Erste Hilfe - Schussverletzung

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  • Thema: Erste Hilfe - Schussverletzung

    Ausgearbeitet von unserem werten Walter !
    Schussverletzungen

    Dieses Thema spreche ich hier an weil ...
    • wir uns auch schon mal im Wald bewegen.
    • es hier im Forum Jäger gibt.
    • (sowie auch Sportschützen).
    Diese Faktoren können es mit sich bringen, dass wir Zeugen eines Unfalls mit Schusswaffen werden. Das Beste ist natürlich, einen Unfall zu vermeiden. Jäger sowie Sportschützen werden nicht umsonst im sicheren Umgang mit Waffen geschult. Sie bekommen eine Liste mit Sicherheitsregeln eingebläut. Trotz allem… ab und an gibt es halt Unfälle.

    Dem aktiven Schützen empfehle ich, sein H-H-Kit mit diesen Hilfsmitteln aufzustocken:

    OLAES Verband

    Vorteile gegenüber „normalen“ Verbandpäckchen:
    • höhere Stabilität
    • integriertes Gauze Depot (kann wichtig werden, wenn Wunden tamponiert werden müssen)
    • sehr gut für Druckverband geeignet
    • wetterfest verpackt
    SWAT-T Tourniquet

    Sehr gutes Tourniquet, dessen Handhabung schnell zu erlernen ist.

    2x Russell Chestseal

    Zum Verschließen von Thoraxverletzungen.

    Der richtige Umgang, mit den oben genannten Hilfsmitteln, sollte in entsprechenden Kursen erlernt und trainiert werden!


    So, was ist nun bei Schussverletzungen das Besondere, das Andersartige als bei einer „normalen“ Verletzung ???
    • Bei Schussverletzungen haben wir es des Öfteren mit einer zweiseitigen Wunde zu tun - Ein- und Austrittswunde.
    • Die Austrittswunde ist größer als die Eintrittswunde und oft an den Rändern stark ausgefranst.
    • Die Verletzung ist im Körper zumeist größer, als sie von außen aussieht - Wundhöhle.
      Die Gewebezerstörung kann 30 – 40 mal größer sein als der Geschossdurchmesser.
    • Je nach Munition ist eine recht hohe Schockwirkung, auch bei recht kleinen Wunden, gegeben.
    • Alle Schusswunden sind ärztlich zu behandeln!


    Erste Hilfe

    Auf jeden Fall sofortiger Notruf ! Auch klein aussehende Schussverletzungen können Lebensbedrohlich sein.

    Wenn wir eine Wunde sehen, bitte die gegenüberliegende Seite komplett abtasten/absuchen. (Wie oben schon geschrieben: Es gibt oft eine zweite Wunde.)

    Bei leicht bis mittelmäßig blutenden Wunden diese keimarm abdecken und verbinden. Die üblichen sonstigen Maßnahmen der ersten Hilfe beachten:
    • Patient beobachten
    • beruhigen
    • usw.
    Bei stark blutenden Wunden kommt die zweite Besonderheit der Schusswunde(n) zum Tragen.

    Mit einem Verbandtuch (oder ähnlichem) erstmal kurz versuchen, die Wunde abzutrocknen. Schauen, ob man sehen kann, wie tief die Wunde ist und wo die Blutungsquelle liegt. Liegt diese tief in der Wunde reicht ein normaler Druckverband nicht aus. Der Patient könnte große Mengen Blut in die Wundhöhle verlieren. Aus diesem Grund hat z.B. das Olaes ein Gauze Depot. Die dort vorhandene Gauze wird genutzt, um die Wundhöhle auszutamponieren. Erst dann wird ein Druckverband angelegt. Bitte an die eventuelle zweite Wunde denken!

    Bei Schussverletzungen im Brustraum (Thorax) kommt es immer wieder zu einem sogenannten Spannungspneumothorax. Das bedeutet: durch die Wunde kommt Luft in den Brustraum, aber nicht mehr heraus. So entsteht im Thorax ein Druck, der die Atmung behindert / verhindert. Aus diesem Grund sollten Schussverletzungen des Thorax mit einem Chestseal abgeklebt werden. Diese besonderen, luftdichten Verbände haben Ventile, welche die Luft aus dem Thorax raus, aber keine mehr hinein kommen lassen. So wird der Druckanstieg im Brustraum verhindert.

    Da die oben aufgeführten Tätigkeiten nicht so einfach sind, möchte ich hier noch einmal betonen:


    Jedem Waffenträger, empfehle ich die Teilnahme an entsprechenden Lehrgängen.


    Informationen zu diesen kann zum Beispiel @OpsBase geben.

    Der Rest der Ersten-Hilfe läuft, wie in Erste-Hilfe-Kursen erlernt.

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