Erfahrungen mit einjährigem Berufkraut=Feinstrahl=Erigeron annuus?

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    • Erfahrungen mit einjährigem Berufkraut=Feinstrahl=Erigeron annuus?

      Hallo zusammen,

      zum einjährigen Berufkraut heißt es in der Literatur nur, dass es essbar ist. Wenn ich etwas zum Geschmack finde: sehr bitter. Ich habe allerdings immer wieder mal die jungen Triebe in Salat und Suppe verwertet, ohne dass mir etwas aufgefallen wäre. Heute habe ich es dann einmal in Ei gebraten und konnte wieder kaum Eigengeschmack feststellen. Mich wundert dieser Widerspruch zur Literatur.
      Also es ist klar, dass Pflanzen meist mit dem Alter/Blüte bitterer werden und die jungen Triebe in der Regel am leckersten sind. Aber bei der Goldrute ist es z.B. durchaus so, dass auch bei jungen Trieben die Blätter und die Haut recht bitter sind - entspricht der Literatur. Beim Feinstrahl konnte ich das eben nicht feststellen. Auch wundert mich, dass er nicht zu den beliebten und bekannten Wildpflanzen gehört, da er zumindest in unseren Gegenden sehr häufig vorkommt
      Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat jemand eine Erklärung dafür? Also schmeckt es vielleicht sehr fad, wenn man mehr davon ohne irgendetwas isst o.ä.? Oder ist es vielleicht roh bitterer? (Aber dann wäre es mir im Salat aufgefallen)

      Viele Grüße
      Miau
    • Miau, Miau! ( ;) )

      Zum einjährigen Berufkraut kann ich dir leider nichts sagen. So intensiv habe ich mich mit der Bestimmung von Pflanzen nie beschäftigt.

      Ich habe mich aber, als es bei mir/uns mit Bushcraft & Co. losging, mit unterschiedlichen Büchern zwecks Bestimmung von Pflanzen eingedeckt. Weiterhin standen mir noch alte Bestimmungsbücher von meinem Vater zur Verfügung, die mittlerweile aber schon an die 40 Jahre auf dem Buckel haben sollten.

      Abgesehen davon, dass sich manche Angaben in unterschiedlichen Büchern fast schon widersprachen, war ich nicht selten ebenso enttäuscht, wie du. Gerade von der Knoblauchsrauke, die mir zudem auf den Magen schlug, hatte ich bedeutend mehr erwartet, da die Angaben in den verschiedenen Büchern mich doch euphorischer probieren ließen, als dass ich die Angaben des Steckbriefs hätte bestätigen können.

      Manche sagen, dass beispielsweise Sauerampfer oder auch Waldsauerklee "extrem" sauer und unheimlich schädlich ist. Ich kann weder das eine, noch das andere bestätigen. Es ist zwar richtig, dass man Oxalsäure wohl bedacht und in nicht allzu großen Mengen verzehren sollte, aber rein geschmacklich könnte ich mich in beide Vertreter reinsetzen. Ich denke somit, dass das eigene Empfinden eine sehr große Rolle spielt. Ebenso verhält es sich ja auch beim Schärfegrad einer Chili (o.d.). Manch einer hat eine höhere Schärfe-Schwelle, einem anderen sind bereits milde Peperoni zu scharf. Mitunter abhängig davon, wie gut man diesbezüglich (quasi) im Training ist. Zumindest kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man sich an Schärfe im Laufe der Zeit durchaus gewöhnen und diese sogar nach und nach steigern kann.

      Zwecks Bestimmung, und um mögliche Verwechslungen ausschließen zu können, benutze ich eben solche Bestimmungsbücher; insofern ich Zeit und Muse dazu finde. Von Angaben aber, wie sie schmecken, riechen bzw. wozu sie u.U. verwendet werden können, habe ich mich weitestgehend aber distanziert und mache lieber meine eigenen Erfahrungen. Ich gehe davon aus, dass man auf Grund "unterschiedlicher Geschmäcker" irgendwo einen Mittelweg finden musste und sich mitunter eben für Angaben wie eben "bitter" entschied, um möglichen "Reklamationen" aus dem Weg zu gehen.

      Am Beispiel:

      Eine Arbeitskollegin von mir ernährt sich überwiegend von "ausgesuchter" Rohkost. Sie kocht beispielsweise Kartoffeln nur, weil sie sich so besser verzehren und verdauen lassen. Kohl hingegen isst sie zum Großteil roh, was mir persönlich nie einfallen würde. Sie steht aber auch auf "bitter". Schwarzer Tee wird zu Beginn der Schicht angesetzt, um ihn gut 4 Stunden später trinken zu können. Ich würde mir damit nicht mal mehr die Füße waschen, aber sie steht eben auf diesen intensiven, bitteren Geschmack. Mir kräuseln sich da die Fußnägel. Ich denke aber, dass sie ein klassische Beispiel dafür ist, wie sehr wir uns im Grunde doch voneinander unterscheiden. Selbst wenn Angaben wie "bitter" in mancher Literatur vorzufinden sind, ist es der eigene Geschmack, der darüber entscheidet, ob wir diese Angaben bestätigen können oder nicht.

      Liebe Grüße
      Rudi