Wanderwagen I - Modelle

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  • Wanderwagen

    Wanderwagen werden regelmäßig im Forum diskutiert. Dabei werden meist immer wieder dieselben Fragen gestellt und dieselben Antworten gegeben. In diesem Artikel soll ein Überblick über bekannte Bauarten sowie Kriterien für die Auswahl eines Wagens gegeben werden.

    Eine Dokumentation unseres werten Baumkinds in Zusammenarbeit mit: Konradsky, schwarzzelter, Desertstorm, xuanxang
    Wanderwagen


    Mit Hilfe von Rädern - wofür wurde es erfunden? - kann der Mensch große Lasten bewegen. Für den Outdoor-Bereich ist dieses Prinzip vor allem in Form von Wanderwagen, Trekkingwagen, Sommerpulka, Sulky oder Pilgerwagen interessant.

    Hauptgründe für die Benutzung eines Wanderwagens dürften sein:

    1. Die Ausrüstung ist schwerer als man tragen kann/möchte
    • In der Wüste müssen größere Mengen Wasser mitgeführt werden
    • Unterwegs mit Kindern
    • Schwere Spezial-Ausrüstung
    2. Entspanntes Vorankommen: Der Wanderwagen erleichtert den Transport von Gepäck, so dass man entspannter voran kommt.

    Wanderwagen werden regelmäßig im Forum diskutiert. Dabei werden meist immer wieder dieselben Fragen gestellt und dieselben Antworten gegeben. In diesem Artikel soll ein Überblick über bekannte Bauarten sowie Kriterien für die Auswahl eines Wagens gegeben werden.


    1. Modelle

    Zunächst die schlechte Nachricht: Den ultimativen Wanderwagen gibt es nicht.

    Die gute Nachricht: Jeder Wagen ist "besser" als kein Wagen (wenn man einen Wagen benutzen möchte).

    Vor diesem Hintergrund sollen verschiedene Bauweisen wertneutral vorgestellt werden. Jedes Modell hat seine ganz eigenen Stärken und Schwächen, seine speziellen Einsatzbereiche. Der Nutzen hängt von den Anforderungen der jeweiligen Person ab (siehe Kap. 2).

    Die Unterteilung in verschiedene Modelle erfolgte willkürlich nach den Bauprinzipien, die Benennung der Typen ist ebenfalls willkürlich. Die Aufführung sämtlicher Bauweisen von Lastkarren im weltweiten Einsatz dürfte den Rahmen dieses Wiki-Artikels sprengen. Insbesondere bei den selbst gebauten Wanderwagen gibt es zahlreiche Mischformen.


    1.1 Bollerwagen, Leiterwagen, Handwagen

    Den guten alten Bollerwagen kennt jeder. Mit seinen breiten Reifen eignet er sich für die Strandparty, als Wanderwagen taugt er wegen seiner Schwerfälligkeit wohl eher nicht.
    Bollerwagen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen: derb, aus hightech-Materialien, klappbar, ...

    Vorteile:

    Vier Räder sorgen für eine stabile Lage auf der Strasse. Durch die Seitenteile ist die Ladung gesichert und muß in der Regel nicht zusätzlich verschnürt werden

    Nachteile:
    • bedingt geländegängig
    • mittige Deichsel, die mit der Hand gezogen werden muss


    By Bernd Schwabe in Hannover (Own work) [CC BY 3.0 (creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons: Dipl.-Theater-Pädagogin Frouwa Kebschull, hier am Holzmarkt als bäuerliche Marktfrau verkleidet im Auftrag von Stattreisen Hannover e.V <LINK: commons.wikimedia.org/wiki/Fil…ttreisen_Hannover_e.V.jpg >


    1.2 Kinderwagen

    Was man in einem Kinderwagen unterbringen kann, braucht man nicht zu tragen. Auch wenn ein Wagen schwerer zu schieben ist als zu ziehen, ist Schieben meistens angenehmer als Tragen.

    Vorteil:

    Gebrauchte Kinderwagen sind in Second Hand-Läden günstig zu bekommen. Da er zwei Achsen hat, steht der Wagen alleine und kippt nicht, wenn man ihn los lässt.

    Nachteil:

    Kinderwagen müssen geschoben werden und sind nur bedingt geländegängig.


    Besonders vorteilhaft dürfte ein dreirädriger Jogger (mit größeren Rädern) sein:


    Photo by Schwarzzelter

    Unter dem kleinen Schwarzzeltmädel liegt dann das Lavvu. Die Mittelstange kann einfach irgendwo an ein Rohr gerödelt werden. Hinter dem Sitz (als schwarzer Schatten) eine 20Liter-Ortlieb-Fahrradtasche an einer einfachen Alu-Querstange. Darüber (hier wieder nicht im Bild) eine zweite 20Liter-Ortlieb-Fahrradtasche an der Original-Dachstrebe. Seitlich am Lenker rechts und links schweizer Brotbeutel (das seltene Modell mit ledernen Gürtelschlaufen). Dazu noch beim Bahntransfer in den Urlaub eine große Ortlieb-Backroller (80Liter?) mit der Kinderwäsche oben drauf. Bei Tagesausflügen ist oben das "Handschuhfach": Landkarte, Kekse und so. Manchmal sitzt da dann auch das große Schwarzzeltmädel.


