Sockenkühlschrank vs. Feldflasche mit Filzbezug vs. Microfasertuch

  • Damit wäre der einfachste Kühlschrank der Tuch oder der Socken-Kühlschrank: man nehme eine alte Socke und transportiere darin das zu kühlende Braunglas mit chemisch reaktivem Inhalt. Der Genuss des Kühlen wird zwar nicht innerhalb der nächsten 10 Minuten, jedoch - je nach Wind und Luftfeuchte - innerhalb von 30 - 60 Minuten möglich sein.


    Nachtrag:

    Ich werde wohl mal nach alten Microfaser - Tüchern fahnden. Die können ja angeblich ei. Mehrfaches ihres Gewichts an Flüssigkeit aufnehmen, heißt sie haben eine große Oberfläche. Das sollte dann wieder die Verdunstung begünstigen. Das wieder schreit nach einem DIY und Test. Ich werde berichten.

    Die aktuelle Wetterlage fordert einen Test heraus. Gestartet mit folgendem Setup:

    1. 0,5l nalgene in schwarzer Baumwollsocke
    2. Historische Alufeldflasche mit Filzbezug
    3. 0,5 nalgene mit orangen Haushaltsmicrofasertuch
    4. Fahrradflasche ohne Kühlung als Vergleich


    Alle Flaschen voll, Wasser aus dem Wasserhahn zu Hause bei Trinktemperatur

  • Ich finde auf längeren Radtouren feuchte Frotteehandtücher immer recht brauchbar für ein kühles Getränk.

    "KOMMA" - Außerhalb vom Ruhrpott ein Satzzeichen und im Ruhrpott ein ganzer Satz ⚒️

  • Ergebnisse nach rund 45 Minuten:


    Vorweg: so ganz traue ich der Sache nicht.

    Ich habe bei allen die Fingerprobe gemacht und hätte - bis auf die Vergleichsflasche - aus allen ohne weiteres einen erfrischenden Trunk bekommen. Gefühlt hätte ich eine Temperatur von unter 30°C erwartet und bei der Fingerprobe angenommen. Aber seht selbst:

    Luft 37°C


    Ohne Kühlung 35°C


    Mit der Baumwollsocke 30 °C


    Microfaser 30°C


    Filzbezug 30°C


    hat mich auf der einen Seite überrascht, auf der andren Seite hat es überall ungefähr die gleiche Oberfläche gehabt.


    ich habe während des Test kein Wasser zur Kühlung nachgeträufelt, alle drei waren noch feucht, nicht mehr nass. Es ist also einiges an Wasser verdunstet und hat dadurch gekühlt.


    Hängt man das in den Wind, wird das Ergebnis sicherlich besser, ebenso wenn man kontinuierlich Wasser nach träufelt.


    Für mich gerade interessant zu sehen:

    Anscheinend kommt es weniger auf die Art der Umhüllung an als auf den Wind und die anhaltende Nässe der Hülle.


    Also, packt die Socken aus und kühlt was ihr trinken wollt.

  • Steuermann

    Hätte ich einen Tipp abgeben müssen, hätte ich auf die alte Flasche mit Filz getippt.

    Dein Versuch zeigt mir, das es nicht so auf das Material der Umhüllung ankommt,

    sondern vermutlich auf die Menge Wasser, die verdunstet wird. ( Wie gesagt Vermutung meinerseits, nix wissenschaftliches )

    Danke für deinen Test.


    Gruß"Seemann"

  • Hallo Seemann, ich hatte auf das Microfasertuch getippt, wegen angeblich so großer Wasseraufnahme.


    Aber letztendlich war das alles egal.

    Was wohl mehr bringt, ist Wind auf das Tuch und / oder eine größere Oberfläche bei gleichem Inhalt.

  • DAS ist es!

    Wind muss da ran ...

    Genau.

    Mir ging es hier vornehmlich um die Stoffarten, also Filz, Baumwollsocke oder Microfaser.


    Bei nächsten Gelegenheit werde ich mal die Socke mit und ohne Wind testen.


    Ich gebe mal eine Prognose: 3°C Differenz, wenn der Wind kräftig genug ist, also ab 3 Bft.

  • Gehst du nach dem Baden aus dem Wasser, frierst du.

