Der Schlaganfall - absoluter Notfall!!!

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    • Der Schlaganfall - absoluter Notfall!!!

      Der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit ist der Schlaganfall (Hirninfarkt, cerebrovaskulärer Insult).Zwar sind 85 % der Betroffenen über 60 Jahre alt, aber auch Jüngere können durchaus einen Schlaganfall erleiden. Vor allem aber steigt die Zahl der Jüngeren signifikant.

      Auslöser ist entweder ein Blutpropf, Arteriosklerose oder eine Blutung.

      Zu unterscheiden ist der Schlaganfall von der TIA (transitorisch ischämische Attacke), bei welcher zwar dieselben Symptome vorhanden sind, diese bilden sich aber innerhalb 24 h zurück. Somit halte ich diese Unterscheidung im Ereignisfall für irrelevant.

      Je nach betroffener Hirnregion können unterschiedliche Symptome auftreten.Besonders zu achten ist auf die Zeichen:
      • Gesichtslähmung
      • Armschwäche
      • Beinschwäche
      • Sprachprobleme
      • Sehstörungen
      Die Eselsbrücke FAST kann dem Ersthelfer helfen:

      Face (Gesicht) Lächeln oder Pfeifen: Ist das Gesicht einseitig gelähmt oder verzogen?
      Arms (Arme) Sinkt ein Arm beim Versuch, diese hoch zu heben oder zu halten ab?
      Speech (Sprache) Kann ein einfacher Satz nicht nachgesprochen werden?
      Time (Zeit) Sofort Notruf absetzen und alle erkennbaren Symptome schildern!

      Die optimale Lagerung ist liegend mit leicht erhöhtem Oberkörper (ca. 30°). Diese Lagerung kann den Blutdruck im Kopf ein wenig senken. Bewusstlose in stabiler Seitenlage mit überstrecktem Kopf. Auf Auskühlung achten.
      Auf keinen Fall Essen oder Trinken anbieten.

      Time is Brain!!! Soll eine Intervention erfolgversprechend sein, muss diese innerhalb sechs Stunden stattfinden, Transport und die vorgängige Diagnostik fressen Zeit.
    • Ich möchte noch eine Kleinigkeit für städtische Umgebungen hinzufügen.

      Falls der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht sollte dies dem Leitstellendisponenten auch gesagt werden. Dieser kann dann unter Umständen auch einen Stroke-RTW (Schlaganfall RTW zur direkten Untersuchung und Behandlung bereits auf Anfahrt zu einer geeigneten Klinik) schicken.
      Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

      Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RedWolf ()

    • Der Leitstellendisponent wird schon erfragen was er braucht:)
      Gibt es tatsächlich noch irgendwo Stroke-RTW? Ich hatte gehört dass dieses Projekt sich nicht rentiert hat. Zudem gab es die im Ländlichen, wo die Wege zur nächsten Strokeunit lang sind. In der Stadt braucht das keiner.
      Through an Action, a Man becomes a Hero.
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      Through Time, a Legend becomes Myth.
      Through hearing a Myth, a Man takes an Action....
    • Geb ich dir recht. Sollte natürlich der Disponent selbstständig herausfinden. Wenn man es aber annimmt schadet es auch nicht was zu sagen ;)

      Im Saarland gibt es noch eins meines Wissens:
      rettungsdienst.de/magazin/saar…-fahrt-zum-patienten-5260

      Angaben aber ohne Gewähr;)
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    • Als ehemals Betroffener - meiner Frau wurde gesagt (3:15 Nachts) das sie mich, wenn ich gehen könne, am besten selber sofort ins KH fahren sollte - ginge einfach schneller. Im RW machen sie Sanis eher nix (er weiß ja nicht ob eine Blutung oder ein Verschluß Auslöser des Schlaganfalls war) und eine Fahrtstrecke ist meist schneller als zwei zurückgelegt.