    1.3 Schubkarre

    Lastenkarre für kurze Wege. Besonderes Kennzeichen: ein Rad, meist geschoben, aber auch gezogen (siehe Kap. 1.4 Monowalker trailmate, ...).

    Vorteil:

    Schnell, wendig, auch auf schmalen Wegen (Brett auf einem Misthaufen) nutzbar

    Nachteil:

    Gewicht liegt zur Hälfte auf den Armen, so dass die Schubkarre nur für kürzere Strecken geeignet ist.




    Mittelalterliche Schubkarrentypen ([Public domain], via Wikimedia Commons, commons.wikimedia.org/wiki/File%3AModeles_brouettes.jpg)


    1.4 Monowalker trailmate, Modestine (Einrädrig)

    Der Wagen funktioniert im Prinzip wie eine gezogene Schubkarre. Charakteristikum dieser Bauart ist, dass der Wagen nur ein Rad hat. An Fahrrädern sorgt diese Bauart bei schnelleren Geschwindigkeiten für ein sehr gutes Kurvenverhalten.

    Vorteil:

    Wendig, leichter als mehr-rädrige Konstruktionen; sehr geringe Spurbreite

    Nachteil:

    Gewicht liegt zur Hälfte auf der Hüfte; kippelig

    Links:


    1.5 Typ "Hackenporsche": Benpacker, Carrix, Plünnenkreuzer, Outdoorbasixx, Monowalker travelmate u.a.

    Der "Hackenporsche" ist hinlänglich bekannt. Baut man diese Wagen etwas größer und robuster, kann man sie als Wanderwagen nutzen. Kennzeichen dieser Bauart ist die Achse am hinteren Ende. Wie beim Monowalker liegt das Gewicht zwischen Achse und Hüftgurt. Mit zwei Rädern ist er aber nicht so wendig wie der einrädrige Monowalker. Man sieht solche Wagen mal mit kürzeren, mal mit längeren Deichseln. Die Geländegängigkeit wird wesentlich von der Größe der Räder bestimmt.

    Vorteil:

    In einfacher Ausführung der günstigste Wanderwagen.

    Nachteil:

    Gewicht liegt fast zur Hälfte auf der Hüfte; begrenzte Geländegängigkeit, weil der Wagen in unwegsamerem Gelände schnell kippt.


    Beispiele für diese Art von Trekking- bzw. Pilgerwagen:


    1.6 Ladung hochkant: Radical Design u.a.

    Diese Art Wagen ist eine Variante des "Hackenporsche", bei dem die Last nicht zwischen Hüftgurt und Hinterachse liegt, sondern quasi senkrecht über der Hinterachse steht.

    Vorteile:

    Die Last liegt stärker auf der Achse, der Hüftgurt ist entlastet.

    Nachteile:

    ???


    Radical Design

    Einen solchen Wanderwagen hat auch Sarah Marquis auf ihrem Weg durch die Mongolei nach Australien dabei gehabt.

    (lesenswert: Sarah Marquis, "Allein durch die Wildnis").

    Berichte: radicaldesign.com/radicalpeople


    1.7 Zweirädrige Handkarre

    Karren, die nach diesem Prinzip konstruiert sind, findet man heute noch häufig in Asien - z.B. als Ricksha. Die meisten Fahrradanhänger sind ähnlich gebaut, nur dass diese dann meistens eine Deichsel haben.

    Das Gewicht liegt fast komplett auf der Achse. Die Ladung ist mehr oder weniger ausbalanciert, so dass nur noch die Energie für die Vorwärtsbewegung aufgebracht werden muß. Im Unterschied zum vorherigen Bautyp liegt die Ladung auf der Ladefläche.

    Vorteil:

    Gewicht liegt auf der Achse, wodurch der Wagen auf ebener Strecke sehr leicht zu bewegen ist.

    Nachteil:

    Fahrradanhänger sind relativ breit, was gerade auf schmalen Pfaden zu Problemen führen kann. Ladung muß ausbalanciert sein. Bei schlecht ausbalancierter Ladung "tänzelt" der Wagen.

    Verbesserte Geländegängigkeit durch große Räder, Schrägstellung der Räder wie bei einem Rollstuhl und Senkung des Schwerpunkts unter die Achse.


    hinterher.com : bietet eine ganze Palette von Modifikationen an, u.a. auch Wanderwagen

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