich ca. 70cm. Er fällt damit eher breit aus, was auch Seitenschläfer zufrieden stellen sollte.





    Unten ist eine dezitierte Fußbox vorhanden so dass auch dicke Winterschlafsäcke in diesem kältesensiblen Bereich genug Platz finden und die Füllung dabei nicht zusammen gedrückt wird.



    Die Oberseite ist in woodland camo ausgeführt, die Unterseite ist hingegen einfärbig in coyote tan gehalten, insgesamt ist für vernünftige Tarnwirkung in mitteleuropäischer Vegetation gesorgt für denjenigen der auf sowas Wert legt. Durch die niedrige Silhouette ist man zusätzlich unauffälliger gegenüber Tarp, Hängematte oder Zelt.



    Dieser Biwaksack besteht vollständig aus superrobustem 3-Lagen Gore-Tex Laminat und ist somit 100%ig wasserdicht und winddicht als auch atmungsaktiv - selbstverständlich in allen 3 Kategorien auf einem Top-Level. Im Gegensatz zu div. anderen Biwaksäcken wird das gleiche hochwertige Gore-Material auch auf der Unterseite eingesetzt. Die Atmungsaktivität und Dampfdurchlässigkeit ist hoch im Vergleich zu Bivys wo keine atmungsaktiven Gewebe auf den Unterseiten eingesetzt werden. Sämtliche Nähte sind mit Gore-Nahtband abgeklebt und daher ebenfalls 100%ig wasserdicht ausgeführt. Als Außenschicht wurde bei diesem Gore-Laminat ein sehr kompakt verwebter Nylonstoff benutzt welcher super abrieb-, reiß- und scheuerfest ist. Man kann sich mit diesem Biwaksack problemlos direkt auf den Waldboden oder auf Felsen in den Bergen legen - ein paar Nadeln von Bäumen, spitze Steinchen oder scharfe Felskanten machen dem Material keinesfalls was aus. Insgesamt eine sehr dauerhafte Ausführung, kein Vergleich mit Biwaksäcken aus dem UL-Bereich oder gar Billigsdorfern aus Fernost!



    Der 2-Wege Reißverschluss befindet sich auf der rechten Seite, hat ca. 3/4 Länge und ermöglicht damit bequemen Ein- und auch Ausstieg.



    Der Reisser lässt sich zur besseren Belüftung auch von unten her öffnen. Er ist so wie der Rest dieses Bivvis ebenfalls robust ausgeführt, lange Draw-Strings sind vorhanden und er lässt sich somit auch mit Handschuhen leicht bedienen. Selbstverständlich hält dieser Zipper auch einen sogen. 'Emergency Exit' stand, bei dem man einfach den Biwaksack zu beiden Seiten schnappt und ihn aufzieht für den seltenen Fall dass man in einem zivilen Outdoor-Setting mal in diese Verlegenheit kommen sollte. Trotzdem klemmt der RV so sicher dass er sich nicht von selber öffnet und hier hat der Hersteller offensichtlich einiges richtig gemacht ;-)




    Eine breite Abdeckleiste welche durch Druckknöpfe gesichert wird verdeckt den RV, so dass hier kein Wasser eindringen kann. Zusätzlich sind weitere Druckknöpfe angebracht an denen die Schlafsäcke aus dem US MSS (siehe Bild unten die UCP Variante) direkt an diesen Biwaksack angekoppelt werden könen so dass auch nix verrutscht und die Reißverschlüsse immer an der gleichen Position zu finden sind. Die Verbindung ist teils fester als einem lieb sein, manchmal liest man davon dass beim trennen das sehr dünne Gewebe an den Schlafsäcken reißt, der Bivy ist allerdings robust genug und steckt sowas weg.




    Im Kopfbereich ist eine Klappe angebracht welche man mit einer Klettfläche fixieren kann. So ist bei Nässe der Kopfbereich ebenfalls bestens geschützt und die umlaufende Abdeckleiste verhindert dass Wasser in den Biwaksack hinein gelangt. Diese kapuzenähnliche Konstruktion lässt sich durch einen Elastikzug etwas zusammenziehen. Komplett geschlossen hat man natürlich den besten Wetterschutz, durch die beengte Situation solle man allerdings nicht an Klaustrophobie leiden sonst wird's wohl schlagartig ungemütlich ...