      ABER es schdet nix ;) nich schon ohne Fall klar zu machen, welche Klinik man anfahren würde... nicht jede hat eine Stroke Unit und auf deren (Mehr-) Erfahrung würde ich nie verzichten wollen... Ein kleines LandKH ist da manchmal überfordert.
    • kra schrieb:

      Als ehemals Betroffener - meiner Frau wurde gesagt (3:15 Nachts) das sie mich, wenn ich gehen könne, am besten selber sofort ins KH fahren sollte - ginge einfach schneller. Im RW machen sie Sanis eher nix (er weiß ja nicht ob eine Blutung oder ein Verschluß Auslöser des Schlaganfalls war) und eine Fahrtstrecke ist meist schneller als zwei zurückgelegt.

      ABER es schdet nix ;) nich schon ohne Fall klar zu machen, welche Klinik man anfahren würde... nicht jede hat eine Stroke Unit und auf deren (Mehr-) Erfahrung würde ich nie verzichten wollen... Ein kleines LandKH ist da manchmal überfordert.
      Wo wohnst du denn? Das ist ja grob fahrlässig von dem Disponent!! Wenn dir oder deiner Frau etwas währen der Fahrt passiert wäre (wie es leider immer wieder vorkommt)...nicht auszumalen ;(
      Ich bin ja grundsätzlich über jeden froh, der alleine ins Krankenhaus fährt und ich auf dem Sofa bleiben kann. Aber nur wenn ich nix davon weiß :P

      Tatsächlich macht die RTW Besatzung schon während des Transport ein paar Sachen, die sonst erst im Krankenhaus passieren. Zudem klärt die Besatzung ab, welches Krankenhaus geeignet ist und wo auch Platz für den Patienten ist. Natürlich wird man keine Lyse oder gar eine OP im RTW durchführen. Aber ein sicherer Transport mit Rückfallebenen (bei Bewusstlosigkeit, Kreislaufstörungen, ...) ist doch sinnvoller als eine vermeintliche Fahrteinsparung. Selbst den Zeitvorteil kann eine „Blaulicht-Fahrt“ wieder ausgleichen.
      Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein sollst, wähle die Freundlichkeit.
      Wonder - R. J. Palacio
    • Ich bin der Meinung, dass 100 Fehlfahrten des Rettungspersonals immer noch besser sind als eine gerechtfertigte zu wenig.

      Speziell hinsichtlich des Stroke bin ich einigermassen geplättet, wie viel Aufklärungsbedarf noch vorhanden ist - auch bei Profis verschiedener Couleur.
    • Schnake schrieb:

      Ich bin der Meinung, dass 100 Fehlfahrten des Rettungspersonals immer noch besser sind als eine gerechtfertigte zu wenig.
      Das sieht leider nicht jeder Telefondiensthabende in der Leitstelle so. Beim letzten Mal (auf Eis gestürztes und bewegungsunfähiges Kind) musste ich quasi bereits eine umgehende Diagnose stellen, ständige Nachfragen zum Unfall etc. Seinen Namen wollte der Diensthabende auch nicht nennen, nachdem er frech, anmaßend und patzig geworden war.
      Falsche Person am Telefon, definitiv. Wie würde dieser Mensch erst mit Leuten umgehen, die unstrukturiert und panisch anrufen?

      Mein Respekt vor Leitstellenpersonal ist seitdem mächtig gesunken. Und das letzte Vorkommnis als Ersthelfer im Straßenverkehr war auch nicht besser. Ich hatte, zusammen mit zwei anderen, zwei Frauen aus einem verunfallten Wagen gezogen. Der RTW stand genau eine Straße weiter, ca. 4km. Nach fast 15min kamen die beiden Sanitäter ganz gemütlich angefahren. Sehr gechillt, die beiden. Herzlichen Gruß nach Hesel! Gibt es hier auch Stinkefingersmileys?
      Im Betrieb meines Bruders wäre fast jemand am Herzinfarkt gestorben, weil der Diensthabende nur diskutiert hat, bis mein Bruder mit Anzeige drohte. Erst dann schickte man einen Krankenwagen.
      Es scheint, wie in allen Bereichen, solche und solche zu geben. Nur blöde, dass man auf solche Menschen angewiesen sein könnte.

