Tauben verwerten/bratfertig machen in drei Minuten

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    • Hi Gemeinde,


      okay, das eigentliche Thema ist die Taubenbrustgewinnung "quick&dirty" :). Aber es wunderte mich doch ein bißchen, dass viele nicht wissen was sie mit Kleinvöglen (okay, Tauben sind schon etwas größer :)) anfangen sollen.

      Deshalb erlaube ich mir folgendes Hinweis: Bei Tauben (aber auch z.B. Wachteln, Amseln) möchte ich die Zubereitung als Suppe empfehlen; wenn es um Energiegewinn/Notnahrung oder auch einfach nur den guten Geschmack geht, gibt es mWn nichts Besseres.


      Ähnlich einer Hühner- oder Entensuppe sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt; diese werden nur von der Zeit und den weiteren Zutaten bzw. deren Zugänglichkeit bestimmt.

      Dazu sollten die Vögel natürlich ausgenommen und vollständig gerupft sein.


      Gekocht wird in simmerndem (also nur ganz leicht perlendem, auf keinem Fall sprudelndem) Wasser; Schaum sollte abgeschöpft werden (wenn das geht, wenn nicht, wird die Brühe halt trüb). Nach ca. 1 Stunde werden die Brüste ausgelöst und beiseite gelegt, der Rest – den man ruhig kleinschlagen/zerdrücken/mörsern kann - wird für viele Stunden weitergekocht; acht bis zwölf reichen meist aus, danach wird die Brühe nicht mehr besser/gehaltvoller. Schließlich gießt man diese Brühe ab, die Brüste werden kleingeschnitten und zusammen mit Gemüse nach persönlichen Vorlieben – je mehr Eigengeschmack das Gemüse hat, desto mehr tritt der Fleischgeschmack in den Hintergrund – sowie kohlenhydrathaltigen Zutaten (wenn man die isst und sie vorhanden sind) und Gewürzen/Salz zu einer Suppe gekocht; guten Appetit.


      Den „Edelvarianten“ dieser Suppen liegt oftmals nicht nur schnödes Wasser, sondern eine Consomme zugrunde; bei meiner Lieblingsvariante einer Taubensuppe besteht diese aus einer Schweine-Schinkenbrühe (da wenig Eigengeschmack, aber viel hydrolysiertes Eiweiß) in der ein Kalbsfuß mitgekocht wurde (der macht ein herrlich „rundes, volles“ Mundgefühl) und etwas Porree (nur das Weiße davon nehmen) sowie Lorbeer, Wacholder, Piment und eine(!) Nelke…

      …aber zu Waldläufer/Survivel/wasauchimmer Zwecken geht natürlich auch nur Wasser. :)


      Vorteile einer solchen Suppe (außer dem Geschmack): da das ganze Tier verwertet wurde, gewinnt man so viel mehr Energie (Fett) und Mineralstoffe, das hydrolysierte Eiweiß ist bereits „vorverdaut“ und dadurch leichter zugänglich; gerade hydrolysierte Kollagene aus Haut, Bindegewebe, Sehnen und Knorpeln sind richtig gut für…

      …ja genau: unsere Haut, Bindegewebe, Sehnen und Knorpel. :)


      So, na prima, jetzt habe ich Hunger!


      Wer sich für so etwas interessiert bzw. das auch öfter mal ausprobieren will (für den nichtjagenden Stadtmenschen gibt es (Haus-)Tauben und Wachteln auf dem Markt; Tiefkühlkram geht für Suppen auch ganz prima), dem empfehle ich noch das Studium alter Kochbücher; z.B. Sophie Scheibler „Allgemeines deutsches Kochbuch“ oder die Bücher von Hernriette Davidis; daraus ist auch meine oben erwähnte Variante der Taubensuppe… :)

      VG
      Bolt
      Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
      Antoine de Saint-Exupéry
    • Jerry Cornelius schrieb:

      Von wann bis wann ist denn die Ringeltaubenjagd erlaubt?

      Danke, bis dann.
      JC
      Das kommt auf das Bundesland an. In Nds. sind von Ende August bis Ende März Alttauben und ganzjährig Jungtauben. Aber die beste Zeit ist vorbei. Wenn gegüllt wurde, ist eigentlich vorbei mit Tauben.
      Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein sollst, wähle die Freundlichkeit.
      Wonder - R. J. Palacio