    Gewichtstechnisch liegt er bei ziemlich exakt 1kg und er ist damit kein UL-Teil. Das Packmaß finde ich noch fair, also vergleichbar mit anderen militär. Biwacksäcken. Ein dezitierter Packbeutel wo dieser Bivy alleine hineinpasst existiert nicht. Für Leute denen es nicht schnell genug gehen kann (siehe 'Emergency Exit' oberhalb) gibts den üblichen Trick dass man den SchlaSa einfach im Biwaksack belässt und das ganze dann zusammen in den Rucki stopft. Ein Stausack wird dabei gar nicht benötigt und der SchlaSa ist durch den Bivy bestens vor allfälliger Nässe geschützt.



    Selbstverständlich war mein Bivy Cover ein Originalteil, Tag m. NSN-Versorgungsnummer und Pflege- und Nutzungshinweisen war innen eingenäht. Neben dem Bivy Cover in Woodland Camo existiert auch eine Version in UCP (AT-digital bzw. 'Schimmelcamo') die in Größe u. Ausstattung identisch mit dem hier vorestellten ist, lediglich das Farbmuster sowie der Bezugsstoff ist nicht derselbe. Vom US Bivy existieren auch zahlreiche Nachbauten z.B. von MilTec, uvm. die qualitätsmäßig mal mehr mal weniger mit den Originalversionen mithalten können.



    Wer keine Schlafsäcke aus dem US MSS besitzt kann zwar das praktische Koppelfeature nicht nutzen, dem Bivy ist es allerdings komplett egal ob man ihn mit einem oder mehreren Schlafsäcken, einer Wolldecke, einem Poncho Liner oder ihn einfach in gefütteterter Wärmekleidung benutzt. Von der Dampfdurchlässigkeit des soliden Materials war ich immer angetan, hatte nie nennenswerte Kondensprobleme und das Innere blieb zuverlässig trocken. Selbst in der Kälte oder bei nassen Verhältnissen wo die Kapuzenklappe komplett geschlossen war hielt sich die Kondens- oder Reifbildung ihm Rahmen. Hab den Bivy meist in Kombi mit Tarp (ab und an mit Poncho) benutzt und er war daher eher selten direkten Regenschauern ausgesetzt. Bei Kontakt mit Wasser, (Boden-)Feuchtigkeit oder Schnee blieb er dennoch dicht und etwas Umsicht vorausgesezt (zugeknöpfte RV-Abdeckleiste, usw.) drang von außen kein Wasser ein - genau so wie es sein sollte. Unterhalb ein paar Fotos von Camps wo der Bivy Cover mit am Start war:



    Beim Winterbiwak unterhalb hatte ich alle Teile des MSS mit dabei und bei ca. -21°C trotzdem gefroren:



    Typisches Set-Up wo ein Poncho den Kopfbereich schützt, dabei ist der Bein- und vor allem Fußbereich schon mal nicht mit abgedeckt:




    Kurzzeitig hatte ich den Bivy Cover in UCP, da mir das 'Schimmeltarn' nicht zusagte wurde das Teil wieder verkauft:



    Hab mein Bivy Cover im letzten Jahr (2020) verkauft und dies war eines der wenigen Teile aus Military Surplus das ich einerseits sofort an den Mann brachte und wo ich andererseits auch einen höheren Preis erzielte als ich vor Jahren dafür bezahlt hatte. Diese USGI Biwaksäcke werden in gutem Zustand zwar immer seltener angeboten, finden sich aber immer wieder mal auf div. Verkaufsplattformen und einschlägigen Army Shops. Gebrauchtware aus Military Surplus liegt zw. 75-100 Euro (Status 2021) je nach Zustand und das sind diese Teile meist wert, vorausgesetzt sie weisen keine Löcher od. Reperaturstellen auf.


    Daten, Fakten & Features:

    Hersteller: Tennier Industries Inc. (offizieller Zulieferer d. US Streitkräfte)

    Modell: Bivy Cover (Bestandteil des US MSS)

    Farbmuster: Woodland

    NSN: 8465-01-416-8517

    Ausstattung: Nähte abgetapet, abgedeckter 2-Wege Reißverschlüsse von YKK, Druckknöpfe zum Einknöpfen der MSS Schlafsäcke, Kapuze m. Kletter u. breiter Abdekckleiste sowie Zugkordel, usw.

