Verhalten im Wald

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • In diesem Artikel geht es um allgemeine Verhaltensregeln im Wald; man kann ihn auch als eine Art Bushcrafter-Kodex bezeichnen; Aspekte des LNT (leave no trace - hinterlasse keine Spuren) spielen ebenso ein Rolle
    Vorab und ganz wichtig: Dieser Artikel befindet sich im Aufbau; Diskussionen, Ergänzendes usw. bitte in folgendem thread


    Verhalten im Wald

    bzw. via pm an die Wiki-Moderatoren (derzeit: schwarzzelter, 08/15 und Boltwoodit)


    Grundlage ist ein Forum-Beitrag von Mandelaugen, den wir freundlicherweise hier benutzen dürfen.



    Verhalten im Wald/Bushcrafter-Kodex



    Wir Bushcrafter im Wald, folgen unseren grünen Regeln mit dem Versprechen an unsere Natur, diesen zu folgen, sie zu achten und zu schützen…


    Aufsammeln von Holz

    Am Boden liegende Äste, Rinde, Holz (Totholz) und Baumfrüchte (z.B. Zapfen) dürfen in geringen Mengen zum Eigengebrauch gesammelt werden. Sammeln von Brennholz in größeren Mengen z.B. für ein großes Trefffen, melden wir beim Bezirksförster/Forstamt an, der uns ohne große Bürokratie dafür einen Sammelschein ausstellt.


    Bäume schützen

    Bäume sind Lebewesen. Das Fällen von Bäumen, Schneiden von Ästen, Abreißen jeglicher Art ist verboten. Schnitte in die Rinde verletzten einen Baum; sie öffnen den Weg für Krankheitserreger und Baumschädlinge. Achtet bei Hängemattennutzung darauf, dass ihr Baumgurte - Mindestbreite 25 mmm - benutzt um die Rinde nicht zu beschädigen.


    Bäche und Gewässer schützen

    Fließgewässer dürfen nicht aufgestaut werden. Wir verwenden keine Reinigungsmittel (Duschgel, Shampoo, Seife, Spüli o.ä.). Auf Uferbereiche und Feuchtbiotope ist zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt Rücksicht zu nehmen, bitte nicht betreten.


    Betretungsverbote achten

    Gesperrte bzw. eingezäunte Flächen und Wege werden nicht, Naturschutzgebiete nur auf den ausgewiesenen Wegen betreten. Je nach Bundesland ist bei der höchsten Waldbrandwarnstufe das Verlassen der Waldwege untersagt.


    Feuer im Wald

    Offenes Feuer ist nur an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt. Dabei muss eine Mindestentfernung von 100 Metern zwischen der Feuerstelle und dem Waldrand eingehalten werden. Achtet auf den richtigen Untergrund, auf dem das Feuer entfacht wird. Es ist ein Irrtum zu glauben, die Benutzung eines Hobos/Holzvergasers/Gas-, Benzin-, Spiritus- oder Trockenspiritus-Kochres wäre etwas anders als ein offenes Feuer. Aber: natürlich macht die immernoch einen besseren "Eindruck" als ein offenes Lagerfeuer direkt auf dem Waldboden.


    Hunde im Wald

    Hunde dürfen in den Wald, sie dürfen aber auf keinen Fall Wildtieren hinterherjagen. Jedes Bundesland hat hierfür eine Reglung der Leinenpflicht.


    Hochsitze

    Lass Hochsitze einfach in Ruhe; du hast dort nichts zu suchen.


    Lärm/Geräusche

    Lärm schreckt Tiere auf und stört andere Erholungssuchende. Aber: eine Unterhaltung auf dem Weg bzw. das Klappern deiner Wanderstöcke stört die Wildtiere viel weniger, als wenn du durchs Unterholz schleichst; in Dickungen hast du sowieso nichts zu suchen; dort reagieren Tiere besonders empfindlich auf Störungen.


