The North Face Tadpole 2 DL [Vorstellung]

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    • The North Face Tadpole 2 DL [Vorstellung]

      Möchte diesmal ein megastabiles 3-Jahreszeiten Trekkingzelt vorstellen welches ganz besonders für den Einsatz im Gebirge oder bei windigen Verhältnissen taugt, nämlich das Tadpole 2 DL vom Outdoorspezialisten The North Face.









      Das Tadpole 2 DL ist ein kleines 2-Personenzelt welches auch für den Schlechtwettereinsatz taugt. Rein optisch ein Mix aus Kuppel- und Tunnelzelt, das Design mit den 3 Gestängebögen ist tatsächlich ein Hybrid zwischen Geodät und Kuppelzelt und der 3te Gestängebogen verleiht ihm ausserordentlich gute Stabilität selbst bei hohen Windgeschindgkeiten oder Schneelast. Das Gestänge ist selbstverständlich von DAC und läuft teils in geschlossenen Kanälen am Innenzelt bzw. wird es mit robusten Clips in dieses eingehängt. Die vordere Stange ist beim 2 DL an zwei Stellen leicht vorgebogen, ein Feature dass nicht sein müsste, den dadurch wird nicht nur die Sitzhöhe direkt hinter dem Eingang geringfügig verringert sondern auch der Wasserablauf vom Aussenzelt etwas verschlechtert.







      Als ich es im Regen benutzt hab bildeten sich oben am AZ zwar keine wirklich tiefen Pfützen, der Polyesterstoff hängt nicht durch und bleibt schön stramm. Trotzdem waren überaus grossflächige 'Tropfen' erkennbar welche sich lange halten können. Dank guter Beschichtung mit typischem Lotusblüteneffekt bleibt das Teil allerdings dennoch dicht! Die dezent dunkelgrüne Farbe lässt dieses Zelt in Kombination mit der niedrigen Silhouette unauffällig wirken, was besonders bei unserem Hobby gefragt ist.





      Das Tadpole 2 DL besitzt stirnseitig eine Abpside mit doppelem Eingang. Die 2 Reissverschlüsse können unabhängig bedient werden so dass bei einseitiger Öffnung immer etwas Sichtschutz gewährleistet ist und man das Zelt auf der wetterabgewandten Seite betreten oder verlassen kann. Eine pfiffige Lösung also und so kann immer jener RV geschlossen bleiben wo eben gerade Wind oder Regen droht. Öffnet man beide ist für entsprechenden Durchzug und Aussicht gesorgt. So lässt sich auch kochen, allfälliger Wasserdampf zieht gut ab. Durch den fixen Mittelpart welcher mit 2 Heringen am Boden bombig hält bleibt das ganze Apsidenkonstrukt immer stabil stehen. Die Reissverschlüsse haben breite Abdeckungen, hier wird sicherlich kein Wasser reingedrückt und durch die Anordnung nahe beim Innenzelt sind sie leicht vom Innenzelt aus erreichbar und daher hervorragend zu bedienen.







      In das Vorzelt passte mein Bergans PowerFrame mit 130L oder 2 mittelgroße 50L Ruckis - alles selbstverständlich liegend und teilentleert.



      Am Fußende ist ein kleiner Lüfter angebracht, am Kopfende ist die Belüftung via Zipper an den Eingängen zu regulieren, was bei Niederschlägen nicht wirklich ideal ist. Da das Außenzelt ein paar Zentimeter Abstand bis zum Boden hat ist die Belüftung insgesamt ok wie ich finde wobei Wetterschutz gewährleistet bleibt.





      Ein Nachteil sollte nicht unerwähnt bleiben: Durch die leichte Neigung des Innenzeltes regnet es bei geöffnetem Außenzelt-RV direkt auf den Eingangsbereich des IZ oder falls dieser offen steht auch unmittelbar in den vordersten Bereich des Zeltbodens. Betrifft zwar keine große Fläche, bei einem starken Regenguss reicht es aus dass da schnell was schwimmt ...



      Konstruktionsbedingt wird das Innenzelt zuerst aufgebaut, das Außenzelt dann übergeworfen und mit längenverstellbaren Ösen am Gestänge angehängt bzw. mit 3 Klettern am vorderen Gestängebogen fixiert. Durch die 3 Gestängebögen ist das Zelt selbsttragend und kommt mit sehr wenigen Heringen aus, es läßt sich selbst auf felsigen Böden aufstellen wo man nur schlecht Heringe rein bekommt wie z.B. in den Bergen. Zudem ist es außerordentlich windstabil und Sturm bis ca. 100km/h kann ihm nichts anhaben - da sind viele andere Zelte schon längst platt.





