Cannabis

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  • Cannabis, auch Hanf genannt. Recht nützlich im mancher Hinsicht. Eine Vorstellung.
    Habe begonnen, die männlichen von den weiblichen Hanfpflanzen zu trennen... fast schon zu spät.
    (George Washington, 7. August 1765)


    Vorwort

    Das Thema Cannabis kann sicherlich kontrovers diskutiert werden. Auch wenn auf den ersten Blick kein direkter Zusammenhang zur Bushcraft-Thematik besteht und es eher unwahrscheinlich ist, dass man gerade dieser Pflanze in der freien Natur begegnet, so besitzt sie durchaus gewisse interessante Eigenschaften, die uns gerade in Notsituationen hilfreich sein könnten.

    Hier soll nun kein Appell "Pro Cannabis" abgehandelt werden. Zudem möchte ich das Thema kritisch betrachten und vorstellen. Aber eine Pflanze, die zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen gehört, verdient wegen ihrer vielfach positiven Eigenschaften einen Artikel in diesem Wiki/Lexikon.


    Cannabis
    ( Cannabis sativa )


    Historie

    Die Geschichte des Cannabis ( Hanf ) zur Verwendung in religiösen und kultischen Handlungen, als Faserrohstoff, als Genussmittel und als Droge zur Behandlung von Krankheiten reicht mehr als 8.000 Jahre zurück. Bereits im alten China - etwa 3.000 v.Chr. - wurden Hanffasern zur Herstellung von Kleidung und Seilen verwendet. Erst einige Zeit später erkannte man die unterschiedlichen Eigenschaften, die dazu führten, dass Cannabis zunehmend immer häufiger und vielseitiger Verwendung in der Naturheilkunde fand.

    Die Anwendung als Droge ( Genussmittel ) ist dabei keine Erfindung der Neuzeit. Bereits der Grieche Herodot berichtete nicht nur über die Ägypter, welche mitunter gerne Kleidung aus Hanf trugen, sondern auch von einer Sitte der Skythen, die den Rauch von Cannabis in speziellen Schwitzzelten inhalierten. Des Weiteren wusste auch der griechische Arzt Galenos von Pergamon darüber zu berichten, dass es mancherorts Sitte sei, geladenen Gästen Cannabis anzubieten, da es "Ausgelassenheit und Vergnügen" hervorrufe.

    Bis ins 19. Jahrhundert war das Hanfrauchen auch in Europa noch sehr weit verbreitet. Zu jenem Zeitpunkt wurde Tabak noch als teure und exklusive Rauchware gehandelt, hingegen konnte "Kraut" oder "Orient" bedeutend günstiger erworben werden. Starker Tobak ist beispielsweise eine Bezeichnung, die noch aus jener Zeit stammt und eine Mischung aus Cannabis und Tabak beschreibt. Selbst der Reichsnährstand (Berlin) ließ es sich 1942 nicht nehmen, dem Volk "Die lustige Hanffibel" vorzustellen, um aus Cannabis nicht nur ein exotisches Importgut, sondern auch eine heimische Kulturpflanze zu machen.


    Merkmale

    Cannabis, welches zur Familie der Hanfgewächse ( Cannabaceae ) gehört, wächst einjährig als krautige Pflanze. Zu erkennen ist Cannabis einerseits am markanten, sehr intensiven Geruch (gerade zur Blütezeit), andererseits anhand der handförmig zusammengesetzten Blätter, deren Rand fein gesägt ist. Bis zu 13 Blättchen - gewöhnlich: 7 bis 9 - kann ein einzelnes Laubblatt besitzen, wobei dies von der Genetik sowie den Umweltbedingungen abhängig ist, in Fachkreisen aber als Zeichen für Qualität gilt - je mehr, desto besser. Die Blättchen erreichen dabei eine Länge von 7 bis 15cm.


    Die Pflanze

    ...kann, in Abhängigkeit von Untergrund, Nähstoffvorkommen, Düngung und Schädlingsbefall, eine Sorten abhängige Höhe von bis zu 6 Metern erreichen. Grundsätzlich gilt Cannabis als sehr genügsame und pflegeleichte Pflanze, die keine allzu hohen Ansprüche stellt. Sie lässt sich auf Kokosfasern, in Blumenerde, gutem Mutterboden in Blumentöpfen, Pflanzkübeln oder gar im Garten züchten. Als Schädling gilt insbesondere die Blattlaus, deren schnell wachsende Population mit einer Spülmittellösung oder eigens gefangenen Marienkäfern zu Leibe gerückt werden sollte. Möglicher Pilzbefall ist in den meisten Fällen auf zu viel Feuchtigkeit zurückzuführen. Hingegen verdunstet eine Pflanze von 2 Metern Höhe bis zu 5 Liter am Tag, so dass eine stetige Bewässerung gewährleistet sein sollte.

