Repellent

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  • Repellent

    Wirkstoff, der über den Geruchssinn wahrgenommen wird und potentielle Angreifer abschreckt.
    Repellent

    Als Repellent bezeichnet man einen Wirkstoff, der über den Geruchssinn (Duft- und Geschmacksrezeptoren) wahrgenommen wird und welcher eine abschreckende Wirkung auf den Angreifer (Mücke, Zecke, Bremse) hat, ohne ihn dabei zu töten. Repellentien werden vielseitig eingesetzt. So werden nicht nur Mücken und sonstige lästige Insekten ferngehalten, sondern gezielt werden Repellentien auch gegen kleinere und größere Säugetiere eingesetzt.

    Jägersprache: Vergrämung

    Zu den natürlichen Wirkstoffen, die teils auch großtechnisch eingesetzt werden, gehören folgende:
    • Lavendel
    • Thymian
    • Salbei
    • Zitronengras (Citronellol)
    • Kokosfett/-öl
    • Zitroneneukalyptus (Ölextrakt: Citriodiol)
    Da die Wirksamkeit/Wirkdauer natürlicher Repellentien sehr kritisch betrachtet wird - Ausnahme: Citriodiol -, werden auch synthetische Repellentien verwendet, die über mehrere Stunden einen zuverlässigen Schutz bieten.


    DEET ( Diethyltoluamid )

    Über 100 Millionen Menschen vertrauen auf den Wirkstoff DEET und nutzen aus diesem Grund Produkte von AntiBrumm, Care Plus sowie anderen Herstellern, die DEET in unterschiedlichen Konzentrationen verwenden.

    Ursprünglich wurde die Chemikalie (N,N-Diethyl-m-toluamid) 1946 als Insektenschutzmittel für die US Army entwickelt, welche DEET während des Vietnamkrieges (1955 - 1975) als Mückenschutz erfolgreich einsetzte. Erst ab 1957 wurde sie für die zivile Verwendung freigegeben und ab 1965 kommerziell vermarktet.

    Obwohl DEET bei normaler Anwendung zu den unbedenklichen Repellentien gehört, wird von der Anwendung während einer Schwangerschaft sowie bei offenen Stellen (Schnitt, Abschürfung, generell verletzte oder gereizte Haut) abgeraten. Lange Zeit ging man davon aus, dass Insekten durch den Einsatz von Insektenrepellentien Ausdünstungen (Kohlendioxid, Milchsäure), die wir durch unseren Atem/Schweiß produzieren, weniger/schlechter wahrnehmen können. Aktuelle Studien belegen jedoch, dass Insekten DEET über Duft- und Geschmacksrezeptoren durchaus wahrnehmen können und es sogar gezielt meiden. Weiterhin wurde herausgefunden, dass nicht nur das natürliche Verhalten der Insekten beeinflusst wird, sondern dass DEET auch die Aktivität des neurologischen Enzyms Acetylcholinesterase blockiert, was bei Insekten und Säugetieren zu einer Dauerreizung der Nervenzellen führen kann.

    Die Wirkmechanismen von DEET ähneln einerseits gefährlichen Pestiziden (z.B. Organophosphate), andererseits tödlichen Nervengasen (z.B. Sarin). Obwohl lediglich eine enge Verwandtschaft zu den gefährlichen Vertretern (Pestizid/Nervengas) besteht, stehen DEET-haltige Produkte im Verdacht, Hautirritationen, Schlaflosigkeit und Gemütsschwankungen zu verursachen. Mögliche Nebenwirkungen können zudem durch die Einnahme von Medikamenten oder durch den Einsatz von Pestiziden (Organophosphate, Carbamate) zusätzlich verstärkt werden.

    Forscher fordern daher, dass DEET-haltige Produkte mit Warnhinweisen versehen werden, um auf mögliche neurologische Schäden hinzuweisen.


    Icaridin

    Icaridin wird neben dem Klassiker DEET erst seit 1998 erfolgreich eingesetzt. Obwohl Icaridin im direkten Vergleich zu DEET ein ebenso breites Wirkspektrum gegen Anopheles-Mücken, Aedes-Stechmücken, Culex-Stechmücken und den Gemeinen Holzbock besitzt, ist es im Gegensatz deutlich hautverträglicher. Icaridin hat nicht nur ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil, sondern besitzt zudem kaum aggressive Eigenschaften gegenüber Kunststoffen.

    Für empfindliche Haut empfiehlt sich ein Repellent auf Basis von Icaridin und dem Hautpflegestoff Dexpanthenol. Zuverlässigen Schutz gegen Zecken bietet weiterhin das Zusammenspiel aus Icaridin und Citriodiol, welches als Ölextrakt aus dem Zitroneneukalyptus gewonnen wird.


    Um sich wirksam gegen Zecken, Mücken, Bremsen & Co. zu schützen, sollten alle freiliegenden Körperpartien mit einem geeigneten Repellent eingesprüht bzw. eingecremt werden. Abhängig vom Schwitzverhalten sowie der körpereigenen Chemie sollte der Schutz alle 4-6 Stunden erneuert werden. Bei Einsatz von DEET ist darauf zu achten, dass der Wirkstoff nicht mit Wunden oder Schleimhäuten in Kontakt kommt. Sonnencreme sollte mindestens eine halbe Stunde vorher aufgetragen werden und nach Wasserkontakt (Bad, Regen, starkes Schwitzen) ist der Schutz generell zu erneuern.

    Mögliche Risiken sollten im Zweifelsfall mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden, ehe ein Repellent benutzt wird. Bei Kindern gilt grundsätzlich eine sparsame Anwendung, für Säuglinge ist insbesondere DEET nicht geeignet.

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