      Vorne beim Eingang reicht die Höhe bei meinen ca. 1,80m gerade noch aus um aufrecht sitzen zu können. Die Eingangs-RVs sind bereits etwas niedriger angeordnet, so dass man das Zelt eher kriechend betreten oder verlassen muss. Das Innenzelt ist aus atmungsaktivem Gewebe, der Innenzelteingang kann wahlweise ganz geschlossen oder für bessere Belüftung offen belassen werden, wobei hier ein zusätzliches No-See-Um Moskitonetz lästige Blutsauger vom Schlafbereich fern hält. Dises Moskitomesh erlaubt vernünftige Belüftung so dass es bei höheren Temperaturen nicht gleich stickig wird.







      Das Innenzelt besteht aus festen Stoff und auf Meshlächen wird weitestgehend verzichtet und so ist es im Schlafbereich deutlich wärmer ist gegenüber einer Schlafkabine welche großzügig mit Moskitonetz ausgerüstet ist. Am Fußende befindet sich in Lüfterhöhe eine kleine Mehsfläche welche (so wie beim Eingang) dicht verschlossen werden kann.



      Die Kondensatbildung war im üblichen Rahmen, gibt zweifelsohne Zelte die besser belüftet sind aber auch Miserableres. Am Innenzelt sind 3 Schlaufen angebracht, um z.B. daran eine Wäscheleine oder eine Campingleuchte zu befestigen und es gibt Schubfächer für die Ablage div. Kleinigkeiten bzw. für das Versorgen des Eingangs damit dieser nicht am Boden zu lieben braucht und verschmutzt.





      Die Liegefläche ist trapezförmig, verjüngt sich also deutlich zum Fußende hin. Für 2 Personen ist das Platzangebot meiner Meinung nach (zu) sehr eingeschränkt, für 1 Erwachsenen mit 1 Kind (oder Hund) dürfte es allerdings reichen. Für Solotouren ist üppig Platz, klare Sache! Die Helligkeit ist durch das eher dunkle Außenzelt mit dichtem Gewebe etwas gedämpft, hier gibt es sicherlich Zelte wo mehr Licht durchdringt.



      Der Zeltboden besteht aus fein gewebtem Gewebe welches seitlich hochgezogen ist. So wie das Außenzelt ist auch der Boden 100%ig dicht. Auf einer Schlechtwettertour hatte ich zusätzlich eine Plane benutzt welche von der Größe nicht wirklich passte so dass die Ränder deutlich über Zeltboden u. AZ überstanden. Das abtropfende Wasser konnte sich zwischen der Unterlage und dem Zelt sammeln und bildete so eine Art von Wassertaschen. Hab dies erst bemerkt als sich seltsame Verfärbungen abzeichneten, sind die dunklen Stellen auf dem Foto unterhalb. Die Feuchtigkeit blieb jedoch draußen, der Boden fühlte sich nicht wirklich naß an und mein gesamtes Gear blieb soweit trocken. Hab das dann auch für eine weitere Nacht belassen und da kam auch nix durch! Solch performante Materialen sind in dieser Preisklasse nicht immer selbstverständlich. Was diesen Punkt betrifft kann das Tadpole locker mit Zelten der 500-1000 Euroklasse mithalten, gar keine Frage!







      Packmaß ist durchschnittlich, das Gewicht mit beinahe 2.5kg erschreckt zwar nicht, kann aber mit aktuellen Leicht- bzw. UL-Zelten nicht ganz mithalten. Der Packsack ist mit Kompressionsriemen ausgestattet.





      Die Materialien würde ich als durchaus robust bezeichnen, die Nähte sind sauber eingefasst bzw. abgeklebt, mein Zelt daher entsprechend wasserdicht.



      Sämtliche Reissverschlüsse waren von YKK, ausreichend dimensioniert und liefen butterweich. Als Heringe waren orig. DAC 15cm V-Profilheringe mit dabei, die gelben Schnüre wurden allerdings von mir angebracht um sie leichter ziehen zu können. Als Abspannleinen lagen richtig fette Dinger bei, die ein wenig an Paracord erinnern.





      Die Verarbeitungsquali ist auf ähnlich hohem Niveau wie die des Materials, ich konnte lediglich einen einzigen Verarbeitungsfehler ausmachen: Eine Naht war über ein paar Zentimeter nicht ganz exakt ausgeführt aber dennoch dicht, also nicht weiter tragisch.



      Der Clou an diesem kleinen Semigeodäten ist der Preis - für deutlich unter 250.- Euro bekommt man eine stabile und vor allem wasserdichte Stoffbehausung welche obendrein noch erprobt und gut verarbeitet ist! Einige Händler haben sicherlich noch Restbestände auf Lager, hab das 2 DL zuletzt für ca. 180.- Euro in einem Onlineshop gesehen. Für den Preis kann man absolut nix falsch machen und ich würde dies als Schnäppchen bezeichnen, also klare Kaufempfehlung von meiner Seite! Zum Verlgeich - mein TNF Moraine 23 (Link: The North Face Moraine 23, Kuppelzelt f. 2 Personen) hat in etwa auch 180.- gekostet und kam von der Material- und Verarbeitungsquali nicht an das Tadpole 2 DL heran! Aber Achtung - vom Tadpole existieren zahlreiche Modellvarianten die sich hinsichtlich Größe, Farbe, Materialien u. Packgewicht und vor allem im Innenzeltdesign zum Teil signifikant vom hier behandelten Modell 2 DL unterscheiden, was sich schlußendlich auch auf den Preis der jeweiligen Version auswirkt. Zudem gibt's inzwischen zahlreiche Klone die unter verschiedenen Labels vertrieben werden, jedoch mit der Qualität vom Original oftmals nicht mithalten können.