    Gehst du nach dem Baden aus dem Wasser, und es ist windig, frierst du mehr.


    Bei nächsten Gelegenheit werde ich mal die Socke mit und ohne Wind testen.

    Aufs Rad!



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  • Oder in die Hängematte und das Kühlgut hin und her schaukel. Der "Fahrtwind" könnte auch schon ausreichend sein.


    DAS muss ich testen.

    Bitte bei unterschiedlichen Schaukelhöhen. Ein Familienmitglied kann dir helfen, die Schaukelhöhen konstant zu halten. Da die Hängematte wie ein Pendel funktioniert, kannst du die Durchschnittsgeschwindigkeiten berechnen.

    Ergebnisse bitte als Kurvendarstellung.

  • Gehst du nach dem Baden aus dem Wasser, frierst du.

    Gehst du nach dem Baden aus dem Wasser, und es ist windig, frierst du mehr.


    Aufs Rad!

    Gehst du nach dem Baden in der Wüstenoase aus dem Wasser, frierst du die ersten Minuten richtig aber trocknest dann sehr schnell und frierst nicht mehr.

    Je weniger Luftfeuchtigkeit, desto besser funktioniert diese Technik, (erfordert aber auch mehr Wasser, da es schneller verdunstet) je schwüler desto schlechter. Der Wind kommt noch extra dazu.

  • Gehst du nach dem Baden in der Wüstenoase aus dem Wasser, frierst du die ersten Minuten richtig aber trocknest dann sehr schnell und frierst nicht mehr.

    Je weniger Luftfeuchtigkeit, desto besser funktioniert diese Technik, (erfordert aber auch mehr Wasser, da es schneller verdunstet) je schwüler desto schlechter. Der Wind kommt noch extra dazu.

    Agreed, ohne eigene Erfahrung.


    Hatte übrigens letzte Woche in Marokko 40 Grad bei geringer Luftfeuchte. Das ging ganz gut. Kannte ich bisher noch nicht, da ich bisher nur im Winter in der Wüste war.

  • Jetzt muss ich mir nur noch eine Hängematte besorgen....

    Aber wenigstens habe ich jetzt einen Anlass und einen wissenschaftlichen Grund (aka Ausrede bei der Genehmigungsstelle.... ) :saint:

    Mach. Lass Kx mit dem Physiklehrer einen Versuchsablauf ausarbeiten, als Projekt. Da gibt es Einiges zu berechnen und zu messen.

    Teste aller drei Gewebe nochmal durch. Da die Verdunstung bei Wind schneller geht, spielen die unterschiedlichen Materialien vielleicht doch eine.Rolle (Wassernachlieferungsgeschwindigkeit im Gewebe an die Oberfläche).


    Kx bekommt ne eins, Genehmigungstelle freut sich.

  • Jetzt sind erst mal Ferien.

    und es bleibt nur t1 übrig mit Schule.


    Die hat mir leider schon signalisiert, dass sie mich zwar lieb hat, dies aber durchaus seine Grenzen in der physik findet. Namentlich wenn es Dinge geht, welche die Brüder besser verstehen als der physik leerer.


    Dem musste s1 mit 15 Jahren erklären, wie eine Wechselschaltung aufgebaut ist und das es bei Wechselstrom keine feste PlusAder gibt, sondern die Polung 50/sec wechselt.

    Die Sache mit dem Drehstrom war ihm dann zu verdreht, also dem leerer.


    Wie soll der sich dann mit Verdunstungskoeffizienten, Wärmekapazität, Thermodynamik, der Pendelgleichung und ähnlichen Dingen beschäftigen?


    Ich glaube, der pendelt das lieber aus....

  • Die Größe der (kühlenden/Wärme abgebenden) Oberfläche ist auch ein Punkt, der für die Kühlleistung entscheidend ist.

    Deswegen haben Kühlkörper auch Rippen.

  • schwyzi , das sehe ich anders! Weiblich und Heizkörper sind Worte, die niemals zusammen passen werden!

    Bei dem weiblichen Teil der Bevölkerung liegt exakt 0,5 Grad Celsius zwischen "es ist angenehm" und "ich erfriere gleich"!

    :mrgreen:

    „Ich finde, es sind die kleinen Dinge, alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten"
    (Mithrandir a.k.a Gandalf, "Der Hobbit")