    Zu unterscheiden sind männliche von weiblichen Pflanzen, da ein Bestäuben der weiblichen Pflanzen möglichst verhindert werden sollte. Man erkennt männliche Exemplare an ihrem Wachstum - schnell und hoch. Weibliche Pflanzen wachsen hingegen in Schüben, werden generell aber auch stämmiger (gedrungener/breiter) als männliche. Da als hauptsächliche Blütezeit Juni bis September gilt, ist entsprechend einer gezielten Zucht rechtzeitig zu handeln. Andernfalls könnte es fast schon zu spät sein.


    Anbau

    In Deutschland sind hinsichtlich Nutzhanf (Industriehanf) 42 Sorten zwecks ständigem Anbau zugelassen. Um eine weitere Sorte zulassen zu können (zuletzt 2012 geschehen), bedarf es nicht nur einer Anbaueignung, sondern zudem eines THC-Gehalts von weniger als 0,2%. Jeglicher Anbau muss jedoch bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angezeigt werden.


    Hanf als sinnvolle Nutzpflanze?
    • Hanfsamen sind reich an Proteinen sowie Fettsäuren und können in Form eines Breis gegessen werden. Eine Handvoll Samen soll reichen, um dem Körper eines Erwachsenen genügend Proteine und Fettsäuren zur Verfügung zu stellen.
    • Hanfsamen werden als Zusatz in Vogelfutter verwendet.
    • Hanföl wird auf Grund seines Fettsäurespektrums als hochwertiges Pflanzenöl in Küchen eingesetzt.
    • Hanföl wird weiterhin bei der Herstellung kosmetischer Produkte (Massageöle, Salben, Cremes) verwendet.
    • In der Medizin dient Hanföl zur Behandlung von Entzündungen der Ohren, der Nase und des Rachens sowie speziell bei entzündlichen Hauterkrankungen.
    • Aus Hanfsamen (Hanföl) lässt sich Biokraftstoff gewinnen.
    • Hanffasern dienen zur Herstellung hochwertigen Papiers.
    • Dämmstoffe, Seile, Dichtungsmittel (Rohrleitungs-Montage) sowie Textilien werden ebenfalls aus Hanffasern hergestellt.
    • Hanfstängel können als Tierstreu oder zur Herstellung von Baustoffen (z.B. Lehmziegel) verwendet werden.


    Gesundheitliche Aspekte

    Die Frage der gesundheitlichen Konsequenzen des Cannabisgebrauchs ist pauschal nicht zu beantworten. Folgende Faktoren haben Einfluss:
    • Häufigkeit und Dosierung
    • biologisches Alter und persönliche Reife
    • psychische Eigenschaften und Vorerkrankungen
    • genetische Prädispositionen
    • soziale Verhältnisse
    • Mischkonsum / Gebrauch unterschiedlicher Drogen
    Gelegentlicher Cannabiskonsum von Erwachsenen mit gefestigter Persönlichkeit kann in der Regel als unbedenklich eingestuft werden. Dennoch sollte man sich vor Augen führen, dass der Genuss von Cannabis, neben den angeführten Faktoren, bei jedem Menschen unterschiedliche Auswirkungen haben kann.

    • Angstzustände können genommen oder verstärkt werden.
    • Depressionen können verblassen oder sich vertiefen.
    • Schmerzen können verschwinden oder sich intensivieren.

    Selbst für einen regelmäßigen Konsumenten kann der Tagesablauf, Stress, Sorgen, Trauer (o.d.) ungeahnte Auswirkungen auf den Genuss haben.Dennoch finden die im Cannabis enthaltenen Cannabinoide ( THC und CBD ) Anwendung in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen und Kachexie. Studien haben sogar ergeben, dass Cannabis ein gewisses arzneiliches Potential gegenüber gewisser Krebsformen hat. Psychiatrische Symptome wie Schlaflosigkeit, Angststörungen, ADHS, bipolare Störungen, schizophrene Psychosen sowie endogene Depressionen können mittels Cannabis behandelt werden. Die medizinische Anwendung von Cannabis bzw. Cannabinoiden wird zumindest intensiv erforscht.

    Cannabis (Hanf) kann im Hinblick auf Bushcraft (Survival) somit in vielerlei Hinsicht genutzt werden. Ängste oder Schmerzen ließen sich nehmen, Schlaf wäre gewährleistet. Kleidung ließe sich ebenso daraus herstellen wie Seile, Dämm- und Dichtungsmaterial. Auch wenn es, wie bereits angemerkt, eher unwahrscheinlich ist, auf natürlichem Wege über Cannabis zu stolpern, sollte nicht vergessen werden, dass diese Nutz- und Heilpflanze bereits seit Jahrtausenden Verwendung und Anwendung findet.

    Und wer weiß schon, ob man im verlassenen Treibhaus, im Maisfeld, am Bahndamm oder im Wald nicht doch über eine kleine Plantage stolpert.

    Abgesegnet! ;)

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