      Positives am Tadpole 2 DL:
      - kompakte Stellfläche
      - selbstragende Konstruktion, wenige Heringe erforderlich
      - überdurchschnittliche Windstabilität
      - dauerhaft wasserdichte Gewebe (Boden + AZ)
      - unauffällige Farbe, gedrungenes Design

      Negatives am Tadpole 2 DL:
      - Platzangebot für 2 Personen im Fußbereich
      - Hineinregnen ins IZ bei geöffnetem Eingang
      - Oben am AZ bleibt gern Wasser stehen

      Daten & Features (lt. Spezifikation):
      Hersteller: The North Face
      Modellbezeichnung: Tadpole 2 DL
      Personenanzahl: Max. 2
      Farbe: New Taupe Green
      Zeltdesign: Kuppel/Geodät
      Apsiden: 1
      Eingang: 1
      Außenzelt: 75D 210T RipStop Polyester m. PU Beschichtung 5000mm Wassersäule
      Zeltboden: 70D 190T Nylon m. PU Beschichtung 5000mm Wassersäule
      Innenzelt: 75D 210T atmungsaktives RipStop Polyester, 40D Moskitomesh
      Gestänge: DAC Featherlite NSL Green
      Liegefläche: Ca. 2.47m2
      Innenzeltabmssungen: Ca. 110 (85) x 210 x 88 cm - Breite Eingang (Fußende) x Länge x max. Höhe
      Packmaß: Ca. 15 x 56cm - Durchmesser x Länge
      Packgewicht: Ca. 2470g (von mir abgewogen inkl. sämtlichen Zubehörs)

      Alternativen:
      - Salewa Litetrek II: Gestängeanordnung ist ident mit dem Tadpole daher ebenfalls klasse wind- und wetterfest, AZ wird zusammen mit IZ aufgestellt was bei Miesewetter eindeutig Vorteile hat, rechteckige Grundfläche mit mehr Platz im Fußbereich, Eingang ebenfalls auf Stirnseite wobei die Apside beim Litetrek vergleichsweise klein geraten ist, Preis in etwa gleich mit dem Tadpole

      - Wechsel Patfinder Travel-Line: 1 Personenzelt und somit die Schrumpfversion des Tadpole, Gestängeanordnung ähnlich wie beim Tadpole, Eingang befindet sich allerdings auf der Längsseite, das Pathfinder baut nochmals niedriger als das Tadpole

      Anmerkung meinerseits: Ich hab das Tadpole damals selbst gekauft, ist also ein unabhängiger Bericht da ich weder mit Hersteller noch Händler in Verbindung stehe und hierfür auch keine Provision kassiere!
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      Frischluftdeppert
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    • Hallo @bugikraxn
      das ist mal wieder ein sehr super tolles Review von dir, :danke:
      Erklärungen , wie auch deren Bebilderung ist vorbildlich und verständlich!
      Ähnlich wie bei Kollege @Eiswanderer hab ich auch bei dir das Gefühl etwas von dir vorgestelltes ungestraft kaufen zu können, wenn du es für gut befindest.
      Das Eisi´s Sachen für mich immer zu klein sind, deine Zelte nicht auf meiner Wunschliste stehen, ist mir bzw. meinen Vorlieben geschuldet.
      Da könnten sich viele Hersteller für ihre Produktbeschreibungen ne Scheibe von abschneiden!

      Gruß"Seemann"
      Wer vom Weg abkommt, lernt die Gegend kennen!
    • Freut mich wenns gefällt @Seemann und ich möchte mit dem Review auch niemanden etwas aufdrängen oder muss was an den Mann bringen wo ein Review durchaus mal 'verkaufsfördernd' wirken kann ... Ich finde diese Teil einfach geil und wollte dies teilen! Manchmal scheints als ob's in den div. Gearkategorien nur 1-2 Hersteller gibt die überall empfohlen und sich so zum 'Bushcraftstandard' etabliert haben. Hier liefert mal ein Hersteller ab der nicht wirklich häufig auftaucht. Das Tadepole hat bewiesen dass es durchaus nicht immer ein Zelt aus der 650-1000 Euroklasse sein muss welches einem draussen gut vor den Elementen schützt ;)
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      Frischluftdeppert
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