Erste Hilfe - Diabetische Notfälle

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  • Thema: Erste Hilfe - Diabetische Notfälle

    Ausgearbeitet von unserem werten Walter !
    Diabetische Notfälle


    Hier möchte ich nun nicht auf die verschiedenen Typen der Diabetes eingehen.
    Auch nicht auf die verschiedenen Ansätze, Diabetes zu bekämpfen / verhindern.
    Nein, hier soll es „nur“ um Diabetische-Notfälle und der Ersten Hilfe gehen.



    Was ist ein Diabetischer Notfall?

    Die Überzuckerung (Hyperglykämie) / Übersäuerung und Diabetisches Koma.

    Diese tritt gerne bei noch nicht diagnostizierter Diabetes oder einer sehr schlecht eingestellten Diabetes ein. Auch akute Infekte können zu verstärkten Stoffwechselstörungen bei Diabetikern führen.
    Bei einem stark erhöhten Blutzucker können folgende Komplikationen auftreten:


    1. Ein Hyperosmolares Dehydrationssyndrom

    Symptome:
    • häufiges Wasserlassen, vermehrter Durst (fast unstillbar)
    • verschwommenes Sehen
    • plötzlicher Gewichtsverlust (können am Tag schon ein paar Kilogramm sein)
    • niedriger Blutdruck
    • Schwindel, Schluckstörungen
    • Sprachstörungen
    • Müdigkeit, Schlappheit, Antriebslosigkeit
    • Wadenkrämpfe
    Da sich das Hyperosmolare Dehydrationssyndrom in der Regel über mehrere Tage / Wochen aufbaut, wird es uns - bei einer Tour - recht selten unterkommen.


    2. Die Ketoazidose

    Symptome:
    • Bauchschmerzen
    • Appetitlosigkeit, Erbrechen, Übelkeit
    • Acetongeruch in der Atemluft (riecht nach Nagellackentferner oder faulem Obst)
    • häufiges Wasserlassen, vermehrter Durst (fast unstillbar)
    • vertiefte Atmung
    • Müdigkeit, Schlappheit, Antriebslosigkeit
    • plötzlicher Gewichtsverlust (können am Tag schon ein paar Kilogramm sein)


    Erste Hilfe:

    Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass immer ein BZ Messgerät zur Verfügung steht, wird nach den Symptomen gehandelt:
    • Rettung Alarmieren (da beide Notfälle - unbehandelt - zum Diabetischen Koma führen können)
    • Solange der Patient bei Bewusstsein ist, viel trinken lassen
    • Patient soll körperliche Anstrengung meiden
    • Bei Verlust des Bewusstsein - wie bei allen Bewusstlosen -
      stabile Seitenlage, Vitalfunktionen überprüfen / aufrecht erhalten


    Es ist aber wahrscheinlicher, dass wir (auch im urbanen Umfeld - wird des öfteren als Besoffener abgetan) auf eine Hypoglykämie ( Unterzuckerung ) treffen:

    Diese tritt gerne bei Diabetikern auf, die...
    1. mit Insulin behandelt werden
    2. mit aktiv den Blutzuckersenkenden Medikamenten
      (Sulfonylharnstoffe[ z.B.: Glibenclamid, Glimepirid, Glibornurid, Gliclazid, Glipizid, Gliquidon] )
    3. sich stark (körperlich) angestrengt haben


    Ursachen für die Unterzuckerung können sein:
    • zu geringe Energiezufuhr (Nahrung)
    • zu hoher Energieverbrauch durch körperliche Belastung
    • Alkoholkonsum
    • eine Überdosierung des Insulin, der oralen Antidiabetika
    • Erbrechen oder Durchfall
    • ein zu großer Abstand zwischen der Gabe von Insulin / oralen Antidiabetika
      und der Zuführung von Nahrung
    Symptome:
    • Herzklopfen
    • Zittern
    • Kopfschmerzen
    • Heißhunger
    • Schwitzen
    • Schwindel
    • Konzentrations- / Sehstörungen
    • Störungen der Feinmotorik
    Im weiteren Verlauf:
    • hypoglykämischen Schock mit
    • Orientierungslosigkeit
    • Lähmungserscheinungen
    • Krampfanfall und Bewusstlosigkeit


    Erste Hilfe

    Ist der Patient noch vernünftig ansprechbar: Ihn - wenn obrige Symptome auffallen - darauf ansprechen. In der Regel weiß der Diabetiker was Er tun muss. Eine Hilfe nach seiner Anweisung kann alles vereinfachen.

    Ist der Patient nicht mehr vernünftig ansprechbar, aber noch bei Bewusstsein: Ihm Glykose in Form von Traubenzucker, zuführen. (Hat der Diabetiker in der Regel bei sich)

    Ansonsten:

    Sehr gut geht hier (echte, zuckerhaltige) Cola, Obstsäfte und Ähnliches. Achtung: Darauf achten, dass sich der Patient nicht verschluckt!

    Ist der Patient nicht mehr bei Bewusstsein:
    • Auf keinen Fall oral etwas einflössen - Aspirationsgefahr!
    • Sofort die Rettung alarmieren!
    • Das Gepäck / die Kleidung des Patienten durchsuchen.
      Oft führen Diabetiker in orangen Kunststoffbehältern (ähnlich einer Stiftbox) eine Notfallspritze mit.
      Der Gebrauch (Anmischen, Aufziehen, Injezieren) ist in der Deckelinnenseite erklärt. ( Wer Interesse hat: Die meisten Diabetologen bieten für ca. 20€ eine Kurzschulung an! )


    Ansonsten wie mit jedem Bewusstlosen Patienten verfahren. Sollte der Patient das Bewusstsein, von alleine wiedererlangen ... verfahren wie oben.

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