    Material: 3-Lagen Gore-Tex Laminat (PA & PTFE)

    Größe: Ca. 205 x 80 x 70cm

    Gewicht (von mir abgewogen): Ca. 1000g

    Kompassmäßig hab ich echt viel herumliegen - die Betonung liegt dabei leider tatsächlich auf 'liegen'. Auf Tour od. Wanderung kommt da schon seit 2-3 Jahren keiner mehr mit, nichtmal als Backup. An Linealkompassen hab ich die Recta Modelle DT 100, DT 120 und auch den 220iger. Der größere ist praktischer und beim 120iger sowie 220iger ist eine Lupe in der Grundplatte welche ich sogar öfter verwende als die Kompassfunktion z.B. zum Splitter od. Zecken entfernen. Die 'Schachtelmodelle' wie der DP-6 taugen mir eher weniger, den kleinen Spiegelkompass von Recta (DS 40) finde ich hingegen super. Fürn Winter hätte ich noch einen größeren Suunto MC-2 den man auch mit Handschuhen halbwegs bedienen kann. Überlege ob ich nicht doch den ein oder anderen abgeben sollte ...


    Benutze mittlerweile übliche Karten- bzw. Navi-Apps (Bergfex, Locus, etc.) mitsamt Offlinekarten für unterwegs. Die Standortbestimmung geht weitaus flotter als mit Karte + Kompass. Hab zwar inzwischen schon 1-2 Mal etwas blöd geschaut als die Apps detaillierte Kartenausschnitte nicht angezeigt haben, die grobe Übersicht ist da meist zu dürftig wenn man gerade an der Gabelung vom Wandersteig steht ;-) Hoppalas wie z.B. Standort falsch ermittelt, usw. sind mir aber auch mit Karte + Kompass passiert und insgesamt hab ich mich mit Papierkarten wohl öfter verlaufen als jetzt mit elektron. Unterstützung.

    Das ist zwar richtig, aber ICS/TCOP/Litefighter sind für den Militäreinsatz konzipiert und die Aussenhaut beschichtet.

    Das ist korrekt, schon alleine die 2-färbige Bedruckung/ Ausführung mit 1x camo und 1x tan auf der anderen Seite schirmt bei so manchem Militärzelt viel Licht ab. Ich nutze mein Gear ausschließlich zivil und hab bis jetzt auch noch auf keinem Kriegsschauplatz campiert, von daher ist dieser Punkt kein Auswahlkriterium mit Topprorität. Zudem fotografiere ich sehr gerne beleuchtete Zelte, dabei ist dies tatsächlich hinderlich ;-) Sammler haben halt andere Ansprüche als Wildzelter und das ist auch ganz ok so.


    Was die Videos von TOGR auf YT anbelangt würde ich auf dem Channel nach exakt deinem Wunschmodell suchen dave87. Der macht sehr gute Reviews und wenn ein Produkt abkackt spricht er das in seinen Videos auch direkt und ganz ohne Umschweife an! Er stellt da viel an Military Surplus Gear vor und nicht jedes Teil kommt perse schlecht weg dabei ...

    Hab mir mal die Specs zum LiteFighter 1 angesehen:

    Außenzelt: 40D RipStop Nylon m. PU Beschichtung 5000mm WS

    Innenzelt: 40D Moskitonetz m. Permethrin Behandlung (= Tod für alles was sich da aus der Insektenwelt dran wagt ...)

    Zeltboden: 70D RipStop Nylon m. PU Beschichtung 5000mm WS

    Gewicht inkl. Zubehör lt Hersteller: Ca. 2080g


    Die Materialen sind in der Tat leichter als beim TCOP von oberhalb aber noch immer weit weg von dem was aktuell bei UL Zelten üblich ist. Vom Konzept hat es große Ähnlichkeiten mit meinem Mountain Hardwear Ghost Sky 2, welches mit ca. 1,7kg echt leichtgewichtig ist und zur Not auch mal mit 2 Personen benutzt werden kann. Die Mesh-Innenzelte machen solche Zelte ideal für den Sommereinsatz bzw. für wärmere Gefilde, dabei wirkt sich auch das fehlen von Lüftern nicht aus, man hat sowieso immer guten Durchzug der allfälligen Kondens sofort abtrocknet. Optional gibt es eine Bodenplane dazu welche das Aufstellen des AZ ohne IZ ermöglicht. Das sogen. 'Cold Weather Kit' verdeckt das großflächige Meshgewebe am IZ und macht das Zelt tauglicher für 3-Jahrezeiten od. sogar Wintereinsatz wobei ich befürchte dass ein Zelt ohne dezitierte Lüfter zur Tropfsteinhöhle mutiert weil ja damit auch der Durchzug blockiert wird. Der YT-Kanal 'TheOutdoorGearReview' (siehe Video oberhalb zum Catamount 2) hat da sicherlich auch was zum Litefighter 1, schau dort einfach mal rein dave87