Zecke (Gemeiner Holzbock)

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  • Die Zecke ( Gemeiner Holzbock )

    Vorstellung, Abhandlung, Erste Hilfe, weiterführende Informationen
    Zecke

    Unter 900 weltweit bekannten Zeckenarten ( Stand: 2004 ) ist der Gemeine Holzbock ( Ixodes ricinus ) für uns Outdoor-Begeisterte der wohl gefährlichste Vertreter, da er uns Menschen - neben Wild- und Haustieren - als Wirt bevorzugt. Als möglicher Überträger unterschiedlicher Krankheiten - z.B. Lyme-Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - sollte man sich bewusst sein, dass dieses kleine Insekt durchaus zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die eigene Gesundheit werden kann.

    Der Gemeine Holzbock ist die bekannteste Art der Schildzecken ( Ixodidae ), die wiederum zur Unterklasse der Milben ( Klasse: Spinnentiere ) gehören. Auch wenn sein Name fälschlich vom Holzbock ( Bockkäfer ) abgeleitet wurde, ist der Name umgangssprachlich mittlerweile geläufig und bekannt.

    Der Holzbock erreicht eine durchschnittliche Länge von 2,5 bis 4,5 Millimetern; die Weibchen sind auch hier meist größer als die Männchen ( Geschlechtsdimorphismus ).

    Zecken sind im Allgemeinen weltweit vertreten, sofern ihre Wirtsarten ebenfalls vertreten sind. Selbst in Wüstenregionen gibt es sogenannte Kamelzecken, die ausschließlich auf Kamelen und Dromedaren zu finden sind.

    Der Lebenszyklus einer Zecke besteht aus drei Entwicklungsstadien und zwei Häutungsprozessen. Als Larve ( mit 6 Beinen noch ) erreichen sie eine durchschnittliche Größe von 0,5 x 0,4mm ( Länge x Breite ), als Nymphe ( mit 8 Beinen ) 1,2 x 0,85mm, als Adult ( erwachsene Männchen und Weibchen ) 3,8 x 2,6mm. Vollgesogene Adulte können eine Größe von 13,2 x 10,2mm erreichen. ( Quelle: Wikipedia )

    Der Gemeine Holzbock lauert - meist in einer Höhe von bis zu 60cm ( max. bis 1m ) - auf Pflanzen (z.B. Gräsern oder Büschen) und hält sich dort mit seinen Hinterbeinen fest. Die Vorderbeine streckt er dabei weit nach außen vor. Sobald er von einem potenziellen Wirt berührt wird, hält er sich an ihm fest und sucht sich eine geeignete Stelle, um Blut saugen zu können.

    Um einen potenziellen Wirt zu wittern ist den Zecken das Haller-Organ behilflich. Dieses Organ kann Stoffe wie Ammoniak, Kohlendioxid, Milch- oder Buttersäure, die durch Atem und Schweiß abgegeben werden, erkennen. Beliebte Stellen zwecks Blutmahlzeit beim Menschen sind: Kniekehle, Haaransatz, Leistenbeuge, aber auch sonstige Körperpartien ( z.B. Arme ).

    Ein zu 100% wirksames Mittel zum Schutz vor Zecken scheint es bis jetzt noch nicht zu geben. Neben unterschiedlichen Insekten-Repellents ( z.B. Anti Brumm ) machen gerade Hundebesitzer oftmals gut Erfahrungen mit Kokosfett/-öl. Auch Versuche mit Lavendel- oder Teebaumöl scheinen vereinzelt Erfolg zu versprechen.

    Vor dem Gebrauch chemischer Erzeugnisse ( mit z.B. synthetischen Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin ) sollte die Hautverträglichkeit getestet/überprüft werden. Auskunft über am Markt erhältliche Produkte, deren Wirkstoffe und mögliche Nebenwirkungen können Apotheken sicherlich geben.

    Zur weiteren Vorsorge empfiehlt es sich, lange, helle Kleidung zu tragen, auf welcher man selbst kleinste Nymphen gut erkennen und sofort beseitigen kann. Gerade an Waldwegen, an denen Gräser wachsen, sollte man möglichst etwas Abstand halten, um unliebsame, blinde Passagiere zu vermeiden.

    Ist es trotz jeglicher Vorsicht zu einem Biss gekommen - keine Panik! Nur 4% aller Zeckenbisse führen zu einer Infektion. Dennoch ist es während, vor allem aber nach dem Ausflug ins Freie unerlässlich und wichtig, den gesamten Körper ( insbesondere o.g. Körperpartien ) gründlich abzusuchen. Hier ist mögliche Scham vor dem Partner absolut fehl am Platze!

    Geeignete Hilfsmittel, um Zecken sicher und ordentlich zu entfernen sind:

    Finger weg von:
    Ölen, Nagellackentferner oder sonstigen gebräuchlichen Haushaltsmittelchen - Zudem darf die Zecke niemals gequetscht werden !!!

    * * * Erbricht sich die Zecke oder wird sie gequetscht, befindet sich ihr gesamter Mageninhalt in der Bissstelle! * * *


    Wurde die Zecke hingegen ordnungsgemäß entfernt, kann sie gegen eine kleine Gebühr ( siehe: weiterführende Informationen ) auf mögliche Krankheiten untersucht werden. Es empfiehlt sich zudem, die Bissstelle für die nächsten Tage im Auge zu behalten, um bei einer möglichen Infektion ( Lyme-Borreliose - Stichwort: Wanderröte ) entsprechend schnell reagieren zu können. Im Zweifelsfall sollte ein vorsorglicher Besuch beim Hausarzt in Betracht gezogen werden.



    Weiterführende Informationen:
    Apotheken Umschau - Zecken richtig entfernen, Stiche behandeln
    Apotheken Umschau - Zecken: Blutsauger mit Risikopotenzial
    Zecken.de - Das Infoportal
    Zeckenwetter.de – die Informationsseite zur Zeckenaktivität
    Impfen.de - Zecken & FSME
    Insektenschutz Ratgeber - Repellents
    Priv. Doz. Dr. D. Hassler (Infektiologe DGI) - Was tun nach Zeckenstich?

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