      Ich könnte weitere, ähnliche Vorkommnisse berichten. Gelernt habe ich eins: Wenn ich schon in einer plötzlichen Notsituation auf Krankenwagen angewiesen sein sollte - dann bitte nicht im LK Leer!

      Sorry, war OT, aber Ausko... muss auch manchmal sein!
      Glück ist Bedürfnislosigkeit.
      Auch in einer schlechten Welt lässt's sich gut leben.
    • Das wird im Zuge von Umstrukturierung in Kooperaiven- und Grossraumleitstellen bestimmt nicht besser. Also nicht nur Leer, sondern auch Aurich und Wittmund sind für dich gefährlich @Friese. Zumindest besteht die Gefahr wieder an den gleichen Disponenten zu geraten. ;)

      Wie immer im Leben steht und fällt alles mit den richtigen Leuten.
      Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein sollst, wähle die Freundlichkeit.
      Wonder - R. J. Palacio
    • Auch in Oberbayern unser Betriebsrettungsdienst ist nicht besser.
      Würden zu einer Kopfverletzung gerufen. Brauchten ewig.luden danach nur schnell ein und nahmen ihn mit.
      In der Sanstation schauten sie nur Oberflächig.
      Meinten sind nur Schürfwunden. Verbund rum und ab zum weiterarbeiten.
      Waren Plattwunden und Gehirnerschütterung.

      Jetzt erst ging ein Kollege zu ihnen, weil er auf einem Auge nix mehr sah. Ach, gehen sie heim.
    • Wurzelgnom schrieb:

      Ich bin ja grundsätzlich über jeden froh, der alleine ins Krankenhaus fährt und ich auf dem Sofa bleiben kann. Aber nur wenn ich nix davon weiß.

      Dann will ich mal lieber nicht aus dem Nähkästchen plaudern. :D
      Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum / neun lange Nächte.
      Der Dachs läßt schön grüßen ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MeisterGrimbart ()

    • Das mit selbst fahren kann durchaus berechtigt sein. Beim Schlaganfall beträgt das Zeitfenster, in dem der Patient einer neurologischen Intensivstation, am besten einer spezialisierten Stroke-Unit zugeführt werden sollte einen recht kurzen Zeitraum. So lange ist der Patient "im Fenster", womit ein Zeitfenster zwischen Apoplexgeschehen und Hilfe gemeint ist.
      In ländlichen Gegenden ist das Rettungsnetz nachts dünn, und ein Dorffest reicht dann schon um dieses Netz auszulasten wenn's blöd läuft. Am besten ist ein Fahrzeug eh auf Intensivverlegung und eines in Folge Personalengpass gar nicht besatzt. Und wenn die private Fahrt 15 Minuten dauert, der nächste RTW aber aus dem nächsten Landkreis kommt und mit blau schon im günstigsten Falle 30 Minuten unterwegs ist ist diese Empfehlung zwar pragmatisch, nicht jedoch leichtfertig. Der RTW schafft's dann nämlich auf keinen Fall mehr, den Patienten im Fenster ins Krankenhaus zu bringen. Zumal das Rettungspersonal in der Tat eher wenig tun kann. Sauerstoff, Oberkörperhochlagerung, ggf. medikamentöse Blutdrucksenkung.
      Richtig wäre Rettungsmittel einsetzen, aber ganz praktisch sinnvoll wäre die Privatfahrt. Lediglich der Disponent riskiert jede Menge Ärger mit diesem Rat, hat aber praktisch Recht.
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    • Stay and play or scoop and run war immer wiederkehrendes Thema unseres Ex-Proffs für Notfallmedizin. Er bezog viele seiner Infos aus USA mit teilweise sehr weiten Anfahrtswegen, wo vermutlich etliche Schwerverletzte oder -erkrankte nur deshalb überlebten, weil irgendeine Privatperson sie flugs eingeladen und transportiert hat.

      Allerdings sind die Umstände in Deutschland etwas anders. Selbst wenn die Rettung etwas! länger braucht, würde ich das Risiko nur sehr ungern eingehen, einen Notfallpatienten privat zu transportieren. Bei einer möglichen Zustandsverschlechterung unterwegs sieht man dann schlecht aus. Ausserdem kann ein Laie weder die geeignetste Klinik aussuchen noch diese korrekt vorinformieren und Sondersignal is nicht.