    Müll

    Achte auf deinen Müll und nimm alles mit, was im Wald nichts zu suchen hat. (Hier muss noch mit rein, wenn ich im Wald aufs Klo muss). Zurückgelassener Müll im Wald führt nicht nur dazu, dass der Boden und das Grundwasser verunreinigt werden, sondern bedroht auch Tiere, die sich an Glasscherben, Blechteilen und Kronkorken verletzen können. Plastiktüten werden oft als Nahrung aufgenommen und führen dann zu schweren Gesundheitsstörungen. In Schnüren und Drähten können sich Wildtiere verfangen, und tiefe Einschnürungen führen dann zu einem langsamen und grausamen Tod.
    Am besten hat man immer eine Tüte dabei und nimmt nicht nur den eigenen Müll wieder mit, sondern man setzt ein Zeichen und nimmt auch Müll mit den andere hinterlassen haben.


    Notdurft

    Wenn ihr zum Abwischen keine Blätter/Moos verwenden wollt, dann nehmt ungebleichtes Toilettenpapier - das verrottet schneller als Papiertaschentücher. Über die Auswirkungen des Eingrabens kann man sich streiten, aber an festen/öfter aufgesuchten Standorten sollte das Eingraben bevorzugt werden.



    Pflanzen, Beeren, Nüsse und Pilze

    Zertretet nicht unnötig Pflanzen und Pilze. Beeren, Nüsse, Pilze und Kräuter sind Waldprodukte und dürfen in kleinen Mengen gesammelt werden, sind aber auch Nahrung der Waldtiere. Zerstört diese auch nicht mutwillig. Auch giftige oder stachlige Pflanzen sowie Giftpilze haben ihren sinnvollen Platz im Ökosystem und sollten nicht mit z.B. einem Stock abgeschlagen oder anderweitig zerstört werden. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten zum Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt in der Regel vollständig untersagt.


    Rauchen im Wald

    In vielen Bundesländern ist vom 01.03. bis 31.10. das Rauchen im Wald verboten. Im Wald von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen herrscht ein ganzjähriges
    Rauverbot. Kippenstummel immer mitnehmen und Glut nicht auf den Waldboden werfen (Gewässerschutz + Brandgefahr).


    Rücksicht auf Waldtiere

    Alle Waldtiere stehen unter Schutz und dürfen nicht unnötig gestört werden. Dazu gehören z.B. nachts durch künstliche Lichtquellen, um sie zu fotografieren, Winterschlafplätze/Höhlen. In der Brut- und Setzzeit von April bis Juni benötigen die Tiere viel Ruhe. Auch im Winter ist es wichtig, die Tiere nicht unnötig aufzuscheuchen. Der unnötige Energieverbrauch kann die Tiere in Lebensgefahr bringen. Millionen Menschen suchen jedes Jahr Erholung und Entspannung im Wald. Wir sind nicht alleine dort.


    Schlafen im Wald

    Das Schlafen im Wald ist eine Grauzone; im eigenen Wald oder mit Erlaubnis des Besitzers/Försters ist es natürlich kein Problem; ansonsten gilt: nur in nachweisbaren Notsituationen ist es nicht verboten. Je später ihr euer Lager aufschlagt und je eher ihr es wieder abbaut, desto geringer ist die Entdeckungsgefahr. Und wie immer macht der Ton die Musik: wer auf Krawall aus ist, wird auch Krawall bekommen. Ein ordentliches, aufgeräumtes Lager, in dem zu keiner Zeit Müll herumliegt, in dem kein Grünholz verbaut wurde, in dem kein Feuer brennt und welches erkennbar nur dem Übernbachten dient hat bessere Chancen "geduldet" zu werden, als ein Haufen lauter (oder sogar noch betrunkener) Leute, die ein großes Feuer entfacht und ihren Müll erstmal überall verstreut haben und wo sich der Anschein ergibt, dass man sich dort länger aufhalten will.


    Vorbild

    Sei Vorbild - was andere bei dir sehen, egal ob im Wald oder auf z.B. youtube, können sie sich abgucken; das Gute und das Schlechte. Wenn du von deinem Hobby erzählst - erwähne ruhig, warum du bestimmte Sachen wie machst: lieber einmal zuviel "unterrichtet" als einmal zu wenig.

    567 mal gelesen