      Zumindest in unserer Klinik steht bei entsprechender Anmeldung in zwei Minuten das komplette Schockraumteam inklusive Radiologe, Neurologe/-chirurg etc. zur Verfügung. Und ich denke, den Pat. dann innerhalb einer Stunde zu lysieren ist realistisch. Bei einem angenommenen Lysefenster von 6 Stunden steht für die out-of-hospital- Aktivitäten schon etwas Zeit zur Verfügung, sofern nicht noch weitere Verzögerungen zu verzeichnen sind. Ich hoffe, dass dies für andere Kliniken ebenfalls gilt.
    • Ich Stimme dem zu. Ein Schlaganfall ist nicht mehr Altersabhängig.
      Persönlich durfte ich meine Ehrfahrung mit 34 Jahren machen.
      Es war ein schleichender Schlaganfall. Mein Sprachzentrum machte zicken. Dauer ca. 1,5 Std.
      Am nächsten Tag zum Arzt von dort direkt ins Krankenhaus.
      Wie oben schon geschrieben Diagnose „ Schleichender Schlaganfall“ Ursache könnte eine zu sehr für das Alter verkalkte Ader am Hals sein.
      Schlaganfälle sind bei uns in der Familie sehr beliebt. Mein Opa hatte zwei mein Vater hatte insgesamt vier.
      Bleibt Gesund.
      Manche sagen, ich sei bekloppt ich find mich verhaltensoriginell.

      BCG Wildkatzen.
    • @Micha1207

      Statistisch erleiden jährlich ca. 300.000 bei uns einen Schlaganfall. Davon sind ca. 10.000 < 45 Jahre alt. Tendenz steigend, da die Risikofaktoren in dieser Altersgruppe zunehmen:

      Übergewicht
      Bewegungsmangel
      Bluthochdruck

      Bei Frauen im gebährfähigen Alter kommt noch die Antibabypille als weiterer Faktor hinzu.

      Glücklicherweise ist dank besserer Diagnostik und Therapie die Mortalität rückläufig.
    • Schnake schrieb:

      @Micha1207

      Statistisch erleiden jährlich ca. 300.000 bei uns einen Schlaganfall. Davon sind ca. 10.000 < 45 Jahre alt. Tendenz steigend, da die Risikofaktoren in dieser Altersgruppe zunehmen:

      Übergewicht
      Bewegungsmangel
      Bluthochdruck

      Bei Frauen im gebährfähigen Alter kommt noch die Antibabypille als weiterer Faktor hinzu.

      Glücklicherweise ist dank besserer Diagnostik und Therapie die Mortalität rückläufig.
      Mit Übergewicht kann ich nicht dienen.
      Bewegungsmangel ? Bin ständig unterwegs. Bin schlimmer als eine Dampflock
      Bluthochdruck ? Nur wenn ich mich aufregen muss. Aber das habe ich schon sehr stark eingeschränkt.
      Aber egal wo es herkommt , es ist und bleibt einfach Sch.....
      Manche sagen, ich sei bekloppt ich find mich verhaltensoriginell.

      BCG Wildkatzen.
    • Es war wohl wie @OpsBase schrieb,
      3:15 Nachts --> kein Verkehr, meine Frau hat mich gefahren
      er wußte wohl, wie es mit der Verfügbar des RW stand
      KH ist nur 5 Min Fahrzeit weg
      Von daher war sein Vorschlag plausibel und der schnellste Weg.

      Sein "Fehler" war nur, das er nicht um die Limitierungen dieses KH wußte - btw, die Ärzte der Inneren Station auch nicht... :cursing: , Da mußte erst ein externer Arzt (ca. 10 Jahre außer Dienst und nur im Bedarfsfall dort aktiv) die Diagnose stellen und mein Schwager (und Hausarzt) die Überstellung an das nächst größere KH mit Stroke Unit "veranlassen"....
      Es ist bei der Aktion ziemlich viel schief gegangen, Gott sei dank aber kaum etwas an Folgen zurückgeblieben.